<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>http://ecclesiaeveritas.net/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Doris+franziska</id>
	<title>FJM-Ritter - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://ecclesiaeveritas.net/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Doris+franziska"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/Doris_franziska"/>
	<updated>2026-06-01T04:33:10Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.44.0</generator>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2890</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2890"/>
		<updated>2009-02-19T10:44:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]] von Assisi&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer Johannes vom Kreuz[[http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_vom_Kreuz.2C_erster_unbeschuhter_Karmelit._Jahr_1591]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründerin [[Theresia]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Martin]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Wolfgang]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Cäcilia]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=2888</id>
		<title>Hauptseite</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Hauptseite&amp;diff=2888"/>
		<updated>2009-02-19T10:41:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;= &#039;&#039;&#039;FJM : ecclesiaeveritas&#039;&#039;&#039; =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;20&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot;|&lt;br /&gt;
[[Bild:OffenesBuch.jpg|gerahmt|rechts|thumb|300px|Unser neues Buch, für Sie! FJM : ecclesiaeveritas]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier entsteht ein ausführliches Portal der FJM-Ritter&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir heißen Sie / Dich ganz herzlich auf unseren Seiten des FJM : ecclesiaeveritas, ein Projekt des &#039;&#039;&#039;[[FJM-Ritter]]&#039;&#039;&#039;, willkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir planen ein ausführliches Portal mit christlichem - ausschließlich und unmittelbar katholischem Inhalt, wie sie uns geschenkt wurde, durch die [[Kirche Jesu]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerne laden wir zur Mitarbeit ein. Dazu ist eine Anmeldung erforderlich! Dies ist hier aber weder eine Spielwiese, noch eine Diskussionsplattform. Wer möchte kann sich zur Diskussion gerne in unserem [http://www.br-thomas-apostolat.de/Forum/cgibin/forum/YaBB.cgi Glaubensforum] anmelden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gäste können zwar hier lesen, nicht aber schreiben / ändern / löschen. Wir laden zur ernsthaften Zusammenarbeit ein und bitten darum sich entsprechend anzumelden. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|1.&lt;br /&gt;
|Es ist nicht unsere Absicht, an dieser Stelle eine &amp;quot;&#039;&#039;Enzyklopädie&#039;&#039;&amp;quot; aufzubauen oder eine solche nachzuahmen. Vielmehr soll hier ein lexikonartiges Nachschlagewerk entstehen mit dem Auftrag, den wir uns selbst auferlegt haben: Die Lehre der Kirche auf der Basis des kirchlichen Lehramtes zu verkünden, in der Überzeugung, dass das Lehramt der Kirche in Gottes Auftrag und Vollmacht handelt und daher unfehlbar ist in Sachen des Glaubens und der Sitten.  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|2. &lt;br /&gt;
|Wissenswertes zu unserem Glauben - notwendige Informationen zu wichtigen Fragen; und eine Art Aufklärung gegenüber Missverständníssen, Irrtümern und Irrwegen ist gedacht, hier festzuhalten.  &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|3.&lt;br /&gt;
|Eine [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Spezial:Kategorien Kategorienliste] und [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Spezial:Alle_Seiten Themenliste] findet man  hier! Auch eine Liste mit [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Spezial:Gew%C3%BCnschte_Seiten gewünschten Themen] steht hier zur Verfügung. Wir bitten aber ausdrücklich entsprechend dem Lehramt der röm. kath. Kirche zu schreiben. Bitte &#039;&#039;&#039;Quelltexte, Autoren-/Verlagsrechte&#039;&#039;&#039; angeben und auf Verlangen des &#039;&#039;&#039;Admin&#039;&#039;&#039; bzw. &#039;&#039;&#039;Adminhelfer&#039;&#039;&#039; nachweisen, dass diese beim &#039;&#039;&#039;FJM-Ritter&#039;&#039;&#039; und den angeschlossenen Internetseiten der &#039;&#039;&#039;FJM&#039;&#039;&#039; veröffentlicht werden dürfen. Mehr dazu [http://www.br-thomas-apostolat.de/Forum/cgibin/forum/YaBB.cgi?virboard=aktuell;num=1138625932/6#6 hier!]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Enkratia&amp;diff=2887</id>
		<title>Enkratia</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Enkratia&amp;diff=2887"/>
		<updated>2009-02-19T10:41:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Die heilige Enkratia und ihre Gefährten. Jahr 304&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Festtag: 16. April &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Saragossa in Spanien, in welcher eine unzählbare Menge heiliger Martyrer ihren Tod und ihr Grab gefunden, zählt darunter auch die heilige Enkratia und 17 ihrer Gefährten, welche von dem grausamen Christenverfolger Dazian hingeschlachtet wurden. Der fromme Dichter Prudentius singt daher von dieser Stadt: „Doch du, Saragossa, du wirst dastehen, dein Haupt umkränzt mit der blonden Friedenskrone aus Palmzweigen; achtzehn Martyrer, deine Kinder, kannst du aufweisen, und dann noch viele Tausende, welche du allein, heilige, fruchtbringende Mutter, Gott, dem Allmächtigen geboren hast.“ – &lt;br /&gt;
Die heilige Enkratia war in Portugal geboren und ihr Vater wollte sie an einen angesehenen Mann verehelichen. Allein hierzu hatte sie keinen Sinn. Sie hatte schon das Gelübde der Enthaltsamkeit abgelegt, was ihr schöner Name Enkratia „die Enthaltsame“ andeutet. Da ihr Vater sie zur Ehe zwingen wollte, so entfloh sie aus dem väterlichen Hause und zog nach Saragossa, wo eben eine schreckliche Christenverfolgung ausgebrochen war. Doch sie fürchtete sich nicht, ja, von heiligem Verlangen ergriffen, für Jesus zu sterben, wagte sie es, vor den unmenschlichen Statthalter hinzutreten und ihm seine Grausamkeit gegen die Christen vorzuwerfen.  „O ihr Blinden“, rief sie aus, „wie könnet ihr denn verlangen, dass wir Christum, das Licht, welches alle Menschen erleuchtet, verlassen und uns in jenen finstern Abgrund stürzen sollen, der euch aufnehmen wird! Bei Christo allein ist Leben und Rettung; euere Götter sind tot, bleiben tot und töten die, so auf sie vertrauen. Rette dich, o Dazian, und suche Hilfe und Heil bei Christo, und du wirst selig, ewig selig werden.“ Der wilde Tyrann ergrimmte vor Wut über die Kühnheit der Jungfrau und fasste sogleich den Plan, durch die grässlichsten Martern ihren Mut zu brechen. Zuerst ließ er sie mit Ruten hauen und ihren ganzen Leib zerfleischen und dann an den Schweif eines wilden Pferdes binden und durch die Straßen der Stadt schleppen. Ganz zerschlagen schnitt man ihr die linke Brust ab, so dass man in das Innere des Leibes hineinblicken konnte. Damit aber noch nicht zufrieden rissen ihr die Schergen einen Teil der Leber aus dem Leibe. Da sie aber trotz dieser entsetzlichen Martern noch am Leben blieb, ließ sie der Tyrann in den Kerker zurückführen. Hier fingen ihre Wunden zu faulen an, bis endlich der Tod ihren Leiden ein Ende machte. Dazian ließ ihr nämlich einen großen Nagel in den Kopf schlagen, an welcher schrecklichen Qual sie auch starb. Während dieser grässlichen Peinen blieb die Jungfrau standhaft im Bekenntnisse ihres Glaubens und machte so die Führerin jener achtzehn christlichen Helden, welche ihrem Herrn und Heiland inmitten von Qualen und Peinen die Treue bewahrten und in der Stadt Saragossa den heißesten Kampf auf Leben und Tod kämpften. Der fromme Dichter Prudentius hatte eine große Verehrung gegen diese heiligen Martyrer; er verfasste auch ein Loblied auf sie, in welchem er am Schluss sagt: „Lasset uns ihren Beistand anflehen, auf dass wir Verzeihung unserer Sünden erlangen und gewürdigt werden, dereinst an der Herrlichkeit, die sie genießen, Anteil zu nehmen.“&lt;br /&gt;
Die heilige Enkratia wird abgebildet in jungfräulicher Kleidung, eine abgeschnittene Brust in einer Schüssel haltend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Opferwilligkeit des Christen&lt;br /&gt;
Die heilige Enkratia hat zuerst ihrem göttlichen Bräutigam ihre jungfräuliche Reinigkeit und die Freuden der Ehe, und zuletzt auch ihr noch junges Leben zum Opfer gebracht. Für dieses Opfer empfing sie die himmlische Seligkeit. Wenn du auch, christliche Seele, dem Herrn kein solches Opfer bringen kannst, so kannst und sollst du doch auf eine andere Weise Gott wohlgefällige Opfer bringen und dadurch die Herrlichkeit des Himmels erwerben. In einem gewissen Sinne ist nach dem Ausspruche des heiligen Petrus ein jeder katholische Christ ein Priester und muss als solcher täglich opfern. Das tägliche hochheilige Messopfer darf freilich nur der hierzu geweihte Priester darbringen, aber der Gläubige soll sich mit und in Christo dem Herrn Gott täglich selbst zum Opfer bringen. Dies geschieht, wenn er aus reiner Liebe zu Gott die Beschwerden und Lasten seines Standes willig und geduldig trägt, wenn er seine bösen Neigungen, seine fünf Sinne, seine Augen, seine Zunge, seinen Gaumen abtötet, wenn er sich irgend einen erlaubten Genuss, irgendein Vergnügen versagt, wenn er seinem Nächsten irgendeinen Liebesdienst erweist, ganz besonders aber, wenn er die leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit ausübt. Unsere Zeit fordert von dem katholischen Christen ganz besonders freudige Opferwilligkeit. Je mehr die Selbstsucht, die Habsucht, der Geiz, der Neid, die Hartherzigkeit zunimmt, und je mehr aber auch auf der anderen Seite die Armut und das menschliche Elend wächst, desto mehr und größere Opfer fordert die Liebe Jesu von dir, christliche Seele. Du darfst hierin nie ermüden und nicht denken, ich habe schon genug getan. Wo und wann du immer kannst, musst du deinem bedrängten Nächsten mit Rat und Tat beispringen und dir manche Entsagung auflegen, um ein Opfer der Liebe bringen zu können. Wie oft könntest du dir im Essen und Trinken Abbruch tun, irgendein Vergnügen aufgeben und von dem, was du darauf verwenden würdest, einen Armen unterstützen. Solche Opfer gefallen Gott; solche Opfer belohnt er mit Segen und Seligkeit. Lasse also, christliche Seele, keinen Tag vorübergehen, wo du nicht irgendein Opfer Gott dem Herrn dargebracht, sei es nun, dass du dich in Etwas überwunden, dir Etwas versagt oder deinem Nächsten einen Liebesdienst erwiesen hast. Mache jetzt gleich den Vorsatz, aus Liebe zu Jesus täglich ein gutes Wort zu verrichten und sprich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O mein Herr Jesus, der du dich am Kreuze für mich geopfert hast und dich täglich in der heiligen Messe für mich opferst, ich verspreche dir, täglich irgendein Opfer der Abtötung und der Barmherzigkeit zu bringen, und zum Zeichen dessen will ich heute noch meinem Nächsten dir zu Lieb einen Dienst erweisen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Bonifatius&amp;diff=2885</id>
		<title>Bonifatius</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Bonifatius&amp;diff=2885"/>
		<updated>2009-02-19T10:39:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Der heilige Erzbischof Bonifatius, Martyrer und Apostel von Deutschland, Jahr 755 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 5. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn je ein Mann den innigsten Dank und die tiefste Verehrung des deutschen Vaterlandes verdient, so ist es der heilige Bonifatius, mit Recht der Apostel Deutschlands genannt. Auch du, christlicher Leser, bist ihm Dank und Ehre schuldig, denn du genießest noch von dem Segen, den er mit vollen Händen durch Gottes Hilfe ausgestreut. Sein Name schon, Winfried, „der Friedensspender“ und Bonifatius, „der Wohltäter“, bezeichnet deutlich, was die Aufgabe seines Lebens war: der Menschheit den Frieden zu bringen und ihr Gutes zu tun!&lt;br /&gt;
Sein Vaterland war England, sein Geburtsort Kirton. Als er noch ein Knabe war, kamen eines Tages Geistliche in das Haus seines Vaters, welche im Land Missionen hielten. Von ihrem auferbaulichen Lebenswandel und ihren frommen Gesprächen tief gerührt, erwachte in ihm das Verlangen, in ein Kloster zu gehen und den Missionen sich zu weihen. &lt;br /&gt;
Sein Vater hielt dies Verlangen nur für einen kindlichen Einfall und glaubte, es würde mit der Zeit schon vergehen, allein er täuschte sich; je größer Winfried wurde, desto glühender wurde sein Verlangen, so dass der Vater endlich einwilligen und ihn in das Kloster treten lassen musste. Im Kloster lebten die Brüder nach der Regel des heiligen Benedikt. Der heilige Abt Wolphard leitete den jungen Winfried 13 Jahre lang auf der Bahn des Heiles und der Wissenschaft und schickte ihn dann in das Kloster Rutcell, wo er, 30 Jahre alt, zum Priester geweiht wurde. Wie fromm er damals schon gelebt hat, welche hohen Kenntnisse er besaß, davon gibt Zeugnis der Umstand, dass seine Mitbrüder ihn einstimmig nach dem Tod des Abtes Winbert zu dessen Nachfolger wählten. Allein Winfried willigte in die Wahl nicht ein. Es hatte ihn nämlich der Gedanke, den er schon als Knabe in sich getragen, als Missionar den Ungläubigen das heilige Evangelium zu verkünden, nicht verlassen und erklärte daher den Brüdern, ihre Wahl nicht annehmen zu können, weil ihn Gott zu einem anderen Amt berufen habe. Jedoch zwei Jahre musste er noch in England bleiben, bis es ihm endlich gelang, sein heiliges Vorhaben auszuführen. &lt;br /&gt;
Mit mehreren gleichgesinnten Brüdern bestieg er ein Schiff und reiste nach Rom zum damaligen Papst Gregor II., um ihm seine Dienste anzubieten und von ihm den Segen und die Vollmacht zur Verkündigung des Evangeliums unter den Ungläubigen zu erhalten. Der Papst, hocherfreut hierüber, unterredete sich öfters mit ihm, gab ihm den Namen und die Vollmacht eines apostolischen Predigers für die abgöttischen Völker, namentlich in Deutschland, händigte ihm auch Empfehlungsbriefe an die christlichen Fürsten ein und schenkte ihm verschiedene heilige Reliquien. – Jetzt blieb er nicht mehr lange in Rom; die Sehnsucht, Christum, den Gekreuzigten, überall zu predigen, wo man ihn noch nicht kenne, ließ ihm keine Ruhe. In Bayern und dem benachbarten Frankreich sah es damals schlimm aus. Es gab dortselbst zwar schon sehr viele Christen, aber auch viele Heiden, und die Christen selbst übten ihre heilige Religion fast gar nicht mehr. Sogar die Priester und Bischöfe waren ganz verderbt; es geschah oft, dass die Christen das heilige Messopfer feierten und darauf den Götzen opferten. Im Norden von Deutschland gab es noch lauter Heiden. Zuerst also zog Winfried nach Bayern und dann nach Thüringen, wo er eine große Zahl Ungläubiger taufte und durch seine kraftvollen Predigten bewirkte, dass auch die Priester und Bischöfe wieder einen auferbaulichen Lebenswandel führten. &lt;br /&gt;
Mittlerweile erfuhr er, dass in Friesland der Herzog Radbodus, ein Erzfeind des christlichen Glaubens, gestorben sei, und er nun ungehindert dort dem wilden Volk das Evangelium verkünden könne. Dort predigte schon längere Zeit der heilige Willibrord. Zu diesem begab sich nun auch Winfried und unterstützte ihn drei Jahre lang in seinem Amt mit solchem Erfolg, dass zahlreiche Götzendiener zu den Füßen des Kreuzes niedersanken und dem Teufelsdienste absagten. Hierauf begab sich Winfried zu den Hessen und durchzog predigend, in Begleitung mehrerer Gefährten, dieses Land. Seine hohe Gestalt, seine feurigen Reden, seine Liebe und Milde zog die rauhen Bewohner dieses Landes zu ihm hin; sie kamen aus ihren Wäldern und Hütten hervor, horchten auf seine Stimme, staunten über seine Worte, nahmen sie zu Herzen und ließen sich taufen. Zwei Brüder wurden von seinen Predigten so ergriffen, dass sie ihm ein großes Stück Land, namens Amöneberg, schenkten, wo er eine Kirche und ein Kloster baute. Statt der Götzentempel errichtete er überall Kirchen und versah sie mit frommen Geistlichen. Bereits hatte er eine große Menge Götzendiener dem Herrn gewonnen und in der Freude seines Herzens dem Papst hiervon Bericht erstattet; dieser aber rief ihn nun nach Rom. Sogleich reiste der heilige Diener Gottes dahin ab. In der Peterskirche empfing ihn der heilige Vater mit größter Feierlichkeit, ließ ihm das Glaubensbekenntnis ablegen und weihte ihn dann zum Bischof der Deutschen, indem er seinen bisherigen Namen Winfried in den schönen Namen Bonifatius verwandelte. Feierlich gelobte nun Bonifatius dem Papst Treue und Gehorsam und zog, von ihm gesegnet, wieder nach Hessen zurück. Noch waren dort die Heiden in großer Zahl; ein großer Eichenbaum, ihrem Götzen Thor geweiht, stand in der Gegend von Geismar. Diesen Baum verehrten sie heilig, er war die Stütze ihres abgöttischen Wahnes. Der heilige Bischof konnte diesen Greuel nicht ansehen und beschloss, diesen Baum umzuhauen. Mit einer Axt versehen, umgeben von seiner Geistlichkeit, das Kreuz an der Spitze, naht sich Bonifatius dem Baum. Dort aber stehen die Heiden in großen Haufen, mit Schwert und Lanze bewaffnet, um den Baum und wollen ihn verteidigen. Aber der heilige Bischof lässt sich nicht schrecken; er schiebt sie auf die Seite, schwingt die Axt und schon auf den ersten Hieb fällt die Eiche zum Entsetzen der Heiden krachend nieder und zerfiel in vier große gleiche Stücke. Jetzt fielen die Heiden auf die Knie nieder, lobten den Christengott und halfen dem heiligen Bischof, aus dem Holz der Eiche eine Kapelle zu Ehren des heiligen Petrus bauen. &lt;br /&gt;
Die Zahl der Bekehrten wurde jetzt immer größer; der Heilige schrieb daher in sein Vaterland und erbat sich Arbeiter aus den verschiedensten Klöstern dortselbst. Auf seinen Ruf zogen nun zahlreiche Missionare beiderlei Geschlechtes, Klostergeistliche und Klosterfrauen, von England nach Deutschland herüber; so der heilige Lullus, der später sein Nachfolger wurde, der heilige Willibald, später Bischof von Eichstätt, die Heiligen Wunibald, Witta, Wigbert, den Bonifatius zum Abt von Fritzlar setzte, Gregor, der Bischof von Utrecht geworden. Später kam aus Bayern ein vornehmer, gelehrter Mann, und übergab ihm seinen Sohn zur Erziehung. Dieser, mit Namen Sturm, wurde der Stifter der berühmten Abtei von Fulda. Auch eine heilige Schar von Jungfrauen und Frauen eilte aus England herbei, um das Reich Gottes auszubreiten. So Chunilda und ihre Tochter, die mit der heiligen Walburga nach Thüringen gingen; Chunidrat wurde nach Bayern gesandt, Thekla ließ sich am Main nieder und die fromme Lioba regierte die Abtei von Bischofsheim. &lt;br /&gt;
Jetzt, wo Bonifatius mit diesen heiligen Männern und Frauen vereint den Samen des Wortes Gottes ausstreute, zeigten sich bald die herrlichsten Früchte. Nach wenigen Jahren zählte er 100 000 Neubekehrte, überall erhoben sich Kirchen und Klöster; die Wälder wurden gelichtet, das Feld bebaut und in vielen Schulen die Jugend unterrichtet. &lt;br /&gt;
Als der heilige Vater Gregor III. in Rom die Nachricht von diesen herrlichen Fortschrittten des christlichen Glaubens vernommen, sendete er dem heiligen Bonifatius das Pallius, machte ihn also zum Erzbischof und ernannte ihn zum apostolischen Vikar aller deutschen Völker. Unermüdet arbeitete nun der heilige Bischof an dem Heil der ihm anvertrauten Seelen; beständig zog er herum, überall predigend und neue Kirchen bauend.&lt;br /&gt;
Im Jahre 738 machte er seine dritte Reise nach Rom, um sich mit dem Papst über die von ihm gestifteten Kirchen zu beraten. Dieser nahm ihn mit größter Ehre auf und ernannte ihn zu seinem apostolischen Gesandten in Deutschland. Von des Papstes Segen begleitet, kam er auf seiner Rückkehr nach Bayern, wohin ihn Herzog Odilo eingeladen hatte, um da mehrere Missbräuche abzustellen. Im Einverständnis mit dem frommen Herzog hielt er eine Kirchenversammlung und errichtete dann drei neue Bistümer, nämlich zu Freising, Regensburg und Salzburg, welche er mit frommen Hirten versah, später errichtete er noch das Bistum Eichstätt und in Franken das Bistum Würzburg. Diese Bischofssitze bestehen heute noch und haben, Dank sei dem heiligen Bonifatius, über das Bayernland unendlichen Segen verbreitet.&lt;br /&gt;
Nebstdem errichtete er in allen Ländern, in denen er predigte und die Segnungen des heiligen Glaubens verbreitete, viele Klöster. Diese Klöster waren damals die festen Burgen der christlichen Religion und Wissenschaft. Ohne diese Klöster wäre es nicht möglich gewesen, die halbwilden Völker zu bändigen, den Unglauben auszurotten und das Christentum zu erhalten. Wo ein solches Kloster stand, da erhoben sich nach und nach Städte, Dörfer und Flecken, und wo früher Wölfe und Bären in dunklen Wäldern hausten, wo die Schwerter klirrten und die Götzenopfer bluteten, da erscholl jetzt der heilige Gesang der Mönche, da durchzog der Pflug den Boden, da prangten jetzt die Fluren von herrlichen Früchten. – Sieh’, lieber Leser, was die Völker Deutschlands den armen Klostergeistlichen zu verdanken haben, welch großer Segen aus den Klöstern über die Länder sich verbreitete und doch will man heutzutage von Klöstern nichts mehr wissen und vergisst im schändlichen Undank, was sie Herrliches geleistet haben und noch leisten!&lt;br /&gt;
Nachdem der Heilige in Bayern die Kirchenzucht hergestellt und die besten Einrichtungen zur Verbreitung des Glaubens getroffen, eilte er zu den Franken; hier hielt er im Beisein des glaubenseifrigen Karlmann, obersten Heerführers der Franken, eine Kirchenversammlung, um Beschlüsse zu fassen, wie das Heidentum ausgerottet und die heilige Christusreligion von den heidnischen Gebräuchen gereinigt werden könne. – Merkwürdig ist die Absagungsformel und das Glaubensbekenntnis, welche beide hier verfasst und den Deutschen, die sich bekehren wollten, bei der heiligen Taufe vorgelegt wurden, folgendermaßen lautend: &lt;br /&gt;
Widersagst du dem Teufel? Ich widersage dem Teufel.&lt;br /&gt;
Widersagst du seiner Pracht? Ich widersage seiner Pracht.&lt;br /&gt;
Widersagst du allen seinen Worten und Werken, dem Götzen Thor, und dem Wodan, und dem Odin der Sachsen und all den bösen Geistern, welche dieser Götzen Mitgenossen sind? &lt;br /&gt;
Ich widersage.&lt;br /&gt;
Glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater?&lt;br /&gt;
Glaubst du an Christus, Gottes Sohn?&lt;br /&gt;
Glaubst du an den heiligen Geist?&lt;br /&gt;
Ich glaube.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So suchte der heilige Bonifatius mit unermüdetem Eiferr das Reich des Satans zu zerstören und das Reich Gottes auszubreiten. Auch auf die Sachsen, welche noch in tiefer Finsternis des Götzentums begraben lagen, richtete er nun seinen Blick. Den frommen und gelehrten Mönch Sturm sandte er deshalb mit sieben Gefährten an die Grenze. In den finsteren Buchenwäldern, welche Sachsen und Thüringen voneinander scheiden, gründeten die frommen Mönche die berühmte Abtei Fulda, von wo aus das Licht des Glaubens nach Sachsen und in die benachbarten Länder gebracht werden sollte. – Nun aber bedurften all diese schönen Anstalten, welche Bonifatius gegründet, eines festen Einigungspunktes. Alle diese Bistümer und Klöster sollte ein Band umschlingen, auf dass mit vereinter Kraft und in einem Geist das große Werk der gänzlichen Bekehrung Deutschlands vollbracht werden konnte. Bonifatius war Erzbischof von Deutschland und päpstlicher Gesandter; aber er hatte noch keinen bleibenden Sitz, von wo aus er alles leiten konnte. Nun erhob ihn der Papst zum Erzbischof von Mainz und unterwarf seiner Leitung alle Völker, denen er bisher das Licht des Evangeliums in Deutschland gebracht hatte. &lt;br /&gt;
Sieben Jahre verwaltete er das Erzbistum Mainz und obschon er Tag und Nacht von Sorgen und Mühsalen überhäuft war, betrieb er doch dabei seine früheren Studien und las beständig in den heiligen Schriften. Zahllos sind die Briefe, welche er an Päpste, Könige, Fürsten und Bischöfe geschrieben hatte. Seine Augen hatte er durch vieles Nachtwachen ganz verdorben, so dass er nur mehr Bücher mit großen Buchstaben lesen konnte. &lt;br /&gt;
Schon ein Greis von 85 Jahren hatte er sich entschlossen, die Bekehrung der Sachsen zu übernehmen; da erhielt er die traurige Nachricht, dass die Friesen nach dem Tod ihres heiligen Bischofs Willibrord vom Glauben abgefallen seien. Diese Nachricht durchschnitt ihm das Herz. In seiner Jugend hatte er drei Jahre dort gepredigt und viele Tausende dieses Volkes bekehrt; diese konnte er nicht zu Grunde gehen lassen: zu ihnen will er eilen, um sie zu retten!&lt;br /&gt;
Er legte nun seine erzbischöfliche Würde nieder und überträgt sie seinem geliebten Schüler Lullus und nimmt dann feierlich Abschied von seinen Jüngern. „Das Ende meiner Wanderschaft“, sprach er zu Lullus, „ist nahe; ich habe diesen Gang gewünscht, und nichts kann mich davon abhalten. Darum, mein Sohn, lass alles in Bereitschaft setzen und packe zu meinen Büchern das Leichentuch, welches meinen alten Leib bedecken soll.“ Darauf zog er mit dem Bischof Koban und neun treuen Gefährten den Rheinstrom hinab, gegen Utrecht, und predigte dort das Evangelium mit kräftiger Stimme. Bald hatte er die Freude, mehrere Tausende, Männer, Weiber und Kinder, für Jesus wiedergewonnen zu sehen. Da kam der 5. Juni; es war der Vorabend von Pfingsten, wo er den Neubekehrten das heilige Sakrament der Firmung erteilen wollte. Da sie nicht alle in der Kirche Platz hatten, so beschloss er auf freiem Feld nahe bei Dokum, am Fluß Burda, das heilige Sakrament zu spenden. Bonifatius ließ da Gezelte aufschlagen und erwartete betend die Neubekehrten; aber statt dieser stürzte ein Haufen wilder Friesen, bewaffnet mit Lanzen und Beilen, aus dem Wald hervor und drang in das Lager der heiligen Friedensboten. Die Christen wollten sich verteidigen, allein Bonifatius wehrte es ihnen. Mit seinen Geistlichen und den heiligen Reliquien, das heilige Evangelienbuch in der Hand, trat Bonifatius aus seinem Zelt und sprach: „Kinder, lasst ab vom Kampf und gedenkt, dass das Wort der Schrift uns befiehlt, Böses mit Gutem zu vergelten. Dieser Tag ist es, wonach ich mich schon lange gesehnt habe und jetzt ist die Stunde meiner Befreiung gekommen.“ Zu seinen Geistlichen aber sprach er: „Brüder! Seid standhaft und fürchtet nicht jene, welche eurer Seele nichts anhaben können, sondern freut euch in Gott und in Christo; vollendet ruhig den kurzen Gang des Todes, der euch in das ewige Königreich einführt.“ – Ganz ergeben in Gottes Willen erwartete er die wütenden Heiden, und empfing mit verklärtem Angesicht, das Evangelienbuch über sein Haupt haltend, betend den Todesstreich; mit ihm starben 52 Genossen den Martertod am 5. Juni 755.&lt;br /&gt;
Nachdem der Mord der heiligen Schar vollbracht war, stürzten die Mörder in das Gezelt des Heiligen, um es zu plündern; aber statt des Geldes, welches sie zu finden hofften, fanden sie nur Bücher und heilige Reliquien. Voll Zorn hierüber gerieten sie unter sich in Streit und mordeten einander selbst, bis die Christen, von allen Seiten herbeieilend, sie vollends aufrieben. Man suchte nun nach dem Leichnam des Heiligen, und fand ihn endlich im Blut schwimmend, neben ihm sein Evangelienbuch, von Schwerthieben zersetzt und mit Blut besudelt. Der heilige Leib wurde zuerst nach Utrecht, dann nach Mainz gebracht und endlich in der geliebten Abteil Fulda, wo er sich oft aufgehalten, feierlich beigesetzt. &lt;br /&gt;
Er wird abgebildet im bischöflichen Gewand, mit dem Pallium geschmückt, einen heidnischen Häuptling taufend.&lt;br /&gt;
So vollendete der große Apostel der Deutschen seine segensreiche Laufbahn. Nur für Gott lebte er, nur für das Heil der Seelen arbeitete er, und so lange in Deutschland noch der Name Jesus mit Ehrfurcht ausgesprochen wird, wird man auch den heiligen Bonifatius nicht vergessen können, der diesen heiligen Namen überall hingetragen hat, um durch ihn die Völker zu heiligen und selig zu machen. &lt;br /&gt;
Die größte Verehrung und Dankbarkeit gegen den heiligen Bonifatius trug in neuerer Zeit König Ludwig I. von Bayern. Derselbe ließ ihm zu Ehren in München eine Kirche bauen, die an Pracht und Herrlichkeit alle Kirchen Deutschlands übertrifft. Wenn du nach München kommst, dann besuche diese Kirche, dort kannst du in kunstvollen Bildern sehen, was Bonifatius für das deutsche Vaterland getan hat! O möchte doch der heilige Bonifatius im Himmel oben bitten, dass die Irrgläubigen, welche jetzt die schönen Länder bewohnen, wo einst der Heilige so viel Schweiß für die katholische Kirche vergossen hat, wieder zurückkehren zum alten Glauben und in Deutschland wieder ein Hirt und ein Schafstall werde. Flehe daher, christliche Seele, öfters zum heiligen Bonifatius und rufe seine Fürbitte für das Heil des deutschen Vaterlandes an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Worte des heiligen Bonifatius&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Denke, wie unwürdig es sei, das Bild Gottes, das die Allmacht in den Menschen schuf, durch Wollust in das Bild des Satans zu verwandeln und dich durch Unzucht zum Sklaven des bösen Geistes zu machen, nachdem dich Gottes Güte zum Herrscher gemacht hat. Wenn wir unsere Sünden verhehlen, wird sie Gott gegen unseren Willen öffentlich aufdecken. Es ist gewiss viel besser, sie einem Menschen zu beichten als sich der Gefahr aussetzen, im Angesicht aller Bewohner des Himmels, der Erde und der Hölle mit Beschämung bedeckt werden. &lt;br /&gt;
Der Schluss aller Sprüche ist: „Fürchte Gott und halte seine Gebote.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Abtei Fulda&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Unter den großen Stiftungen, welche der heilige Bonifatius zum Heil Deutschlands gemacht, unter den vielen segensreichen Anstalten, die er gegründet hat, ist die größte und segensreichste die Abtei Fulda. Wie du schon, lieber Leser, gehört hast, hat der Heilige, nachdem er viele Kirchen und Klöster gestiftet und dadurch das Christentum befestigt hatte, seinen Schüler, den heiligen Sturm, einen Bayer, mit mehreren Gefährten abgesendet, um an der Grenze von Sachsen ein Kloster zu errichten. Damals gab es in jener Gegend nur finstere Wälder, die noch nie ein menschlicher Fuß betreten hatte, in welchen nur Auerochsen, Bären und Wölfe und anderes Wild hausten. Nach langem Wandern fand endlich Sturm einen Ort, der wegen seiner Einsamkeit dem heiligen Bonifatius gefiel. Karlmann, der Franken Heerführer, dem dieser Ort angehörte, schenkte ihn mit einem Gebiet von 4000 Schritten dem heiligen Bonifatius. Sogleich wurden Bauleute herbeigebracht und mit allem Eifer an der Herstellung einer Kirche und eines Klosters gearbeitet. Mittlerweile sendete Bonifatius seinen Freund Sturm mit zwei Brüdern nach Italien, in das berühmte Benediktinerkloster Monte Cassino, um die dort bestehende Einrichtung kennen zu lernen und auch das neue Kloster Fulda danach einzurichten. Bei seiner Rückkehr nach einem Jahr machte ihn Bonifaz zum Vorsteher und Ordner des neuen Klosters und schickte noch mehr Klostergeistliche dahin. Jetzt wurde mit größtem Fleiß an der Urbarmachung des Bodens gearbeitet. Die Wälder wurden niedergehauen, die Steine ausgegraben, der Boden mit der Hacke aufgelockert und mit Samen von Getreide und anderen Früchten besät. Neue Wohnungen und Zellen wurden gebaut und geschickte Handwerker und Künstler herbeigerufen. Bald verbreitete sich der Ruf des neuen Klosters durch alle Gauen Deutschlands; von nah und fern kamen Männer herbei, um dieses neue Werk der Wildnis zu schauen, sich da niederzulassen oder um Aufnahme in das Kloster zu bitten. Die Brüder daselbst errichteten nun auch eine doppelte Schule, eine für die Bildung von Geistlichen, die andere zum Unterricht anderer Stände. Aus Bayern, Franken und Thüringen sandte Bonifaz Jünglinge dahin, um unterrichtet zu werden. Eine Bibliothek wurde angelegt, die bald wegen der Menge kostbarer Bücher berühmt wurde. Alle damaligen Wissenschaften, wie Gottesgelehrtheit, Weltweisheit, Sprachlehre, Redekunst, Musik und Dichtkunst konnte man in diesen Schulen lernen. &lt;br /&gt;
Als der berühmte Rhabanus Maurus, einer der größten Gelehrten seiner Zeit, Abt des Klosters geworden war, wurde auch eine eigene Kunstschule angelegt und zur Unterstützung von Künstlern wurden viele Einkünfte bestimmt. – Da konnte man die Bau-, Maler- und Bildhauerkunst lernen und die schönsten Kunstwerke sehen. Die Mönche im Kloster waren Tag und Nacht beschäftigt. Die einen bebauten die Felder und trieben die nötigen Handwerke; sie waren Schlosser, Schmiede, Schreiner, Weber, Maurer usw., andere dagegen schrieben Bücher ab und verzierten sie mit Gold und kostbaren Bildwerken; andere banden die Bücher prachtvoll ein oder sie malten Bilder und schnitzten Figuren; andere studierten und verfassten neue gelehrte Werke und lehrten in den Schulen; kurz alle waren beschäftigt; dabei ertönte fortwährend Psalmengesang, es wurde gepredigt, Beicht gesessen; die Armen und Kranken wurden gepflegt, Fremdlinge beherbergt, kurz mitten in der dichten Wildnis stand das Kloster wie ein Paradies und Ströme von Segen ergossen sich von da über die Gauen des Vaterlandes. Da nicht alle, die kamen und sich im Kloster niederlassen wollten, Wohnung fanden, so wies man ihnen außerhalb derselben Plätze an, die sie urbar machen mussten. Sie bauten sich kleine Zellen und pflanzten ein Gärtchen daneben; nach und nach siedelten sich mehrere an und so entstanden rings um das Kloster viele Dörfer, welche heute noch stehen. Dem Kloster selbst schenkten Fürsten und Vornehme des Landes viele Ländereien und Güter, so dass es sehr reich wurde; aber dieser Reichtum kam den Armen, den Reisenden, den Studierenden wieder zu Nutzen. &lt;br /&gt;
Schon unter dem ersten Abt des Klosters, dem heiligen Sturm, zählte man 400 Mönche daselbst, von denen viele als Missionare das Christentum verbreiteten oder als fromme Priester in andere Klöster gesendet wurden. Im Laufe der Zeit gingen aus der Abtei zu Fulda 11 Erzbischöfe, eben so viele Bischöfe und 14 Äbte hervor, sowie viele Richter und Kanzler der Fürsten, welche alle dort Unterricht und Bildung empfangen hatten. &lt;br /&gt;
Du hast nun, lieber Leser, ein kleines Bild von dieser berühmten Abtei Fulda; auch sie war eine Frucht der heiligen katholischen Kirche; jetzt besteht sie freilich nicht mehr, aber das Andenken an den großen Segen, welchen sie gestiftet, wird nicht vergehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Pantaleon&amp;diff=2884</id>
		<title>Pantaleon</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Pantaleon&amp;diff=2884"/>
		<updated>2009-02-19T10:39:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Der heilige Pantaleon, Arzt und Märtyrer, Jahr 303 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 27. Juli&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heilige Pantaleon, dessen Name soviel als: „stark wie ein Löwe“ bedeutet, hat seinem Namen durch seinen Glaubensmut und seine unerschütterliche Treue gegen Jesus auch Ehre gemacht. Er war zu Nikomedia geboren. Sein Vater war ein eingefleischter Götzendiener, seine Mutter dagegen eine treue Christin, welche ihrem Kind auch frühzeitig die Kenntnis des wahren Gottes und Liebe zu Jesus einflößte. Leider aber starb sie, ehedenn ihre guten Lehren in dem Herzen Pantaleons Wurzel fassen konnten. – Er wurde von seinem Vater heidnischen Lehrern anvertraut und als er zum Jüngling herangereift war, widmete er sich der Arzneikunde. Hierin machte er bald die größten Fortschritte und brachte es so weit, dass er vom Kaiser Galerius Maximilian an seinen Hof gezogen und zu seinem Leibarzt ernannt wurde. &lt;br /&gt;
Pantaleon gedachte noch oft der weisen Lehren seiner frommen Mutter und verabscheute den Götzendienst; aber die Pracht und Lust am kaiserlichen Hof, das böse Beispiel der Hofleute und die Unterlassung des Gebetes machten ihn nach und nah lau und gleichgültig, so dass er schon daran war, den Glauben ganz zu verlieren. Schon verehrte er auch, wie alle heidnischen Ärzte, den Götzen Äskulap und hoffte von ihm Segen für die Ausübung seiner Kunst.&lt;br /&gt;
Da geschah es, dass Gott, gewiss auf die Fürbitte seiner verstorbenen seligen Mutter, sich Pantaleons erbarmte und ihm die Augen öffnete. Hermolaus, ein katholischer Priester und ehrwüridiger Greis, sah ihn, gewann den hoffnungsvollen jungen Mann lieb und suchte Gelegenheit, mit ihm zusammenzukommen. Es gelang ihm eines Tages, mit Pantaleon allein zu sprechen; er machte ihn aufmerksam, wie unvernünftig der heidnische Aberglaube und wie töricht es sei, wenn er von einem leblosen Götzen Hilfe erwarte, welche nur allein der wahre Gott gewähren könne. Jesus Christus, den die Gläubigen verehren, habe unheilbare Krankheiten geheilt und sogar Tote erweckt und wer an ihn glaube, werde ebenfalls im Namen Jesu große Dinge tun und zugleich seine eigene Seele retten.&lt;br /&gt;
Bei diesen Worten des frommen Priesters stellte sich das Bild seiner frommen Mutter vor die Augen Pantaleons; er beweinte seinen Leichtsinn, bereute seine Fehltritte und ging öfters zu Hermolaus, um aus seinem Mund die tröstlichen Worte des Evangeliums zu hören. Obwohl alles, was er von Christus hörte, einen großen Eindruck auf sein Herz machte, so war er doch nicht entschlossen, den heidnischen Aberglauben ganz zu verlassen und Christo dem Herrn nachzufolgen. Da trat Gott selbst in das Mittel.&lt;br /&gt;
Eines Tages traf er auf einem abgelegenen Wege ein Kind auf dem Boden ohne ein Lebenszeichen liegen und daneben eine giftige Schlange, welche dem Kind den tödlichen Biss beigebracht hatte. Er erschrickt, weicht einige Schritte zurück, und – plötzlich kommt ihm der Gedanke, an diesem toten Kind zu erproben, ob der Priester Hermelaus die Wahrheit gesprochen. „Wird auf mein Gebet, sprach er zu sich selbst, das ich an Jesus Christus richte, das tote Kind aufleben, die Schlange aber sterben, dann will ich glauben.“ Er betet inbrünstig, und siehe da, das Kind öffnet die Augen, atmet und lebt, die Schlange aber ist tot. – Jetzt ward es licht in seiner Seele, er erkennt die Macht Jesu Christi, glaubt an ihn und eilt freudig bewegt zu dem Priester Hermelaus, um die heilige Taufe zu empfangen. – Sieben Tage brachte er bei diesem gottseligen Greise zu, der ihm vollständigen Unterricht erteilte und ihn dann durch die heilige Taufe in die Gemeinschaft der heiligen katholischen Kirche aufnahm. &lt;br /&gt;
Pantaleon war nun glücklich und süßer Frieden herrschte in seinem Herzen; er hatte nur den einzigen Wunsch, auch seinen Vater an seinem Glück teilnehmen zu sehen. Er stellte ihm mit den beredtesten Worten die beseligende Lehre des Heilandes und die Hässlichkeit und Torheit des Heidentums vor Augen, und suchte sein Herz davon abwendig zu machen. Allein zu sehr hing sein Vater an dem heidnischen Wahn und fürchtete die Rache der Götter, wenn er sie verließe. Jedoch Pantaleon hörte nicht auf, mit den liebvollsten Worten in ihn zu dringen und Gott zu bitten, die Augen seines Vaters zu öffnen. Einmal wollte er im heiligen Eifer alle Götzen seines Vaters zertrümmern; doch er besann sich eines anderen und gab sich dem Vertrauen hin, Gott werde sein Gebet gewiss erhören. Es geschah auch.&lt;br /&gt;
Einmal war Pantaleon gerade wieder bei seinem Vater und unterredete sich mit ihm über die anbetungswürdige Allmacht Jesu, des Sohnes Gottes, als einige Menschen einen Blinden herbeiführten und Pantaleon baten, ihm mit seiner Kunst zu helfen und das Augenlicht zu verschaffen. Der arme Blinde erzählte, dass er bereits die berühmtesten Ärzte beraten und beinahe sein ganzes Vermögen verwendet habe, um das Licht wieder zu erhalten. „Was wirst du mir geben“, fragte Pantaleon den Blinden, „wenn ich dir helfe?“ „Den letzten Heller“, antwortete der Blinde, „der mir noch übrig bleibt.“ Pantaleon aber sprach: „Du wirst das Augenlicht vom Vater des Lichtes erhalten, dafür aber wirst du, was du mir versprichst, den Armen geben.“ Als der Vater Pantaleons dies hörte und glaubte, sein Sohn wolle es wirklich versuchen, den Blinden zu heilen, sprach er: „Lass ab, mein Sohn, das Unmögliche zu versuchen, damit du nicht verachtet werdest.“ Allein Pantaleon sagte voll Zuversicht: „Ich habe einen anderen Lehrmeister als jene, welche es versucht haben, diesen Menschen zu heilen.“ Dann trat er zu dem Blinden, rief mit zum Himmel erhobenen Augen den  Namen Jesus an und plötzlich – waren des Blinden Augen geöffnet, aber auch dem noch blinden Vater Pantaleons waren die Augen über dieses Wunder aufgegangen; er glaubte von ganzem Herzen an Jesum Christum und auch der Blinde bekannte Jesum Christum.&lt;br /&gt;
Bald darauf starb Pantaleons Vater ruhig im Herrn, der ihn noch in der eilften Stunde augenommen hatte. Pantaleon war nun der einzige Erbe eines großen Vermögens, welches er mit Freuden auf die Unterstützung der Notleidenden verwendete. Seine Kenntnisse in der Arzneikunde widmete er den armen Kranken; es war ihm aber dabei nicht genug; die Kranken am Körper zu heilen, sondern er suchte auch diejenigen, welche schon glaubten, zu trösten, zu ermuntern und zu stärken, die Ungläubigen aber Christo, dem Herrn, zu gewinnen. Seinen guten Willen, seinen Eifer belohnte auch Gott durch vielfältige Wunder. Sein Gebet bewirkte mehr als seine Arzneien; viele Kranke wurden plötzlich gesund, der Zulauf wurde so groß, dass die Ärzte der Stadt eifersüchtig wurden, und als sie vernahmen, dass Pantaleon ein Christ sei und durch sein Gebet einem Blinden das Augenlicht erhielt, da brach ihre geheime Erbitterung in offenen Hass aus. Sie gingen zum Kaiser Maximian, stellten dort arglistig ihre Klage und sprachen also: „Wenn du, o großer Kaiser, den Arzt Pantaleon nicht unschädlich machest, so wird unser Gott Äskulap bald verachtet werden, da Pantaleon den Gott der Christen anruft und seine Heilungen demselben zugeschrieben werden.“ Nach diesen Worten stellten sie dem Kaiser den geheilten Blinden vor. Der Kaiser fragte denselben aus, und da dieser auf keine Weise dahingebracht werden konnte, dem heidnischen Götzen seine Heilung beizumessen, sondern standhaft dabei blieb, dass ihn nur Jesus Christus, der Gott der Christen, sehend gemacht habe, und dass er deshalb auch an ihn glaube, ließ ihn der Kaiser ohne Weiteres enthaupten, um, wie er meinte, das Aufsehen, welches die Heilung dieses Blinden verursachte, zu beseitigen. Pantaleon aber kaufte den Leichnam des Martyrers und verschaffte ihm ein ehrenvolles Begräbnis.&lt;br /&gt;
Bald aber wurde auch er vor den Kaiser gerufen, der ihm bisher sehr zugetan war. Er empfing auch den Heiligen sehr gütig und tat, als glaube er nicht, dass sein Leibarzt ein Christ sei. „Opfere“, sprach er zu Pantaleon freundlich, „opfere den Göttern und mache dadurch die boshafte Anklage deiner Feinde zu Schanden.“ Pantaleon aber gab unerschrocken zur Antwort: „Wo Taten vorliegen, müssen Worte und Meinungen verstummen. Die Wahrheit geht über alles. Der Gott, den ich verehre, hat Himmel und Erde erschaffen, er hat Tote zum Leben erweckt, Blinde sehend gemacht, Aussätzige gereinigt, Gichtbrüchige geheilt und zwar durch ein einziges Wort seiner Allmacht. Die Götter, welche ihr verehrt, haben nie solche Dinge getan und können sie auch nicht tun. Lasse einmal, o Kaiser, einen unheilbaren Kranken hierher bringen, lasse auch deine Götzenpriester hierher kommen, damit dieselben ihre Götter anrufen, - ich aber will rufen zum einzig wahren Gott, und du wirst dann selbst sehen die Ohnmacht seiner Götter und die Allmacht des Gottes der Christen.“&lt;br /&gt;
Der Kaiser nahm den Vorschlag an. Ein Gichtbrüchiger wurde herbeigetragen und die Götzenpriester kamen, die aber vergeblich all ihre Götter nach der Reihe anriefen. Endlich nahte sich auch Pantaleon dem Kranken, betete vor ihm knieend inbrünstig zu Christus, nahm dann die Hand des Kranken und rief voll Zuversicht laut aus: „Im Namen Jesu Christi stehe auf und sei gesund!“ Da erhob sich plötzlich der Kranke und stand gesund auf den Füßen. Staunen ergriff den Kaiser, Schrecken die Götzendiener; Pantaleon aber dankte Gott, dass er sein Gebet erhört und seinen heiligen Namen verherrlicht habe.&lt;br /&gt;
Die verblendeten Priester erholten sich bald von ihrem Schrecken, und statt dem wahren Gott die Ehre zu geben, gerieten sie in die größte Wut gegen Pantaleon, der sie so tief beschämte. Sie traten zum Kaiser und riefen wie aus einem Munde: „Wenn du diesen nicht wegräumst, so wird bald die Religion unserer Väter zum Spotte werden, die Opfer nehmen ein Ende, die Ehre der Götter wird bald vernichtet.“&lt;br /&gt;
Maximian, auf seine Würde als Kaiser und oberster Priester eifersüchtig gemacht, ließ sich von den Priestern verleiten und suchte anfangs durch freundliches Zureden und dann durch Drohungen Pantaleon zu bewegen, den Götzen zu opfern. Allein da der fromme Arzt unerschütterlich blieb und jede Drohung verachtete, da ergriff den Kaiser teuflische Wut und die Marter des Heiligen begann. Zuerst wurde Pantaleon an einen Palmbaum gebunden, mit eisernen Kämmen zerfleischt und mit Fackeln gebrannt, darauf von dem Pfahl abgenommen und in einen .... (fehlt) Blei gefüllten Kessel gestellt. Pantaleon bebte nicht, er ertrug alle Pein mit freudigem Mut unter lauten Lobpreisungen Gottes. Da der Kaiser vernommen, dass der Priester Hermolaus es gewesen, der Pantaleon für Christus gewonnen, so wurde auch dieser ehrwürdige Greis mit noch zwei christlichen Bekennern, Hermippus und Hermikrates, herbeigeschleppt und nach grausamer Marter enthauptet. &lt;br /&gt;
Pantaleon lebte noch, aber des Kaisers Wut hatte kein Ende; er ließ den heiligen zu neuen Martern aufbewahren. Dieser aber, „stark wie ein Löwe“ im Glauben und in der Liebe zu seinem Heildn, wankte nicht; Jesus, für den er litt, verließ ihn nicht. Der Tyrann ließ ihn nun, da er ihn nicht abtrünnig machen konnte, in das Meer werfen; allein die Wellen trugen ihn unversehrt ans Land. Nun wurde er ergriffen und den Zähnen der wilden Tiere preisgegeben, jedoch diese taten ihm kein Leid; zuletzt wurde er auf ein  Rad gebunden und über einen steilen Berg hinabgerollt; da aber auch jetzt der Heilige unverletzt blieb, wurde er enthauptet. Er hatte die Krone errungen, nach der seine Seele verlangte, um das Jahr 303. &lt;br /&gt;
Pantaleon wird abgebildet an einen Palmbaum gebunden, ein Schwert in der Hand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum gibt es keine Wunder mehr? &lt;br /&gt;
Als der heilige Pantaleon die Wahrheit seines heiligen Glaubens dem Kaiser und dessen Götzenpriestern dartun wollte, berief er sich auf die Wunder, welche Jesus gewirkt hatte, und heilte dann selbst vor den Augen des Kaisers durch die Anrufung des Namens Jesus einen unheilbaren Gichtbrüchigen. Auf dieses offenbare Wunder hin glaubten viele Heiden an Jesum Christum. Diese Gabe, Wunder zu wirken, hatte Gott nicht bloß den Aposteln, sondern auch vielen Heiligen verliehen, und in den ersten Zeiten der katholischen Kirche war es allgemein bekannt, dass die Christen durch das Kreuzzeichen, durch Auflegung der Hände, durch gläubiges Anrufen des heiligsten Namens Jesus die erstaunlichsten Taten verrichteten. Diese zahlreichen Wunder waren Ursache, dass Juden und Heiden die Allmacht des Christengottes erkannten, glaubten und anbeteten. Ebendeswegen hatte auch Gott die Apostel und ihre Nachfolger, sowie viele Christen in den ersten drei Jahrhunderten mit der Gabe der Wunder ausgerüstet, um dadurch den heiligen Glauben zu verbreiten, die Welt zu bekehren und die christliche Religion fest zu gründen. Wie der heilige Pantaleon, so wiesen auch die Verkündiger des heiligen Evangeliums auf diese Wunder hin mit den Worten: „Wo Taten sprechen, müssen Worte schweigen“, das heißt: Gott selbst zeigt durch die Wunder, dass die christliche Religion die wahre sein müsse. Ohne solche Wunder hätte es den Aposteln und anderen Verkündern des heiligen Glaubens kaum geglückt, Juden und Heiden, Gelehrte und Ungelehrte, Vornehme und Geringe zum Glauben an Jesus, den Gekreuzigten, zu vermögen. &lt;br /&gt;
So lange also das Heidentum, welches die ganze Welt beherrschte, nicht besiegt war, so lange das Christentum nicht zur allgemeinen Anerkennung gebracht war, so lange waren auch Wunder notwendig, und Gottes  Finger hat sie auch zahllos gewirkt und wirkt sie noch, aber nicht mehr so häufig als in früherer Zeit. – &lt;br /&gt;
Wenn also böswillige Menschen oder sogenannten Aufgeklärte sagen: „Warum gibt es jetzt keine Wunder mehr?“, so antworte ihnen, die Wunder haben nicht aufgehört in der katholischen Kirche, denn Jesus ist heute und gestern immer derselbe allmächtige Gott und ist und lebt in seiner heiligen Kirche, und noch immer geschehen in seinem Namen Wunder, wenn sie auch nicht mehr so allgemein bekannt sind wie früher. Warum aber jetzt nicht mehr so viele Wunder geschehen, kommt daher, weil sie nicht mehr so notwendig sind. Die Macht des Heidentums ist wenigstens in Europa vernichtet, das Kreuz Christi triumphiert überall, die heilige katholische Kirche ist gegründet, stehet fest und breitet sich immer mehr aus. Die Verkündiger des Evangeliums brauchen keine solche Beweise mehr für ihre göttliche Sendung wie die Apostel und deren Nachfolger, denn sie dürfen nur auf die Gründung und Ausbreitung der Kirche hinweisen, welches das größte Wunder ist. Die Heiden und Juden mussten wundervolle Taten sehen, um an die Gottheit des armen und gekreuzigten Jesus zu glauben; jetzt darf man zu dem, der nicht glauben will, nur sagen: „Siehe, wie das Kreuz in der ganzen Welt triumphiert, seieh, wie die heilige Kirche Jesu schon mehr als 1800 Jahre steht; siehe, wie der Stuhl des heiligen Petrus noch immer fest gegründet ist und keine feindliche Macht ihn stürzen konnte; siehe, wie das Christentum in alle Teile der Welt sich ausbreitet; siehe, wie alles in Erfüllung gegangen ist, was Christus vorausgesagt hat, und noch immer in Erfüllung geht: Jerusalem ist zerstört, die Juden sind in alle Welt zerstreut, die katholische Kirche wird verfolgt und doch steht sie immer fest, triumphiert täglich über ihre Feinde und breitet sich immer mehr aus!“ Kannst du wohl diese wunderbaren Tatsachen leugnen? Die katholische Kirche also, ihre Gründung, ihre Ausbreitung, ihre Dauer ist das größte, allen Augen sichtbare Wunder und deshalb sind besondere Wunder nicht mehr so notwendig als wie früher, wo die Kirche nur einem kleinen Senfkörnlein gleich war und von Juden und Heiden verachtet, gehasst und verfolgt wurde.&lt;br /&gt;
Doch wie gesagt, noch immer geschehen Wunder in der katholischen Kirche. Der heilige  Franz Xaver wirkte die erstaunlichsten Wunder; der heilige Alphonsus Liguori, der erst im Jahre 1839 heilig gesprochen wurde, verrichtete die wunderbarsten Taten, und die Missionare, welche in fernen Weltgegenden den Wilden den Namen Jesus verkünden, bezeugen, wie Gottes Allmacht noch immer wirksam ist. Oder ist das nicht ein Wunder, wenn die wildesten, grausamsten Menschen, welche nur nach Blut lechzten und sogar Menschenfleisch verzehrten, durch die einfachen Predigten der katholischen Missionare in fromme, tugendhafte Christen, in sanfte Lämmer umgewandelt werden? Und das geschieht noch immer! Und wenn du die Lebensbeschreibungen der Heiligen liesest, so wirst du finden, dass die Gabe der Wunder niemals in der katholischen Kirche aufgehört hat; und nur Ungläubige, die ihre Augen mit Fleiß der Wahrheit verschließen, nur böswillige Menschen, die die Welt und ihre sündhaften Lüste mehr lieben als Jesus und seine Kirche, können fragen: Warum gibt es keine Wunder mehr?&lt;br /&gt;
Jesus Christus am Kreuze und seine heilige Kirche, das sind die Wunder aller Wunder, wer an diese nicht glaubt, der wird nicht glauben, wenn auch ein Toter vor seinem Auge erweckt würde. Deshalb, christliche Seele, sprich mit mir: „Herr Jesus, Sohn des lebendigen Gottes, ich glaube, wenn ich auch kein Wunder sehe, denn du sagst ja: „Selig, die nicht sehen und dennoch glauben!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Sabas&amp;diff=2883</id>
		<title>Sabas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Sabas&amp;diff=2883"/>
		<updated>2009-02-19T10:38:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der heilige Sabas, Märtyrer, Jahr 372&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Festtag (trid. Kalender): 12. April&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht bloß die Römer hassten und verfolgten die Christen, auch andere Völker waren Feinde des christlichen Namens. Wahrheit und Tugend findet und hat ja überall ihre Feinde, und während die Einen sie lieben, hassen sie andere. So haben also die christliche Wahrheit, welche Jesus vom Himmel herabgebracht und seine Apostel in der Welt verkündet haben, auch die wilden Gothen verfolgt. Die Gothen kamen aus Schweden, wo sie vorher ihre Heimat hatten; zuerst kamen sie nach Pommern, im heutigen Preußen, und dann zu den Ufern der Donau und drangen sogar bis nach Griechenland und Spanien. Sie waren Heiden; durch Priester und andere Christen, welche sie in ihren Kriegen gefangen nahmen, erhielten sie Kenntnis vom Christentum und viele von ihnen ließen sich auch taufen und wurden Christen, viele aber blieben verstockte Heiden. Unter denen, welche schon in der Kindheit Christen wurden, befand sich auch der Gothe Sabas. Er war immer ein Muster des Gehorsams, der Sanftmut und der Demut. Seine größte Freude war, die heiligen Altäre in den Kirchen zu zieren und das Lob Gottes zu singen; oft brachte er ganze Nächte im Gebet zu. Um seine jungfräuliche Keuschheit zu bewahren, hielt er sich von den Frauen entfernt und tötete sich ab, wo er konnte. Sein Verlangen war immer, Jesus zu verherrlichen und Gott fügte es auch, dass sein Verlangen erfüllt wurde. Die Befehlshaber und Vornehmsten der Gothen, welche noch Heiden waren, konnten die Christen nicht leiden und beschlossen, sie zu vertilgen. Es entstand also eine Verfolgung, welche damit anfing, dass die Christen das Fleisch essen sollten, welches die Heiden ihren Götzen geopfert hatten. &lt;br /&gt;
Einige der Abgötterer, die mit den Christen verwandt waren und ihnen das Leben retten wollten, fielen auf den Gedanken, ihnen durch die Diener des Königs, welche sie durch Geld bestochen hatten, statt des Opferfleisches gewöhnliches Fleisch vorzusetzen, wovon sie aber, ohne Ärgernis zu geben, nicht essen konnten. Allein Sabas verabscheute dieses Heuchelei, aß nichts von diesem Fleische und erklärte öffentlich, alls Gläubige, die davon essen würden, nicht mehr für Christen zu halten. Dadurch hielt er viele zurück, dass sie nicht in die Schlinge fielen; andere aber, die seinen Eifer für zu große  Strenge ansahen, jagten ihn fort, riefen ihn aber bald wieder zurück. Jetzt hatten die Christen ein Jahr lang Ruhe; aber bald brach die Verfolgung aufs Neue aus. Es kam plötzlich ein königlicher Beamter in den Wohnort des Heiligen, um die Anbeter Jesu Christi zu erforschen und aufzuschreiben. Als nun einige Heiden sich erboten, auf die Opfergaben zu schwören, dass keine Christen unter ihnen seien, trat ohne Furcht Sabas hervor und sprach: „Niemand schwöre für mich, denn ich bin ein Christ.“ Der Beamte ließ aber die Heiden dennoch schwören und diese schwuren auch, dass im Orte nur ein einziger Christ vorhanden sei. Der Beamte befahl nun, diesen Christen vorzuführen und Sabas stellte sich sogleich mutig vor den Beamten. Als nun aber der Beamte den Heiligen um sein Vermögen fragte und erfuhr, dass er nichts als das Kleid am Leibe besäße, verachtete er ihn als einen unbedeutenden Menschen, der weder Gutes noch Böses stiften könne. &lt;br /&gt;
Gegen Ostern des Jahres 372 brach die Verfolgung abermals aus. Sabas wollte dieses heilige Fest mit heiliger Andacht feiern und daher in eine andere Stadt zu dem frommen Priester Guthika gehen. Aber auf dem Wege erschien ihm ein ehrwürdiger Mann von hoher Gestalt und glänzendem Antlitze und sprach zu ihm: „Kehre um und gehe zum Priester Sansala.“ Sabas erwiderte: „Aber Sansala ist nicht daheim“, denn er wusste nicht, dass dieser schon wieder heimgekehrt war. Er wollte also weiter gehen; allein auf einmal fiel bei heiterem Himmel eine solche Menge Schnee, dass er nicht mehr weiter konnte. Er ergab sich also in den Willen Gottes, kehrte um und traf wirklich zu Hause den Priester Sansala, dem er Alles erzählte. Mit ihm feierte er nun freudig das heilige Auferstehungsfest. In der dritten Nacht kam Atharid, der Sohn eines Gewaltigen des Landes in den Ort, drang in das Haus des Priesters Sansala, der schon im Bette lag, nahm ihn gefangen und schleppte ihn, in Ketten gelegt, auf einem Wagen fort. Auch Sabas wurde aus dem Bette gerissen und ihm nicht einmal gestattet, sich anzukleiden. Die Soldaten rissen ihn aus dem Hause und zogen und schleiften ihn nackt durch Hecken und Dornen und zerfleischten mit unmenschlichen Streichen und Geißelhieben seinen Leib.&lt;br /&gt;
Bei Tagesanbruch sprach der Heilige zu den Soldaten: „Habet ihr mich nicht durch Dornen und Hecken geschleift und meinen Leib zerrissen? Nun schaut, ob ihr nur die mindeste Wunde an meinem Körper sehet?“ Da die Heiden auch nicht die geringste Spur von einer Wunde wahrnahmen, gerieten sie nur noch mehr in Wut. Sie nahmen daher zwei Achsen vom Wagen, legten ihm eine davon auf den Hals und banden an die Enden derselben seine Hände, die Andere legten sie ihm auf die ausgestreckten Füße und banden sie daran und in dieser schmerzlichen Lage peinigten sie ihn fast die ganze folgende Nacht. Endlich sanken die Peiniger in Schlaf und nun band eine mitleidige Frau den Diener Gottes los; er aber floh nicht davon, sondern blieb bei der Frau und half ihr das Essen für ihre Dienstboten bereiten.&lt;br /&gt;
Als es Tag geworden, ließ ihn Atharid wieder ergreifen, ihm die Hände auf den Rücken binden und an einen Balken des Hauses aufhängen, darnach stellte man ihm und dem Priester Sansala Opferfleisch zum Essen vor. Beide aber weigerten sich, davon zu essen und Sabas sprach: „Dieses Fleisch ist unrein und unheilig, wie derjenige, welcher es uns schickt.“ Auf diese Worte stieß ein Diener des Atharid dem Heiligen mit der Spitze seines Wurfspießes so auf die Brust, dass man glaubte, er werde augenblicklich sterben. Sabas aber sagte, ohne einen Schmerz zu äußern, zu dem Grausamen: „Du meinst wohl, mich getötet zu haben; ich versichere dich aber, dass ich so wenig Schmerz empfinde, als hättest du mir einen Flocken Wolle auf die Brust geworfen.“ Auf Atharid, der davon hörte, machten all diese wunderbaren Ereignisse keinen Eindruck; er befahl vielmehr den Sabas zu töten, den Sansala aber frei zu lassen. Sabas wurde nun von den Schergen zum Flusse Musäus geführt, um ersäuft zu werden. Er hätte gerne gesehen, dass auch der Priester Sansala der Gnade des Martertodes teilhaftig geworden wäre und fragte daher die Schergen: „Was hat denn der Priester begangen, dass er nicht mit mir sterben soll?“ „Das geht dich nichts an“, antworteten die Schergen. Nun aber, von heiliger Freude durchdrungen, jubelte der heilige Blutzeuge: „Gepriesen bist du, o Herr, und der lobwürdige Name deines Sohnes in Ewigkeit. Amen. Atharid verurteilt sich selbst zum ewigen Tode, mich aber schickt er in das ewige Leben; denn so, o Herr, unser Gott, hast du Wohlgefallen an deinen Dienern.“ Unter solchen Lobpreisungen Gottes gelangte er an das Ufer des Flusses. Dort aber sagten die  Schergen zueinander: „Dieser Mensch ist unschuldig, warum lassen wir ihn nicht gehen? Atharid wird nichts davon erfahren.“ Der Heilige aber sagte: „Was redet ihr da? Tut geschwind, wie euch befohlen! Ich sehe, was ihr nicht sehen könnt. Dort am anderen Ufer des Stromes stehen jene, welche mich in die Herrlichkeit aufnehmen werden.“ Die Schergen ergriffen ihn nun, banden ihm die Achse an den Hals und stürzten ihn in die Fluten.&lt;br /&gt;
Indem so der Heilige durch das Holz und Wasser starb, drückte er durch diese doppelte Todesart die zwei Zeichen des Menschenheiles aus, nämlich die Taufe und das Kreuz. Sein Martertod ereignete sich am 12. April 372 in einem Alter von 38 Jahren. Seinen Leichnam zogen die Schergen aus dem Wasser und ließen ihn unbeerdigt liegen. Die Christen aber kamen und holten ihn ab, und der Befehlshaber Soranus, ein großer Diener Gottes, sendete diesen kostbaren Schatz in sein Vaterland Kappadozien, wo er ehrenvoll begraben wurde.&lt;br /&gt;
Der heilige Sabas wird abgebildet mit einer Wagenachse auf dem Hals, an der seine Hände gebunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der aufrichtigen, geraden Gesinnung bei allen Tun und Lassen&lt;br /&gt;
Am heiligen Martyrer Sabas kannst du, christliche Seele, das schöne Muster eines aufrichtigen, geraden Sinnes sehen. Er hasste Falschheit, Verstellung und Heuchelei. Wie er innerlich dachte, so redete er; kurz und bündig waren seine Worte, Menschenfurcht kannte er nicht. Er hätte leicht der Verfolgung dadurch entgehen können, wenn er sich gestellt hätte, als esse er vom Opferfleische. Aber diese Verstellung war ihm ein Greuel. Er gedachte des allsehenden Auges Gottes, das Herzen und Nieren durchforscht, und des Gerichtes über den, der verkehrten Herzens ist. Es steht ja geschrieben, dass nichts verborgen ist, was nicht offenbar wird und nichts verheimlicht, was nicht gewusst werden wird. Lukas 1,2. Hätte er einen Heuchler gemacht und sich verstellt, was hätte es ihm auch viel geholfen? Er hätte dann sein Leben noch einige Jahre gefristet, aber wie wäre es ihm ergangen bei seinem Tode? Hätte er wohl mit Zuversicht vor dem Angesichte des gerechten Richters erscheinen können? Bedenke dieses, christliche Seele, und bewahre immer eine gerade, aufrichtige Gesinnung, d.h. handle immer nach deinem Gewissen und den unveränderlichen Geboten Gottes und seiner heiligen Kirche; Herz, Mund und Tat sollen immer bei dir zusammenstimmen. Was du im Lichte des heiligen Glaubens als recht, wahr und gut erkennest, das rede, das tue, das verteidige, das nimm in Schutz ohne Furcht und Zagen und Gott, der die Einfalt liebt, wird mit Wohlgefallen auf dein Herz sehen. Fliehe daher immer und allzeit Heuchelei und Verstellung, womit du nie etwas gewinnst. Menschen kannst du damit täuschen, Gott aber nicht. Du musst dich vor dir selbst schämen, sobald du einen Heuchler machest und es würde an dir wahr werden, was geschrieben steht: „Einem Herzen, das doppelte Wege einschlägt, wird nichts gelingen, und wer verkehrten Herzens ist, findet darin seinen Untergang.“ Sir. 3,28. Besonders in jetziger Zeit ist es notwendig, dass der katholische Christ offen und aufrichtig ohne Verstellung seinen heiligen Glauben mit Wort und Tat bekennt. – O wie viele hängen innerlich noch am heiligen katholischen Glauben, aber äußerlich suchen sie als aufgeklärt zu gelten, dagegen, wie viele haben innerlich keinen Glauben mehr, machen aber äußerlich die katholischen Gebräuche noch mit, wohnen dem Gottesdienste bei, empfangen wohl auch noch die heiligen Sakramente, weil sie doch noch für katholisch angesehen werden wollen, obschon sie im Herzen vom Glauben abgefallen sind. Sage, lieber Leser, ist das nicht abscheulich? Wird Jesus solche Heuchler einst wohl als die Seinigen erkennen?! Was willst du also tun? Willst du gerade und aufrichtig sein, oder auch so erbärmlich heucheln?! – Willst du ein katholischer Christ sein, so sei es ganz, sei es wahrhaft, sei es aufrichtig, wie Sabas, und Gott wird mit dir sein. Mache daher gleich jetzt folgenden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsatz&lt;br /&gt;
O Herr Jesus, der du gesagt hast, wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; ich verspreche, immer ganz entschieden aufrichtig und gerade zu sein im Glauben und im Wandel. Ich will offen, ohne Scheu und Furcht, ohne Verstellung mich immer als ein Kind deiner heiligen Kirche zeigen; hilf mir nur, dass ich es auch vollbringe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Albert&amp;diff=2882</id>
		<title>Albert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Albert&amp;diff=2882"/>
		<updated>2009-02-19T10:38:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der heilige Albert, Patriarch von Jerusalem, Martyrer&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahr: 1214&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest (trid. Kalender): 8. April&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Fest (neuer Kalender): 14. September&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 71 nach Christi Geburt wurde die Stadt Jerusalem mit ihrem prächtigen Tempel von dem römischen Feldherrn Titus gänzlich zerstört, so dass keine Spur einer Wohnung mehr übrig blieb. Flüchtige Juden, unter denen sich auch Christen befanden, kehrten allmählig dahin zurück und erbauten sich einzelne Wohnungen. Unter Kaiser Hadrian aber entstand wieder ein Aufruhr der Juden in Palästina und nun verbot der Kaiser den Juden, sich je wieder in Jerusalem sehen zu lassen, und erbaute dann eine neue Stadt, aber nicht mehr an dem Platze, wo das alte Jerusalem stand; zugleich ließ er auf dem Kalvarienberg der Venus, und an dem Orte, wo das heilige Grab Christi war, dem Götzen Jupiter einen Tempel bauen, um diese heiligen Orte den Christen unzugänglich zu machen. Dies dauerte über 150 Jahre, da stürzte unter Kaiser Konstantin, der ein Christ wurde, das Heidentum zusammen, und die Mutter dieses frommen Kaisers, Helena mit Namen, ließ das heilige Kreuz aufsuchen und als sie es gefunden, auf dem Kalvarienberg eine prächtige Kirche, die heilige Kreuzkirche genannt, bauen; dasselbe tat ihr frommer Sohn Konstantin, der über dem Grabe Christi die schönste Kirche aufführen ließ. Jetzt konnten die Christen ungehindert die heiligen Orte, wo Christus gelitten und starb, besuchen und verehren. Fromme, heilige Bischöfe hatten seit dieser Zeit in Jerusalem ihren Sitz, und im Jahre 451 wurde der Bischofssitz zum Patriarchate erhoben, welche Würde für die Bischöfe außer der päpstlichen, die höchste war und noch ist. Hunderttausende von Pilgern zogen jährlich aus allen Ländern der Welt zum heiligen Grabe des Erlösers nach Jerusalem, wo alle Anstalten zu ihrer Aufnahme und Verpflegung getroffen waren. Dies dauerte bis zum Jahre 638, wo die Araber, die geschworenen Feinde des Christentums, unter ihrem Oberherrn Omar die Stadt Jerusalem eroberten. Jedoch auch jetzt durften die Christen gegen Erlegung einer Abgabe an Geld die heiligen Orte noch besuchen. Als aber im Jahre 1073 die Türken die heilige Stadt in ihre Gewalt bekamen, da wurden die heiligen Orte schändlich entweiht, und die Christen selbst wurden auf das Schrecklichste misshandelt. Nur durch große Summen Geldes und unter vielen  Drangsalen konnten die Pilger in die Stadt dringen, um am Grabe Christi zu beten und zu weinen. Da suchte ein frommer Einsiedler, Peter von Amiens, der im gelobten Lande lebte, Hilfe bei den Christen des Abendlandes, namentlich in Frankreich, Italien und Deutschland. Durch seine feurigen Predigten entflammte er aller Herzen. Unter dem Rufe: „Gott will es“, wollten Alle, Hohe und Niedere, Geistliche und Weltliche nach Jerusalem ziehen, um den Ungläubigen das heilige Grab zu entreißen, und zum Zeichen dessen hefteten sie sich ein Kreuz auf die rechte Schulter und nannten sich Kreuzfahrer. Unter diesen befand sich ein tapferer, frommer Herzog, Gottfried von Bouillon genannt. Mit einem Kriegsheere von 80 000 auserlesenen Kriegern zog er im Jahre 1096 nach Jerusalem und nach drei Jahren eroberte er wirklich die heilige Stadt und bekam so das heilige Grab in seine Gewalt. Der Sitz des Patriarchen wurde wiederhergestellt und die Christen konnten nun die heiligen Orte wieder besuchen, und dort ihre Andacht verrichten. 85 Jahre hatten die kathholischen Christen das heilige Grab im Besitz, und verwalteten die Patriarchen von Jerusalem ihr heiliges Hirtenamt. Aber im Jahre 1185 eroberten die Türken Jerusalem wieder, der Patriarch Monako musste sich flüchten und die Christen waren wieder allen Drangsalen ausgesetzt. Monako starb in der Stadt Akre, wohin er sich geflüchtet hatte, und die Christen, welche im heiligen Lande und in der Umgebung lebten, hatten keinen Oberhirten mehr. Sie wurden von den Türken verachtet und auf das Härteste gedrückt. Nur um ungeheuere Geldsummen konnten sie sich den Besitz der heiligen Orte von den Türken erkaufen. – In dieser Not warfen die armen Christen in Jerusalem ihr Auge auf den Bischof von Vercelli, Albert. Sie hatten von seinem heiligen Leben gehört und wählten ihn nun zu ihrem Patriarchen. Albert wurde zu Parma von edlen Eltern geboren; in aller Gottesfurcht erzogen, trat er als Jüngling in ein Kloster, wo er wegen seiner Demut, seines Gehorsams und seines liebevollen Betragens von den Brüdern so geliebt wurde, dass sie ihn zum Prior wählten. Der Ruf von seinen Tugenden verbreitete sich immer mehr, und deshalb wählte ihn denn die Geistlichkeit von Vercelli zum Bischof. Albert weigerte sich, diese Würde anzunehmen, der Papst musste ihn dazu zwingen. Zwanzig Jahre leitete er wie ein treuer Hirt und guter Vater seine Herde, als ihn die Christen von Jerusalem zum Patriarchen wählten. Diesmal aber weigerte sich Albert nicht, diese Würde anzunehmen, denn er hatte gehört, dass er in derselben für Jesus recht viel leiden, und wohl gar für ihn des Martertodes sterben könnte. Er bestieg daher ein Schiff und fuhr nach Akre, wo der verstorbene Patriarch von Jerusalem seinen Sitz aufgeschlagen hatte. – Kaum war er dort angekommen, so erkundigte er sich genau um den Zustand der Christen im heiligen Lande. Er hörte nur von Not und Elend, von Verfolgung und Trübsal, womit die Türken die armen Christen quälten, und viele sogar zum Abfall brachten. Aber der heilige Albert verzagte nicht; im Vertrauen auf den Beistand Jesu reiste er im Lande herum, tröstete, ermunterte und stärkte die Gläubigen, und führte viele Abgefallene wieder zum Glauben zurück. Er wurde von den Türken verfolgt und misshandelt; sein Leben war ein fortdauerndes Martertum, allein er verlor niemals den Mut. Die Christen liebten ihn wie ihren Vater und selbst die Türken mussten ihn endlich wegen seiner Heiligkeit achten. Acht Jahre hatte der Heilige sein heiliges, dornenvolles Amt verwaltet, da wurde er am Feste der Kreuzerhöhung, während er am Altare stand, meuchlings ermordert im Jahre 1214. Der Mörder verübte die Greueltat aus Rache; er war nämlich ein lasterhafter Mensch, wurde deshalb von dem heiligen Patriarchen öfters ermahnt, und endlich, weili nichts fruchtete, mit dem Kirchenbanne bedroht. Die Christen, besonders aber die Karmeliten, denen er eine neue Ordensregel vorschrieb, beweinten bitterlich seinen Tod. &lt;br /&gt;
Er wird abgebildet in bischöflicher Kleidung mit einem Palmzweig in der Hand, und einem Sperr, womit er erstochen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heilige Grabkirche zu Jerusalem&lt;br /&gt;
Die Kirche des heiligen Grabes, wo der heilige Albert so oft zu Jesus, dem göttlichen Heilande, um Erbarmen und Hilfe für seine Herde gefleht, so er so oft die Leiden und den Tod des Heilandes betrachtete und beweinte, wo schon Millionen von frommen, bußfertigen Pilgern Vergebung ihrer Sünden, Trost und Ruhe gefunden, diese heilige Kirche ist ein sehr großes Gebäude und umfasst jetzt das heilige Grab des Erlösers selbst, die Spitze des Kalvarienberges, wo Jesus gekreuzigt wurde und noch mehrere andere heilige Orte. Im Jahre 1808 brannte sie gänzlich nieder, aber die heiligen Orte wurden wunderbar erhalten, auch wurde die Kirche wieder prachtvoll auferbaut. Das heilige Grab selbst, wo Jesu Leichnam geruht, besitzen die Katholiken. Es ist in Felsen gehauen und ist 6 Schuh lang, 3 breit und 2 ½ hoch, es ist mit schönem Marmor überzogen und bildet einen Altar, worauf die ehrwürdigen Väter Franziskaner täglich die heilige Messe lesen; über dem Grabe ist eine Kapelle erbaut, welche Tag und Nacht von 50 kostbaren Lampen erleuchtet wird. Rechts vom Eingange der Kirche ist der Gipfel des Kalvarienberges und der Ort, wo das Kreuz des Herrn gestanden; die Stelle bedeckt ein Altar. Nicht weit davon ist der Felsen, der sich beim Tode des Heilandes gespalten hat; in einiger Entfernung davon befindet sich der Ort, wo Jesus an das Kreuz genagelt, und der Stein, wo der Leichnam des göttlichen Heilandes von der Grablegung gewaschen und gesalbt wurde. Es befindet sich auch in der heiligen Grabkirche der Ort, wo die Kaiserin Helena das Kreuz gefunden, wo die Soldaten die Kleider des Heilandes geteilt, wo Jesus seiner heil. Mutter und der Engel den heiligen Frauen erschienen ist, sowie ein Teil der Säule, an welche Jesus gebunden war und gegeißelt wurde. Nicht alle heiligen Orte gehören den Katholiken; es besitzen solche auch die Griechen und Armenier. Das heilige Grab bewachen die ehrwürdigen Väter Franziskaner, die man daher auch Wächter des heiligen Grabes heißt, Tag und Nacht. In ihr armes Kloster nehmen sie gastfreundlich alle Pilger auf, waschen ihnen die Füße, reichen ihnen Nahrung und suchen sie gegen die Misshandlungen der Türken zu beschützen. Die Schlüssel zur heil. Grabkirche hat der türkische Statthalter in den Händen; wer das heil. Grab besuchen will, muss eine Abgabe an Geld zahlen. Da die Türken ungemein habsüchtig sind, so haben die armen Franziskaner-Väter, die bloß von Almosen leben, viel zu leiden. Sie müssen oft, um den Quälereien der Türken zu entgehen, große Summen Geldes zahlen. – Da in vielen katholischen Ländern für diese frommen Väter Almosen gesammelt wird, so könntest du auch, lieber Leser, dein Scherflein beitragen; es wäre gewiss gut angewendet. Da du aber keine Gelegenheit hast, nach Jerusalem zu pilgern, um dort die heiligen Orte zu besuchen, so verrichte dafür die heilige Kreuzwegandacht und stelle dir dabei vor, als befändest du dich am Orte selbst, wo dein Jesus so viel für dich gelitten hat. Die Betrachtung des Leidens des Herrn ist eine Arznei für die Wunden der Seele, ein Feuer, woran du dein Herz zur Liebe Jesu entzünden kannst!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martha&amp;diff=2881</id>
		<title>Martha</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martha&amp;diff=2881"/>
		<updated>2009-02-19T10:37:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Die heilige Martha, Jungfrau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 29. Juli&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der ersten Früchte der Predigten des göttlichen Heilandes war die Belehrung der beiden Geschwister Lazarus und Martha, welche zu Bethanien, unweit der Stadt Jerusalem, ein Haus besaßen und vornehmen und reichen Standes waren. Martha war wirklich das, was ihr Name bedeutet, nämlich „Gebieterin des Hauses, Haushälterin“. Sie führte das Hauswesen, wachte über die Dienstboten, besorgte die Küche, nahm die Gäste auf und pflegte sie. Sie war hierin sehr eifrig und genau und eine ihrer schönsten Eigenschaften glänzte dabei hervor, nämlich ihre Gastfreundschaft. Ihr Haus stand jedem Wanderer offen und mit emsiger Liebe pflegte sie die Aufgenommenen. Als sie Jesum Christum kennen gelernt hatte, da wurde ihre Liebe reiner und feuriger. So oft Jesus einkehrte, und er tat dies öfter, weil die beiden Geschwister gottselig lebten, war dies ein Freudentag für sie. Nur eines tat ihr weh, dass nämlich ihre Schwester Maria Magdalena den Heiland noch nicht liebte. Doch bald sollte ihr Gebet erhört werden; Magdalena folgte dem Rufe der Gnade, entsagte der sündhaften Lust und gab sich ganz dem Heiland hin. Von nun an war das Haus der drei Geschwister wie ein Tempel Gottes; himmlischer Friede wohnte darin und Jesus belohnte den Eifer seiner drei Freunde oft mit seiner Gegenwart.&lt;br /&gt;
Einst, als Jesus wieder einkehrte und zu Mittag speisen wollte, da gab sich Martha alle erdenkliche Mühe, den geliebten Heiland aufs Beste zu bewirten. Magdalena aber dachte nur an den Herrn, setzte sich zu seinen Füßen und hörte aufmerksam seinen Worten zu. Hierüber aber wurde die geschäftige Martha ungehalten, sie hätte gerne gesehen, wenn ihre Schwester ihr beigestanden wäre, und sie beklagte sich deshalb beim Herrn und sprach: „Fragst du nichts danach, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sag’ ihr doch, dass sie mir helfe!“ Aus diesen Worten der guten Martha geht hervor, dass sie den Herrn nicht bloß als Gast, sondern als den Herrn des Hauses betrachtete; und dass sein Wille die Richtschnur ihrer Handlungen war. Jesus kannte das gutmütige Herz der frommen Martha; er wollte sie gerne auf den Weg der Vollkommenheiten leiten und besorgt um ihr Heil sprach er zu ihr: „Martha, Martha, du machst dir Sorge und bekümmerst dich um sehr viele Dinge. Eines nur ist notwendig. Maria hat den besten Teil erwählt, der ihr nicht wird genommen werden.“ Mit diesen Worten tadelte Jesus nicht den emsigen Fleiß der guten Martha, womit sie ihn bedienen wollte; er wollte sie und alle, die ein tätiges, arbeitsames Leben führen, nur darauf aufmerksam machen, dass sie nämlich das eine Notwendige – sich zu heiligen und dadurch selig zu werden – nicht außer Acht lassen sollten. Auch bei der Arbeit soll der Christ nicht vergessen, dass er alles tun soll zur Verherrlichung Gottes, und dass die Geschäfte nicht das Ziel unseres Strebens sein dürfen, was uns unruhig machen und von Gott nun abziehen würde, sondern dass unser einziges Ziel, dem alles untergewordnet sein muss, Gottes Ehre und unser Heil sein müsse.&lt;br /&gt;
Wer dieses einzige Ziel nicht aus den Augen lässt, der wird auch seine anderen Standespflichten zu erfüllen nicht unterlassen; der wird sich vertrauensvoll Gott hingeben und alle überflüssige Sorge fahren lassen.&lt;br /&gt;
Martha liebte den Heiland herzinniglich; ihre Liebe war eben die Ursache, dass sie nur darauf dachte, wie sie ein recht gutes Mahl herstellen könne, aber vor lauter kümmerlicher Geschäftigkeit vergaß sie, die Gegenwart des Herrn und sein heiliges Wort zu genießen; ihre Liebe war noch nicht rein, das Hauswesen lag ihr zu sehr am Herzen und deshalb mahnte sie der Heiland, an das eine Notwendige zu denken: denn alle Arbeiten, alle Geschäfte hören einmal auf und sind dann vergeblich gewesen, wenn wir sie nicht in Gott und für Gott getan und unsere Seele und Seligkeit vergessen hätten. –&lt;br /&gt;
Martha nahm die Worte des Heilandes mit Demut an und gab sich zufrieden. Als sie das Mahl bereitet hatte, bediente sie den Herrn mit zärtlicher Liebe und setzte sich dann auch zu seinen Füßen, um seine himmlischen Worte zu vernehmen. Liebreich antwortete der Herr auf ihre Fragen und jedes seiner Worte verschloss sie in ihrem Herzen, um es Frucht bringen zu lassen. Wie wirksam aber das Wort des Herrn bei der heiligen Martha gewesen, zeigte sich bei dem Tode und der Auferweckung ihres Bruders Lazarus. Dieser war kurze Zeit vor dem Leiden Christi gefährlich krank geworden. Sogleich sendeten Martha und ihre Schwester einen Boten an den Herrn ab und ließen ihm nur sagen: „Derjenige, den du lieb hast, der ist krank.“ Sie glaubten, dem Heiland nur die Krankheit ihres Bruders anzuzeigen und erhofften von seiner Güte, dass er ihm gewiss helfen werde. Allein wider ihr Erwarten kam ihnen Jesus nicht gleich zu Hilfe. Er wollte durch die Auferweckung des Lazarus, den die vornehmen Juden, die Schriftgelehrten und Priester gar gut kannten, noch vor seinem Tod einen feierlichen Beweis seiner göttlichen Macht ablegen. Lazarus musste also sterben und wurde nach Art der Juden in reine Leichentüchter gewickelt, unter allgemeiner Trauer in die Familiengruft gesenkt. Groß war der Schmerz der beiden Geschwister; viele der vornehmen Juden kamen von der Stadt Jerusalem, um sie zu trösten und an ihrer Trauer Teil zu nehmen; Jesus aber erschien nicht. Endlich nach vier Tagen brachte man der betrübten Martha die Nachricht, dass der Heiland mit seinen Jüngern komme. Sogleich eilte Martha ihm entgegen und sprach zu ihm: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich, dass alles, was du von Gott begehrst, Gott dir geben wird.“ Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Martha verstand den Herrn nicht und erwiderte: „Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage.“ Jesus aber entgegnete: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch schon gestorben ist. Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du es?“ Mit kindlichem Vertrauen und in Gegenwart der Juden, die ihr gefolgt waren, sprach sie: „Ja, Herr, ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in diese Welt gekommen ist.“ Eine geheime Ahnung sagte ihr, dass Jesus etwas Besonderes vorhabe, und ihrer Schwester gedenkend, die in tiefe Trauer um den geliebten Bruder versenkt im Hause saß, eilte sie innerlich bewegt zu ihr und sagte ihr leise in das Ohr: „Der Meister ist da und ruft dich.“ Kaum hatte dies Wort Magdalena vernommen, als sie sich eilends erhob und zu Jesus eilte, der noch an der Stelle stand, wo Martha ihn verlassen hatte und nicht weit vom Grab des Lazarus entfernt war. Sie warf sich zu seinen Füßen und sprach wie ihre Schwester: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Als nun Jesus die beiden Schwestern und die sie umgebenden Juden weinen sah, weinte auch Er und ging tief bewegt zur Grabeshöhle, wo der Leichnam des Lazarus sich befand. Vor der Höhle lag ein großer Stein. Der Heiland befahl, ihn hinwegzunehmen. Da rief Martha besorgt aus: „Herr, er riecht schon, denn er liegt schon vier Tage im Grabe.“ Jesus aber sprach zu ihr: „Habe ich nicht gesagt, wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen!“ Sie hoben also den Stein hinweg. Jesus aber richtete seine Augen empor und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mir erhört hast. Ich weiß wohl, dass du mich allezeit erhörst; aber ich sage es um des Volkes willen, das umhersteht, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ Und nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm hervor!“ Sogleich kam der Tote heraus, an Händen und Füßen mit Tüchern umwunden und sein Angesicht mit einem Schweißtuch verhüllt. Und Jesus sprach: „Löset ihn ab und entledigt ihn, dass er gehen kann.“ Lazarus war damals dreißig Jahre alt, als ihn Jesus von den Toten erweckte. Die Freude der beiden Schwestern, den Dank des erweckten Bruders kann ich nicht beschreiben; hatten früher schon die drei Geschwister Jesum geliebt, so weihten sie sich jetzt ganz seinem Dienste. Drei Tage vor seinem Leiden wohnte Jesus bei dieser gottseligen Familie, indem er bei Tags nach Jerusalem in den Tempel ging, abends wieder zurückkehrte, um zu übernachten, weil ihm die Juden, besonders wegen der Erweckung des Lazarus, nach dem Leben strebten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heilige Schrift erwähnt von der heiligen Martha nichts Weiteres. Unzweifelhaft ist es aber, dass auch sie den innigsten Anteil an den Leiden und dem Tode ihres geliebten Heilands genommen hat. Die heilige Überlieferung erzählt uns aber, dass sie mit ihrem Bruder Lazarus und ihrer Schwester Magdalena von den Juden verfolgt, auf ein altes, gebrechliches Fahrzeug gebracht und den Wellen des Meeres preisgegeben wurde. Aber Gottes Hand leitete das Schifflein gefahrlos über das Meer nach Marseille in Frankreich; dort begab sich Magdalena in die Einöde und führte dreißig Jahre lang ein bußfertiges Leben. Lazarus verkündete Christum den Gekreuzigten und wurde später zum Bischof erhoben, die heilige Martha aber suchte mit ihrer Magd Marcella die ledigen Frauenspersonen Christo zu gewinnen. Es gelang ihr, durch liebreichen Unterricht viele Jungfrauen nicht nur zur Annahme des heiligen Glaubens, sondern auch zur Liebe der jungfräulichen Reinigkeit zu bewegen. Sie wählte sich einen abgelegenen Ort, woselbst sie eine Wohnung baute und da mit gottseligen Jungfrauen ein von der Welt abgeschiedenes, frommes Leben führte. &lt;br /&gt;
Dreißig Jahre brachte sie in dieser Wohnung zu; sie fastete beständig und enthielt sich gänzlich vom Genuss des Fleisches und Weines. Das Gebet war ihr die süßeste Freude, denn da konnte sie sich im Geiste mit ihrem geliebten Heiland unterhalten. Sein Leben, sein Leiden und sein Tod war der Gegenstand ihrer fortwährenden Betrachtung, und sie hatte nur mehr den einen Wunsch, auf ewig mit Jesus vereinigt zu werden. Ein Jahr vor ihrem Tod wurde ihr auch der Tag ihres Hinscheidens offenbart; dies war eine Freudenbotschaft für sie. Ein Fieber befiel sie, welches das ganze Jahr fortdauerte und nach und nach alle ihre Lebenskräfte verzehrte. Je mehr aber die Hülle ihres jungfräulichen Leibes abzehrte, desto mehr erschwang sich ihr Geist zu Gott dem Herrn. Die Schmerzen der Krankheit achtete sie für nichts; immer heitern Antlitzes lag sie auf dem harten Bett; Jesus, der Gekreuzigte, versüßte ihr alle Leiden. Acht Tage vor ihrem seligen Ende vernahm ihr Ohr eine himmlische Musik; Engel sangen ihrer Schwester Magdalena das Sterbelied und begleiteten ihre Seele in die glänzende Wohnung des Himmels. Martha sah sie mit heiligem Entzücken, umgeben von Engeln, in den Himmel ziehen. O wie gerne wäre auch sie diesen Weg gegangen! Doch bald sollte ihr Verlangen erfüllt werden. Christus, der Herr, selbst würdigte sich, ihr zu erscheinen und sprach also zu ihr: „Komm, meine Vielgeliebte! Du hast mich auf Erden in dein Haus aufgenommen, nun will ich dich aufnehmen in meine ewige, himmlische Wohnung.“ Die heilige Dienerin des Herrn gehörte jetzt nicht mehr der Welt an; auf der mit Asche bestreuten Erde liegend, mit zum Himmel gewendeten Augen, freudestrahlenden Angesichtes rief sie aus: „In deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist“, und verschied dann sanft wie eine Schlafende, ohne die Angst des Todes zu fühlen.&lt;br /&gt;
Ihr heiliger Leichnam ruht gegenwärtig in einer schönen unterirdischen Kapelle zu Taraskon. Ihr Haupt wird in einer prachtvollen Büste von vergoldetem Silber aufbewahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Pflicht des katholischen Christen, Werke der Barmherzigkeit zu üben&lt;br /&gt;
Das, was die heilige Martha an Jesus getan, indem sie ihn in ihr Haus aufgenommen und mit aller Sorgfalt bewirtet hat, das kannst auch du, christliche Seele, tun und musst es tun, wenn du anders ein Christ und einst ein Bewohner des Himmels sein willst. Die Armen, die Notleidenden, die Presshaften sind Glieder Christi, der spricht: „Wer eines dieser Kleinen aufnimmt, der nimmt mich auf“, und „was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“. Am Tage des Gerichtes wird der Herr Jesus alle diejenigen von sich weisen und mit ewiger Verwerfung im Pfuhle der Hölle bestrafen, welche Hand und Herz der Barmherzigkeit gegen die leidenden Mitmenschen verschlossen haben. Willst auch du dieses schreckliche Wort aus dem Munde des Weltenrichters vernehmen: „Hinweg von mir, Vermaledeiter, ins ewige Feuer!“ Gewiss nicht! Nun so versäume nicht, Werke der Barmherzigkeit zu üben nach deinen Kräften! Du kennst die Werke der geistlichen und leiblichen Barmherzigkeit, und wer du auch immer seiest, arm oder reich, hoch oder nieder, einige dieser Werke kannst und musst du üben. Kannst du nicht Hungrige speisen, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Gefangene erledigen, weil du selbst vermögenslos bist, so kannst du doch Kranke besuchen, trösten, liebevoll pflegen, kannst die Leichen der Verstorbenen zu Grabe begleiten, kannst für die Ruhe ihrer Seele beten! Kannst du nicht Unwissende lehren, den Zweifelnden raten, die Sünder strafen, weil du Kenntnis und Gelegenheit nicht dazu hast, so kannst du doch für die Lebendigen und Verstorbenen Gott bitten, das Unrecht geduldig leiden, deinen Beleidigern vom Herzen verzeihen! O, an Gelegenheit, Gutes zu tun, fehlt es dir nie, in welchem Stande du auch sein magst! Wenn du den Herrn Jesus von Herzen liebst, so wirst du sogar Gelegenheit suchen, ihm wohlzugefallen und aus Liebe zu ihm Barmherzigkeit zu üben an deinen Mitmenschen. O, es tut besonders in jetziger Zeit Not, dass die heilige Nächstenliebe wieder entbrenne in allen Christenherzen: Wie viele Tränen gäbe es zu trocknen, wie viele Not zu lindern, wie viel Übeln abzuhelfen, und wie viel Zeit und Gelegenheit gebe es daher auch, sich gute Werke zu sammeln auf den Tag der Rechenschaft und der Vergeltung! Wie viele katholische Christen glauben, sie hätten genug getan, wenn sie ihre täglichen Gebete verrichten, die heiligen Sakramente empfangen, an Sonn- und Feiertagen dem Gottesdienste beiwohnen, öfters eine Andacht verrichten und sich hüten, schwere Sünden zu begehen! Gott fordert mehr von dir! „Barmherzigkeit will ich, und nicht Opfer“, rief er den Juden zu, und das gilt auch von den Christen. Wenn ein selbstsüchtiger, habsüchtiger, eigennütziger, liebloser Mensch täglich dem heiligen Opfer beiwohnt, viel und oft betet, so verwirft Gott dies alles, weil die Liebe, die barmherzige Liebe mangelt. O lieber Leser, bedenke dies wohl und verliere keine Zeit, versäume keine Gelegenheit, Barmherzigkeit zu üben, wenn du einst am Tage des Gerichtes Barmherzigkeit erlangen willst. Siehe, wie schnell die Zeit vergeht, das Leben dahinschwindet, das Ende deines Lebens naht; wehe dir, wenn deine Hände leer gefunden werden von guten Werken; wehe dir, wenn du nur auf deinen zeitlichen Nutzen und Vorteil geschaut und das eine Notwendige vergessen hast! Welche Mühe gibst du dir nicht, um einen zeitlichen Gewinn zu machen, wie sehr verlangt dein Herz reich zu werden und zu sein, und du weißt doch, dass dich am Tage des Todes Geld, Hab und Gut nicht trösten, ja die Bitterkeit des Todes noch vermehren wird!&lt;br /&gt;
Siehe, wie freudig die heilige Martha gestorben ist, und welche tröstliche Worte sie aus dem Munde Jesu gehört hat, weil sie ihn so freudig aufgenommen, für ihn alles hingegeben hat! Möchtest du denn nicht auch so sterben? Ja, du wirst so sterben, wenn du aus Liebe zu Jesus Barmherzigkeit übst. So entschließe dich, entschließe dich jetzt gleich, aus Liebe zum göttlichen Heiland irgendein gutes Werk zu üben. Weißt du keinen Kranken, den du besuchen oder pflegen könntest? Kennst du keinen Armen, dem du ein Almosen reichen, weißt du keinen Sünder, für den du beten, hast du keine Verstorbene, für deren Ruhe du flehen, weißt du keinen Betrübten, den du trösten, hast du keinen Feinde, dem du von Herzen verzeihen könntest? – &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet und Vorsatz&lt;br /&gt;
Heilige Jungfrau Martha, du treue Dienerin Jesu, erbitte mir auch eine so innige Liebe zu Gott und den Nächsten, wie du getragen hast; siehe, ich habe mich entschlossen, Barmherzigkeit an meinen Mitmenschen zu üben, aber ohne Liebe  vermag ich es nicht. Erbitte mir also die hohe Gabe der Liebe, damit ich reich an guten Werken vor dem Heiland erscheine und von ihm in seine himmlische Wohnung aufgenommen werde. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Kasimir&amp;diff=2880</id>
		<title>Kasimir</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Kasimir&amp;diff=2880"/>
		<updated>2009-02-19T10:37:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der heilige Kasimir, Prinz von Polen.&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jahr 1483&lt;br /&gt;
Fest: 4. März		&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wem es recht ernst ist, vollkommen und selig zu werden, dem mangelt es gewiss nicht an der nötigen Gnade und es gelingt ihm sein Ziel, nämlich die ewige Seligkeit zu erreichen, mag er sich mitten unter den Feinden seiner Seele, mag er sich auch wider seinen Willen an einem Ort und in einer Gesellschaft befinden, wo ihm große Gefahren drohen. Dies kannst du sehen an dem königlichen Prinzen Kasimir von Polen. Er lebte am Hof seines Vaters, wo es glänzend herging, aber schon als Knabe hatte er nicht viel Freude an Glanz und Pracht. Seine fromme Mutter hatte seine Augen auf eine andere Herrlichkeit gerichtet, nämlich auf die Freuden des Himmels und ihm ganz besonders eine innige Liebe zu dem göttlichen Heiland und zur jungfräulichen Mutter Maria beigebracht; das Nämliche tat auch sein Erzieher, ein frommer Priester. Die eitlen Hofschranzen und Schmeichler richteten also bei ihm nichts aus; er wollte an ihren Lustbarkeiten keinen Teil haben und ihren süßen Worten, womit sie ihn zu verführen suchten, kein Gehör geben. Wie eine keusche, süßduftende Lilie unter Dornen und giftigem Gesträuch wuchs daher Kasimir auf; statt Besuche zu machen, zu spielen, zu tanzen oder auf die Jagd zu gehen, eilte er in die Kirche zum Altar und suchte bei Jesus seine Freude. – In aller Frühe stand er auf, und nachdem er sein Morgengebet verrichtet hatte, eilte er in die Kirche, um der heiligen Messe beizuwohnen; war die Kirche noch nicht geöffnet, so kniete er sich vor die Kirchtüre nieder, betete und wartete, bis die Tür geöffnet wurde. Während des heiligsten Opfers war seine Andacht so glühend, dass man einen Engel zu sehen glaubte. Als er älter geworden war, stand er selbst bei der Nacht auf, um seinen göttlichen Heiland im heiligsten Sakrament heimzusuchen und sein bitteres Leiden zu betrachten. Die Leiden Jesu gingen ihm so zu Herzen, dass schon ein Blick auf ein Kruzifix ihm die bittersten Tränen auspresste. &lt;br /&gt;
O christliche Seele, wie gut wäre es für dich, wenn du hierin den heiligen Jüngling Kasimir nachahmen und den lieben Heiland im heiligsten Altarssakrament heimsuchen, wenn du sein bitteres Leiden recht zu Herzen nehmen würdest! Bald würde das Feuer der reinsten Liebe in deinem Herzen entbrennen und du würdest den süßesten Trost empfinden. Das Menschenherz muss lieben, da es zur Liebe geneigt ist, aber leider liebt es Dinge, die seiner Liebe nicht wert sind und sein Sehnen nicht stillen. Jesus allein könnte das Sehnen deines Herzens stillen, wenn du ihn recht herzlich lieben würdest, in ihm sind ja alle Schätze der Wonne und Seligkeit verborgen. – O komm und koste, wie süß der Herr ist; suche ihn heim im heiligsten Sakrament, bete ihn an, schenke ihm dein Herz, betrachte sein heiligstes, liebevolles Herz, rede mit ihm wie mit einem guten Freund und glaube mir, du wirst bald die Eitelkeit der Welt erkennen und mit Paulus ausrufen: „Chrfistus ist mein Leben.“ Der heilige Kasimir hat dies erfahren und darum auch alle Pracht, alle Lust und Freude der Welt verachtet. Wer Jesus liebt, der liebt auch seine liebste Mutter; ihr zu Lieb und Ehren dichtete er selbst ein gar schönes Lied, das er täglich sang und das wir noch besitzen. Er verlangte, dass eine Abschrift dieses Liedes in seinen Sarg gelegt und mit ihm begraben werde. Nach 120 Jahren fand man das Lied noch unversehrt neben seinem Leichnam. Um seiner lieben Mutter Maria zu gefallen, legte er das Gelübde jungfräulicher Keuschheit ab und hielt es unversehrt bis zum Tod. Diese seine Liebe zu Jesus und Maria blieb aber nicht in seinem Herzen verschlossen, sondern sie zeigte sich auch im Werke. – Er nahm sich nämlich ganz besonders der Armen und Notleidenden an. Er sparte sein Taschengeld als Knabe zusammen, um den Armen geben zu können; er selbst sammelte die Armen im Vorhof des Palastes um sich und reichte ihnen das Almosen, und als die Hofleute den Kopf schüttelten und meinten, Kasimir würdige sich dadurch zu sehr herab, gab er ihnen die treffende Antwort: „Der Herr hat gesprochen: Wer den Armen dient, diene ihm! Kann nun ein Fürst seine Hoheit besser ehren als durch einen solchen Dienst? Was mich anbelangt, so begehre ich keine größere Ehre als dem geringsten Armen zu dienen.“ Die Hofleute sagten nun kein Wort mehr. Als Kasimir 13 Jahre alt geworden war, sollte er nach dem Willen seines Vaters die königliche Krone von Ungarn annehmen, welche ihm von den Ungarn selbst angeboten wurde. Aus Gehorsam war er dazu bereit, als aber aus der ganzen Sache nichts wurde, da hatte er die größte Freude hierüber, und als ihm zum zweiten Mal die Krone angeboten wurde, ließ er sich durchaus nicht zur Annahme derselben bewegen. Der Glanz einer Krone hatte für ihn keinen Reiz mehr, seitdem er seinen Heiland mit einer Dornenkrone betrachtet hatte; diesem wollte er dienen, um einst mit ihm zu herrschen. Deswegen gab er sich von nun an ganz den Übungen der Frömmigkeit hin. Unter seinen Kleidern trug er einen Bußgürtel auf bloßem Leib, den er nur wie einen Sklaven betrachtete. Das Fasten hielt er so pünktlich und streng, dass er selbst in Krankheiten keine Dispensation annahm. „Ich bin“, sagte er, „durch Fasten nie kränker geworden, und wenn Arzneien zur Genesung keine Kraft haben, wird auch die Dispensation nichts nützen.“ Wie steht’s mit dir, christliche Seele, im Punkt des Fastens? Es kommt dich hart an, nicht wahr? Du bist vielleicht verdrießlich, wenn ein Fasttag kommt, oder du setzest dich gar über das Fastengebot hinaus? Ich frage dich: Willst du heilig und selig werden? Du sagst: „Ja.“ Nun, so musst du fasten, d.h. du musst dir an Speise und Trank Abbruch tun, du musst deinem Leib nicht gar so viel zulassen, sonst wird er über deine Seele Herr und zieht dich hinein in den Wust der Sünde. Wenn du krank bist, und es kommt der Doktor und verbietet dir das Essen, wie du es bisher gewohnt warst, so lässt du es dir gefallen, damit du nur wieder gesund wirst. Der größte und heiligste Arzt ist Jesus und der will, dass du fastest, damit deine Seele gesund bleibe oder wieder gesund werde. Er selbst hat gefastet, seine Apostel und alle Heiligen haben gefastet, warum du nicht? Du bist ein Kind der heiligen, katholischen Kirche und diese Kirche schreibt dir bestimmte Fasttage vor, denn sie will, dass du heilig wirst; wenn du nicht gehorchst, so bist du kein wahrer Katholik, du sündigst, weil du die Kirche nicht hörst, die Christus zu hören befohlen hat. Übrigens, ist denn das Fasten gar so hart? Die Liebe zu Jesus macht alles leicht und süß; überwinde dich nur; sei stark und männlich; o wie wird dir das Sterben so leicht werden, wenn deine Seele nicht gar so sehr von den Banden des Leibes gefesselt ist! Die Weichlinge, die ihren Leib so verzärteln, sterben am härtesten; und was das Schrecklichste ist, sie werden das Reich Gottes nicht besitzen, denn dies besteht ja nicht im Essen und Trinken. Deshalb hat der heilige Kasimir seinen Leib so streng gehalten und dadurch auch den schönsten Edelstein in seiner himmlischen Krone bewahrt, nämlich: die jungfräuliche Keuschheit. Als einer der ruhmvollsten Helden in dieser Tugend steht er da unter der Schar der Heiligen. Sein Leib war ein reiner Tempel des heiligen Geistes, engelgleich war seine Unschuld. Kein unrechtes, die Keuschheit verletzendes Wort durfte in seiner Nähe gesprochen werden. Wenn bei einer Tafel, wo er als königlicher Prinz erscheinen musste, sein Ohr ein anzügliches, unreines Wort hörte, so fiel er in Ohnmacht. Wie sehr er aber die englische Tugend der Reinigkeit liebte, bezeugt sein Entschluss, lieber zu sterben als sie zu verletzen. Im Alter von 24 Jahren wurde er von einer gefährlichen Krankheit ergriffen; die Ärzte boten all ihre Kunst auf, um ihn zu heilen, aber vergebens. Im Alter von 24 Jahren wurde er von einer gefährlichen Krankheit ergriffen; die Ärzte boten all ihre Kunst auf, um ihn zu heilen, aber vergebens. Nur ein Mittel gaben sie noch an, nämlich, dass sich Kasimir verehelichen sollte. Vater, Mutter und Geschwister baten ihn, den Rat der Ärzte zu befolgen, um sein Leben zu retten. Alles war umsonst. Kasimir wollte sein Gelübde, jungfräulich zu bleiben, nicht brechen. „Lieber sterben“, sprach er, „als auf solche Weise leben und befleckt werden.“ Ein verzehrendes Feuer brachte ihn dem Tode nahe, nach dem er sich herzlich sehnte. Seinen Todestag sagte er voraus und bereitete sich auf denselben durch den Empfang der heiligen Sakramente und durch anhaltendes Flehen zu seiner lieben Mutter Maria mit allem Eifer vor. Am 4. März 1483 kam endlich die Todesstunde. Sterbend küsste er mit Inbrunst die Wunden des gekreuzigten Heilands und mit den Worten: „In deine Hände, o Jesus, empfehle ich meinen Geist“, stieg seine reine Seele zum Himmel empor. In der Kapelle der Muttergottes, die er so kindlich liebte, wurde sein jungfräulicher Leib begraben. Durch seine Fürbitte wurden sehr viele Wunder gewirkt. Nach 120 Jahren öffnete man sein Grab und fand seinen Leib noch unverwest, selbst die Tücher, in welche sein Leib gehüllt war, fand man trotz der Feuchtigkeit der Gruft noch unversehrt, ein lieblicher Geruch entstieg drei Tage lang seinem Grab. Man ließ eine prachtvolle Kapelle von Marmor zu seiner Ehre bauen, um darin seine Reliquien aufzubewahren. Er ist der Schutzpatron von Polen, das besonders durch seine Fürbitte von den Angriffen der Ungläubigen befreit wurde. Nebst dem heiligen Aloysius und dem heiligen Stanislaus wird er der Jugend als Vorbild dargestellt. Er wird abgebildet in polnischer Landestracht mit einem Lilienzweig in der Hand. – &lt;br /&gt;
Statt einer Nutzanwendung will ich einige Strophen jenes gar lieblichen Liedes hersetzen, welches der heilige Jüngling zu Ehren seiner lieben Mutter Maria gedichtet und so oft gesungen hat; lerne sie auswendig und spreche sie öfters zum Lob der gebenedeiten Jungfrau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
1.	Alle Tage sind und sage&lt;br /&gt;
Lob Marien, du mein Mund; &lt;br /&gt;
gib, o Leier, ihr Feier, &lt;br /&gt;
fromm gib ihre Taten kund.&lt;br /&gt;
2.	Sieh, die Klare, Wunderbare,&lt;br /&gt;
wie so hoch sie sich erhebt;&lt;br /&gt;
Mutter heiße, glücklich preise &lt;br /&gt;
sie, die in den Himmeln lebt.&lt;br /&gt;
3.	Sie verehre, dass die schwere&lt;br /&gt;
Schuldenlast sie dir bezwingt,&lt;br /&gt;
bitt andächtig, dass dein mächtig&lt;br /&gt;
Schuldenmeer dich nicht verschlingt.&lt;br /&gt;
4.	Sie begabte, sie erlabte,&lt;br /&gt;
uns mit himmlischem Gewinn,&lt;br /&gt;
uns verklärend, uns gewährend&lt;br /&gt;
Gottes Gnad, die Königin!&lt;br /&gt;
5.	Sende, spende sonder Ende&lt;br /&gt;
Sang der Weltenkönigin! &lt;br /&gt;
Christenlieder, ihre Güter &lt;br /&gt;
Lobet, rühmet immerhin.&lt;br /&gt;
6.	Wohl ist keiner von so feiner&lt;br /&gt;
Strömender Beredsamkeit, &lt;br /&gt;
dass er sänge Liederklänge&lt;br /&gt;
würdig ihrer Herrlichkeit.&lt;br /&gt;
7.	Makellose, Himmelsrose,&lt;br /&gt;
Keuschheitslilie, Edelstein!&lt;br /&gt;
Über Sonnen, in die Wonnen &lt;br /&gt;
führest du die Keuschen ein.&lt;br /&gt;
8.	O gewähre stets, du Hehre,&lt;br /&gt;
mir der Tat und Rede Kraft; &lt;br /&gt;
dass an keinem Tag in deinem&lt;br /&gt;
Lobgesang mein Geist erschlafft!&lt;br /&gt;
9.	O empfehle meine Seele, - &lt;br /&gt;
dass sie nimmer wankt noch fällt, &lt;br /&gt;
deinem Sohne, er verschone&lt;br /&gt;
sie im Schiffbruch dieser Welt.&lt;br /&gt;
10.	Keusch zu wandeln, fromm zu handeln,&lt;br /&gt;
spende Kraft mir, dass ich klug,&lt;br /&gt;
sanft und mäßig, unablässig&lt;br /&gt;
sei und redlich ohne Trug.&lt;br /&gt;
11.	Auf der Reise, lehre weise&lt;br /&gt;
hier mich wallen deine Huld,&lt;br /&gt;
züchtig wandeln, männlich handeln,&lt;br /&gt;
rein in Demut und Geduld!&lt;br /&gt;
12.	So verleihe, dass ich weihe,&lt;br /&gt;
ganz mein Leben deinem Sohn,&lt;br /&gt;
dass ich erbe, wenn ich sterbe,&lt;br /&gt;
ihn, des Himmels höchsten Lohn.&lt;br /&gt;
13.	Zweig von Jesse, deckt einst Blässe&lt;br /&gt;
vor dem Tod das Angesicht,&lt;br /&gt;
dann beschütze uns, o Stütze, &lt;br /&gt;
Zier der Welt, der Tiefe Licht!&lt;br /&gt;
14.	Dann erscheine, ewig Reine,&lt;br /&gt;
führe Mutter, hoch erfreut,&lt;br /&gt;
uns nach oben, dass wir loben &lt;br /&gt;
Gott und dich in Ewigkeit!&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Hermann_Josef&amp;diff=2878</id>
		<title>Hermann Josef</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Hermann_Josef&amp;diff=2878"/>
		<updated>2009-02-19T10:35:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der heilige Hermann Josef, Jahr 1236&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 7. April&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie lieb die gebenedeite Mutter Gottes fromme Kinder und reine, keusche Seelen hat, welche eine kindliche Verehrung zu ihr tragen, das kannst du, lieber Leser, an dem seligen Hermann sehen. Er wurde um das Jahr 1200 zu Köln am Rhein von ehrlichen, aber armen Eltern geboren. Als Knabe war er sanftmütig und willig zu Allem, wozu ihn seine Eltern anhielten; er war immer heiter und munter, wusste aber nichts von Leichtsinn und Mutwillen; kein böses Wort kam über seine Zunge, immer war er eingezogen und sittsam. Mit sieben Jahren wurde er in die Schule geschickt, wo er durch seinen Fleiß die besten Fortschritte machte. Seine frommen Eltern hatten ihm frühzeitig schon eine zarte Andacht zur Mutter Gottes eingepflanzt. Zu ihr, der weisesten Jungfrau, wandte er sich im Gebete, wenn er in die Schule ging, ihr opferte er alle Arbeiten auf, ihr weite er alle seine Erholungsstunden. Wenn seine Mitschüler an Vakanztagen spielten, so schlich sich Hermann in die Kirche, welche der Mutter Gottes geweiht war. Dort stand ein schönes Bild, welches die Jungfrau mit dem Jesuskinde vorstellte. Vor diesem Bilde warf er sich dann auf die Kniee nieder und in kindlicher Einfalt redete er bald mit der Mutter, bald mit dem Kinde; auch reichte er dem Kinde Jesus sein Brot oder Äpfel dar, die ihm seine Eltern gegeben hatten. Die hohe Himmelskönigin hatte eine große freude an dieser kindlichen Liebe und Andacht des Knaben. Eines Tages opferte Hermann wieder der lieben Frau einen schönen Apfel und bat sie recht herzlich, dass sie doch das Geschenk annehmen möchte und siehe da, plötzlich streckte das leblose Bild die Hand aus und nahm das Geschenk. Dies machte dem Knaben die größte Freude und seine Ehrfurcht und Liebe zur Gottesmutter wurde immer größer, aber auch Maria wurde ihm immer gnädiger. Als er an einem Vakanztage wieder seiner Gewohnheit nach in die Kirche ging, um mit seiner lieben Mutter Maria sich zu unterhalten, da sah er im hellen Glanze die hohe Himmelskönigin leibhaftig; sie stand auf dem Musikchor, neben ihr stand der heilige Apostel Johannes in Knabengestalt und spielte mit dem Jesuskinde. Hermann blieb vor Verwunderung stehen und konnte sich nicht satt schauen. Da winkte ihm die Mutter Gottes und sprach: „Hierher, Hermann, komm.“ Nun lief Hermann freudig die Stiege hinauf, fand aber zu seinem Bedauern die Chortüre zugesperrt. „Wie kann ich denn hinaufsteigen“, rief er Maria zu, „da die Türe zu ist und ich keine Leiter habe, um hinaufzusteigen?“ Da befahl ihm Maria, zu versuchen, ob er nicht über die Tür steigen könnte und versprach ihm dabei zu helfen und die Hand zu reichen. Die Türe war ein eisernes Gitter, oben mit eisernen Spitzen versehen. Hermann suchte also hinaufzusteigen; da er aber zu müde geworden war und die Kräfte ihn verlassen wollte, reichte ihm die heilige Jungfrau die Hand und zog ihn empor, an den eisernen Spitzen aber verletzte er sich die Brust. Die Wunde war zwar klein und fast unsichtbar, machte ihm aber nachher sehr große Schmerzen. &lt;br /&gt;
Sobald Hermann mit Hilfe der Mutter Gottes den Chor erreicht hatte, gab sie ihm freundlich die Erlaubnis, mit dem holden Christkindlein zu spielen und mahnte ihn, ja eine solche Gelegenheit gut anzuwenden. Schüchtern, aber im Herzen voll himmlischer Wonne, unterhielt sich nun der arme Hermann mit dem göttlichen Kinde und Maria schaute mit Wohlgefallen zu und bewunderte die Herablassung Jesu, des Heilandes des Welt. Bis zum Abend dauerte das Spiel; und da die Vesper ihren Anfang nahm, musste Hermann das heilige Kind verlassen. – Wehmütig stieg er wieder über die Türe, wobei ihm die Mutter Gottes die Hand reichte. Er gestand hernach, dass man für die himmlischen Freuden, welche er genossen, sich gerne tausend Wunden schlagen lassen dürfe. &lt;br /&gt;
Mittlerweile gerieten die Eltern des guten Hermann in immer größere Armut, so dass sie ihm die nötigen Bücher zum Lernen und die nötigen Kleider und Schuhe nicht mehr schaffen konnten. Hermann hätte seine Studien aufgeben müssen, wenn nicht die heilige Jungfrau wunderbar geholfen hätte. Es war Winter, die Kälte groß und er hatte keine Schuhe. Da nahm er zu seiner lieben Mutter Maria seine Zuflucht. Kaum war er in die Kirche getreten, so rief ihn Maria zu sich und fragte ihn, warum er bei solcher Kälte barfüßig gehe. „Ich habe“, antwortete Hermann, „keine Schuhe und kein Geld, um sie mir zu kaufen.“ Da sprach die heilige Jungfrau: „Gehe zu jenem Steine dort hin, hebe ihn von seiner Stelle und du wirst so viel Geld finden als du brauchst, um dir Schuhe kaufen zu können.“ Sogleich lief Hermann zum Stein hin, hob ihn auf, fand das Geld und dankte kindlich der Mutter Gottes. Diese aber sprach: „So oft du in Not bist, so komm zu diesem Ort, und du wirst immer so viel finden als du notwendig hast.“ – Hermann befolgte treulich den Rat und immer fand er, was er brauchte. Er hielt zwar die Sache verborgen, allein seine Mitschüler schlichen ihm nach, merkten es und wollten auch an dem Funde teilnehmen. Sie gingen also auch zu dem Stein hin in der Hoffnung, Geld zu finden, hoben ihn weg, fanden aber nichts, denn sie waren nicht so fromm wie Hermann und hatten die Mutter Gottes nicht so lieb wie er. Das Wunder wäre unglaublich, wenn nicht Hermann auf seinem Sterbebett es bezeugt hätte. &lt;br /&gt;
Als er zwölf Jahre alt geworden war, trat er in das Kloster der Prämonstratenser ein, welchen Orden der heilige Norbert gestiftet hatte. In diesem Kloster musste er anfangs den Speisesaal besorgen und später erhielt er das Amt eines Sakristans oder Meßners in der Kirche. Jetzt wurde seine Andacht zu Maria noch größer und die Folge davon war, dass die heilige Jungfrau die innigste Verbindung mit ihm einging. Sie erschien ihm oft und oft in sichtbarer Gestalt, unterrichtete ihn und hörte gerne auf seine Fragen. Da Hermann ganze Nächte im Gebete zubrachte, erschien ihm auch da die heilige Jungfrau in einem Glanze, dass seine Zelle hell erleuchtet war. Besonders gefiel der reinsten Jungfrau die engelreine Keuschheit ihres frommen Dieners. Um ihn dafür zu belohnen, verlieh sie ihm den schönen Namen Joseph und vermählte sich mit ihm durch einen Ring. Dies trug sich auf folgende Weise zu: Seine Mitschüler in der Klosterschule hatten bemerkt, dass er die jungfräuliche Reinigkeit ungemein lieb habe und nannten ihn daher nach dem Namen des keuschen Bräutigams der seligsten Jungfrau, Joseph. Hermann aber hielt sich dieses Namens nicht für würdig und wollte sich nicht so nennen lassen. Seine Mitschüler jedoch ließen sich nicht abhalten, ihn Joseph zu nennen. So entschloss er sich, dieselben bei seinen Oberen zu verklagen. Die Nacht zuvor wachte er im Gebete, schlief aber dabei ein und im Traume sah er sich in eine Kirche geführt, wo er die heilige Jungfrau mit dem süßen Jesuskinde auf dem Hochaltare erblickte. Maria rief ihn zu sich und als er das Christkind holdselig lächeln sah, sprach er zu Maria: „Gib mir, liebe Mutter, dein Kind.“ Die heilige Jungfrau zögerte, da aber Hermann nicht nachließ zu bitten, reichte sie ihm das holde Kind dar und sprach: „Nimm hin meinen Sohn, welchen einst mein Bräutigam Joseph auf der Flucht nach Ägypten in seinen Armen trug; nimm aber auch mit der  Bürde den Namen des heiligen Joseph und weigere dich nicht mehr, diesen Namen zu führen, da du doch so gerne verlangest, was mit diesem Namen verbunden ist, nämlich die jungfräuliche Reinigkeit und den Umgang mit Jesus und Maria.“ – Diese Worte der Himmelskönigin machten einen solchen Eindruck auf ihn, dass er sich jetzt gerne von seinen Mitschülern und allen Menschen Joseph nennen ließ und seit dieser Zeit wird er auch gewöhnlich Hermann Joseph genannt. Die göttliche Mutter wollte aber ihrem geliebten Hermann Joseph noch eine größere Gnade verleihen, sie wollte sich mit ihm feierlich verbinden. In einer Nacht, wo Hermann Joseph wie gewöhnlich die Zeit im Gebete vor dem Hauptaltare der Kirche zubrachte, sah er eine herrliche Jungfrau im vorderen Teile der Kirche; sie strahlte im glänzenden Gewande und neben ihr standen zwei schöne Jünglinge, der eine zu ihrer Rechten, der andere zur Linken. Der Eine sprach nun zum Andern: „Wem werden wir diese Jungfrau vermählen?“ Der Andere antwortete: „Keinem andern als dem hier gegenwärtigen Bruder.“ Der Erstere stimmte bei und ging auf Hermann Joseph zu. Dieser erschrak anfangs, aber an solche Erscheinungen schon gewöhnt, näherte er sich verwundert und das Gesicht mit Schamröte bedeckt. Als er nahe zur Himmelskönigin gekommen war, wandte der andere Jüngling dem Hermann Joseph sein Angesicht zu und sprach: „Für dich ist diese königliche Jungfrau bestimmt, du sollst sie zur Braut haben.“ Zugleich bli ckte diese den heiligen Jüngling mit freundlichen Augen an und schien diesen Worten beizustimmen. Da geriet der fromme Jüngling in die größte Verlegenheit und demütig fragte er: „Wer bin ich denn, dass ich mich mit einer solchen Jungfrau verbinden darf; nur daran zu denken, halte ich für die größte Vermessenheit. Ich halte es für die größte Ehre, wenn es mir nur vergönnt ist, als der niedrigste Knecht in die Dienste dieser Königin zu treten: unwürdig aber bin ich, ihr Bräutigam genannt zu werden.“ Während er sich so entschuldigte, ergriff plötzlich der himmlische Geist die Rechte des Hermann Joseph und legte sie in die Hand der heiligen Jungfrau, indem er mit ernster Miene sprach: „Diese Jungfrau übergebe ich dir als Braut, sie soll dein sein, wie einst dem Joseph, dem göttlichen Nährvater“, und nun steckte Maria, die heiligste Jungfrau, ihm einen Ring an den Finger und verband sich so mit ihrem seligen Diener.&lt;br /&gt;
Du verwunderst dich vielleicht, christlicher Leser, über diese wunderbaren Gnaden, welche Hermann Joseph zuteil wurden, aber er hat sie auch verdient. Sein Leben war das eines reinen Engels. Seinen Leib behandelte er auf das Strengste; er fastete fast ununterbrochen, schlief sehr wenig und nur auf hartem Lager, unter dem Kopfe einen Stein. Sein gewöhnlicher Spruch war: „Die Zeit dieses Lebens ist eine Bußzeit.“ Obwohl er so hoher Gnaden teilhaftig geworden war, glaubte er doch immer aller Verachtung wert zu sein. Eines Tages sagte er zu einem Landmanne: „Schlag mich ins Gesicht“. Und als dieser erstaunt fragte: warum er ihn ohne Ursache schlagen sollte, gab ihm Hermann Joseph zur Antwort: „Weil ich ein Geschöpf voll der Sünden und Abscheulichkeit bin. Ich werde nie so verachtet, als ich es verdiene.“ Beständig trug er ein elendes, geflicktes Kleid und pflegte zu sagen: „Ich bin nichts Besseres wert.“ Während ihm die heiligste Jungfrau die seligsten Wonnen gewährte, hatte er große körperliche Schmerzen zu erdulden und schwere Versuchungen zu bestehen, wie ihm dies auch Maria schon hatte erkennen lassen, als er über die Türe stieg und sich verwundete. Als er Priester geworden war, verdoppelte er seinen Eifer in Ausübung aller Tugenden. Er beobachtete bis auf das Kleinste die Ordensregel und sein Gebet war so innig, dass er oft Stunden lang ganz außer sich war. Dies geschah besonders, wenn er die heilige Messe las. Da stand er oft mehrere Stunden lang bewegungslos und des Gebrauches aller Sinne beraubt vor dem Altare, wobei ihn ein himmlischer Glanz umfloss und die brennenden Kerzen auf dem Altare nicht mehr abnahmen als bei anderen heiligen Messen. &lt;br /&gt;
Vor seinem Tode verlangten die frommen Klosterfrauen zu Hoven, dass Hermann Joseph zu ihnen kommen und ihnen während der heiligen Fastenzeit Unterricht erteilen möchte. Hermann ging mit Erlaubnis des Abtes voll Freude dahin, weil ihm die Offenbarung zuteil geworden, dass er dort sterben werde. Kaum war er in das Innere des Klosters getreten, zeichnet er mit seinem Stocke auf den Boden die Gestalt eines  Grabes und sprach: „An diesem Platze sollt ihr mich begraben.“ Bis zur Mitte der Karwoche blieb er gesund, da aber musste er sich legen; ein heftiges Fieber hatte ihn ergriffen. Während seiner Krankheit hatte er eine lang dauernde Verzückung. Als er wieder zu sich gekommen war, sagte er: „Mein Jesus ist unerbittlich: ich kann von ihm was ich verlange, durchaus nicht erhalten.“ Um was er gebeten hatte, konnte Niemand erfahren. Nachdem er mit heiliger Inbrunst  die Sterbesakramente empfangen hatte, entschlief er heiteren Angesichts am Donnerstage nach Ostern, am 7. April im Jahre 1236 und wurde auch am bezeichneten Orte begraben. Als man nach einiger Zeit seinen Leichnam erhob, um ihn in das Kloster Steinfeld zurückzubringen, war derselbe noch ganz unversehrt, obgleich er sieben Wochen schon begraben lag. Sein Grab wurde durch viele Wunder verherrlicht. &lt;br /&gt;
Er wird abgebildet als Knabe in altdeutscher Tracht, dem Jesuskinde im Schoße der jungfräulichen Mutter einen Apfel reichend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wodurch man sich die Liebe und das Wohlgefallen der lieben Frau gewinnen kann&lt;br /&gt;
Gewiss ist es eine hohe Gnade, die Liebe und das Wohlgefallen der göttlichen Mutter zu besitzen. Alle Heiligen haben darnach verlangt und sich glücklich geschätzt, diese Gnade zu besitzen. Den Menschen, welchen Maria liebt, liebt auch Gott und ein solcher hat die Verheißung des ewigen Lebens. Wie könntest du nun, christliche Seele, diese Liebe und dieses Wohlgefallen erlangen? Dadurch, dass du den heil. Hermann Joseph nachahmst, aber nicht in der Absicht, auch so hohe außerordentliche Gaben, wie dieser, zu empfangen. Denn auch Hermann hat nicht danach gestrebt, er wäre zufrieden gewesen, der niedrigste Knecht Mariens zu sein. Nun was hat Hermann der lieben Frau zu lieb getan? Er hat&lt;br /&gt;
1.	eine recht zärtliche und beharrliche Andacht zu Maria im Herzen getragen und sie als wie eine liebe Mutter geehrt. Das kannst du auch.&lt;br /&gt;
2.	Lebte er immer recht schamhaft, keusch und rein. Sogar den kleinsten Gedanken gegen die heil. Reinheit verabscheute er. Nun, keusch und rein kannst du auch mit Gottes Gnade leben, besonders wenn du deine fünf Sinne, namentlich die Augen recht bezähmest, alle Gelegenheit fliehest und immer und immer betest und Maria um ihren Schutz anflehest.&lt;br /&gt;
3.	War der hl. Hermann immer recht demütig, floh und verachtete alle Ehre und traute sich gar nichts zu. Demütig sein kannst du auch und musst es sein, wenn du deine Armseligkeit betrachtest.&lt;br /&gt;
Ahme also hierin den frommen Hermann nach und Maria wird dich lieben und dich niemals verlassen. – Mehrere römische Jünglinge haben nachfolgendes kleine Gebet verrichtet, um durch die Fürbitte der reinsten Jungfrau Maria die jungfräuliche Reinigkeit zu bewahren und Papst Pius IX. Verlieh allen, welche dieses Gebet nach dem Engel des Herrn jedesmal beten, einen Ablass von hundert Tagen und alle Monate einen vollkommenen Ablass, wenn sie die heil. Sakramente reumütig empfangen. Verrichte auch du dieses schöne &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet&lt;br /&gt;
O meine Gebieterin, o meine Mutter! Gedenke, dass ich Dein bin! Bewahre mich und beschütze mich als Dein Eigentum! Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Kamillus&amp;diff=2876</id>
		<title>Kamillus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Kamillus&amp;diff=2876"/>
		<updated>2009-02-19T10:34:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Der heilige Kamillus von Lellis, Stifter der Versammlung der Krankendiener oder Väter vom guten Tode ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 13. Juli&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Wahrheit ist, da ist auch die Liebe und die Liebe ist immer die fruchtbare Mutter der guten Werke, besonders der Werke der Barmherzigkeit. Schon daraus, dass die heilige katholische Kirche so zahlreiche, bewunderungswürdige Stiftungen zu Hilf und Trost der leidenden Menschheit aufzuweisen hat, zeigt sie, dass sie die volle Wahrheit besitzt, weil in ihr solche Liebe waltet. Der Irrtum und die Lüge sind unfruchtbar, ihnen fehlt es an der Liebe, daher findet man denn auch bei den Irrgläubigen so wenig Aufoperung, so wenig Hingabe für die leidenden Brüder. Die barmherzigen Schwestern und Brüder, die Schulbrüder und Schulschwestern, der Orden zur Erlösung der Gefangenen, zur Erziehung verwahrloster Kinder, zur Rettung gefallener Mädchen, zur Besserung von Verbrechen und so auch der Orden der Krankendiener oder Väter vom guten Tode sind Früchte der Liebe, welche nur in der katholischen Kirche gewachsen sind und gedeihen.&lt;br /&gt;
Der Stifter der Väter vom guten Tod ist der heilige Kamillus von Lellis. Er wurde im Jahr 1550 im Königreich Neapel einem Kriegsmann von einer schon hochbetagten Mutter geboren. Als ihn diese noch unter dem Herzen trug, schien es ihr einst im Schlafe, als bringe sie einen Knaben zur Welt, der auf der Brust ein rotes Kreuz trage und noch andere mit eben einem solchen Kreuze bezeichnete Knaben führe. Dieses Gesicht ging in Erfüllung, als Kamillus später den Orden stiftete, dessen Brüder nach dem Willen des Papstes an ihrem Kleid ein rotes Kreuz auf der rechten Seite der Brust tragen.&lt;br /&gt;
Sein Vater vernachlässigte seine Erziehung; er wurde in die Schule geschickt, lernte aber nur notdürftig lesen und schreiben, dafür aber wurde er mit Karten- und Würfelspiel bekannt und trieb sie leidenschaftlich. Im 18. Jahr trat er in Kriegsdienste und zog mit seinem Vater gegen die Türken, wurde aber krank und bald darauf starb sein Vater, der ihm nichts hinterließ, als was er auf dem Leib hatte. Zu noch größerem Unglück bekam er Geschwüre an beiden Füßen, Er verdingte sich nun als Krankenwärter in das Spital der Unheilbaren zu Rom, um da geheilt zu werden. Allein er entsagte dem Spiele nicht und wurde davongejagt. Er nahm jetzt wieder Kriegsdienste gegen die Türken, wurde aber nach dem Frieden ohne Lohn entlassen. In der größten Not leistete er nun Handlangerdienste bei einem Bau der Kapuziner, wo er abermals dem Spiel sich hingab und einmal bis aufs Hemd alles verlor. Der Winter war streng, seine Not war groß, doch Gott verließ ihn nicht ganz. Einst hörte er wider Willen eine Predigt, die ihn beunruhigte und zum Nachdenken bracht und als ihm eines Tages der Kapuziner-Guardian eine rührende Ermahnung gab, da gingen ihm die Augen auf; er erkannte nun, wie gottvergeessen er bisher gelebt, beweinte bitterlich seine Sünden, beichtete sie alle aufrichtig einem frommen Priester und bekehrte sich vollständig. &lt;br /&gt;
Er fasste nun den Entschluss, ganz der Welt zu entsagen und suchte zuerst bei den Kapuzinern und dann bei den Franziskanern um Aufnahme nach, allein wegen seiner kranken Füße wurde er abgewiesen. Nun trat er in das Spital St. Jakob zu Rom, wo er vier Jahre den Kranken und Presshaften diente und ganz besonders gerne den Sterbenden beistand, denen er vorbetete, den Schweiß trocknete, das Lager bereitete und vor allem Ergebung in Gottes Willen einzuflößen trachtete. Während des beschwerlichen Krankendienstes und beständigen Leidens an seinen Füßen, übte er die strengsten Bußwerke und betete ununterbrochen. Wegen seines liebevollen Eifers im Dienst der Kranken wurde er zum Vorsteher des Spitals erhoben.&lt;br /&gt;
In diesem Amt hatte er oft Gelegenheit zu bemerken, mit welcher Härte und Gefühllosigkeit die Krankenwärter, welche um Lohn gedungen waren, die armen Kranken behandelten. Dieser Anblick durchschnitt ihm das Herz, und es kam ihm der Gedanke, eine Gesellschaft frommer Personen zu stiften, welche aus Liebe zu Jesus und um Gotteslohn die Kranken pflegen sollten. Als er seinen Plan äußerte, fand er bald zu seiner Freude gleichgesinnte Herzen, die sich ihm anschlossen. Die Personen, welche mit ihm nun den Krankendienst verrichteten, waren aber noch Weltleute, nur ein paar Priester hatten sich beigesellt. Da gab ihm sein Beichtvater, der heilige Philippus Neri, den Rat, sich zum Priester weihen zu lassen. Allein er konnte nur notdürftig lesen und schreiben, doch verlor er den Mut nicht. Mit unausgesetztem Fleiß studierte er jetzt und brachte es mit der Hilfe des Herrn bald dahin, dass er, mit den nötigen Kenntnissen versehen, die heilige Priesterweihe empfangen konnte. Er war jetzt 32 Jahre alt und wurde bei der Kirche unserer lieben Frau von den Wundern als Seelsorger angestellt.  Er vergaß aber seine lieben Kranken nicht, sondern stiftete jetzt in einem Kloster bei der genannten Kirche den Orden der Väter vom guten Tod und erhielt auch vom Papst Sixtus V. Die Bestätigung der Regel und die Erlaubnis, auf der Brust ein rotes Kreuz zu tragen. Die Brüder dieses Ordens musste nebst den drei gewöhnlichen Gelübden auch noch ein viertes ablegen, „den Kranken bis zum Tode beizustehen“. Es war nämlich dem heiligen Kamillus nicht genug, die Kranken, selbst die Pestkranken, zu pflegen, sondern er wollte auch ihre Seelen retten, und daher verpflichtete er sich und die Brüder, die Kranken und Sterbenden bis zum letzten Hauche nicht zu verlassen und ihnen durch Gebet, durch Empfang der heiligen Sakramente, durch heilsame Ermahnungen und Zurufe beizustehen, damit sie eines guten Todes stürben. &lt;br /&gt;
Anfangs hatte auch sein Orden, wie alles Gute in der Welt, heftige Widersprüche zu erdulden; allein im Vertrauen auf Gott besiegte er alle und erhielt nun nach einigen Jahren ein bequemes Haus für seine Genossen. Diese wollte er zu wahrhaft liebevollen Krankendienern heranbilden, er selbst ging ihnen mit dem besten Beispiel voran. Er lehrte sie kurze Seufzer, die man Schlussgebetlein nennt, den Sterbenden vorbeten und übte sie besonders in der Betrachtung des Leidens Jesu, um die Kranken damit zu trösten. Auch mussten die Brüder die Sterbenden in den Häusern besuchen und ihnen im Tod bestehen; selbst auf die Schiffe eilten sie, um die an der Pest darniederliegenden Sterbenden zu trösten und zum letzten Kampf zu stärken. Vor allem aber glühte das Herz des heiligen Kamillus vom brennenden Eifer für die Kranken und Sterbenden. Er hatte nur das einzige Verlangen, sie alle für den Himmel lzu gewinnen. Wie ein Engel erschien er am Krankenbett und gar viele Augenzeugen, unter denen der heilige Philipp Neri selbst, sahen auch Engel an der Heiligen und seiner Brüder Seite. In der Bulle der Heiligsprechung steht von ihm geschrieben, dass die zärtlichste Mutter mit ihrem einzigen, kranken Kind nicht besser umgehen könnte, wie Kamillus mit den Kranken. Er reichte ihnen Speise und Arznei, reinigte ihre Betten und Zimmer, verband ihre Wunden, tröstete, ermunterte sie und sann auf alle Mittel, um ihnen Erleichterung zu verschaffen. – Sein Herz floss aber von Liebe und Erbarmen über, wenn er Kranke pflegte, die eckelhafte Wunden hatten oder wegen üblen Geruchs und scheußlicher Geschwüre Widerwillen erregten. Ganze Nächte verließ er sie nicht, obwohl er selbst sehr große Schmerzen an seinen Füßen litt und mehrmals wegen Kraftlosigkeit und Schwäche ohnmächtig hinweggetragen werden musste. &lt;br /&gt;
Zur Zeit der Pest, welche damals in Rom und anderen Städten wütete, wirkte er wahrhafte Wunder der Liebe. Er eilte durch die Gassen und drang mit den Seinigen in die Häuser, während alles floh, und kam den Notleidenden zu Hilfe. Fand er auf der Straße von der Pest ergriffene Menschen, so nahm er sie auf seine Schultern und trug sie in das Spital, wo er sie liebevoll pflegte, ohne den Tod zu fürchten. Von Rom aus eilte er nach Mailand und Nola, um dort den Pestkranken Hilfe zu leisten. &lt;br /&gt;
Während er diese wunderbaren Werke der Liebe ausübte, vergaß er auf sich selbst nicht. Täglich beweinte er die Sünden seiner Jugend und hielt sich nicht für würdig, unter den Menschen zu leben. Wollte man ihn betrüben, so durfte man ihn nur loben, denn alle Ehre war ihm verhasst. Niemals ließ er sich einen Ordensstifter nennen und obwohl er 27 Jahre das Amt eines Obern bekleidete, ruhte er doch nicht eher, als bis er von diesem Amt befreit war und als einfacher Bruder im Kloster dienen und gehorchen konnte. Obwohl schon im hohen Alter und fortwährend mit den Kranken und Sterbenden beschäftigt, hörte er doch nicht auf, seinen Leib zu züchtigen, zu wachen und zu fasten. Als er kaum mehr gehen konnte, schleppte er sich doch noch von Bett zu Bett, um nachzusehen, ob seinen lieben Kranken nichts fehle und ihnen heilsame Zusprüche zu erteilen. Oft hörte man ihn die Worte des heiligen Franziskus ausrufen: „Die Glückseligkeit, die ich hoffe, ist so groß, dass alle Mühen und alle Leiden für mich ein Gegenstand der Freude sind.“ &lt;br /&gt;
Ein Jahr vor seinem Tod besuchte er die Ordenshäuser, welche er in verschiedenen Städten gegründet hatte. Zu Genua wurde er krank, aber kaum gesund, betrat er wieder die Spitäler, denn von seinen Kranken wollte er sich nicht trennen. Jetzt aber ergiff ihn die Krankheit aufs Neue und sein Tod nahte heran. Als man ihm dies ankündigte, rief er freudig aus: „Ich freue mich, dass man mir gesagt hat: wir werden gehen in das Haus des Herrn“. Er ließ sich die heiligen Sakramente reichen und als man ihm den hochheiligen Leib des Herrn zeigte, rief er mit Tränen in den Augen aus: „Ich erkenne, o Herr, dass ich der größte Sünder und der Gnade, die du mir verleihen willst, nicht würdig bin; erlöse mich durch deine unendliche Barmherzigkeit. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf die Verdienste deines kostbaren Blutes.“ Und doch hatte er ein so heiliges Leben geführt und täglich mit der innigsten Zerknirschung und Andacht gebeichtet. Wie er vorhergesagt, starb er am 14. Juli 1614. Seine letzten Worte waren : Jesus, Maria!&lt;br /&gt;
Er wird abgebildet im schwarzen Ordenskleid und Mantel, ein rotes Kreuz auf der Brust, einen Engel an der Seite. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum und wie man den Sterbenden beistehen soll&lt;br /&gt;
Der jedes Herz ergreifende Anblick eines Sterbenden und die Besorgnis um das Heil der Seele desselben war es, was den heiligen Kamillus auf den Gedanken führte, die Brüder seines Ordens insbesondere zu verpflichten, jedem Kranken, der das Zeitliche ssegnete, bis zum letzten Hauch seines Lebens beizustehen. Das Sterben ist an und für sich schon ein harter Kampf, denn Sterben heißt: diese Welt verlassen, alles verlassen, was man zu besitzen meinte, alles verlassen, was man bisher geliebt, was bisher das Herz erfreut hat; Sterben ist Trennung der Seele vom Leib, ist gänzliche Auflösung des Leibes; Sterben heißt Hinabsinken in das kalte, dunkle Grab, wo der Leib eine Speise der Würmer wird und auch seine Gebeine vermodern; Sterben heißt: wandern in die dunkle Ewigkeit, von wo keine Rückkehr mehr ist. Schon dieser Gedanke ängstigte den Sterbenden und macht ihm den Tod so bitter, aber noch mehr der Gedanke: wohin kommt meine Seele? Wie wird sie bestehen vor Gottes Gericht, welch Urteil wird sie vernehmen? Und wenn dann der Sterbende sein ganzes Leben überschaut, all die Zeit, die er durchlebte, und er nun sieht die Menge seiner Sünden und die geringe Zahl seiner guten Werke, wenn er betrachtet die Gnaden Gottes, und wie wenig er sie benützte, ach da wird wahr, was geschrieben steht: „Schrecken über Schrecken wird über dich kommen.“ Wenn der heilige Kamillus, dieser so treue Diener des Herrn, auf dem Todbett gezittert hat und nur im Blut Christi Hoffnung und Vertrauen suchte, wie wird es dann dem armen Sünder ergehen, der so lau und nachlässig hingelebt hat! Was aber die Angst des Sterbenden aufs Höchste mehrt, das sind die Angriffe des bösen Feindes, der, wie der heilige Alphonsus sagt, „alle Gewalt anwendet, um die Seele, die im Begriff steht, die Welt zu verlassen, ins ewige Verderben zu stürzen; denn er weiß, dass ihm nur wenig Zeit noch übrig bleibt, um dieselbe zu gewinnen, und dass, wenn sie jetzt für ihn verloren geht, er dieselbe für immer verloren hat.“ Dieser ewige Widersacher Gottes und Feind des Menschen wird es versuchen, der Seele den Glauben und das Vertrauen auf den göttlichen Heiland zu rauben und sie in Verzweiflung zu stürzen. – Verlassen nun von aller Welt, selbst kraftlos und an Geist und Leib ermattet, liegt der Sterbende da, vor sich die Ewigkeit und das Gericht, hinter sich ein nicht heilig zugebrachtes Leben, neben sich den bösen Feind; o wie bedarf da derselbe so dringend des Beistands guter Freunde, die ihn trösten, ermutigen und mit und für ihn bitten um Erbarmen! Jesus Christus will, dass alle seine Jünger ihren Mitmenschen in jeder Not beispringen und nach ihren Kräften helfen sollten, und hat überaus großen Lohn dafür verheißen. Niemand aber befindet sich in größerer Not als der Sterbende; sollst du daher nicht, christliche Seele, das Beispiel des heiligen Kamillus nachahmen und den Kranken zu einem guten Tod verhelfen?&lt;br /&gt;
Wie sollst du dich aber dabei benehmen? Es ist nicht genug, dass du am Bett des Kranken stehst und etwa jammernd zuschaust, wie er in Schmerzen und Ängsten daliegt, du sollst vor allem recht innig und herzlich für den Kranken und Sterbenden beten und soviel du kannst ihm Erleichterung verschaffen; sein Bett zurechtrichten, ihm den Schweiß abtrocknen, seinen Durst stillen usw. Dann sollst du ihm mit recht sanften, herzlichen Worten zureden, dass er, wenn er es etwa noch nicht getan hat, die heiligen Sakramente empfange, sich mit Gott versöhne, und dann auch sein Zeitliches in Ordnung bringe. – Der Kranke, welcher den Tod vor Augen sieht, bedarf besonders des Trostes, der Ermunterung und der Ergebung in Gottes Willen. Daher sollst du ihm, so herzlich du es vermagst und langsam kurze Gebet oder Seufzer zurufen, die seine Seele zur Liebe Jesu entflammen, zum Vertrauen auf ihn ermuntern und zru Ergebung aneifern können. Diese Gebete sollen aber kurz sein, und nicht laut und ungestüm, sondern mit sanfter Stimme und in kurzen Zwischenräumem dem Sterbenden vorgesagt werden. Eine gute Übung ist, ihm das Cruxifix vorzuhalten, ihn einladen es zu küssen und ihn dabei zur Reue über die Sünden und das VERtrauen auf die heiligen Namen Jesus und Maria zu bewegen. Die beste Hilfe aber für den Sterbenden ist immer das Gebet. Der heilige Kamillus verfasste deshalb eigene Gebet, welche für die, so in den letzten Zügen lagen, verrichtet werden sollten. Daher wirf dich in diesem Augenblicke, wo der Sterbende seinen letzten Kampf kämpft, auf die Knie und flehe recht vertrauensvoll zu Jesus und Maria um Gnade und Erbarmen für ihn. Auf solche Weise wirst du eines der verdienstlichen Werke der Nächstenliebe verrichten und gewiss auch den Trost haben, wenn dein letztes Stündlein kommt, nicht verlassen und hilflos den letzten schweren Gang in die Ewigkeit anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet&lt;br /&gt;
O Jesus, der du am Kreuz im Todeskampf gerufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“, verlasse um der Verdienste deines Todes willen meine arme Seele nicht in der letzten Stunde dieses irdischen Lebens und verleihe mir und allen Sterbenden die Gnade, vollkommen ergeben in den Willen deines himmlischen Vaters und im Vertrauen auf dich in die Ewigkeit einzugehen. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Germanus&amp;diff=2875</id>
		<title>Germanus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Germanus&amp;diff=2875"/>
		<updated>2009-02-19T10:33:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Der heilige Germanus, Bischof von Paris, Jahr 576 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 28. Mai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottes heilige Vorsehung wacht beständig über ihre Lieblinge, um durch sie Großes zu wirken; dies kannst du sehen im Leben des heiligen Germanus. &lt;br /&gt;
Germanus verdankte schon sein Dasein dem Schutze Gottes; denn seine Mutter kam wegen der vielen Kinder, die sie hatte, auf den bösen Gedanken, ihn vor seiner Geburt schon zu töten. Allein die Mittel, die sie anwendete, halfen nichts und Germanus erblickte gesund und kräftig das Licht der Welt im Jahr 496. Frankreich ist sein Vaterland. Von seinen Eltern, die vortreffliche Anlagen an ihm fanden, wurde er mit seinem Vetter Stratidius fleißig in die Schule geschickt. Da kam eine neue Gefahr über ihn. Die Mutter des Stratidius, ein boshaftes Weib, wollte nämlich unsern Germanus, um seine reiche Erbschaft, die er von seinen Eltern zu erwarten hatte, in ihre Gewalt zu bekommen, aus dem Wege räumen. Zu dem Ende bereitete sie zwei Gläser mit Wein für Germanus und Stratidius, in das eine Glas aber, welches ersterem zugedacht war, mischte sie Gift und befahl dann der Magd, die Gläser den beiden Knaben zu bringen. Die Magd aber, welche von dem Anschlage nichts wusste, verwechselte die Gläser und Stratidius trank das Gift, welches ihn zwar nicht tötete, aber in ein unheilbares Siechtum stürzte; Germanus aber war gerettet. &lt;br /&gt;
Um nun ähnlichen Gefahren zu entgehen, begab er sich nach Lazy zu seinem Vetter, der ein überaus frommer Priester war, ihn mit aller Liebe aufnahm und in den Wegen der Frömmigkeit und der Wissenschaft sorgfältig unterrichtete. Beide schlossen die innigste Freundschaft mit einander. Früh morgens erhoben sie sich von ihrem Lager und eilten auch im heftigsten Sturm und Wetter in die eine Stunde weit entfernte Kirche, wo Germanus mit aller Andacht dem Priester am Altar diente. Zu Hause beteten und studierten sie miteinander und übten sich auch in strengen Abtötungen. 15 Jahre lebte Germanus bei seinem Vetter und obschon er sich immer gerne verborgen hielt, wurde doch seine Frömmigkeit bekannt und Gott fügte es, dass der selige Agrippinus, Bischof von Autun, ihn zum Priester weihte und sein Nachfolger ihn zum Abt des Klosters St. Symphorian bestimmte. &lt;br /&gt;
Germanus erhob sich aber in dieser neuen Würde nicht; er hielt sich für den Letzten der Brüder und hatte keine andere Freude, als den Armen Gutes zu tun; er beherbergte, speiste und kleidete sie auf Kosten des Unterhalts für die Brüder. Als eines Tages kein Stücklein Brot mehr im Kloster war, weil Germanus alles verteilt hatte, murrten die Mönche; er aber ging still in seine Zelle und flehte dort vertrauensvoll zu Gott um Hilfe. Und siehe da, er hatte sein Gebet kaum beendet, als zwei Saumrosse bei der Klosterpforte anhielten, mit Lebensmitteln schwer beladen; eine fromme Frau hatte sie gesendet. Des anderesn Tages kam ein neuer Vorrat. Jetzt schämten sich die Mönche und verehrten ihren Abt wie einen Heiligen, der aber auch heilig lebte und allen voranleuchtete.&lt;br /&gt;
Als der Bischof von Paris starb, wurde Germanus, der überall wegen seines Wandels bekannt war, zu dessen Nachfolger erwählt. Vier Jahre zuvor schon hatte ihm dieses Gott angedeutet. Es erschien ihm nämlich in einem Traumgesicht ein ehrwürdiger Greis, der ihm die Schlüssel von den Toren der Stadt Paris mit den Worten überreichte: „Ich gebe dir diese Schlüssel, damit du die Einwohner von Paris vom Untergange rettest.“ – Sein Leben war das Leben eines apostolischen Bischofs. Fast die ganze Nacht widmete er dem Gebet, immer trug er im Winter und Sommer dieselbe ärmliche Kleidung; sein Zimmer ließ er sich auch bei der strengsten Kälte nicht heizen. An seinem Tisch, mit gemeinen Speisen besetzt, hatte er gewöhnlich mehrere Arme um sich, die er bediente; jede Stunde des Tages konnten die Unglücklichen sich bei ihm Rat und Trost holen. Mit größtem Eifer predigte er und bald war die Stadt Paris wie umgewandelt. Unter denen, welche durch seine eindringlichen Predigten zu einem besseren Leben sich gemahnt fühlten, befand sich auch der König Childebert. Dieser suchte durch Almosen seine Sünden zu tilgen und gebrauchte gewöhnlich den frommen Bischof zur Verteilung desselben. Eines Tages übergab er ihm 6000 Goldgulden, von denen Germanus die Hälfte sogleich unter die Armen verteilte, weil er nicht mehr fand, denen er das Übrige geben konnte. Als nun der Heilige beim König wieder erschien, fragte ihn dieser, ob er noch etwas vom Geld besitze. Als ihm nun der Heilige eröffnete, dass er noch die Hälfte habe, entgegnete er: „Gebt auch das Übrige noch hin, mit der Hilfe Gottes werden wir immer etwas geben können.“ War die Not groß, so ließ der König seine Geräte von Gold und Silber einschmelzen und übergab es dem heiligen Bischof zu Werken der Liebe. So gaben der König und Bischof das schönste Beispiel christlicher Barmherzigkeit. O dass doch die Großen der Erde ihre vergänglichen Güter auf solche Weise verwendeten, welch reichliche Zinsen für Zeit und Ewigkeit würden sie tragen! &lt;br /&gt;
Der König Childebert wurde aber vom heiligen Bischof in der Barmherzigkeit übertroffen. Er hatte dem Heiligen ein Pferd zum Gebrauch geschenkt mit der Bedingung, es niemals wegzugeben, denn er wusste, dass Germanus alles verschenke. Längere Zeit befolgte der heilige Bischof den Willen des Königs; als er aber einst einen Gefangenenen in großer Not sah, verkaufte er das Pferd und löste den Gefangenen aus. Der Käufer hatte aus Geiz den Preis des Pferdes herabgedrückt, dafür aber wurde er gestraft; denn des andern Tages fand er das Pferd tot im Stall. Besonders hatte der Heilige ein großes Mitleid mit den Kriegsgefangenen, die zu damaliger Zeit sehr hart behandelt wurden. Gebet, Fürbitten und Geld wendete er an, um sie zu befreien; mehrere befreite er wunderbar durch sein Gebet. &lt;br /&gt;
Als Childebert gestorben war, wurde Klotar sein Nachfolger. Dieser behandelte den Heiligen gleichgültig und ließ ihn einmal sogar längere Zeit, ohne ihn zu sprechen, vor seiner Türe warten. Germanus ging ruhig nach Hause, wurde aber bald zum König gerufen; denn dieser wurde plötzlich krank. Der Heilige erschien, legte dem Kranken den Saum seines Mantels auf die Glieder und sogleich war er gesund. Jetzt achtete er den Heiligen überaus und schenkte ihm alles Vertrauen. &lt;br /&gt;
Nach seinem Tod teilten seine Söhne das Reich unter sich. Charibert wurde König von Paris und verstieß seine Gemahlin, um ein Kammermädchen zu heiraten; nach deren Tod nahm er ihre Schwester, eine Klosterfrau, zur Ehe. Germanus stellte ihm mit ernsten Worten die Größe seiner Laster vor Augen, jedoch vergeblich. Nun tat der Heilige ihn und seine Mitschuldige in den Bann. Da keine Besserung erfolgte, trat Gott ins Mittel. Der König und die Ehebrecherin starben plötzlich nacheinander. &lt;br /&gt;
Viel hatte der heilige Germanus im Weinberg des Herrn gearbeitet, tausende von Sündern und Ungläubigen zu Gott bekehrt, die Tränen von zahllosen Unglücklichen getrocknet und überallhin das Reich Gottes, besonders durch Erziehung frommer Priester, auszubreiten gesucht, da rief ihn endlich der Herr zu sich am 28. Mai 576, um ihm den Lohn seiner Treue zu geben. Sein Grab verherrlichte Gott durch große Wunder. &lt;br /&gt;
Der heilige Germanus wird abgebildet in bischöflicher Kleidung, neben sich ein brennendes Haus, das durch sein Gebet gelöscht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der brüderlichen Liebe&lt;br /&gt;
Der heilige Germanus hatte ein gar liebevolles Herz; sein ganzes Leben war ein Leben der Liebe; und nichts fiel ihm schwerer, als wenn er sah, dass durch Bosheit, Hartherzigkeit, Streit oder Zank die brüderliche Liebe verletzt wurde. Er tat daher auch folgenden Ausspruch, der von seiner Gesinnung Zeugnis gibt: „Es leuchtet allen sonnenklar ein: Wer die brüderliche Liebe außer Acht lässt, der verachtet die Gemeinschaft der Christen und hält es nicht mit der Wahrheit. Wider ihn reden alle Propheten, ihn verabscheuen alle Apostel und Gott der Allmächtige, dessen Gebot er übertritt, wird ihn richten.“ Diese Worte sprach er zu Siegbert, des König Klotars Sohn, der mit seinem Bruder in tödlicher Feindschaft lebte. Vergeblich warnte und mahnte ihn der Heilige und drohte ihm mit der Strafe des Himmels. Siegbert folgte nicht und wurde durch Meuchler ermordet, wie es der Heilige vorausgesagt hatte. &lt;br /&gt;
O christliche Seele, verletzte doch niemals die Liebe; denn sie ist die Liebestugend Jesu gewesen und ihr hat er vor allem den Himmel verheißen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Mein Jesus, der du ganz Liebe bist und das Feuer der Bruderliebe auf die Erde gebracht hast, damit es in Aller Herzen entbrenne, entzünde auch mein Herz mit diesem himmlischen Feuer, damit ich alle Menschen liebe und durch diese Liebe selig werde. &lt;br /&gt;
Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Mechthild&amp;diff=2874</id>
		<title>Mechthild</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Mechthild&amp;diff=2874"/>
		<updated>2009-02-19T10:33:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;10. April: Die heilige Mechtildis, Jungfrau und Äbtissin&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
um das Jahr 1302&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest (trid. Kalender): 10. April&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heilige Mechtildis, eine leibliche Schwester der heiligen Getrudis, stammt aus einer adeligen Familie zu Eisleben in Sachsen. Bei ihrer Geburt war sie dem Tode nahe und man musste daher mit der Taufe eilen. Der Priester aber, welche die heilige Taufe vornahm, sagte: „Was fürchtet ihr? Dieses Mägdlein wird nicht sterben, sondern eine Heilige werden und im guten Alter sterben.“ Was der fromme Priester voraussagte, trat wirklich ein. – Frühzeitig zeigten sich schon deutliche Spuren großer Frömmigkeit an Mechtildis. Sie vermied die kindlichen Spielereien, und besonders alles, was die Unschuld des Herzens beflecken konnte. Als sie sieben Jahre alt war, ging sie einmal mit ihrer Mutter in das nahe Kloster Rodalsdorf. Der heilige Friede, welcher im Kloster herrschte, die freundlichen heiteren Gesichter der frommen Nonnen, ihre Sittsamkeit und Bescheidenheit machten auf Mechtild einen tiefen Eindruck. Hier, dachte sie sich, will ich bleiben, hier will ich meinem Jesus dienen fern von der Welt und ihrer eitlen Lust. Sogleich bat sie die guten Nonnen um Aufnahme, und obschon ihre Mutter alle Mühe anwandte, sie davon abzuhalten, beharrte sie doch bei ihrem Entschlusse und erklärte, sie werde das Kloster nicht mehr verlassen. Endlich musste die Mutter nachgeben und Mechtildis, obschon noch ein kleines Mädchen, fing sogleich an, mit allem Eifer und Ernste im Kloster die Regeln zu beobachten und nach Heiligkeit zu streben. Vor allem übte sie den Gehorsam auf das Pünklichste; was ihr immer aufgetragen wurde, das vollführte sie mit Freuden ohne Widerrede. Allen im Kloster wollte sie dienen und gerade die niedrigsten Dienste tat sie am Liebsten. Obwohl sie von schwacher Leibesbeschaffenheit war, so wollte sie doch kein Fleisch und keinen Wein genießen und beständig hielt sie ihren Leib in Zucht, vermied aber dabei alles Aufsehen. Sie wollte nichts gelten, immer die Letzte und die Geringste sein und Niemand anderen als Gott allein gefallen. So brachte sie ganz still und verborgen die Mädchenjahre zu. Als sie zur Jungfrau herangewachsen war, legte sie feierlich die Klostergelübde ab und weihte sich nun ganz ihrem geliebten Bräutigam Jesus. Ihr Eifer wurde nun noch größer, aber auch die Gnaden, welche sie von Gott empfing. Jesus selbst verband sich mit ihr auf unaussprechlich liebliche Weise und wählte sie zu seiner geliebten Braut. Er erschien ihr oft und oft und machte ihr die tröstlichsten Offenbarungen. Von diesen will ich nur Einige erzählen. Als sie einst im Gebete betrachtete, wie der Herr Jesus so unschuldig von dem ungerechten Richter war verurteilt worden, sprach der Heiland zu ihr: „Komm mit mir vor das Gericht.“ Er nahm sie dann mit sich und stellte sie vor seinen himmlischen Vater. Da hörte sie nun aus dem Munde aller Heiligen und aller Kreaturen Klagen wider sie: wie sie oft träge gewesen in der Liebe Gottes, nach dem Lichte Gottes nicht immer gewandelt wäre und unnütze Gedanken geführt hätte ..., und alle Kreaturen hörte sie dann rufen, dass sie unwürdig sei des Dienstes der Geschöpfe. Mechtildis erschrak, aber Jesus wandte sich zu seinem Vater und sprach: „Auf alle diese Klagen will ich für sie antworten; denn ich liebe sie.“ „Was aber hat dich dazu bewogen, dass du sie so liebest?“, entgegnete der Vater. Jesus antwortete: „Meine Erwählung.“ Nun fasste Mechtildis Vertrauen und opferte Jesum dem Vater dar zum Ersatze für ihre Fehler und der Vater nahm das Opfer mit aller Freude hin und verzieh ihr Alles. Opfere auch du, christliche Seele, öfters Jesum dem himmlischen Vater für deine Sünden, besonders nach der heiligen Kommunion, wo Jesus wirklich in deinem Herzen ist.&lt;br /&gt;
Einstmals war Mechtildis sehr betrübt, dass sie die von Gott ihr verliehene Zeit nicht immer nützlich angewendet und die Gaben Gottes verschwendet habe. Da sprach Jesus zu ihr: „Beruhige dich; sieh, ich will alle deine Schulden ersetzen und all deine Versäumnisse erfüllen“, und als sie doch nicht aufhörte zu klagen über ihren Undank, fuhr Jesus weiter: „Wenn du mir vollkommen treu bleibst, dann wird es dir lieber sein, wenn ich deine Versäumnisse ersetze, als wenn du es selbst tätest; damit nur meine Liebe gelobt und geehrt werde.“ &lt;br /&gt;
Einstmals sah sie nach der heiligen Kommunion, dass Jesus ihr Herz aus der Brust nehme und mit seinem Herzen ganz vereinige, und dabei hörte sie ihn sagen: „Also wollte ich, dass die Herzen der Menschen mit mir durch das Verlangen eins wären, so dass der Mensch nichts für sich verlangte, sondern all sein Verlangen nach meinem Herzen einrichtete, gleichwie zwei Luftzüge nur eine Luft werden. Es soll also der Mensch, wenn er irgend ein Werk verrichtet, sprechen: „Herr, in Vereinigen mit deiner Liebe, durch welche du hast arbeiten wollen und noch immer in den Seelen wirkest und auch mir dieses Werk auferlegt hast, tue ich nun dieses dir zum Lob und anderen zu Nutzen, auf solche Weise, sprach Jesus weiter, wird der Mensch ein Geist mit mir durch die Liebe.“&lt;br /&gt;
Ein anderes Mal zeigte ihr Jesus das Kleid, das jeder Mensch haben müsse, der zur himmlischen Hochzeit kommen wolle. Es war nämlich ein aus goldener, weißer und Purpur-Farbe wunderbar gewebtes Kleid: ihr wurde dabei gesagt: „Dieses ist das hochzeitliche Kleid, welches bereitet ist aus der weißen Farbe der Herzensreinheit, aus dem Purpur der Demut, aus dem Golde der Liebe. Wer dieses Kleid haben will, der muss ein reines Herz haben; er darf keinen bösen Gedanken im Herzen lassen und Alles, was er sieht und hört, nur zum Guten anwenden und in Liebe beurteilen. Er muss sich demütig und mit sanftem Herzen seinen Vorgesetzten, ja allen Kreaturen unterwerfen; er muss Gott aus ganzem Herzen lieben und alles im Vergleiche mit Gott für gering und nichtig halten. &lt;br /&gt;
Ein anderes Mal sprach Jesus zu ihr: „Kein Ding macht mir mehr Freude als die Herzen der Menschen; aber ach, während ich an allen Gütern Überfluss habe, leide ich so oft Mangel an Herzen, die mich lieben“; dann sah sie den Heiland in blutigem Kleide vor sich stehen und hörte ihn sagen: „Gleichwie ich mich auf dem Altare des Kreuzes für die Sünder aufgeopfert, so stehe ich noch mit der nämlichen Liebe vor meinen Vater und opfere ihm alle Arten meienr Leiden für die Sünder: und das ist mir das Allerliebste, dass der Sünder durch wahre Buße sich zu mir bekehre und lebe.“ – &lt;br /&gt;
Wieder zeigte ihr eines Tages der Herr ein sehr hohes und weites Haus, innerhalb welchem sie ein anderes kleineres sah, das aus Zedernholz gemacht und inwendig mit silbernen, sehr glänzenden Platten ausgelegt war. In dieses Hauses Mitte saß der Herr. Dies Haus, erkannte sie wohl, sei das Herz Gottes, denn sie hatte es in solcher Gestalt oft gesehen. Das inwendige Häuschen aber stellte die christliche Seele dar, die wie das Zedernholz unverweslich, das heißt unsterblich und ewig ist. Des Häuschens Türe stand gegen Morgen und hatte einen goldenen Riegel; an dem Riegel hing ein goldenes Kettlein, das sich hinzog nach dem Herzen Gottes, so dass, wenn die Türe aufgetan ward, sie das Herz Gottes in Bewegung zu setzen schien. Durch die Türe verstand sie, werde bezeichnet das Verlangen der Seele, durch den Riegel deren Wille, durch das Kettlein die Gnade Gottes, welche allzeit dem Verlangen und dem Willen der Seele zuvorkommt, sie aufweckt und zu Gott zieht. Und der Herr sprach zu ihr: „So ist deine  Seele allzeit in meinem Herzen verschlossen und ich in dem Herzen deiner Seele. Wiewohl du mich nun in deinem Innersten umschlossen haltest, so dass ich inniger in dir bin als dein Innerstes; so ist doch mein göttliches Herz so unendlich erhaben und hoch über deiner Seele, dass es von dir nicht berührt werden kann. Dies wird eben durch die Höhe und Weite dieses Hauses bedeutet.“ Aber Mechtildis bat nun den Herrn, dass er sie wohl bereiten möge zum Empfange seines hochwürdigsten Fronleichnams. Da antwortete er ihr: „Wenn du mich empfangen willst, besieh zuvor das Haus deiner Seele, ob seine Wände nicht befleckt und unrein sind. An der Morgenseite habe Acht, ob du fleißig oder nachlässig gewesen in allen Dingen, die Gott gehören, als: im Lobe Gottes, in der Danksagung, im Gebete, in der Haltung seiner Gebote. An der Mittagseite merke, ob du andächtig gewesen gegen meine Mutter und alle Heiligen, und wie viel du dich gebessert durch ihr Beispiel und ihre Lehre. An der Abendseite siehe fleißig nach, wie demütig, gehorsam, geduldig bei Ungerechtigkeit du gewesen ... An der Seite gegen Mitternacht forsche, wie getreu du gewesen bist in der gesamten Kirche, wie du gehandelt gegen deinen Nächsten, ob du ihn aus innerster Liebe geliebt, ob du alle seine Widerwärtigkeiten als deine eigenen geachtet, ob du auch für die Sünder und für die Seelen der Gläubigen und für die Dürftigen fleißig gebetet hast? Und wenn du irgend einen Mangel oder Fehler in dir findest, sollst du bereit sein, es wieder durch demütige Buße und Genugtuung gut zu machen.“&lt;br /&gt;
In der heiligen Osterzeit gedachte Mechtildis, welche und was für Güter der Quelle alles Guten entspringen. Da sprach der Herr zu ihr: „Komme und siehe den Mindesten der Heiligen im Himmel, und dann wirst du zu erkennen vermögen den Quell der Güte.“ Während sie sich besann, wo sie diesen Mindesten wohl finden und wie sie ihn erkennen sollte, kam ihr ein Mann entgegen, schön gekleidet, mit krausem, gelben Haare, mittelmäßiger Größe, lieben Angesichts und sehr geschmückt. Da sprach sie zu ihm: „Wer bist du?“ Er antwortete: „Ich war auf Erden ein Räuber und Übeltäter und habe nie ein gutes Werk getan.“ Sie fragte ihn: „Wie bist du in diese Freude gekommen?“ Er antwortete: „Alle meine bösen Werke habe ich nicht aus Bosheit vollbracht, sondern aus Gewohnheit, und weil ich nichts Besseres wusste; ich war nämlich dazu erzogen worden von meinen Eltern. An meinem Ende habe ich darum durch Buße die Barmherzigkeit Gottes erworben. Zehn Jahre befand ich mich im Fegfeuer und habe viele Schmerzen und Quelen erlitten, und nur allein durch unverdiente Güte Gottes ward ich in diese Ruhe geführt. Er zeigte dann der Heiligen alle Güter, welche Gott an ihm so barmherzig vollbracht hat, und das war ihr eine große Freude, und so erkannte sie den Quell in dem Mindesten. &lt;br /&gt;
Einmal sah die Heilige während der heiligen Messe Jesum, den König der Herrlichkeit, sitzen auf hohem Throne. Dieser war durchsichtig, rein wie Krystall, und aus seiner Vorderseite rieselten zwei Bächlein, lauter und wonniglich anzuschauen. In ihnen verstand sie das Bild der Gnade der Vergebung der Sünden und die Gnade des geistlichen Trostes, welche Jeglichem unter der Messe kraft der göttlichen Gegenwart besonders und leichter gegeben werden. Während der Wandlung und Aufhebung der heiligen Hostie stand der Herr vom Stuhle auf und ward gesehen, wie er mit seinen eigenen Händen sein heiliges Herz erhob in Gestalt einer vollen, durchsichtigen und überquellenden Lampe. Diese Lampe floss allseitig und mit solcher Schnelle über, dass große Tropfen aus ihr herabträufelten und dennoch ward die Fülle der Lampe nicht weniger. Darin ward ihr zu erkennen gegeben, dass, wiewohl aus der Fülle des Herzens Jesu Allen genugsame Gnade gespendet wird, soviel Jeder zu fassen vermag, gleichwohl Jesus allzeit selbst vollkommen reich bleibt an aller Seligkeit und er niemand einigen Abbruch leidet. Sie sah auch die Herzen aller bei der heiligen Messe Gegenwärtigen, gleichsam mit Stricklein, ebenfalls in Gestalt von Lampen an das göttliche Herz befestigt. Unter diesen waren einige Lampen aufgerichtet, voll von Öl und brennend, einige aber hingen gleichsam lose und umgestürzt. – Sie verstand daraus, dass durch die brennenden und aufgerichteten Lampen die Herzen derer bezeichnet werden, die mit Andacht und Begierde der Messe beiwohnen, durch die umgestürzten aber die Herzen derjenigen, welche es versäumten, sich durch Andacht zu erheben. &lt;br /&gt;
Diese wunderbaren  Gnadenerweisungen ihres göttlichen Bräutigams zogen nun Mechtildis ganz und gar von der Welt ab; sie lebte nur mehr für Jesus. All ihre Gedanken, Worte und Werke waren auf ihn gerichtet; so oft sie sich in das Gebet begab, fragte sie den Heiland immer, welches Gebet ihm am angenehmsten sei und Jesus lehrte sie dann die rührendsten Gebet, deren Kraft das Herz durchdringt, und gab ihr dann auch die heilsamsten Lehren. Als sie an einem Mittwoche in der Osterwoche beim Beginn der heiligen Messe die Worte des Introitus vernahm: „Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters“, wurde sie von ungewöhnlicher Freude erfüllt und sprach zu dem Herrn: „O wenn ich doch Eine unter diesen Gebenedeiten wäre, welche diese deine süßeste Stimme hören werden!“ Sogleich hörte sie die Antwort: „Du sollst wissen, dass du Eine aus ihnen bist, und damit du nicht zweifelst, gebe ich dir mein Herz zum Pfande meiner Liebe und zu einer Wohnung und Zuflucht, damit du immer und besonders in der Stunde des Todes Trost und Ruhe darin findest.“ Von dieser Zeit an begann sie mit der innigsten Andacht das heiligste Herz Jesu zu verehren und oft sprach sie in ihrer Einfalt: „Wenn ich beschreiben müsste all die Gaben, welche ich aus diesem gütigsten Herzen geschöpft, kein Buch von noch so großem Umfange könnte sie fassen.“&lt;br /&gt;
Ihr Leben floss aber nicht immer in Gebet und Betrachtungen und himmlischen Erscheinungen dahin. Sie sollte auch für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen tätig sein. So wurde sie einige Zeit nach Ablegung ihrer Gelübde nach Bayern in das Kloster Dießen am Ammersee geschickt, um dort das Amt einer Äbtissin zu übernehmen. Bald führte sie dort durch ihre Milde und Sanftmut, noch mehr durch ihr erhabenes Beispiel die beste Zucht und Ordnung ein. – Im Kloster Edelstetten, in Schwaben, zwischen Augsburg und Ulm, war um diese Zeit große Lauigkeit eingerissen. Mechtildis erhielt von den Bischöfen des Landes den Befehl, dorthin zu gehen und dem Übel abzuhelfen. Mechtildis weigerte sich demütig, fügte sich aber dem Gehorsam und in kurzer Zeit vollbrachte sie das Werk der Besserung unter den Klosterfrauen, die ihrem leuchtenden Beispiele nicht widerstehen konnten. Aus ihrem Gesichte leuchtete himmlische Sanftmut und Liebe; was sie den Schwestern befahl, das tat sie selbst zuerst. Sie teilte ihre ganze Zeit zwischen Gebet, Lesen und Handarbeit. Sie hatten kein anderes Bett als ein wenig Stroh; ihre Nahrung war Brot und Gemüse und selbst dies war wenig. Sie beobachtete das strengste Stillschweigen und ihr Herz war immer so voll Reue und Zerknirschung, dass ihre Augen beständig Tränen vergossen. Besonders ging sie gerne mit Armen, Elenden, Leidenden, Versuchten und armen Sündern um, für welche sie betete und immer Trost und Hilfe bei der Hand hatte. Während ihres ganzen Lebens hatte sie immer heftige Kopfschmerzen, so dass sie immer krank war; aber all diese Leiden nahm sie mit der größten Geduld hin, und ihre einzige Klage war nur, dass sie nicht mit den übrigen Schwestern dem Gebete und Gottesdienste zu Nachts beiwohnen konnte. Nachdem sie 57 Jahre alt geworden und 50 Jahre im Orden zugebracht hatte, nahte endlich die Stunde ihres Todes. Drei Jahre zuvor wurde sie noch mit den heftigsten Schmerzen heimgesucht und von ihrer heiligen Schwester Gertrudis auf das Liebreichste gepflegt. Am letzten Tage ihres Lebens, da sie schon in den letzten Zügen lag, konnte sie nur mehr die Worte hervorbringen: „O guter Jesus, o guter Jesus!“ Diese Worte wiederholte sie immer und sah so dem Tode freudig entgegen. Im letzten Augenblicke erschien ihr Jesus voll der göttlichen Majestät und lud sie zur Heimreise ein mit den lieblichen Worten: „Komm Gesegnete meines Vater“; sie aber rief sterbend: „Wo ist mein Unterpfand?“ Sie wollte nämlich den Heiland an ein Versprechen erinnern, das er ihr einstens gemacht hatte mit den Worten: „Du sollst das Sterben nicht fürchten, denn du hast mein Herz zum Unterpfand, zum Zufluchtshause und zur ewigen Wohnung empfangen und an dem Tage, wo ich dich heimholen werde, sollst du mir selbes zum Zeugnis wieder überliefern.“ So gab denn die Heilige ihrem göttlichen Heilande das Herz zurück, das heißt, die flammende Liebe, die er ihrem Herzen eingesenkt, denn sie sollte jetzt mit ihm ewiglich vereinigt, seiner Herrlichkeit teilhaftig werden. Sie starb am Tage der heiligen Elisabeth, am 19. November, um das Jahr 1302. Ihre heilige Schwester Gertrudis sah in einer Entzückung ihre Seele in Gestalt eines holdseligen Mädchens, prächtig geschmückt, in die Arme Jesu fallen und begierig aus seinen heiligen Wunden himmlische Seligkeit trinken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Aloysius&amp;diff=2855</id>
		<title>Aloysius</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Aloysius&amp;diff=2855"/>
		<updated>2009-02-18T14:47:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Der heilige Jüngling Aloysius von Gonzaga. Jahr 1591 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 21. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages befand sich die heilige Magdalena von Pazzis zu Florenz in seliger Entzückung. Ihre Augen waren zum Himmel gerichtet, auf ihrem Antlitz strahlte himmlische Freude und mit heller Stimme rief sie aus: „O welch große Glorie besitzt der heilige Aloysius, der Sohn des heiligen Ignatius! Niemals hätte ich dies geglaubt, wenn mir nicht mein Jesus solches gezeigt hätte. Aloysius ist ein großer Heiliger, und ich wollte, ich könnte die ganze Welt durchwandern und rufen, dass Aloysius, der Sohn des heiligen Ignatius, ein großer Heiliger ist; Aloysius ist ein verborgener Martyrer gewesen! O wie gewaltig hat er Gott auf Erden geliebt! Nun genießt er Ihn im Himmel durch vollkommene Liebe!“&lt;br /&gt;
So gibt Jesus selbst durch seine heilige Dienerin Magdalena dem heiligen Jüngling Aloysius das Zeugnis himmlischer Glorie, und in der Tat wirst du finden, lieber Leser, dass Aloysius wegen seines egenreinen Lebens auf Erden diese hohe Gnade verdient hat. &lt;br /&gt;
Im nämlichen Jahr (1568), wo der heilige Jüngling Stanislaus dies zeitliche Leben verließ, wurde Aloysius im Schloss Kastiglione am 9. März geboren. Sein Vater war Ferdinand Gonzaga, Fürst des römischen Reiches und Markgraf; seine Mutter Martha stammte aus einem alten Königsgeschlecht. Seine Geburt hätte bald ihm und seiner Mutter das Leben gekostet; schon verzweifelten die Ärzte an der Rettung, als die mächtige Himmelskönigin Maria ins Mittel trat. Die Mutter hatte nämlich im Augenblick der Gefahr das Gelübde getan, mit ihrem Kind nach Loreto eine Wallfahrt zu machen, wenn ihr Hilfe werde, und sogleich ward sie glücklich von einem Knaben entbunden, dem, noch ehe er das Licht der Welt erblickte, schon die Gnade der heiligen Taufe und der schöne Name Aloysius, zu deutsch „Sieger“ zuteil wurde, denn er hat wirklich drei Feinde: Welt, Teufel und Fleisch besiegt und die Siegeskrone erlangt!&lt;br /&gt;
Seine äußerst fromme Mutter betrachtete ihn als ein Geschenk des Himmels, denn ehe er geboren war, gehörte er schon durch die Taufe dem Himmel an. Durch das Zeichen des heiligen Kreuzes weihte sie ihn Gott dem Herrn, empfahl ihn der jungfräulichen Gottesmutter Maria und betete um die Gnade, dass ihr Sohn niemals durch ein Laster seine Unschuld beflecke. &lt;br /&gt;
Kaum konnte der kleine Aloysius die ersten Worte lallen, so lehrte sie ihn schon das Kreuzzeichen machen, die heiligsten Namen Jesus und Maria aussprechen und das Vaterunser und den englischen Gruß hersagen. – Aloysius aber sog die Frömmigkeit mit der Muttermilch ein; er konnte noch nicht recht gehen, so suchte er schon im Haus irgendeinen verborgenen Ort, um dort zu beten. Oft fand man ihn betend in einem Winkel oder hinter einem Haufen Holz knien. Seine fromme Mutter hatte hierüber die größte Freude, weil sie schon längst das Verlangen hegte, dass Aloysius in irgendein Kloster treten möchte. Allein der Vater, ein leidenschaftlicher Kriegsmann, wollte aus seinem Sohn einen tapferen Soldaten bilden, und um ihm hierzu Liebe und Eifer einzuflößen, gab er ihm zum Spielzeug kleine Gewehre, Schwerter und andere Waffen in die Hand. Auch nahm er ihn mit in das Lager von Kremona, um die Soldaten und ihre Kriegsübungen zu sehen.&lt;br /&gt;
Aloysius fand Wohlgefallen an dem Soldatenleben, aber Gott äußerte bald wieder seinen Sinn. Einmal wollte er ein Schießgewehr abfeuern und verwundete dabei sein Angesicht; ein anderes Mal entwendete er den Soldaten heimlich aus den Patrontaschen Pulver, lud damit eine Kanone und feuerte sie ab. Dabei kam er nun in große Gefahr; denn die Räder der Kanone hätten ihn beinahe zermalmt, wenn nicht sein heiliger Schutzengel ihn gerettet hätte. Diese Unfälle kühlten seinen Eifer ab; als er aber die Flüche und unkeuschen Reden der Soldaten hörte und unverständigerweise nachahmte, da trat Gott in das Mittel. Des Aloysius Hofmeister hörte nämlich davon, machte ihn auf diese schändlichen Worte aufmerksam und flößte ihm den größten Abscheu und die bitterste Reue hierüber ein. Aloysius beweinte im größten Schmerz seinen kindlichen Leichtsinn und sein ganzes Leben lang hörte er nicht auf, über diesen Fehltritt zu trauern und zu weinen. Jetzt aber wandte er sich mit ganzem Herzen wieder zu Gott, um sich nie mehr von ihm zu trennen. Vom Soldatenleben wollte er nichts wissen; Gebet, Studium und heilige Übungen waren ihm das liebste Geschäft. Besonders lieb hatte er die Armen, denen er mitteilte, soviel er nur konnte. Seine Bescheidenheit, sein sanftes, stilles Betragen, absonderlich aber seine engelreine Unschuld, zogen aller Augen auf sich. Selbst hochgelehrte Männer wurden von seinem Anblick erbaut und die in seinem Innern verborgenen Gnadengaben wusste der Teufel selbst den Menschen zu entdecken. Denn als einst zu Kastiglione ein Franziskaner von einem Besessenen den Satan austreiben wollte, da heulte dieser gräulich, erhob seine Hand, deutete auf Aloysius, der mit seinem Bruder zusah, und rief mit lauter Stimem: „Seht ihr jenen? Er ist es, auf welchen der Himmel und in demselben ein großer Ruhm wartet!“ – Aller Augen richteten sich auf Aloysius, der tiefbeschämt sich verbergen wollte und mit niedergeschlagenen Augen sich entfernte. &lt;br /&gt;
Aloysius war jetzt sieben Jahre alt; in diesem Jahr hatte er sich auch ganz dem Dienst Gottes geweiht und den Anfang zu seinem heiligen Leben gemacht. Sein Vater war in den Krieg gezogen; seine fromme Mutter und der fromme Hofmeister Turzius leiteten sorgfältig seine Erziehung. All seine Freude fand er im Gebet. Wenn er früh morgens vom Bett sich erhob, bezeichnete er sich mit dem Kreuz; unter Gebet zog er seine Kleider an und dabei war er so schamhaft, dass er weder selbst irgendein Teil seines Leibes entblößt ansah, noch von dem Bedienten ansehen ließ; ja der Bediente durfte ihm nicht einmal den bloßen Fuß berühren. War er angekleidet, dann kniete er sich vor ein heiliges Bildnis nieder und verrichtete sein Morgengebet. Hierauf betete er die sieben Bußpsalmen und das Offizieum der heiligen Jungfrau mit solcher Andacht und so eifrig, dass er es nicht einmal auf dem Krankenbett unterließ. Als er etwas älter wurde, fügte er zu den mündlichen Gebete noch eine Stunde Betrachtung hinzu. – Wenn er sich aus Vergessenheit eher in das Bett gelegt, als er sein Gebet verrichtet hatte, was aber nur selten geschah, und er entsann sich dessen, dann sprang er sogleich aus dem Bett und verrichtete seine Gebete. Täglich erforschte er abends sein Gewissen mit aller Genauigkeit und an Vorabenden vor den Festtagen betete er vor dem Schlafe mehrere Stunden; ja mitten in der Nacht stand er heimlich vom Bett auf und weihte mehrere Stunden, im bloßen Hemd auf dem Boden kniend, in finsterer Nacht dem Gebet. Da er dies auch im kalten Winter tat, so geschah es, dass er vor Kälte am ganzen Körper erstarrte und vor Schwäche auf den Boden hinsank. Einstmals, wo er bis in die späte Nacht beim Licht betete und vor Mattigkeit einschlief, ergriff das Licht die Vorhänge des Bette und er wäre beinahe verbrannt, wenn ihn sein heiliger Schutzengel nicht geweckt hätte. &lt;br /&gt;
Außer den längeren Gebeten, welche er verrichtete, gebrauchte er häufig noch kürzere, nämlich sogenannte Schlussgebetlein. Er ließ so oft und vielfältig solche kurze Seufzer der Liebe, der Anbetung, des Dankes, der Reue usw. Zu Gott emporsteigen, dass die Hausgenossen zu sagen pflegten, es scheine, Aloysius wolle mit allen Wänden reden. Stieg er die Stiege hinan, so betete er auf jeder Stufe den englischen Gruß. Täglich wohnte er dem heiligen Messopfer bei und diente dem Priester als Ministrant mit solcher Andacht am Altar, dass man einen Engel zu sehen glaubte. An Sonn- und Festtagen hörte er die Predigt mit solcher Aufmerksamkeit, dass ein berühmter Prediger sagte: „Wenn ich recht eifrig predigen wollte, so dürfte ich nur Aloysius ansehen.“&lt;br /&gt;
Die größte Freude machten ihm Bilder und Rosenkränze, welche ihm die Klostergeistlichen schenkten, und mit einer Art Heißhunger las er in geistlichen Büchern. Nie traf man ihn in seinem Zimmer, ohne dass er betete oder eine geistliche Lesung hielt. &lt;br /&gt;
Da er schon in der Stunde seiner Geburt vorzüglich durch die Hilfe der Mutter Gottes aus der Todesgefahr gerettet wurde, so hatte er denn auch eine glühende Andacht zu Maria, der reinsten Jungfrau. Wenn er nur von dieser heiligen, geliebten Mutter reden hörte, brannte sein Herz vor Liebe, und so oft er ihren Namen aussprach, fühlte er die lieblichste Süßigkeit in seinem Inneren. Um seiner heiligen Mutter Maria ein Zeichen seiner innigen Liebe zu geben, fasste er den Entschluss, zur Nachahmung ihrer Jungfräulichkeit und zur Ehre ihrer unbefleckten Empfängnis, das Gelübde beständiger Keuschheit abzulegen. Als er 9 Jahre alt war, legte er wirklich zu Florenz, wo er sich mit seinem Bruder befand, vor dem Bild der hohen Himmelskönigin das Gelübde ewiger Jungfräulichkeit ab. Nachdem er dies getan hatte, wandte er auch alle Mittel an, um sein Herz immer unbefleckt zu bewahren. Vor allem vermied er sorgfältig jeden Umgang und alles Zusammentreffen mit Frauenspersonen. Selbst jede Unterredung und sogar der Anblick derselben war ihm lästig. Zwei Prinzessinnen, die noch Kinder waren, luden ihn einst ein, mit ihnen im Garten zu spielen, allein Aloysius wollte nichts davon wissen. Einst befand er sich allein in seinem Zimmer, da schickte seine Mutter eine vornehme Dame zu ihm, um ihm etwas zu sagen. Aber Aloysius öffnete nur ein wenig die Türe, hörte sie mit niedergeschlagenen Augen an und schickte sie mit einer kurzen Antwort wieder fort. Ja nicht einmal mit seiner Mutter wollte er allein reden, und Frauenzimmer, die er Anstands halber besuchen musste, sah er niemals an. Einstmals sollte er bei einem Pfänderspiel den Schatten eines Mädchenkopfes an der Wand küssen. Er wurde vor Scham blutrot im Gesicht und entfernte sich augenblicklich. Unter den Gnaden, um welche er seinen Vater bat, war die erste diese, dass er ihm gestatte, nie mit Frauenzimmern reden und in ihre Gesellschaften gehen zu müssen. &lt;br /&gt;
Sein Oheim hatte einst ihm und seinem Bruder zu Liebe ein Gastmahl bereitet. Aloysius aber wollte dabei nicht erscheinen, denn er wusste gar wohl, dass bei Gastmählern und Trinkgelagen die Unschuld große Gefahr leide. Als er aber endlich auf vieles Zureden oder vielmehr auf Befehl erschien, gab er das schönste Beispiel der Sittsamkeit. Denn als man nach aufgehobener Tafel einen Tanz aufführte und ein vornehmes Fräulein ihn zum Tanz einlud, da verließ´er, ohne ein Wort zu sagen, die Gesellschaft und begab sich in sein Wohnzimmer, wo er sich in einem Winkel niederkniete und betete. &lt;br /&gt;
Hier muss ich gleich beifügen, was ihm später begegnete. Als er 13 Jahre alt war, musste er mit seinem Vater die Kaiserin Maria von Österreich nach Madrid in Spanien begleiten und dort am Hof ihr öfters die Aufwartung machen und sie bedienen. Drei Jahre befand er sich im königlichen Palast, wo es fast täglich die prächtigsten Feste gab; allein er blieb seinen Gebetsübungen und Studien getreu und lebte so züchtig und schamhaft, dass er nie der Kaiserin in das Angesicht schaute und man gewöhnlich sagte, der junge Aloysius scheine keinen Körper zu haben. &lt;br /&gt;
So wie er, um seine Unschuld zu bewahren, jeden Umgang mit Personen des anderen Geschlechtes floh, und beständig seine Augen bezähmte, so machte er es auch mit seiner Zunge und seinen Ohren. Sobald er ein ungeziemendes Wort hörte, wurde er rot im Gesicht, schlug die Augen nieder, tat, als habe er die Rede nicht gehört und zeigte sein Missfallen hierüber, oder er ging sogleich fort. Aus seinem Mund kam niemals ein böses oder unanständiges Wort; seine Worte waren wenig und ernst und in seiner Gegenwart getraute sich niemand irgend etwas Unartiges zu reden. – Einst befand er sich in der Wohnung eines vornehmen Greises; mehrere Jünglinge waren dort versammelt und begannen mit dem Greis allerlei unanständige Scherzreden zu führen. Da ergriff den heiligen Aloysius ein heiliger Zorn und er sprach zu dem Alten: „Sol sich ein ernsthafter Mann, der mit solchen Gaben der Natur und des Glücks ausgerüstet ist wie ihr, nicht schämen, in Gegenwart dieser Jünglinge von solchen Dingen zu reden?“&lt;br /&gt;
Da der heilige Aloysius wusste, dass Müßiggang aller Laster Anfang ist, so suchte er jeden Augenblick der kostbaren Zeit zu benützen und alle unnützen Spiele und Unterhaltungen zu fliehen. Er hatte jeden Tag genau eingeteilt. Einige bestimmte Stunden widmete er dem Gebet, andere schriftlichen Übungen, wieder anderer der geistlichen Lesung, dem Besuch des allerheiligsten Sakramentes und dem Studium. Immer war er beschäftigt. Mit größtem Fleiß lernte er die Wissenschaften; seine Lehrer durften ihn dazu nicht ermahnen. Befvor er zu lernen anfing, machte er vor einem heiligen Bild eine gute Meinung und verrichtete ein kurzes Gebet. In die Schule ging er immer zu Fuß, langsam und mit niedergeschlagenen Augen. Bevor er in die Schule trat, besuchte er zuerst das allerheiligste Altarssakrament. Nur zu frommen Mitschülern setzte er sich in der Schule und mit gespannter Aufmerksamkeit hörte er dem Lehrer zu. – Lärmende Spiele und Vergnügen liebte er nicht; die Einsamkeit war ihm das Liebste. Die Väter Jesuiten hatte er sehr gerne; es freute ihn schon, wenn er sie nur sehen konnte. Er wusste, dass diese ehrwürdigen Priester an gewissen Tagen zur Erholung auf ein Landgut gingen; deshalb stand er schon am frühesten Morgen auf und ging auf das Landgut zu. Während des Spaziergangs, bis die Väter kamen, las er in einem Buch oder betrachtete und pflückte Blumen. Kamen dann die ehrwürdigen Väter, dann grüßte er sie freundlich und folgte ihnen nach, bis sie in das Landhaus eintraten; hierauf kehrte er langsam nach Hause zurück. Konnte er wegen schlechten Wetters seinen gewöhnlichen Gang nicht machen, so begab er sich in das Kollegium der Jesuiten, um sich an den frommen Unterredungen der Väter zu erbauen. Auch mit den Brüdern im Kloster ging er gerne um, besonders mit dem Bruder Pförtner. Es freute ihn sehr, wenn ihm dieser manchmal die Schlüssel anvertraute, während er hinging, um einen Pater zu rufen. – In den Fastnachtstagen, wo die Weltkinder der Ausgelassenheit sich hingaben, ging er zu seinen lieben Vätern in das Kloster, um sich mit ihnen zu unterhalten. Als er sich einst zu Mailand aufhielt, hielten die vornehmen Jünglinge dortselbst während der Fastnacht ein Pferderennen. Alle Jünglinge erschienen mit prächtigen Kleidern und Pferden. – Um nun sein Missfallen an diesem Gepränge zu zeigen, erschien auch Aloysius, aber nicht auf einem Pferde, sondern auf einem schlechten Maulesel, um der stolzen Welt zu spotten und von ihr verspottet zu werden. &lt;br /&gt;
Unnützes Spiel, eitle Scherze und Possen waren ihm verhasst; er floh sie, wo er konnte, und suchte seine Zeit besser zu benützen. Dadurch aber bewahrte er auch seine Unschuld vor Befleckung, die bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich verloren geht. Alle Mittel, welche, wie du gelesen hast, der heilige Aloysius anwendete, um seine Unschuld zu bewahren, wahren ihm noch nicht hinreichend. Er hatte ein rasches, feuriges Temperament; sein Körper war blutreich und sehr schön sein Antlitz. Um nun sein feuriges Gemüt zu bändigen und der Sinnlichkeit keine Nahrung zu lassen, übte er sich in der strengsten Abtötung, obwohl er keine feste Gesundheit hatte.  Dreimal in der Woche hielt er ein strenges Fasten; am Mittwoch und Freitag zu Ehren des Leidens Christi; am Samstag zu Ehren der Mutter Gottes. An diesen Tagen aß er nur drei in Wasser getauchte Stücklein Brot. Ebenso fastete er an de Vorabenden der Festtage. Die übrigen Tage aß er sehr wenig. In seinem elften Jahr fiel er in eine Krankheit und gaben ihm die Ärzte den Rat, im Essen sich einzuschränken. Von dieser Zeit an aß er nur so wenig, dass man sich wundern muss, dass er nicht verhungerte. All seine tägliche Speise war keine zwei Loth schwer. Wenn er bisweilen ein ganzes Ei aß, so glaubte man, er habe eine sehr reichliche Mahlreit gehalten. War er gezwungen, einer Mahlzeit beizuwohnen, so nahm er gewöhnlich das schlechteste Stück, kostete ein wenig davon und legte das Übrige zurück. Diese strenge Enthaltsamkeit beobachtete er auch nach seiner Krankheit bis zum Tode. Und da man sich fürchtete, es möchten seine Leibeskräfte ganz hinwelken, gab er zu verstehen, dass man mehr für die Seele als für den Leib besorgt sein müsse. &lt;br /&gt;
Der heilige Aloysius hatte von Gott die überaus große Gnade erhalten, niemals von unreinen Versuchungen geplagt zu sein; aber dennoch fürchtete er die Schlingen, welche das böse Fleisch dem Menschen legt. Daher fastete er nicht bloß sehr streng, sondern kreuzigte seinen Leib, wie er nur konnte. Schon als zarter Knabe geißelte er sich wenigsten dreimal in der Woche so heftig, dass er seine Kleider häufig mit Blut befleckte. Während der letzten Jahre seines Leibens in der Welt zerfleischte er täglich seinen Leib durch die Geißelung. So lang er keine entsprechende Geißel hatte, nahm er Riemen, womit man zu Hause die Hunde anzuhängen pflegte, Stricke oder Ketten, und züchtigte damit seinen unschuldigen Leib. Die Bedienten sahen ihn oft durch die Ritzen der Tür vor dem Kruzifix knien und sich unbarmherzig schlagen, als wäre er der größte Missetäter. Wenn sie sein Bett machten, fanden sie unter seinem Kopfkissen einen großen Vorrat von Stricken und sein blutiges Nachtgewand, welches sie der Mutter zeigten. Da er kein Bußgewand hatte, nahm er Sporen und band sie mit Stricken an seine nackten Seiten und stieß die eisernen Spitzen tief in sein zartes Fleisch. Zu Nachts legte er sich im Bett auf ein Stück Holz oder eine Latte, und dies tat er, da er noch nicht elf Jahre alt war. Im Winter ließ er in seinem Zimmer nicht einheizen, so dass oft vor Kälte seine Hände aufschwollen und die aufgebrochene Haut blutete. Dennoch nahte er sich nicht dem Feuer, um sich zu wärmen; auch gebrauchte er kein Mittel, um die Geschwulst an seinen Händen zu vertreiben. &lt;br /&gt;
Als sein Vater von dieser Strenge seines Sohnes hörte, zog er sehr gegen ihn los, richtete aber nichts aus. Vielmehr nahm diese Strenge mit den Jahren zu, so dass die Mutter in den Vater drang, Aloysius in ein Kloster gehen zu lassen, weil er sich zu Hause noch ganz aufreiben würde. &lt;br /&gt;
Ein ganz besonderes Mittel, um immer reiner und heiliger zu werden, fand der heilige Aloysius in der öfteren Beichte. Er wollte alle bösen Neigungen in seinem Inneren mit der Wurzel ausrotten und erforschte daher jede seiner Handlungen aufs Genaueste, ob er etwas  Fehlerhaftes daran entdecke. Um dieses besser tun zu können, wählte er sich einen frommen Priester aus der Gesellschaft Jesu zu seinem Beichtvater, dem er mit kindlicher Offenheit sowohl in als außer der Beichte alle seine vermeintlichen Fehler entdeckte; ja er sagte ihm all sein Tun und Lassen, und bat ihn bei jedem Zweifel um Rat. &lt;br /&gt;
Wenn er beichten wollte, so erforschte er lange zuvor schon und mit größter Genauigkeit sein Gewissen. Hierauf trat er mit einer solchen Reue in den Beichtstuhl, als wenn er der größte Sünder wäre. &lt;br /&gt;
Als er einmal zu Florenz eine Lebensbeichte ablegen wollte, wurde er beim Hersagen seiner Sünden, die er begangen zu haben meinte, so sehr von Reue ergriffen, dass er in Ohnmacht sank und von seinem Hofmeister nach Hause geführt werden musste. Alle Wochen beichtete er unter einem Strom von Tränen, obwohl sein ganzes Leben engelrein war und seine kleinen Fehler höchstens in Unterlassung irgend einer Pflicht oder eines guten Werkes bestanden. &lt;br /&gt;
Bis jetzt hatte er das Hauptmittel, um die Unschuld und Reinheit des Herzens zu bewahren, entbehren müssen, nämlich die heilige Kommunion. In seinem zwölften Jahre sollte ihm auch dieses Glück zuteil werden. Der heilige Karl Borromäus, Erzbischof zu Mailand, kam zur Visitation in das Kloster Kastiglione. Hier sah ihn der heilige Aloysius und glaubte nicht einen Menschen, sondern einen himmlischen Geist an ihm zu erblicken. Mit größter Freundlichkeit unterredete sich der heilige Erzbischof mit Aloysius lange Zeit und fragte ihn zuletzt, ob er auch schon zum Tische des Herrn gehe? Als Aloysius ihm erwiderte, dass man ihm die heilige Kommunion bisher nicht gestattet habe, gab ihm der heilige Erzbischof den Rat, recht bald dem himmlischen Mahle sich zu nahen und erteilte ihm zugleich den nötigen Unterricht. Wer hatte jetzt wohl eine größere Freude als Aloysius; die ganze Welt wenn man ihm geschenkt hätte, würde er sie gerne um die hohe Gnade, kommunizieren zu dürfen, hingegeben haben. Der heilige Erzbischof hatte ihm gesagt, dass er ihm des andern Tages selbst den hochheiligen Leib des Herrn reichen würde. Aloysius bereitete sich nun mit der größten Sorgfalt vor. Fast die ganze Nacht brachte er im Gebet zu; am frühesten Morgen betrachtete er eine sTunde lang die Liebe Jesu im heiligsten Sakrament, reinigte sein Gewissen von den geringsten Flecken und empfing dann mit der glühenden Liebe eines Cherubims, schwimmend in Tränen vor Freude, das hochheilige Sakrament!&lt;br /&gt;
Von diesem Tag an empfing er alle Tage die heilige Kommunion und machte dabei auf eine ganz besondere Weise seine Vorbereitung und Danksagung. Er weihte nämlich den Donnerstag dem himmlischen Vater, den Freitag dem göttlichen Sohn und den Samstag dem göttlichen heiligen Geist, um von der heiligsten Dreifaltigkeit die Gnade einer würdigen Kommunion zu erflehen. Nach der heiligen Kommunion weihte er wieder den Montag, Dienstag und Mittwoch der heiligen Dreifaltigkeit, um für die heilige Kommunion den gehörigen Dank zu sagen. &lt;br /&gt;
Es war ihm aber nicht genug, in der heiligen Kommunion sich mit Jesus auf das Innigste zu vereinigen. So oft er nur konnte, besuchte er in den Kirchen das heiligste Sakrament. Da warf er sich vor dem Tabernakel auf seine Knie und verweilte dort in heiliger Entzückung ganze Stunden; ja er wäre immer kniend geblieben, wenn ihn nicht der Gehorsam abgerufen hätte, und er musstse sich dann mit Gewalt losreißen, so sehr hielt ihn die Liebe zu Jesus gefesselt. Als er einmal in der Kirche in Andacht versunken kniete, meldete man ihm, dass sein Bruder mit einem zahlreichen Gefolge auf ihn warte. Aloysius aber gab keine Antwort, sondern blieb zwei Stunden lang unbeweglich auf seinen Knien liegend. &lt;br /&gt;
Da er täglich der heiligen Messe beiwohnte, so hätte er gerne auch mit dem Priester kommuniziert; da er aber dieses nicht konnte, so verrichtete er jedesmal mit glühendem Verlangen die geistliche Kommunion, um doch wenigstens geistigerweise mit Jesus vereinigt zu werden. &lt;br /&gt;
Auf solche Weise nun, lieber Leser, durchlebte der heilige Aloysius seine Knabenjahre; und es wird dich nicht wundern, dass er so ganz rein und unschuldig, wie ein Engel, leben konnte, wenn du bedenkst, wie sorgfältig er alle Mittel anwendete, um den kostbarsten Schatz der Unschuld zu bewahren. Es könnte dir vielleicht scheinen, als sei Aloysius gar zu ängstlich gewesen und er hätte die Strenge übertrieben; allein du sollst bedenken, dass Aloysius auf der einen Seite ganz klar den unschätzbaren Wert der Unschuld erkannte und auf der anderen Seite auch wusste, wie bald dieser kostbarste Schatz befleckt, verdorben und verloren gehen könne! &lt;br /&gt;
Die Kinder der Welt freilich sehen dies nicht ein, weil sie es nicht einsehen wollen; besonders heut zu Tage scheint die englische Keuschheit keinen großen Wert mehr zu haben, weil die Jugend so leichtsinnig ihre Unschuld hingibt; allein in den Augen Gottes, der heiligen Engel und aller frommen Menschen ist die Unschuld das höchste, was ein Mensch besitzen kann; unsterblich ist ihr Andenken und die Anschauung Gottes ist ihr Lohn!&lt;br /&gt;
Bedenke nun dieses Einzige, lieber Leser: Es sind jetzt beinahe 300 Jahre verflossen, seit der heilige Aloysius gelebt hat, und in allen Teilen der Welt ist sein Name bekannt, wird seine englische Unschuld gelobt und gepriesen, wird sein heiliges Leben der Jugend als Muster vor Augen gestellt, pragt sein Bild auf den Altären und wird er um seine mächtige Fürbitte bei Gott angerufen. Während Tausende von mächtigen Fürsten und Herren im Grab vermodert und vergessen sind, strahlt das Grab des heiligen Aloysius in Rom im Glanz der Unschuld und durftet von dem Wohlgeruch himmlischer Reinigkeit zum Preise Gottes und zur Freude der Engel und Menschen! O welch unvergleichlicher Schatz muss doch die Unschuld sein!#&lt;br /&gt;
Bisher hatte der heilige Aloysius, teils unter den Augen seiner frommen Mutter, teils auch unter Leitung seines frommen Hofmeisters, an verschiedenen Orten seine Tage in Erlernung der Wissenschaften und in frommen Übungen zugebracht. Schon lange fühlte er in sich die Sehnsucht, der Welt gänzlich zu entsagen und in klösterlicher Einsamkeit sein Leben zu beschließen. Es war dies auch der Wunsch seiner Mutter, die ihn zärtlich liebte. In seinem Verlangen nach dem Kloster bestärkte ihn auch das Lesen geistlicher Bücher, besonders die Schriften des frommen Ludwig von Granada und die Missionsbriefe aus Indien. Besonders entflammten diese Briefe seinen Eifer für das Heil der Seelen anderer, wenn er darin las, welch große Mühe und Anstrengung die Missionare auf die Bekehrung der Heiden verwendeten. –&lt;br /&gt;
Ich muss deshalb, bevor ich von seinem Eintritt in das Kloster erzähle, noch Einiges von dem Seeleneifer des heiligen Aloysius schon in seinem Knabenalter einschalten. – Der Eifer, auch andere auf den Weg der Frömmigkeit zu leiten, trieb ihn an, dass er an de Feiertagen in die Schulen ging, dort den Kindern die Anfangsgründe unseres Glaubens lehrte, ihnen Abscheu vor der Sünde einflößte und sie zur Sittsamkeit ermunterte. Die kleinen Kinder merkten gerne auf ihn auf, weil er selbst noch klein war und gar so freundlich mit ihnen umging. Mit eben der Freundlichkeit und Liebe nahm er sich auch seiner beiden Brüder Rudolph und Franz und der übrigen Hausgenossen an. Seine Brüder lehrte er die Hände falten, das Kreuz machen und Beten, und damit sie ihm gerne folgten, gab er ihnen nach dem Gebete Obst und andere Süßigkeiten zum Geschenk. Wenn er bemerkte, dass sein Bruder Rudolph die Zurechtweisung seines Hofmeistern zornig aufnahm, tadelte er ihn und mahnte ihn zum Gehorsam. Sein Vater war dem Spiel leidenschaftlich ergeben; oft verspielte er große Summen Geldes. Das tat Aloysius sehr weh; und da er sich nicht getraute, seinem Vater eine Ermahnung zu geben, zog er sich in sein Zimmer zurück, weinte und betete und brachte es wirklich durch sein beharrliches Gebet dahin, dass der Vater seinen Fehler einsah und das Spielen gänzlich unterließ. Den Bedienten und Aufwärtern gab Aloysius das schönste Beispiel. Diese schauten nämlich öfters durch die Ritzen der  Türe in das Zimmer des Aloysius, um zu sehen, was er tue und da sie ihn fast beständig beten sahen, wurden auch sie zum Eifer im Gebet angespornt. &lt;br /&gt;
Als einstens Prinz Jakob, der Sohn des Königs Philipp II. von Spanien, dem Aloysius zu Madrid Gesellschaft leisten musste, zum Fenster hinausschaute und vom Wind belästigt, zornig ausrief: „Höre du, Wind! Ich befehle dir, dass du mir nicht mehr länger lästig fallest“, da sprach Aloysius freimütig zu ihm: „Du kannst mein Herr, wohl machen, dass die Menschen deinen Befehlen gehorchen, aber über die Elemente übt Gott allein alle Herrschaft aus und ihm musst auch du gehorchen.“ – Wenn Aloysius lästerliche Reden hörte oder etwas Ungeziemendes bemerkte, dann erhob er sogleich seine Stimme dagegen und wenn er erfuhr, dass Personen in der Stadt einen schlechten Lebenswandel führten, dann gab er sich alle Mühe, sie zu bessern. Er redete ihnen freundlich zu und drohte ihnen mit den Strafgerichten Gottes. Es ergriff ihn jedesmal das größte Herzeleid, wenn er hörte, dass Gott von jemand beleidigt werde. So eiferte der heilige Aloysius für die Verherrlichung Gottes und das Heil der Seelen. Weil er Gott, das höchste Gut, den besten Vater von ganzem Herzen liebte, so hatte er auch das innigste Verlangen, dass alle Menschen ihn lieben möchten. &lt;br /&gt;
Diese Liebe Gottes, welche in seinem innern brannte, war es denn auch, welche ihn bewog, alles hinzugeben und sich in klösterlicher Einsamkeit ganz dem Dienste Gottes zu weihen. Er prüfte sich aber lange Zeit, ob er denn auch von Gott zum Klosterstand berufen sei. Er betete täglich deshalb um Erleuchtung, empfing auch die heilige Kommunion, las in geistlichen Büchern und fragte seinen Beichtvater um Rat, um ja den Willen Gottes in dieser Sache zu erforschen. Endlich flehte er fortwährend im andächtigen Gebet die seligste Jungfrau, seine geliebteste Mutter, um Erleuchtung an, und diese gütige Mutter erhörte auch sein Gebet. Als er im Jahr 1583 am Tag der Himmelfahrt Mariä zuvor viel gebetet  und das heiligste Altarssakrament empfangen hatte, kniete er auch vor ein Marienbild hin und bat die göttliche Mutter, sie möge ihm die Gnade der Erkenntnis seines Berufes erflehen. Da vernahm er klar und deutlich vom Bilde herab die Worte: „Tritt in den Orden der Gesellschaft Jesu und entdecke dieses Vorhaben deinem Beichtvater.“ Jetzt war sein Herz voll des süßesten Trostes und noch an demselben Tage eilte er zu seinem Beichtvater und erzählte ihm den ganzen Hergang der Sache unter Vergießung von Freudentränen. Dieser aber willigste wohl in den Entschluss des heiligen Jünglings ein, sagte ihm aber, dass er ohne Einwilligung seiner Eltern nicht in die Gesellschaft Jesu treten dürfe.&lt;br /&gt;
Aloysius erzählte nun alles seiner Mutter, die mit Freuden einwilligte und versprach auch, den Vater zu bereden, dass er beistimme. Bald darauf begab sich Aloysius in aller Ehrfurcht zu seinem Vater und entdeckte ihm seinen Entschluss, in den Jesuitenorden zu treten. Aber der Vater geriet hierüber in heftigen Zorn, befahl ihm, aus seinen Augen zu gehen und drohte ihm mit Schlägen, wenn er von seinem Vorhaben nicht abstehe. Unerschrocken erwiderte Aloysius: „Möchte mich doch Gott der Gnade würdigen, dass ich aus Liebe zu ihm und dem heiligen Beruf diese Züchtigung erfahre!“ Nun versuchte es die Mutter, den Vater umzustimmen, aber vergeblich; er verweigerte seine Einwilligung und suchte nun auf verschiedene Weise Aloysius von seinem Vorhaben abzubringen. Zuerst stellte er ihm vor, welch hohes Glück er in der Welt finden, wie er als Fürst so viel Gutes stiften, von der Gunst des Kaisers so viele Gnaden erwarten könne. Allein Aloysius blieb taub bei all diesen Worten und antwortete standhaft, aber ehrfurchtsvoll dem Vater: „Ich bin in deiner Gewalt, aber das muss ich dir sagen, dass ich von Gott in die Gesellschaft Jesu berufen bin. Widersetztest du dich also hierin, so widersetzest du dich dem Willen Gottes.“ Zugleich stellte er mit eindringlichen Worten dem Vater vor, wie treu die Jesuiten dem Heiland nachfolgten; wie sehr sie sich bemühten, die Jugend christlich zu erziehen, wie sie in allen Teilen der Welt die wilden Völker aufsuchten; wie sehr sie sich bemühten, die Jugend christlich zu erziehen, wie sie in allen Teilen der Welt die wilden Völker aufsuchten und selbst mit Gefahr ihres Lebens ihnen das heilige Evangelium verkündeten und wie sie bei all ihren Arbeiten und Unternehmungen keine Ehre, keinen Lohn, sondern allein die Ehre Gottes und das Heil der Seelen suchten! Als nun der Vater merkte, dass weder Drohungen, noch glänzende Verheißungen bei Aloysius etwas vermöchten, so schickte er ihn mit seinem Bruder Rudolph auf Reisen, damit er dadurch zerstreut und abwendig gemacht werde. Aloysius gehorchte und reiste an verschiedene fürstliche Höfe; aber gerade dadurch lernte er die Eitelkeit der Welt noch mehr kennen und verachten.&lt;br /&gt;
Nun zwang man ihn, glänzende Kleider anzuziehen und großen Aufwand zu machen, um sein Herz zu blenden. Aber nur einmal legte er ein kostbares GEWand an; mit Eckel legte er es ab, und trug von nun an nur ein einfaches, schwarzes Kleid. Jetzt versuchte es sein Oheim durch glänzende Gastmahle und Feste den heiligen Jüngling in die Welt zu verstricken; allein er konnte nichts ausrichten; denn Aloysius benahm sich dabei so eingezogen, dass alle an seinem Beispiel sich erbauten. Nun schickte er schön geputzte Fräulein zu Aloysius, die ihn zum Tanz einladen sollten. Allein der Jüngling entfloh entsetzt in das Zimmer der Bedienten und weinte dort bitterlich über den Leichtsinn dieser Mädchen.&lt;br /&gt;
Da alles nichts fruchtete, schickte der Vater angesehene gelehrte Männer zu Aloysius, um ihn wenigstens vom Eintritt in den Orden der Jesuiten abzureden, weil man in diesem Orden keine höhere geistliche Würde erlangen könne. Aber gerade das suchte Aloysius; denn er wollte keine Ehre, sondern nur Armut und Verachtung, wie Jesus. – Nun hatte der Vater alle Mittel erschöpft, um Aloysius vom Ordensstand abzuhalten.  Er wollte durchaus, dass sein Sohn die fürstliche Krone trage oder doch wenigstens eine hohe Stelle unter den Weltpriestern einnehme. Gott hatte diese Prüfung für Aloysius zugelassen, um ihn desto inniger an sich zu ziehen und sein Herz ganz von der Erde loszuschälen. &lt;br /&gt;
Mit größter Betrübnis brachte nun Aloysius seine Tage zu; sein einziger Trost war das Gebet und besonders die Andacht zu Maria, seiner lieben Mutter. Zu ihr, der Hochgebenedeiten, wendete er sich fortwährend und flehte um ihre Hilfe. Endlich wurde sein Flehen erhört. Eines Tages wandte er sich wieder zum Vater und bat ihn flehentlich, ihm doch seinen Wunsch zu gewähren. Zornig wies ihm der Vater die Türe. Da ging er traurig und niedergeschlagen auf sein Zimmer, verschloss die Tür, kniete sich vor einem Kruzifix nieder, entblößte seinen Rücken und geißelte sich bis aufs Blut, um sich dadurch zur Beharrlichkeit zu stärken. Während dessen hatte sein Vater, der krank war, den Stadtpräfekten abgeschickt, um zu sehen, was sein Sohn Aloysius treibe. Dieser fand die Zimmertür verriegelt und machte sich nun mit einem Dolch eine Öffnung in die Tür, um in das Zimmer sehen zu können. Er sah nun den heiligen Jüngling auf den Knien liegen, wie er unter einem Strom von Tränen seinen Leib mit der Geißel zerfleischte. Sogleich eilte er zum kranken Markgrafen und entdeckte ihm, was er gesehen. Dieser aber wollte es nicht glauben und sich daher selbst überzeugen. Er erhob sich vom Bett, ließ sich zur Tür hintragen und sah nun mit eigenen Augen das wundervolle Schauspiel. Jetzt aber war sein Herz erweicht; er ließ Aloysius zu sich rufen und sprach weinend zu ihm: „Mein Sohn! Du hast meinem Herzen eine tiefe Wunde geschlagen; ich liebe dich und deiner Frömmigkeit wegen liebte ich dich immer. Auch dich setzte ich alle meine Hoffnung. Da du aber sagst, Gott rufe dich anderswohin, so will ich dir nicht länger mehr widerstehen. Geh hin, mein Sohn, wo es dir beliebt; ich werde beten, dass du glücklich seiest.“ Wer war nun glücklicher als Aloysius! Innigst dankte er seinem Vater und in sein Zimmer zurückgekehrt, warf er sich nieder, dankte dort mit ausgestreckten Armen Gott für die erlangte Erlaubnis und weihte sich ihm zum beständigen Opfer!&lt;br /&gt;
Er wäre nun sogleich nach Rom geeilt, um in das Kollegium der Jesuiten, die von seinem Vorhaben schon wussten, einzutreten; allein zuvor musste er als Erstgeborener vom Kaiser die Erlaubnis erhalten, die Herrschaft an seinen Bruder Rudolph abtreten zu dürfen. Nachdem die  Erlaubnis des Kaisers eingetroffen war, verzichtete Aloysius im Jahr 1585 zu Mantua feierlich vor einer zahlreichen Versammlung von Fürsten auf das Fürstentum, alle Titel, Ehren, Würden, Schätze und Einkünfte zugunsten seines Bruders Rudolph. Während die Urkung vorgelesen wurde, weinte der Vater, Aloysius aber war so heitern Antlitzes, als hätte man ihm das kostbarste Geschenk gemacht. Alle Bedienten, Hausgenossen und Untertanen weinten, als sie vernahmen, dass Aloysius sie verlassen werde, er aber tröstete sie lächelnd und sprach: „Ich gestehe euch offen, dass ich nur nach der Himmelskrone strebe. Ich will meine Seele retten; tut auch ihr dasselbe.“ Nachdem er abgedankt hatte, zog er sich in sein Zimmer zurück, wo er das Ordenskleid mit himmlischer Freude anzog und Gott herzlich dankte, dass er ihm die Gnade gewährt, die heilige Armut von nun an auszuüben. &lt;br /&gt;
Des andern Tages nahm Aloysius herzlich Abschied von den geliebten Eltern. Er bat und erhielt ihren Segen und reiste dann nach Rom. Auf dem Wege dahin besuchte er den Wallfahrtsort unserer lieben Frau zu Loreto, wo er die hohe Himmelskönigin  mit glühender Andacht begrüßte und am 25. November 1585 hatte er endlich nach dreijährigem harten Kampf das Glück, in das Novizenhaus der Jesuiten von dem damaligen General Aquaviva aufgenommen zu werden. Nachdem er von seinen Begleitern rührenden Abschied genommen, führte ihn der Novizenmeister in seine Zelle. Da kniete er nieder und rief mit Dank gegen Gott, der ihn hierher geführt, jubelnd aus: „Hier ist der Ort meiner Ruhe, da will ich wohnen, weil ich ihn auserwählt habe.“&lt;br /&gt;
Er war jetzt noch nicht 18 Jahre alt, aber in der Vollkommenheit schon so weit vorgerückt, dass man ihn wie einen Heiligen ehrte. Er aber hielt sich für einen unwürdigen Sünder und den Niedrigsten im ganzen Haus. Die geringsten Dienste waren ihm die liebsten. Die Zellen und Gänge auskehren, in der Küche die Geschirre reinigen, die Betten machen, war seine Freude. Jedem, auch dem geringsten Bruder, wollte er dienen, und man konnte ihm keinen größeren Schmerz verursachen, als wenn man ihn loben oder ehren wollte. Es war ihm nicht genug, den Kranken in den Spitälern zu dienen, er nahm auch mit Freuden den Zwerchsack auf den Rücken und bettelte in den Straßen Roms von Tür zu Tür für die Armen. An den Festtagen sammelte er die Kinder um sich und erklärte ihnen den Katechismus. Die Armut liebte er so sehr, dass er sich immer weigerte, ein neues Kleid anzuziehen. Sein alter Talar und Mantel, seine geflickten Schuhe und Strümpfe waren ihm die liebsten Kleider. Die Abtötungen, welche er früher schon geübt, setzte er auch im Kloster fort. Seine Augen schlug er beständig zu Boden. Er kannte das Innere des Speisesaales nicht einmal, wo er doch alle Tage erschien, auch wusste er nicht, wie die Kapelle und die Altäre verziert waren, wo er betete. Beim Essen verkostete er zuvor keine Speise; er nahm mit der schlechtesten vorlieb und aß sehr wenig. Beständig fastete er. Niemals hörte man ihn ein Wort über weltliche Dinge reden, er redete wenig und von seiner Person gar nichts. &lt;br /&gt;
Das Gebet war seine Freude, sein Trost und Leben. Wie eine Bildsäule kniete er unbeweglich auf dem Boden und betrachtete Stunden lang das Leben oder Leiden Jesu, wobei er öfters himmlische Entzückungen hatte. Vor dem heiligsten Altarssakrament, das er täglich viermal besuchte, und oft empfing, vergoss er im Gebet immer Tränen. Mit zärtlicher Liebe hing er an seiner Mutter Maria, mit inniger Andacht verehrte er seinen heiligen Schutzengel, der ihn so oft wunderbar gerettet hatte. Niemand beobachtete die Klosterregel genauer als er, und gehorsam, wie ein Kind, folgte er blind der Leitung seiner Obern. Da der Pater Novizenmeister besorgte, sein beständiges Beten möchte seiner Gesundheit schaden, befahl er ihm, nach dem Essen noch eine halbe Stunde länger mit den Brüdernsich zu unterhalten. Der Vater Minister, der davon nichts wusste, gab ihm deshalb einen derben Verweis, dass er die Regel übertrete, und legte ihm als Buße auf, seinen Fehler öffentlich zu bekennen. Aloysius entschuldigte sich nicht und tat, wie ihm geheißen wurde. Als der Vorsteher nachher den wahren Bestand der Sache erfuhr, bewunderte er die Demut des heiligen Novizen und sein Stillschweigen, legte ihm aber, um ihm neue Gelegenheit zu geben, seine Verdienste zu vermehren, nochmals eine Buße auf, weil er geschwiegen hatte. Aloysius übernahm die Buße ohne Widerrede und freute sich, gedemütigt zu werden. &lt;br /&gt;
Sechs Wochen nach seiner Einkleidung erhielt er die Nachricht von dem Tod seines Vaters, den er nach Gott herzlich liebte und für dessen Heil er unablässig betete. Er ertrug den harten Schlag mit größter Standhaftigkeit und sein größter Trost war, zu hören, dass sein Vater in der letzten Zeit ein sehr erbauliches Leben geführt habe und gottselig gestorben sei. Er dankte Gott für diese Gnade und setzte mit gewohntem Eifer seine Übungen fort. Da er Priester werden sollte, musste er auch, wie es die Ordensregel vorschrieb, die nötigen Wissenschaften erlernen. Er tat dies auch mit dem größten Fleiß und unter beständiger Anrufung des heiligen Geistes. Hierauf erhielt er die vier niedern Weihen und gehörte nun dem geistlichen Stande an, dessen er sich auch durch ein heiliges Leeben würdig machen wollte. &lt;br /&gt;
Bereits hatte er seine arme Zelle überaus liebgewonnen, als er sie aus Gehorsam verlassen musste, um Frieden zu stiften. Sein Bruder Rudolph und der Herzog von Mantua hatten sich wegen einer Erbschaft entzweit. Ihre Feindschaft war groß. Niemand konnte sie versöhnen. Da schickte man Aloysius zu ihnen. Begleitet von einem tugendhaften Bruder, der auf seine Gesundheit Acht geben musste, kam Aloysius in das väterliche Schloss. Kaum hatten ihn die beiden streitenden Fürsten erblickt, als sie auch schon besänftigt waren und sich vollkommen versöhnten. Die größte Freude hatte die fromme Mutter, als sie ihren geliebten Sohn wiedersah; sie warf sich ihm zu Füßen und bat um seinen Segen. Aloysius hielt mit ihr heilige Unterredungen und entflammte ihr Herz zu noch größerer Liebe Gottes. Nachdem er noch mehrere Zwistigkeiten beigelegt und auch seinen Bruder Rudolph auf einen bessern Weg gebracht hatte, wollte er wieder heimkehren, musste sich aber auf Befehl seiner Obern nach Mailand begeben, wo die Luft für seine Gesundheit zuträglicher war, und dort seine Studien fortsetzen. Hier wurde ihm im Gebet geoffenbart, dass sein Lebensende nicht mehr ferne sei. Er vernahm es mit innigster Freude, und hatte nun kein anderes Verlangen mehr, als recht bald mit dem lieben Gott vereinigt zu werden.&lt;br /&gt;
Nach acht Monaten durfte er nach Rom zurückkehren, um da seine Studien zu vollenden. Er verlangte nun eine enge, dunkle Zelle zum Wohnort; ein Bett, ein hölzerner Stuhl und ein kleines Büchergestell war alles, was darinnen war. Hier lebte er immer im Gebet mit Gott vereinigt und beinahe beständig in heiligen Entzückungen vertieft. Öfters redete er von dem Glück, jung zu sterben, um eher mit Gott vereinigt zu werden. Dieses Glück sollte ihm auch bald zuteil werden.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1591 brach in Rom die Pest aus. Die Jesuiten, in Werken der Liebe immer die Ersten, erbauten auf eigene Kosten ein Spital, um die armen Kranken aufnehmen und pflegen zu können. Da flehte der heilige Aloysius um die Gnade, bei der Pflege der Kranken auch mit dabei sein zu dürfen. Es wurde ihm erlaubt, und nun hättest du sehen sollen, mit welchem liebevollem Eifer sich der heilige, selbst kränkliche Jüngling der armen Kranken annahm. Er sammelte Brot und andere Speisen für sie, richtete ihnen die Arznei, wusch ihre Füße, machten ihre Betten, reinigte sie vom Unflat und ermahne sie beständig zur Geduld, zum Vertrauen und entflammte sie zur Reue und Liebe. Da manche Arme von der Pest ergriffen auf der Straße verlassen lagen, nahm sie Aloysius auf seinen Rücken und trug sie in das Spital, wo er Tag und Nacht an ihrem Bette blieb. Die Pest hatte schon mehrere Jesuiten ergriffen, welche das Opfer der Nächstenliebe starben; auch Aloysius wurde von diesem furchtbaren Übel befallen und aufs Krankenbett geworfen. – Seine Freude, nun bald zu Gott zu gelangen, war so groß, dass er befürchtete, Gott zu betrüben, wenn er den Tod so sehnlich herbeiwünsche. Doch Pater Bellarmin beruhigte ihn mit der Versicherung, dass man den Tod verlangen dürfe, um mit Gott vereinigt zu werden. Nun begehrte der heilige Jüngling die heilige Wegzehrung und letzte Ölung, welche er mit rührender Andacht empfing. Doch Gott wollte nicht, dass er an der Pest sterbe; das Übel verließ ihn, aber ein schleichendes Fieber blieb zurück, welches ihn in die äußerste Schwäche versetzte. Dessenungeachtet suchte er seine gewöhnlichen Abtötungen fortzusetzen. Um Mitternacht stand er ganz ermattet vom Bette auf und betrachtete vor einem Kruzifix das Leiden seines Heilands. Als der Krankenwärter dies bemerkte, wurde es ihm verboten, dafür nun betete er im Bett. Die Pillen und bittern getränke, welche ihm die Ärzte verschrieben, nahm er ohne Widerwillen und ganz langsam, um seinen Geschmack abzutöten. Trotz aller angewandten Mittel wurde er von Tag zu Tag schwächer  und nach dem Urteil der Ärzte konnte er nur mehr acht Tage leben. Da man wusste, dass ihn die Nachricht von seinem nahen Tod jedesmal sehr freue, so zeigte man ihm auch das Urteil der Ärzte an. Da wurde sein Antlitz vor Freude glühend und der Pater, welcher ihm die Nachricht gebracht hatte, musste mit ihm den Lobgesang „Te Deum laudamus“ anstimmen. Nachdem sie miteinander den himmlischen Gesang beendet hatten, trat ein anderer Pater in das Krankenzimmer. Von Freude wie trunken, rief Aloysius ihm entgegen: „Mein Pater! Wir gehen mit Freuden von hinnen!“ „Wohin?“, fragte der Pater. „In den Himmel! Zu Gott in den Himmel!“, rief Aloysius aus. Von jetzt an war er fast immer in der Anschauung himmlischer Freuden versunken, die ganze Nacht lag er in heiliger Entzückung da und wahrscheinlich wurde ihm da auch seine Todesstunde offenbart; denn er sagte nachher, dass er während der Fronleichnamsoktave sterben werde. Je näher aber der Todestag heranrückte, desto inniger wurde auch sein Verlangen, nur immer mit Gott vereinigt zu sein. Einen Pater, den er besonders lieb und dem er auch seine Todesstunde entdeckt hatte, bat er, dass er alle Tage abends mit ihm die sieben Bußpsalmen beten möchte. Der Pater versprach es und wenn er dann abends kam, legte er dem kranken Jüngling im Bett das Kreuz vor die Augen, kniete sich dann vor der Bettlade nieder und betete nun tiefgerührt mit dem heiligen, der unverwandt auf das Christusbild schaute und mit Tränen in den Augen die Lippen zum Gebet bewegte. &lt;br /&gt;
Die letzten drei Tage musste ein kleines Kruzifix immer auf seinem Herzen ruhen und der Rosenkranz um seinen Arm geschlungen sein. Immer betete er leise, und innige Seufzer entstiegen seiner Brust. Indessen war der Tag gekommen, an dem er sagte, dass er sterben werde. Es war mit ihm besser geworden und schon wollte man ihn auf ein nahes Landgut bringen, damit dort seine Gesundheit gänzlich hergestellt würde; er aber wiederholte mehrmals, dass er am folgenden Tage nicht mehr leben werde, und als ein Pater zu ihm sprach: „Mir tut es wehe, so bald von dir, mein lieber Aloysius, getrennt zu werden und ich wünsche herzlich, dass dich Gott bald von deinem Leiden befreie, erwiderte Aloysius rasch: „Diese Nacht werde ich sterben“, und diese Worte sprach er mehrmals. Den ganzen Tag brachte er in himmlischen Betrachtungen zu und nahm dann von allen Mitbrüdern den rührendsten Abschied. &lt;br /&gt;
Als der Papst Gregor XIV. Von dem nahen Tod des heiligen Aloysius gehört hatte, schickte er ihm seinen heiligen Segen und den päpstlichen Ablass. Aloysius hielt sich dieser Gnade nicht wert, obwohl sie ihm große Freude machte. Bald darauf verlangte er nochmals die heiligen Sterbesakramente. Begleitet von 150 Brüdern, welche alle den Heiligen sterben sehen wollten, brachte der Pater Rektor das heiligste Sakrament. Mit himmlischer Andacht empfing er den Leib des Herrn und fühlte sich dadurch so gestärkt, dass er alle Umstehende umarmen konnte; vor Rührung weinten alle und baten ihn um seine Fürbitte bei Gott. Als nach einer Stunde der Pater Provinzial ihn besuchte, bat er diesen um Erlaubnis, sich noch einmal geißeln zu dürfen oder von einem anderen gegeißelt zu werden und als ihm beides abgeschlagen wurde, verlangte er, man möchte ihn auf den bloßen mit Asche bestreuten Boden legen, damit er da sterbe. Auch dieses wurde ihm nicht gestattet. Nun brach die Nacht an; der Pater Rektor ließ alle sich entfernen; nur drei Brüder durften im Zimmer bleiben; denn man glaubte nicht, dass der Tod so nahe sei. Sie stellten das Licht in eine Ecke des Zimmers und verhielten sich ruhig; nur von Zeit zu Zeit traten sie zum Bett hin, um nach dem Kranken zu sehen. Bisweilen hörten sie ihn seufzen: „Herr, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!“ Auf die Frage, ob er etwas verlange, antwortete er: „Wachet mit mir und stehet mir bei, denn ich werde sterben.“ Nach einer Weile fragten sie ihn wieder, ob er nichts wolle; mit schwacher Stimme sprach er: „Legt mich von der rechten auf die linke Seite.“ Da aber sein Antlitz schon leichenblass und mit Schweiß bedeckt war, getrauten sie sich nicht, seinen Willen zu tun, sondern einer der Patres beugte sich über ihn, zeigte ihm das Kreuz und sprach: „Du wünschest, wir sollen dich auf die andere Seite legen; aber wir fürchten, deinen Tod zu beschleunigen. Sei getrost, es ist der letzte Tropfen aus dem Leidenskelch, den der Herr dir zu trinken gibt. Siehe, auf welch harter Lagerstätte dein Erlöser für dich gestorben ist!“ Da blickte der sterbende Heilige das Kreuz starr an und ergab sich ruhig in den Willen des Herrn. Die drei Patres fingen nun an, für ihn zu beten, während Aloysius in der rechten Hand die geweihte Sterbekerze hielt, seine linke Hand auf dem Kreuz lag, das er am Hals trug, und seine Augen auf ein Kruzifix gerichtet waren. Aufmerksam hörte er dem Gebet zu, still und ruhig atmete er. Etwa eine Minute vor seinem Tod rief er mit vernehmbarer Stimme noch einige Male: „Jesus, Jesus!“ und – verschied. Es war nachts zwischen zehn und elf Uhr am 20. Juni 1591, als die reine Seele dieses heiligen Jünglings in den Himmel emporschwebte, um dort Gottes Angesicht zu schauen, wie Gott den Reinen verheißen hat. Er hatte nur ein Alter von 23 Jahren, drei Monaten und ddrei Tagen erreicht, aber in dieser kurzen Zeit auf der Bahn der Tugend wie ein Adler im schnellsten Fluge sich zu Gott erschwungen und die Siegeskrone erlangt, die ewig auf seinem Haupte prangen wird!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum war der Heilige verschieden, als alle, die ihn lieb hatten, in das Zimmer sich drängten, um ihn zu sehen und von ihm eine Reliquie zu erhalten. Man teilte seine Kleider, seine Bücher und die wenigen Habseligkeiten, die er besaß, und bewahrte sie als kostbaren Schatz. Sein heiliger Leib wurde in der Kirche des Jesuitenkollegiums begraben, wo später, nachdem ihn der Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen, der Marchese Lanzelotti über sein Grab eine prachtvolle Kapelle erbauen ließ. Unzählbar sind die Wunder und Gnadengaben, welche durch die Fürbitte des heiligen Aloysius geschehen sind und erlangt wurden. Das größte Wunder ist aber dieses, dass Tausende von jungen Leuten durch das schöne Beispiel und durch die Verehrung des heiligen unschuldigen Jünglings Aloysius bewogen wurden, ihm im Wandel der Unschuld und jungfräulichen Keuschheit nachzufolgen, und noch immer werden durch die schöne und rührende Aloysiandacht Tausende zu einem gleichen Wandel bewogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worin besteht die Aloysi-Andacht und wie wird sie gehalten&lt;br /&gt;
Diese Andacht besteht darin, dass diejenigen, welche den heiligen Aloysius lieben, verehren und nachahmen wollen, sechs Sonntage des Jahres sich auswählen, an diesen Tagen jedes Mal die heiligen Sakramente der Buße und des Altares mit reumütigem Herzen empfangen und nach Meinung des heiligen Vaters ein besonderes Gebet, welches in sechs Vater unser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater etc. Bestehen soll, verrichten.&lt;br /&gt;
Diese Andacht ist bald nach der Heiligsprechung des engelreinen Aloysius in Rom entstanden und hat sich schnell in die ganze Welt verbreitet, so dass es fast keine katholische Pfarrkirche mehr gibt, wo sie nicht gehalten wird. Willst du sie mit Nutzen für dein Seelenheil auch halten, so musst du&lt;br /&gt;
1.	eine rechte Absicht dabei haben, welche darin besteht, dass du verlangst und dir vornimmst, den heiligen Aloysius in seinem frommen Lebenswandel, besonders aber in treuer Beobachtung der standesmäßigen Keuschheit nachzuahmen. Deshalb kann auch jedermann, wes Standes und Alters er ist, diese Andacht mitmachen, weil alle, Ledige und Verheiratete, Hohe und Niedere zu einem keuschen und gottesfürchtigen Lebenswandel verpflichtet sind. Besonders aber ist diese schöne Andacht für die Jugend bestimmt. An dem heiligen Aloysius können Knaben und Mädchen, Jünglinge und Jungfrauen sehen, wie lieblich und herrlich die Schamhaftigkeit und Keuschheit ist und wie diese schöne Tugend bewahrt werden kann. Aber auch solche Personen, welche das Unglück hatten, ihre Unschuld zu verlieren, können und sollen diese Andacht halten, damit sie, vor dem Rückfall bewahrt werden, und wenn sie auch die Unschuld die heiligen Aloysius nicht mehr erreichen können, doch wenigstens seiner Bußfertigkeit nacheifern. &lt;br /&gt;
2.	Ferners sollst du jeden Sonntag eine remütige Beichte ablegen und dem Beichtvater sagen, dass du diese Andacht haltest, damit er dir die gehörige Belehrung geben kann.&lt;br /&gt;
3.	Empfange auch die heilige Kommunion mit inniger Andacht und mache dabei mit Jesus ein aufrichtiges Bündnis, dass du dich ihm ganz schenken, ihn über alles lieben, ihn mit gar keiner Sünde beleidigen willst. Dieses Bündnis erneuere die Woche hindurch öfters. &lt;br /&gt;
4.	Wohne am Sonntag dem Gottesdienst recht andächtig bei und besuche nachmittags das heiligste Sakrament in der Kirche; verrichte auch vor dem Bild des heiligen Aloysius eine besondere Andacht. Zu Hause lies die Lebensgeschichte des heiligen Aloysius oder ein anderes geistliches Buch.&lt;br /&gt;
5.	An jedem Sonntag nimm dir eine besondere Tugend des heiligen Aloysius zur Betrachtung und Nachahmung für die ganze Woche vor; z.B. für die erste Woche: sein Verlangen, nur Gott wohlzugefallen, oder seinen behutsamen Wandel vor Gottes Angesicht etc.; für die zweite Woche: seine Schamhaftigkeit, seine Wachsamkeit und Zurückgezogenheit; für die dritte: seine Demut und Bescheidenheit; für die vierte: seine Liebe zum Gebet und zur Betrachtung; für die fünfte: seine Liebe zur Abtötung und Buße; für die sechste: seinen Gehorsam, seine Nächstenliebe etc. Über eine jede dieser Tugenden mache dann alle Tage eine kurze Betrachtung und den Vorsatz, sie nach dem Beispiel des heiligen Aloysius sorgfältig auszuüben. Z.B. du betrachtest das Verlangen des heiligen Aloysius, nur Gott zu gefallen. Da bedenke, wie du nur für Gott da bist, wie du ihn verherrlichen, wie du nur ihm zu Liebe alles tun, tragen und dulden sollst etc. und nun nimm dir vor, dies die ganze Woche täglich zu üben. Deshalb mache öfters die gute Meinung, erhebe öfters dein Herz zu Gott und seufze: O Jesu, alles dir zu Liebe; o Jesus, dir allein will ich gefallen; o Jesus, was du willst; o Jesus, nimm mein Herz etc. So sollst du es mit jeder Tugend machen und dabei den heiligen Aloysius anflehen, dass er dir beistehe, sie ausüben zu können. Diese Nachahmung der Tugenden des heiligen Aloysius ist die Hauptsache und bringt den größten Nutzen. &lt;br /&gt;
6.	An jedem Sonntag bete dann nach der Kommunion oder auch nachmittags recht andächtig die sechs Vater unser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater zum Andenken an die sechs Jahre, welche der heilige Aloysius so gottselig im Kloster zugebracht hat. Papst Klemens XII. Hat allen, welche diese Andacht halten, für jeden Sonntag einen vollkommenen Ablass verliehen, um dadurch zur größeren Verehrung und Nachahmung des heiligen Aloysius aufzumuntern. &lt;br /&gt;
Du kannst dieseschöne Andacht zu jeder Jahreszeit halten; gewöhnlich aber wählt man die Zeit vor oder nach dem Fest des heiligen Aloysius. Aber auch im Jahre hindurch sollst du dich bestreben, dem heiligen Aloysius nachzuleben, und ihn recht oft um seine Fürbitte anrufen. – Christliche Seele, du möchtest gewiss auch der Herrlichkeit und Seligkeit des englischen Jünglings Aloysius teilhaftig werden; so folge ihm nur nach; hat er es vermocht, fromm und rein zu leben und selig zu sterben, wirst es auch du vermögen. Allerdings kostet es Mühe und Kampf, aber die herrliche Krone, welche du danach erringst, ist alles wert! Willst du diese Krone nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angelobungsgebet, welches man während der Andacht und sonst öfters verrichten soll&lt;br /&gt;
Heiliger Aloysius, englischer Jüngling! Ich erwähle dich heute und allezeit zu meinem besonderen Beschützer in der standesmäßigen Reinigkeit und nehme mir fest und unverbrüchlich vor, mein ganzes Leben dich allzeit zu ehren und zu lieben. Ich bitte dich, nimm mich auf zu deinem beständigen Pflegekind; stehe mir bei in all meinem Tun und Lassen, besonders aber in Bewahrung der Reinigkeit des Leibes und der Seele und verlass mich nicht in der Stunde meines Todes. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Andreas&amp;diff=2854</id>
		<title>Andreas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Andreas&amp;diff=2854"/>
		<updated>2009-02-18T14:46:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Apostel Andreas. Jahr 62 ==   Fest: 30. November  Der heilige Andreas war aus Bethsaida in der Provinz Galiläa gebürtig, ein leiblicher Bruder des hei...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Apostel Andreas. Jahr 62 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 30. November&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heilige Andreas war aus Bethsaida in der Provinz Galiläa gebürtig, ein leiblicher Bruder des heiligen Petrus und ein Jünger des heiligen Johannes des Täufers. Seines Handwerks war er ein Fischer, wie sein Vater Jonas. Als er eines Tages bei Johannes am Fluß Jordan weilte und diesen auf Jesus, den er Tags zuvor getauft hatte und der eben vorüberging, hindeuten sah mit den Worten: „Seht, das Lamm Gottes!“, verließ er unverzüglich seinen ersten Lehrer und ging dem Heiland mit noch einem Schüler nach. Jesus bemerkte sie, wandte sich um und fragte, was sie suchten? Sie antworteten, dass sie seine Wohnung zu wissen wünschten. Jesus erwiderte freundlich: „Kommt und seht!“, und nahm sie mit sich. Es war schon Abend, als sie das Glück hatten, den Heiland zu sehen und zu sprechen. Sie blieben daher die ganze Nacht bei ihm. „O welch glückliche Nacht“, ruft da der heilige Augustin aus, „brachten sie zu! Wer könnte erzählen, was sie aus dem Mund Jesu hörten?“ Andreas entschloss sich, fortan bei Jesus zu bleiben und sein Jünger zu sein. Die Freude aber, den Heiland gefunden zu haben, konnte er nicht in seinem Herzen behalten. Früh morgens eilte er zu seinem Bruder Simon, den er zärtlich liebte, und rief ihm schon von weitem zu: „Wir haben den Messias gefunden“, und führte ihn zu Jesus, der ihn ebenfalls unter die Zahl seiner Jünger aufnahm und ihm den Namen „Petrus“ gab. Die beiden Brüder, Andreas und Petrus, blieben aber noch nicht für immer bei Jesus. Sie hörten ihn von Zeit zu Zeit, und trieben dabei ihr Gewerbe als Fischer. Auch bei der Hochzeit zu Kana, wo Jesus sein erstes Wunder wirkte, waren sie gegenwärtig. Erst gegen Ende des Jahres rief sie Jesus, als sie am Ufer des Sees Genesareth fischten und ihre Netze ausbesserten, für immer zu sich mit den Worten: „Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Von nun an verließen sie ihn nicht mehr; er nahm sie unter die Zahl seiner Apostel auf und ließ sie Zeugen seines Lebens, seiner Worte udn Taten, seines Leidens, seiner Auferstehung und Himmelfahrt sein. Andreas vermochte viel bei ihm und wurde auch hoher Gnade teilhaftig. &lt;br /&gt;
Als nach Ausgießung des heiligen Geistes die Apostel in alle Welt ausgingen, das Evangelium zu verkünden, begab sich Andreas in das wilde Skythien, wo er durch die Kraft seiner Worte viele tausende zum Glauben an Christus brachte. Zuletzt begab er sich nach Achaja in Griechenland und schlug seine Wohnung in der Hauptstadt des Landes, zu Patras, auf. Von hier aus verkündete er in der Umgegend die Lehre Jesu mit apostolischem Mut, wirkte viele Wunder und gewann eine große Zahl für den Glauben an Christus. Solches kam dem Statthalter Ageas, der ein erbitterter Feind der Christen war, zu Ohren. Er war gekommen, um die Christen zu verfolgen und der Ausbreitung der christlichen Lehre in den Weg zu treten. Andreas, besorgt um das Heil seiner Gemeinde, trat mit allem Freimut vor seinen Richterstuhl und sprach: „Du willst, dass dieses Land dich als seinen Richter anerkenne, warum willst du denn nicht Jesum Christum als den Richter aller Menschen anerkennen und dein Herz von der Abgötterei abwenden?“ Betroffen fragte Ageas: „Bist du jener Andreas, der die Tempel unserer Götter zerstört, und die Menschen beredet, jene abergläubische Religion anzunehmen, zu deren Vertilgung schon die Kaiser die schärfsten Befehle erlassen haben?“ Andreas antwortete: „Die Kaiser haben solche Befehle erlassen, weil sie die Wahrheit nicht erkennen; nicht erkennen die Lehre des Sohnes Gottes, der zum Heil der Menschen in die Welt gekommen ist; nicht erkennen, dass ihre Götzen nicht nur keine Götzen, sondern verderbliche Dämonen sind.“ Ageas: „Hat eine solche Lehre euren Christus vor den Juden geschützt? Ist er nicht von ihnen gefangen und schmählich ans Kreuzholz geschlagen worden?“ Andreas: „Er litt, weil er wollte; er starb aus Liebe; er gab sich freiwillig zum Opfer für die Sünden hin, um alle Menschen zu erlösen. Ageas: „Wie das? Wer verraten, gefangen, angeklagt, verurteilt, ans Kreuz geschlagen wird, wie soll er den Kreuztod freiwillig gewählt haben?“ Andreas: „Wer seinen Tod vorhersagt, wer nach seinem Tod wieder aufersteht, wie dies alles das Evangelium bezeugt, dessen Tod muss als freiwillig und als das Geheimnis der Erlösung erklärt und angenommen werden!“ Ageas: „Ist`s wohl vernünftig, einem Gekreuzigten anzuhangen?“ Andreas: „Dies Geheimnis des Glaubens möchte ich dir eben erklären, wenn du mich anhören wollest!“ Ageas: „Der Kreuztod ist Strafe und kein Geheimnis.“ Andreas: „Beides zugleich; Strafe, weil dadurch die Sünde der Welt gebüßt wurde; ein Geheimnis, weil durch den Kreuztod die Versöhnung zwischen Gott und der sündigen Welt zu Stande gekommen ist und von da statt Strafe Gnade, statt Verdammnis ewiges Leben den Gläubigen durch die unbegrenzte Liebe Gottes zufließt und zugesichert wird.“ Ageas: „Das magst du denen sagen, die es glauben. Wirst du aber den Göttern nicht opfern, so werde ich dich schlagen, und an das Kreuz, das du so rühmst, heften lassen.“ – Andreas: „Ich opfere dem allmächtigen, einzigen und wharen Gott zwar nicht Rauchwerk, nicht das Fleisch von Ochsen, nicht das Blut von Böcken, sondern ein unbeflecktes Lamm täglich auf dem Altar; und wenn das Volk das Fleisch dieses Lammes gegessen und sein Blut getrunken hat, so bleibt dennoch dieses Lamm, das geopfert worden ist, unversehrt und lebendig.“ Ageas: „Wenn du mein Schüler sein willst, werde ich dir dieses Geheimnis erklären.“ Ageas: „Ja, auf der Folter wird man dir diese Erklärung abnötigen.“ Mit diesen Worten ließ er zornentbrannt den Heiligen in den Kerker abführen. &lt;br /&gt;
Alsbald sammelte sich eine große Menge Gläubiger, bereit den gerechten Richter zu töten und den heiligen Apostel zu befreien; dieser aber ermahnte sie: „Verwandelt doch nicht die Ruhe unseres Herrn Jesus Christus in teuflischen Aufruhr! Als der Herr überliefert worden ist, bewies er lauter Geduld; er schrie nicht und lästerte nicht. Schweigt also und seid ruhig; verhindert nicht meinen Martertod, sondern bereitet euch selbst zu mutigen Kämpfern des herrn vor! Ist ein übel zu fürchten, so ist es führwahr nur dieses, das keine Ende nimmt.“ – Diese und ähnliche Worte beruhigten die aufgeregten Gemüter. Als es Tag geworden war, ließ der Statthalter den heiligen Apostel wieder vor sich führen und drohte ihm mit dem Kreuztod, wenn er nicht den Göttern opfern wolle. Andreas entgegnete: „Diese Marter wird mich dem herrn nur angenehmer machen.“ Der Richter befahl, ihn zu geißeln, und drohte nochmals mit dem Kreuztod. Der Apostel aber erwiderte: „Ich bin ja ein Diener des Kreuzes, und muss also das Kreuz eher wünschen als fürchten. Meine Pein dauert kurze Zeit; aber deine Pein wird kein Ende nehmen. Vermehre also nicht deine eigene Marter.“ Ageas, dem das Kreuz eine Torheit war, ließ den Heiligen zuvor grausam geißeln und dann zur Kreuzigung abführen. &lt;br /&gt;
Als dies das gläubige Volk sah, schrie es laut auf: „Was hat dieser Gerechte und Freund Gottes getan, dass er gekreuzigt werden soll?“ Der heilige Apostel aber, voll Freude zu sterben wie sein göttlicher Meister, bat die Gläubigen, seinen Tod nicht zu hindern und rief, als er das kreuz von ferne erblickte, voll Entzücken laut auf: „O gutes Kreuz! Geweiht durch den leib Christi und durch seine Glieder wie mit Perlen geschmückt, schon lange habe ich dich gewünscht, heiß dich geliebt, ohne Unterlass dich gesucht, und finde dich jetzt für mich zubereitet. Bevor der Herr dich bestieg, lag irdische Furcht in dir, jetzt aber enthältst du himmlische Liebe, und wirst mit Freude umfangen. Die Gläubigen wissen ja, welch große Lust du in dir hast und zu welch herrlichen Belohnungen du führst. Ruhig und freudig komme ich zu dir, nimm mich auf als einen Schüler dessen, der an dir gehangen hat. Nimm mich weg von den Menschen und übergib mich meinem Meister, dass er durch dich mich aufnehme, dder du dich mich erlöst hast!“ Er küsste nun das Kreuz, zog selbst seine Kleider aus und ließ sich geduldig daran binden, und in die Höhe heben. Zwei Tage lebte, betete und predigte er am Kreuz vor einer ungeheuren Volksmenge, die, von seinen Leiden gerührt, mit Ungestüm vom Statthalter forderte, ihn vom Kreuz abnehmen zu lassen. – Schon gab Ageas, aus Furcht vor einem Aufruhr, den Befehl hierzu, allein der Heilige, voll Sehnsucht am Kreuz zu sterben, betete: „O jesu! Lass nicht zu, dass dein Diener, der nach seinem Wunsch am Kreuz hängt, wieder davon abgenommen werde; sondern, mein geliebtester Lehrmeister, den ich erkannt und geliebt habe, und zu sehen verlange, nimm mich von demselben auf zu dir. Herr Jesu! Nimm meinen Geist im Frieden auf zu dir, denn es ist Zeit, dass ich zu dir komme.“ Nach diesem Gebet sah man einen blitzhellen Glanz vom Himmel herabstrahlen, der den Heiligen umgab und eine halbe Stunde anhielt. Mit dem Verschwinden desselben stieg auch die reine Seele des heiligen Apostels hinauf zum Throne Gottes am 30. November des Jahres 62. &lt;br /&gt;
Der Heilige wird abgebildet mit einem Kreuz in Gestalt eines X in den Armen. Seine heiligen Gebeine ruhen in verschiedenen Kirchen, sein Haupt befindet sich in Rom. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Kreuzestrost&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Es mag dir vielleicht, lieber Leser, sonderbar vorkommen, dass der heilige Apostel Andreas gar so innig und feurig nach dem Kreuz verlangt und es so heiß umfangen hat, als sein Wunsch erfüllt und er daran gebunden wurde. Er erfreut sich an den furchtbaren Leiden des Kreuzes, es macht ihm Schmerz zu hören, dass man ihn davon befreien will, gleich als sei in Leiden, in Peinen und Qualen des Kreuzes die größte Süßigkeit, die reichste Wonne, der höchste Trost! Ist denn nicht dieser heilige Apostel auch ein Mensch, fühlt er nicht auch den Schmerz? Allerdings; auch seine Natur fühlt den Schmerz, auch sein leib erschaudert vor dem Kreuz, allein seine Seele hat das Wort Jesu erfasst und in seiner ganzen Tiefe kennengelernt: „Wer mir nachkommen will, der nehme sein Kreuz täglich auf sich und folge mir nach.“ Er kennt das  Geheimnis des Kreuzes, welches für den, der es versteht, die größte Süßigkeit, den größten Trost enthält. – Die meisten Menschen fliehen nur deshalb das Kreuz, haben Scheue, Furcht und Schrecken vor dem Kreuz, d.h. vor Leiden, trübsal und Schmerzen, weil sie den reichen Schatz nicht kennen, der darin verborgen liegt, weil sie nicht wissen, welche Lust im Kreuz ist und zu welch herrlicher Belohnung es führt. – Das Kreuz, d.h. Leiden und Trübsal, ist ein Zeichen der Auserwählung; das Kreuz ist die Leiter zum Himmel, ist der Weg zur Vereinigung mit Gott. – Werde ich selig werden oder verdammt? Diese Frage möchte jedermann, dem es um die Rettung seiner Seele ernst ist, beantwortet wissen. Allein auf diese Frage gibt es keine gewisse Antwort. „Niemand weiß“, spricht der heilige Geist, „ob er des Hasses oder der Liebe wert ist.“ Doch so viel kann nach der Lehre der heiligen Väter auf diese Frage geantwortet werden, dass derjenige Christ, welcher mit Christus sich kreuzigt und kreuzigen lässt, zu den Auserwählten gehöre. „Leiden, Trübsal, Tränen und Seufzer“, sagt ein frommer Geisteslehrer, „bezeichnen die Auserwählten.“ Ja, der heilige Augustin sagt das große Wort: „Wer nicht leidet, ist kein Kind Gottes.“ Kein Auserwählter ist je von den Leiden freigesprochen worden; alle haben Christo dem Herrn das Kreuz nachtragen müssen, sind mit ihm ans Kreuz geschlagen worden, selbst seine reinste, unschuldigste Mutter Maria nicht ausgenommen. – Das Kreuz, die Leiden und Trübsale reißen das Herz des Menschen los von dieser Erde und ziehen es zum Himmel, zu Gott empor; sie läutern und reinigen die Seele und machen sie immer tauglicher zur Vereinigung mit dem höchsten Gut; sie machen den Menschen Christo dem Herrn ähnlich und führen ihn ein in die Wonnen seines göttlichen Herzens, das um unseretwillen so unendliche Leiden geduldet hat. – Nur durchs Kreuz wird die Liebe vollkommen und die vollkommene Liebe ist das Paradies, ist der Himmel auf Erden. Darum haben denn auch die Heiligen so sehr nach Kreuz und Leiden verlangt, haben darin ihren Trost, ihre Freude und Wonne gesucht. Seitdem der Herr Jesus am Kreuz verblutete, seitdem ist das Kreuz, sind Leiden und Trübsale ein Mittel geworden, die nach dem Himmel schmachtende Seele des Christen auf Erden zu trösten. O wenn doch, wie der heilige Andreas, alle Gläubigen den großen Schatz, den großen Trost kennen würden, der im Kreuz verborgen ist! O Seele! Wenn Trübsale, Leiden, was immer für einer Art, über dich kommen, nimm sie gerne an, sie kommen von Gott und führen zu Gott; sie sind ein Zeichen, dass Gott dich liebt; sie sind ein Gnadengeschenk, womit du deine Seele retten, womit du zum Himmel emporsteigen kannst. – Merke dir, wenn dir alles nach Wunsch geht, wenn du gar nichts zu leiden hast, wenn man dich überall lobt und ehrt, o dann fürchte dich, dann zittere, denn du befindest dich nicht auf dem Weg, den Christus, den alle Heiligen gegangen sind – dem Kreuzesweg! – Bist du aber gezwungen, diesen Weg zu gehen, indem dich der liebe Gott mit Leiden heimsucht, oder gehst du ihn freiwillig, indem du dich selbst abtötest, dich züchtigst, dein Fleisch kreuzigst, dann sei getrost – dieser Weg führt dich zu Gott, zur ewigen Vereinigung mit ihm!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
O heiliger Andreas, der du das Kreuz so lieb hattest, bitte für mich, dass auch ich den kostbaren Schatz des Kreuzes, der Leiden und Trübsale recht kennen lerne und hilf mir, dass ich gerne und mit Freuden jedes Kreuz annehme und trage, das mir die Hand Gottes schickt, damit ich so Christo dem Herrn ähnlich und seiner Seligkeit teilhaftig werde. Amen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2853</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2853"/>
		<updated>2009-02-18T14:44:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer Johannes vom Kreuz[[http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_vom_Kreuz.2C_erster_unbeschuhter_Karmelit._Jahr_1591]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründerin [[Theresia]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Martin]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Wolfgang]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Cäcilia]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2852</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2852"/>
		<updated>2009-02-18T14:43:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_vom_Kreuz.2C_erster_unbeschuhter_Karmelit._Jahr_1591]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründerin [[Theresia]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Martin]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Wolfgang]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Cäcilia]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2848</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2848"/>
		<updated>2009-02-18T14:38:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründerin [[Theresia]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Martin]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Wolfgang]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Cäcilia]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2846</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2846"/>
		<updated>2009-02-18T14:36:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründerin [[Theresia]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Martin]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Wolfgang]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martin&amp;diff=2845</id>
		<title>Martin</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martin&amp;diff=2845"/>
		<updated>2009-02-18T14:35:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Martin, Bischof von Tours. Jahr 400 ==    Fest: 11. November  Der heilige Martin, dessen Andenken in der katholischen Kirche so hochgeehrt, dessen Name ...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Martin, Bischof von Tours. Jahr 400 ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 11. November&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heilige Martin, dessen Andenken in der katholischen Kirche so hochgeehrt, dessen Name dem katholischen Volk überall so lieb und wert, dessen Verdienste um die christliche Religion so groß sind, wurde zu Saboria, einer Stadt Ungarns, heute Stein am Anger genannt, um das Jahr 316 n.Chr. geboren. Sein Vater, ein Kriegsoberster, war ein Heide, seine Mutter ebenfalls. Doch gaben sie ihm eine gute Erziehung und bewahrten ihn vor dem bösen Beispiel der Soldaten, unter denen er aufwuchs. – Mehr aber als die Eltern wachte die göttliche Vorsehung über ihn und leitete seine Wege. Der Geist Gottes flößte seinem kindlichen Herzen tiefe Ehrfurcht vor dem ihm unbekannten Gott der Christen ein und erweckte in ihm die Neigung zu einem eingezogenen Leben. In seinem 10. Jahr führte ihn kindlicher Vorwitz in die Versammlung der Christen zu Pavia, wo sich seine Eltern niedergelassen hatten. Die glühende Andacht der Christen, ihre brüderliche Liebe, der Friede, der aus ihrem Gesicht leuchtete, machte tiefen Eindruck auf sein unverdorbenes Herz. Er ging auch wider den Willen seiner Eltern öfters in ihre Versammlungen und stellte endlich die Bitte, unter die Zahl der Katechumenen eintreten zu dürfen. Sein Wunsch wurde gewährt und von nun an wohnte er fleißig dem Unterricht bei, welcher den Täuflingen erteilt wurde. Entflammt von den heilsamen Lehren, die er hörte, und von dem schönen Beispiel der Christen, fasste er, obgleich erst 12 Jahre alt, den Entschluss, in eine Wüste zu gehen, um dort der Betrachtung sich hinzugeben; allein sein zartes Alter hinderte ihn. Dafür aber führte er in der Stadt das Leben eines Einsiedlers; sein Kämmerlein und die Versammlungen der Christen waren sein Aufenthalt, das Gebet seine Freude, Gott vom Herzen zu dienen, sein einziger Gedanke.&lt;br /&gt;
Mittlerweile erschien ein kaiserlicher Befehl, der die Söhne ausgedienter Krieger unter die Fahnen rief. Der Vater selbst gab Martin an, der sich gerne dem Kriegsdienst entzogen hätte. Erst 15 Jahre alt, wurde er nach Frankreich abgeführt und der Reiterei eingereiht, wo er auch mitten unter den rohen Soldaten ein gar frommes Leben führte. Das sündhafte Treiben derselben ekelte ihn an; er hielt sich ferne von ihren Ausschweifungen, gewann aber durch sein zuvorkommendes Wesen, durch seine Liebe und Sanftmut die Zuneigung und Achtung seiner Kriegskameraden. Er begnügte sich mit einem einzigen Diener, den er wie einen Bruder behandelte und oft selbst bediente. Er zog ihm die Kleider aus, reinigte seine Wäsche und setzte ihm die Speisen vor. Diese Demut und Geduld Martins ist um so bewunderungswürdiger, da er die Taufe noch nicht empfangen hate. Absonderlich liebte er die Armen; er tröstete sie, besuchte sie, wenn sie krank waren und teilte mit ihnen seine Besoldung. &lt;br /&gt;
An einem sehr kalten Wintertag begegnete er mit mehreren Kameraden zu Pferd beim Tor der Stadt Amiens einem halbnackten Bettler, der vor Kälte fast ganz erstarrt war und ihn um ein Almosen bat. Keiner seiner Gefährten achtete des Armen; Martin aber dachte, dass Gott ihm eine Gelegenheit gegeben habe, ein gutes Werk zu üben, und da er kein Geld bei sich hatte, zieht er sein Schwert, schneidet damit seinen Soldatenmantel in zwei Stücke, reicht die eine Hälfte voll herzlichen Erbarmens dem Bettler und wirft die andere Hälfte wieder um seine Schultern. Darauf reitet er seinen Kameraden nach, die über seinen Aufzug lachten und seiner Mildtätigkeit spotteten. Doch einige schämten sich ihrer Hartherzigkeit und bewunderten die schöne Handlung. Martin aber reitet ruhig weiter. In der darauffolgenden Nacht erscheint ihm Jesus Christus im Schlaf, angetan mit der Hälfte des Mantels, den er dem Armen gegeben und hört ihn zu einer Schar von Engeln, die ihn umgeben, sagen: „Martin, noch ein Christenschüler, hat mich mit diesem Gewand bekleidet.“ Diese Erscheinung freute ihn sehr und trieb ihn an, dass er sich in seinem 18. Jahr taufen ließ und zugleich den Entschluss fasste, dem Kriegsdienst zu entsagen. &lt;br /&gt;
Zur selben Zeit machten die Deutschen wieder einen Einfall in Frankreich und das Kriegsheer dieses Landes musste gegen sie ins Feld rücken. Kaiser Julian, der Abtrünnige, war damals Feldherr und verteilte unter die Soldaten Geld, um sie zum Kampf zu entflammen. Martin aber schlug das Geld aus und verlangte seinen Abschied, da seine Dienstzeit zu Ende war. Julian, in der Meinung, Martin wolle aus Furcht vor dem Kampf dem Kriegsdienst entsagen, warf ihm öffentlich Feigheit vor. Aber der edle Jüngling entgegnete mit unerschrockenem Mut: „Nicht aus Furcht vor den Feinden entsage ich dem Kriegsdienst, sondern aus Liebe zu Gott, dem ich fortan dienen will. Schreibt ihr mein Begehren der Feigheit zu, so bewacht mich bis zur Stunde der Schlacht, dann stellt mich ohne Waffen und Schild an die Spitze des Heeres. Mit dem Namen Jesus und dem Kreuzzeichen will ich dann zeigen, ob ich den Kampf und den Tod fürchte.“ Der Kaiser, über diese Sprache erbittert, befahl, dass Martins Wille geschehe. Aber in derselben Nacht begehrten die Deutschen Frieden und Martin erhielt nun den Abschied. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hatte bereits viel von dem heiligen Lebenswandel und den großen Kenntnissen des heiligen Bischofs Hilarius zu Poitiers gehört und suchte ihn nun auf, um unter seiner Leitung das Heil seiner Seele zu fördern. Hilarius erkannte bald die schönen Tugenden Martins und wollte ihn zum Diakon weihen; allein der demütige Diener Gottes weigerte sich und nahm nur die niedrigsten unter den ersten geistlichen Weihen an. Einige Zeit danach wurde in ihm der Wunsch wach, nach Ungarn zu ziehen und seine Eltern, die noch dem Götzendienst anhingen, dem christlichen Glauben zu gewinnen. Von dem Segen des heiligen Hilarius begleitet, der ihm viele Leiden voraussagte, machte er sich auf den Weg. Als er über die Alpen stieg, wurde er von Räubern angefallen; schon schwang einer das Beil, um ihm das Haupt zu spalten, da fiel ihm ein anderer in den Arm und hielt ihn zurück. Martin stand ruhig da, wurde ausgeraubt, gebunden und dann gefragt, wer und woher er sei und ob er den Tod fürchte? Er gab zur Antwort: „Ich bin ein Christ und habe mich nie weniger gefürchtet als gerade jetzt, denn Gott beschützt seine Diener mitten in Gefahren. Ihr aber dürft alles fürchten, da ihr Feinde Gottes seid!“ Verwundert über diese mutige Antwort ging jener Räuber, der Martin töten wollte, in sich, folgte dem Heiligen nach, wurde ein Christ und nahm das Mönchskleid. Ungehindert setzte nun Martin seine Reise fort. Im elterlichen Haus angekommen, versuchte er alle Mittel, um Vater und Mutter Christo, dem Herrn, zu gewinnen. Bei der Mutter glückte es ihm, der Vater jedoch blieb verstockt; dafür aber gewährte Gott dem Heiligen die Bekehrung vieler seiner Landsleute, die dem Götzendienst entsagten. &lt;br /&gt;
Unfern von Mailand wählte er sich einen abgeschiedenen Ort aus, und führte dort ein gottinniges Leben in Gebet und Buße. Von einem Ketzer vertrieben, ließ er sich auf der kleinen Insel Gallinaria nieder und lebte dort in größter Abtötung nur von Kräutern und Wurzeln. Unterdessen erfuhr er, dass Hilarius aus seiner Verbannung zurückgerufen worden sei; er reiste ihm nach Rom entgegen, traf ihn aber dort nicht mehr und eilte ihm voll Sehnsucht nach. In Poitiers kamen sie zusammen. Groß war die Freude der beiden Heiligen, als sie sich wieder sahen. Beide durchdrang dieselbe Gesinnung, beide glühten für den heiligen Glauben. Der heilige Bischof liebte seinen Schüler wie einen Vater, und da er wusste, wie lieb ihm die Einsamkeit sei, schenkte er ihm ein kleines Stück Land nur zwei Meilen von der Stadt entfernt, wo Martin sich ein Kloster baute, das erste in Frankreich. Unter den Jüngern, die er aufnahm, befand sich auch ein Christenlehrschüler, der plötzlich erkrankte und starb, ohne die heilige Taufe empfangen zu haben. Mit vertrauensvoller Andacht beugte sich Martin über die Leiche und betete einige Zeit. Sein Gebet fand Erhörung, der Tote öffnet die Augen und erhebt sich. Sprachlos vor Verwunderung waren die Brüder, die dabeistanden. Martin ließ Wasser bringen und taufte den Erstandenen, der noch viele Jahre lebte und oft erzählte, wie nach seinem Tod seine Seele vor Gottes Richterstuhl gerufen und zu einem schrecklichen Gefängnis verurteilt worden sei. Aber zwei Engel hätten gerufen: „Herr! Dieser ist es, für den Martinus betet“, worauf die Seele auf Gottes Befehl wieder mit seinem Leib sich ereinigt hätte. Auf ähnliche Weise erweckte der Heilige auch den Knecht eines adeligen Mannes vom Tod, der sich erhängt hatte und stellte ihn lebend dem Volk vor, das laut in Lobpreisungen Gottes ausbrach. – Diese beiden Wunder und die Heiligkeit seines Lebens gewannen ihm allseitig die höchste Verehrung und da gerade der Bischofsstuhl von Tours erledigt war, verlangte ihn das Volk zum Oberhirten. Aber man kannte die Demut des Heiligen und fürchtete, er werde die Wahl nicht annehmen. Deshalb nahm man zu einer List die Zuflucht. Ein Bürger der Stadt gab vor, seine Frau sei krank und bat den Heiligen, sie zu besuchen. Währenddessen wartete das Volk unter dem Tor der Stadt und als Martin erschien, begrüßte ihn alles als Bischof. Man führte ihn in die Stadt und ließ ihn nicht mehr fort, bis er geweiht war. Während der Weihe schwamm er in Tränen. Als Bischof führte er die gleiche Lebensweise wie der heilige Augustin. Mit mehreren seiner Geistlichen bezog er ein Kloster, das er in der Nähe der Stadt erbauen ließ. Dies war die berühmte Abtei Marmoutier, die älteste in Frankreich. Bald stieg die Zahl der Brüder auf 80. Keiner besaß ein Eigentum; keiner verließ seine kleine Zelle, außer zum Gebet. Sie hielten nur am Abend die einzige Mahlzeit des Tages. Ihre Kleider waren aus groben Kamelhaaren gewebt, ihre Schlafstätte war der Boden, ein Stein unter dem Haupt. Allein ein Muster war Martin selbst, sein Beispiel, seine Worte entflammten alle zum größten Eifer. Er unterrichtete sie sorgfältig und nahm dann immer einige mit sich, wenn er sein Bistum bereiste. An allen Orten, wohin er kam, predigte er, besuchte die Kranken, tröstete die Armen. In den Kirchen war er immer von solcher Ehrfurcht durchdrungen, dass man ihn nie sitzen, sondern knien oder stehen sah mit niedergesenkten Augen, oft am ganzen Leib zitternd. &lt;br /&gt;
Die Abgötterei herrschte damals no h in einigen Teilen Frankreichs, auch im Bistum Martins. Ihm war es vorbehalten, diese auszurotten. Einst gab er einem seiner Geistlichen den Auftrag, einen Turm zu zerstören, der einem Götzen geweiht war. Der Turm war aber so fest, dass man seine Mauern mit keinem Werkzeug brechen konnte. Als der Heilige dies hörte, warf er sich zum Gebet nieder, verharrte darin die ganze Nacht, und siehe, bei Aufgang der Sonne erhob sich ein gewaltiger Sturm unter Donner und Blitz, die Erde bebte, die Grundsteine des Turmes hoben sich aus ihren Fugen und seine Mauern stürzten in Schutt zusammen. &lt;br /&gt;
Bereits 77 Jahre alt, unterließ der Heilige doch nicht, nach seiner Rückkehr in sein Bistum die früheren Arbeiten und Bußübungen fortzusetzen. Unaufhörlich betend und predigend, führte er seine Schäflein auf die beste Weide. Seine Worte begleiteten fortwährend die größten Wunder. Von allen Seiten her kamen heilsbegierige Seelen, um ihn zu sehen und zu hören, um Trost, Rat und Hilfe bei ihm zu finden. Sulpicius Severus, der spätere Lebensbeschreiber des Heiligen, besuchte ihn oft und schreibt, dass man ihn nie zornig gesehen, nie an ihm eine ungeordnete Leidenschaft bemerkt habe; immer sah man ihn voll Frieden, Jesus war stets auf seinen Lippen. Man konnte nicht müde werden, seine Demut, seine Sanftmut, seine Barmherzigkeit gegen alle Unglücklichen zu bewundern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keinen Augenblick des Tages ließ er verlorengehen; oft brachte er sogar die Nächte im Gebet und Arbeit zu. Nie ließ der Heilige Gott aus den Augen; alles, was ihm begegnete, diente ihm, sich selbst und andere zu Gott zu erheben. Als er einst ein geschorenes Schaf erblickte, bemerkte er freundlich seinen Gefährten: „Dieses Schaf hat die Vorschrift des Evangeliums erfüllt; es besaß zwei Röcke, wovon es einen dem gegeben hat, der keinen hatte; last uns dasselbe tun.“ Was sein Herz fühlte, von dem es durchglüht war, das suchte er auch in die Herzen seiner Jünger hinüber zu leiten, um auch sie würdig zu machen, dass Jesus in ihnen wohne. Er war kein Gelehrter, aber der Geist des Herrn, der aus ihm sprach, ersetzte die erlernte Wissenschaft. Sein Auge und sein Herz waren zum Himmel gerichtet, wenn er redete, und von oben herab, vom Vater des Lichts, ließ sich die himmlische Weisheit auf ihm nieder, mit der er die Geheimnisse der Religion durchschaute und dem Volk verkündete. Seine Herzensreinheit glich der eines Engels. Martins Jünger hingen mit der zärtlichsten Liebe an ihm, denn er war ihnen mehr als Vater und Mutter. Er bediente sie beim Tisch mit der tiefsten Demut, um ihnen ein Beispiel zu geben, er sorgte für ihre kleinsten Bedürfnisse, ertrug mit der schonendsten Nachsicht ihre kleinen Fehler und wenn ihn einer betrübte, so durfte er nie fürchten, dass er seine Liebe verliere, denn seine sanftmut, sein Erbarmen war unbeschreiblich. Streit, Zwietracht, Lieblosigkeit waren ihm in der Seele verhasst; er war ein Mann des Friedens und wollte auch als ein Bote des Friedens denselben allen Herzen mitteilen. &lt;br /&gt;
Er war bereits über 80 Jahre alt; er wusste, dass sein Tod, nach dem er sehnlich verlangte, nicht mehr ferne sei und sagte dies auch seinen Jüngern voraus. Da vernahm er, dass unter den Geistlichen zu Konde, einer an der äußersten Grenze seines Bistums gelegenen Pfarrei, ein Zwist sich erhoben habe. Von seinen Jüngern begleitet, begab er sich dorthin, um den Frieden herzustellen. Nachdem er dieses gute Werk vollbracht hatte, wollte er wieder in sein Kloster zurückkehren. Auf dem Weg aber befiel ihn eine Krankheit und seine Kräfte nahmen plötzlich ab. Er ließ seine Jünger um sich versammeln und sagte ihnen, dass er sterben werde. Alle zerflossen in Tränen und riefen einhellig aus: „Vater, warum verlässt du uns? Wem lässt du uns Trostlose zurück? Reißende Wölfe werden deine Herde überfallen und wer wird, wenn der Hirt tot ist, uns vor ihren Bissen verteidigen? Wir kennen zwar dein Verlangen nach Christus, doch deine Belohnung ist ja gesichert, sie wird, wenn auch verschoben, sich nicht mindern. Lasse dich bewegen durch unsere Not und bedenke die Gefahren, in denen du uns zurücklässt!“ Martin weinte mit ihnen, erhob seine Augen zum Himmel und betete: „Herr, wenn ich noch deinem Volk notwendig bin, ich weigere mich nicht der Arbeit; dein Wille geschehe.“ So war auch noch im letzten Augenblick der Wille Gottes die einzige Richtschnur des Heiligen. &lt;br /&gt;
Wenngleich die Hitze des Fiebers immer mehr zunahm, ließ Martin doch nicht ab vom Gebet. Daliegend auf dem mit Asche bestreuten Boden, angetan mit dem rauhen Bußkleid, die Hände gefaltet, sah er aus wie ein Soldat, der mit den Waffen in der Hand stirbt. Seine Jünger wollten ihm ein wenig Stroh unterlegen, damit er nicht so hart liege: er aber ließ es nicht zu und sprach: „Ein Christ muss auf der Asche sterben. Weh mir, wenn ich euch ein anderes Beispiel gebe!“ Als man ihn ein wenig auf die Seite legen wollte, seufzte er: „Lasst mich, meine Brüder, lieber gen Himmel als zur Erde schauen, damit meine Seele den geraden Weg zu ihrem Herrn wandle, wenn sie auszieht.“ Darauf erblickte er den Satan an seiner Seite. Mutig rief er ihm zu: „Was stehst du da, grausamste Bestie? Der Schoß Abrahams wird mich aufnehmen.“ Mit diesen Worten hauchte er seine reine Seele aus, am 11. November im Jahr 400. Die bei seinem Tod zugegen waren, sahen sein Antlitz und seinen Leib strahlend im himmlischen Glanz. Seine Glieder blieben frisch und weich, wie die eines Lebenden. Im Augenblick seines Todes ertönte in der Zelle, wo der Heilige verschied, himmlische Musik, die auch in Köln vom heiligen Bischof Severin gehört wurde. – Der heilige Bischof erkannte, dass diese Musik so lange angedauert habe, als Martin vor Gottes Gericht stand. Unglaublich war der Jammer des ganzen Volkes, als es den Tod des Heiligen vernahm; aber auch unbeschreiblich war die Freude der Bewohner von Tours, als der Leib des Heiligen in ihre Stadt übertragen und dort begraben wurde. Der heilige Britius, dem Martin vorausgesagt hatte, dass er sein Nachfolger werde, ließ ihn erheben und ihm ein schönes Grabmal in der Kirche des heiligen Stephan setzen. Der heilige Perpetuus ließ später, da der Zudrang des Volkes zum Grab des Heiligen so groß wurde, über dasselbe eine Kirche bauen und stiftete ein ewiges Licht vor demselben. &lt;br /&gt;
Der Heilige wird abgebildet als Ritter zu Pferd, seinen Mantel mit dem Schwert teilend und einen Armen damit beschenkend. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Lasset mich, meine Brüder, lieber gen Himmel als zur Erde schauen“, sprach der sterbende Martin. Mit diesen Worten deutete er klar auf die innere Richtung oder vielmehr den Zug seiner Seele nach oben, zum Himmel, der Wohnung des allerhöchsten Gottes. Der Heilige hatte sich sein ganzes Leben lang bemüht, sein Herz von der Erde loszureißen. Kaum war er getauft, so befolgte er das Wort des Apostels: „Kindlein, liebt nicht die Welt, noch was in der Welt ist; denn alles, was in der Welt ist, das ist Begierlichkeit des Fleisches, Begierlichkeit der Augen und Hoffart des Lebens, was nicht vom Vater ist, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ (1 Joh 2,15-17). Der Wille Gottes war die Richtschnur seines Lebens, die Seligkeit in Gott der einzige Wunsch seines Herzens. Daher kam es, dass er so gerne im Gebet seine Augen zum Himmel richtete; denn dahinauf fühlte sich seine Seele gezogen. Alle Bande, die ihn an die Erde fesselten, hatte er zersprengt; die Güter der Erde hielt er für Kot, ihre vergänglichen Freuden für nichts. Durch strenge Buße bändigte er die Begierden seines Leibes, durch Gebet und Betrachtung schwang er sich zu Gott, und wenn er auf Wegen und Stegen dahinwandelte, dann benützte er die irdischen Dinge zu eben so vielen Stufen, um zu Gott emporzusteigen. So kam es, dass seine ganze Lebensrichtung eine himmlische wurde und dass er im letzten Augenblick noch den Himmel schauen wollte, wo seine Seele schon lange weilte. &lt;br /&gt;
Christliche Seele, frage dich: Ist mein Herz auch himmlisch gesinnt? Fühlst du dich in heiliger Sehnsucht aufgezogen zur Wohnung des Lichts, wo der Vater thront, wo Jesus herrscht, wo der heilige Geist beseligt, wo Maria, die gebenedeite Gottesmutter, auf dich wartet?  O, sprenge wie der heilige Martin die Banden, welche deine Seele fesseln und niederhalten; bete, betrachte, töte dich ab, überwinde, besiege dich, gib hin alles, was von der Erde ist, der Himmel ist alles wert! O wie süß wäre es für dich, in der Todesstunde mit Martin sagen zu können: „Der Schoß Abrahams nimmt dich auf“, d.h. der Vater im Himmel, der mich liebt, nimmt mich auf in seine Seligkeit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Lieber heiliger Martin, erbitte mir bei Gott jene himmlische Gesinnung, von welcher dein Herz erfüllt war, damit ich hinauf gelange in deine Gesellschaft und Gott, das höchste Gut, mit dir genießen und loben darf ewiglich. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2843</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2843"/>
		<updated>2009-02-18T14:32:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründerin [[Theresia]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Wolfgang]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Wolfgang&amp;diff=2842</id>
		<title>Wolfgang</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Wolfgang&amp;diff=2842"/>
		<updated>2009-02-18T14:32:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: /* Der heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg. Jahr 994 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg. Jahr 994 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 31. Oktober&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den heiligen Bischöfen, die vom 15. Jahrhundert an in Bayern unsäglich Gutes gestiftet haben, nimmt mit Recht der heilige Wolfgang eine vorzügliche Stelle ein, und wahrlich nur ein Werk des Dankes ist es, wenn seine geheiligten Gebeine in Regensburgs Mauern hochgeehrt, wenn sein Andenken im ganzen Bistum noch heutzutage gesegnet wird. Wenn seiner frommen Mutter, da sie ihn noch unter ihrem Herzen trug, schien, dass sie einen Stern in ihrem Schoß berge, so ist das ein Bild der segens- und tugendreichen Laufbahn dieses heiligen Bischofs gewesen, der in der Zeit, wo er gelebt und gewirkt hat, in der Tat wie ein hellleuchtender Stern in der heiligen Kirche glänzte. Seine Lebensbeschreibung wird dafür Zeugnis geben. &lt;br /&gt;
Er war das Kind rechtlicher Eltern aus dem ehemaligen Schwabenland. Ihr Wohnort und ihr Stand ist nicht bekannt, aber fromm müssen sie gewesen sein, denn an der Frucht erkennt man den Baum. Schon in seiner frühesten Kindheit ließen sich an Wolfgang Spuren seiner künftigen Heiligkeit sehen. Er betete gern und viel, gehorchte den Eltern willig und gerne und hörte ihnen mit besonderem Wohlgefallen zu, wenn sie von den Erbarmnissen des himmlischen Vaters und von der unendlichen Liebe seines göttlichen Sohnes, von den Tugenden des Heiligen, von den leiden der heiligen Märtyrer erzählten. Insbesondere bemerkte man an ihm eine ungewöhnliche Verachtung aller irdischen Dinge und ein bei Kindern selten bemerkbares Verlangen nach Tugend und Frömmigkeit und den himmlischen Gütern. Er glich einer Blume, die sich der Erde entwindet und mit ihrem Blütenkelch der Sonne zuwendet; einem zarten Vöglein, das nur in den höheren Regionen der Lüfe sich erfreut. Aber bei all seinem Eifer für ein gottgefälliges Leben vergaß er das Lernen nicht. Er zeigte große Fähigkeiten und die braven Eltern, die aus ihm einen frommen, aber auch tüchtigen Mann machen wollten, übergaben ihn in einem Alter von sieben Jahren den Händen eines tugendhaften, gelehrten Geistlichen, unter dessen Anleitung er bei seinem unermüdetem Lerneifer bald die besten Fortschritte in den Wissenschaften machte. &lt;br /&gt;
Beiläufig 12 Jahre alt, geleitete ihn sein Vater in das Kloster Reichenau, unweit Konstanz am Bodensee, wo Jünger des heiligen Benedikt eine berühmte Schule hielten und viele Jünglinge aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes zusammenströmten, um unter der Leitung der frommen und gelehrten Mönche den Wissenschaften obzuliegen. – Wolfgang wurde freundlich von dem Abt empfangen, schaute ihm doch die Unschuld aus den Augen und kindliche Offenheit und Wissbegierde aus dem Gesicht. Bald machte er auch im Kloster große Fortschritte, aber was noch mehr ist als dieses, er wurde mit dem Alter immer gottesfürchtiger, und ein Gegenstand der Achtung und Bewunderung für seine Lehrer, das schönste Beispiel für seine Mitschüler. Unter diesen war einer der ihm besonders zugetan war. Er war der Sohn des Grafen von Babenberg und Heneberg, und ein Bruder des Bischofs Popo von Würzburg, und hieß Heinrich. Dieser hatte den bescheidenen, stillen, demütigen und kenntnisreichen Wolfgang sehr lieb, schloss mit ihm die innigste Freundschaft und wandelte mit ihm den gleichen Weg der Gottseligkeit. Fünf Jahre zuvor hatte Wolfgang im Kloster zugebracht, er war jetzt 17 Jahre alt, ein blühender Jüngling, schon reich an Kenntnissen, aber noch reicher an Gnade und Tugend. Sein Freund Heinrich sollte jetzt nach Würzburg ziehen, wo sein Bruder Popo eben eine neue Schule gegründet hatte. Aber ohne Wolfgang wollte er nicht ziehen; er drang also mit den freundlichsten Bitten in ihn, ihn zu begleiten, und wirklich wanderte Wolfgang, dürstend nach größerer Ausbildung in den Wissenschaften, um das Jahr 941 mit seinem Freund nach Würzburg. &lt;br /&gt;
Die Domschule dort war bereits in hoher Blüte. Magister Stephan aus Italien zog viele Jünglinge an sich. Auch Wolfgang und Heinrich hörten ihn. Nicht lange und Wolfgang machte so große Fortschritte in den Wissenschaften, dass ihn seine Mitschüler hoch achteten und sich von ihm bei schwierigen Stellen helfen ließen. Darüber wurde Magister Stephan, ein gelehrter, aber auch stolzer, hochstrebender Mann, eifersüchtig. Anfangs ließ er sich seinen Zorn nicht merken, als aber Wolfgang eines Tages bei der Erklärung einer dunklen Stelle ungemein viel Scharfsinn zeigte und seinen Mitschülern, die den gelehrten Magister nicht recht verstanden, eine bündige Erklärung gab, da brauste der aufgeblasene Mann heftig auf und geriet darüber so in Zorn, dass er Wolfgang unter Drohungen verbot, seine Vorlesungen ferner zu besuchen. – Wolfgang duldete gelassen und gottergeben diese Demütigung und Verachtung, verließ aus Liebe zu seinem Freund Heinrich Würzburg nicht, verlegte sich aber von nun an mit unermüdetem Eifer auf das Studium der heiligen Schrift und schloss sich noch inniger an Gott an, der eben all diese Leiden ihm zum Heil gesendet hatte. – Er führte nun ein verborgenes Leben in Christo, betrachtete viel, ergab sich der Abtötung, empfing öfters mit glühender Andacht die heilige Kommunion, verehrte kindlich die heilige Gottesmutter Maria, und legte so den Grund zu seiner Heiligung. So gereichte ihm gerade das zu seinem Heil, was nach der Meinung seines hochmütigen Lehrers sein Verderben sein sollte und er lernte auch schon frühzeitig die Eitelkeit und Falschheit der Welt kennen, die auch den weisesten Menschen, wenn er nicht immer auf der Hut ist und um Licht und Kraft von oben bittet, auf den Weg des Verderbens führt. Er beschloss daher, obschon im schönsten Alter stehend und von Gott mit hohen Gaben ausgerüstet, womit er in der Welt glänzen konnte, eben diese trügerische Welt zu verlassen und in Klosterseinsamkeit nur Gott dem Herrn zu dienen. &lt;br /&gt;
Kaum aber bemerkte dies Freund Heinrich, als er alles Mögliche aufbot, um ihn von diesem Schritt abzuhalten; noch dringender aber wurde sein Zureden, als er im Jahr 956 vom Kaiser Otto I. Zum Erzbischof von Trier ernannt wurde. Er wollte sich von Wolfgang, den er so innig liebte, nicht trennen, und es gelang endlich seinem wiederholten Bitten, dass Wolfgang vorläufig bei ihm blieb und auch nach Trier mit ihm zog. Hocherfreut hierüber bot ihm der neue Erzbischof die höchsten Ehrenstellen in seinem Domkapitel an; allein der demütige Freund schlug alle diese Stellen aus. Das Einzige, wozu er seine Einwilligung gab, war die Übernahme der dortigen Domschule und zwar ganz unentgeltlich und ohne alle irdische Belohnung. Ihm war Gottes Lohn genug und die Aussicht, Christo Seelen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
Wolfgang war nun lehrer, viele Jünglinge waren um seine Lehrkanzel versammelt, denen er aber mehr mit seinem Beispiel als mit Worten den heilsamsten Unterricht gab. Er wusste gar wohl, dass die schönsten Worte nichts nützen, wo das gute Beispiel fehlt. Deshalb bemühte er sich denn auch, obwohl er noch nicht Priester war, mit der Übung der christlichen Tugenden und Werke seinen Schülern voranzuleuchten. – Er gab sich eifrig dem Gebet und dem Nachtwachen hin, enthielt sich des Genusses der Fleischspeisen, bediente sich einfacher Kleidung und rang mit aller Kraft seiner Seele nach Vollkommenheit. Dabei war er gegen seine Schüler wie ein Vater so liebreich und freundlich, er half ihnen, wo er konnte, und die Ärmeren unterstützte er heimlich, damit sie desto freudiger ihrem Beruf obliegen konnten. Solch frommen, heiligen Wandel seines Freundes Wolfgang beobachtete oft Erzbischof Heinrich im Stillen und es tat ihm weh, ihn nicht auf einem höheren Posten zu sehen. Vergeblich versuchte er es öfters, Wolfgang zu vermögen, eine bessere Stelle anzunehmen, wo er noch mehr Gutes stiften könnte. Wolfgang ließ sich nicht dazu bewegen. Er war mit seinem Stand zufrieden und wollte nicht mit einem höheren Amt auch eine größere Verantwortung auf sich laden. Ehre und Ansehen vor der Welt hatte er längst verachten gelernt, nach Reichtum verlangte sein Herz nicht; ihm war Gott udn sein Wohlgefallen genug. Da nun Erzbischof Heinrich sah, dass Bitten und Zureden nichts bewirkten, übertrug er ihm in Kraft des heiligen Gehorsams die Stelle eines Dechants der gesammelten Geistlichkeit an der Domkirche zu Trier und damit auch die Oberaufsicht über die Bildung der jungen Geistlichen, die sich auf den Priesterstand vorbereiteten. – Sein demütiges Herz sträubte sich gegen diese Würde, er meinte ihrer nicht würdig und nicht gewachsen zu sein; allein der Befehl seines Oberhirten ließ ihm keinen Ausweg. Er gehorchte und übernahm dieses Amt mit dem festen Vorsatz, es nach Kräften zu verwalten. Er hielt auch Wort. Tag und Nacht arbeitete er an dem heil der ihm anvertrauten jungen Geistlichen. Bei Nacht flehte er um Gnade und Licht für sie, bei Tage lehrte er sie die Wege der Gottseligkeit. Er brachte es dahin, dass sie gemeinsam zu Tisch gingen, schliefen, der geistlichen Lesung und der  Betrachtung oblagen und ein wahrhaft geistliches Leben führten. Auch den Priestern leuchete er mit dem schönsten Beispiel voran, streng gegen die Lauen und Weltlich Gesinnten, war er voll Liebe gegen die Eifrigen. Bald erwachte unter den Priestern triers ein neues Leben, und groß war der Nutzen, den das christliche Volk daraus zog. &lt;br /&gt;
Während so der heilige Wolfgang mit feurigem Eifer seines Amtes waltete, musste der Erzbischof Heinrich den Kaiser nach Rom begleiten. Dort ergriff ihn eine Krankheit, welche ihn den Tode nahe brachte. Aber auch in weiter Ferne und den Tod vor Augen vergaß Heinrich seines Freundes Wolfgang nicht. Er ließ den Kaiser an sein Sterbebett kommen, schilderte ihm die glänzenden Tugenden seines Jugendfreundes Wolfgang und bat ihn, Wolfang in seinen kaiserlichen Schutz zu nehmen; denn Heinrich sah wohl voraus, dass Wolfgang von den weltlich gesinnten Geistlichen Verunglimpfungen werde leiden müssen, da er sie mit fester Strenge immer im Zaum hielt. Heinrich starb eines gottseligen Todes und mit tiefstem Schmerz vernahm Wolfgang das Hinscheiden seines geliebten Freundes. Jetzt aber waren die letzten Bande, die ihn noch in der Welt zurückhielten, zerrissen; der Tod seines Freundes, der in vollster Manneskraft, hochgeachtet und geehrt von Kaiser und Reich, so schnell dahinschied, hatte ihn aufs Neue die Hinfälligkeit alles Irdischen kennengelehrt und so begann er denn seinen schon lange gehegten Wunsch auszuführen. In einem Kloster wollte er der Welt gänzlich absterben. Allein auch jetzt wurde sein Verlangen nicht gleich erfüllt. Der Erzbischof von Köln, der von ihm so viel Rühmliches gehört hatte, rief ihn zu sich, um sich seiner zur Verbesserung seiner Geistlichkeit zu bedienen. Kein Mittel ließ der fromme Bischof unversucht, um ihn zurückzuhalten, die höchsten Würden trug er ihm an, allein vergeblich; Wolfgang blieb bei seinem Entschluss und bereitete sich nach einiger Zeit auch vor, diesen Entschluss auszuführen. Zuvor besuchte er noch seine Eltern, um sie um ihren Segen zu bitten. Er hatte mit ihnen einen harten Kampf zu bestehen. Die hochbetagten Eltern wollten ihn nicht ziehen lassen, allein Wolfgang widerlegte alle ihre Einwände und sprach unter anderem folgende schöne Worte zu ihnen: „Das Erbteil, das ihr mir zugedacht habt, teilt unter euch; denn ich habe einen überaus mächtigen und reichen Herrn, der mir, wenn ich ihm treu dienen werde, ein großes Erbe verheißen hat; dieser ist es, der mir zurückgibt mein Erbe. Denn ich bin überzeugt, dass er mir ein hinreichendes Einkommen sichern wird, und ich auch euch eine Unterstützung gewähren kann. Ich bitte euch demnach, entreißt mir nicht durch Weinen und Wehklagen ein so großes Erbe, sondern bereitet vielmehr das Nötige zu meiner Abreise vor: denn ein solcher Hirt sucht keinen säumigen, sondern eifrigen Diener.“ Die guten Eltern verstanden ihn nicht, aber getröstet durch diese Worte und in der Hoffnung, ihr Sohn werde eine glänzende Zukunft in Aussicht haben, an der auch sie teilhaben würden, willigten sie endlich in sein Vorhaben ein und fragten ihn nach dem Namen und dem Ort seiner Wahl. Er aber sprach: „Für jetzt könnt ihr es noch nicht erfahren, später aber sollt ihr es wissen.“ Die Eltern gaben sich zufrieden, segneten ihn und ließen ihn ziehen. &lt;br /&gt;
In einem von dichten Waldungen umschatteten Tal in der Schweiz war vor nicht langer Zeit ein Kloster vom Orden des heiligen Benedikt gegründet worden... Hierher nach Maria Einsiedeln lenkte der heilige Wolfgang seine Schritte und bat den Abt Gregorius, dessen heiligmäßiger Wandel nah und fern bekannt war, um das Ordenskleid. Mit Freuden wurde ihm dieser Wunsch gewährt, denn auch sein Name war schon im Kloster bekannt. Mit dem Ordenskleid hatte er einen ganz neuen Menschen angezogen und in kurzer Frist übertraf er alle seine Mitbrüder in den schönen klösterlichen Tugenden des Gehorsams, der Demut und der Abtötung, und glücklich fühlte sich der fromme Abt, einen so kostbaren Schatz an Wolfgang in seinem Kloster zu besitzen. &lt;br /&gt;
Eines Tages kam der heilige Bischof Ulrich von Augsburg zu Besuch in das Kloster. Sogleich bemerkte der heilige Bischof den neuen Mönch Wolfgang. Ihm gefiel seine Bescheidenheit, seine Demut und Einfalt und als er vernahm, dass er noch nicht zum Priester geweiht sei, befahl er ihm, sich auf diese heilige Weihe vorzubereiten. Wie aber erschrak da der Heilige! Er hielt sich dieser hohen Würde nicht für wert, warf sich dem Bischof zu Füßen und bat ihn, seiner zu schonen und ihn als einfachen Mönch leben und sterben zu lassen. Doch der Bischof ließ sich nicht bewegen und Wolfgang wurde nach einiger Zeit, die er mit größtem Eifer zur Vorbereitung benützte, von ihm zum Priester geweiht. Nun Diener des Allerhöchsten, entbrannte sein Herz zu immer größerer Liebe; weit auf tat sich sein reines Herz; mit heiliger Inbrunst brachte er sich Gott zum vollkommenen Opfer dar und sein innigster Wunsch war von nun an, sich auch dem Heil seiner Mitmenschen zu weihen und den Heiden, deren des damals in Ungarn an den Ufern der Donau noch viele gab, den Namen Jesu zu verkünden. &lt;br /&gt;
Schon seit längerer Zeit verehrte er außer der allerseligsten Jungfrau, die er von Kindheit an liebte, auch den heiligen Abt Othmar. Einst in stiller Nachtstunde mit dem Gedanken beschäftigt, den Heiden die gute Botschaft zu bringen, flehte er inbrünstig zu diesem Heiligen um seinen Beistand. Der Schlaf überwältigte ihn und er sah nun in einem Gesicht den heiligen Othmar vor sich stehen, der ihn also anredete: „Weil du mich so oft gebeten hast, für dich am Thron Gottes zu bitten, so will ich dir Einiges offenbaren, was dir in Zukunft noch begegnen wird.. Arm und dürftig wirst du aus dieser Gegend wegziehen, aber in einer anderen, wo du um der Liebe des Herrn willen wie ein Fremdling leben wirst, durch göttlichen Ratschluss ein einträgliches Bistum erhalten. Wenn du das heilige Amt würdig verwaltest, wirst du nach 22 Jahren dieses vergängliche Leben enden und in das ewige eingehen. Und auch das sollst du wissen, dass du an einem Ort sterben wirst, an dem von den Christen mein Gedächtnis gefeiert wird; dort werde ich mit noch anderen Himmelsbürgern in der Todesstunde dir beistehen.“ &lt;br /&gt;
Durch dieses Gesicht in seinem Vorhaben neu bestärkt, entdeckte er sich dem Abt Gregorius und erhielt von ihm die Erlaubnis, nach Ungarn zu ziehen und den christlichen Glauben dort predigen zu dürfen. Mit einigen Begleitern machte er sich auf den Weg, wanderte unbekannt, einem Verbannten gleich, durch sein Vaterland, dem heutigen Bayern, zu und wendete sich von da aus als Glaubensprediger nach Ungarn. Hier verweilte er ein Jahr, mit allem Eifer das Evangelium verkündend. Allein all sein Bemühen, dieses durch Krieg und Raubzüge verwilderte Volk für die milde Lehre Jesu empfänglich zu machen, scheiterte fast gänzlich. Gott wollte nämlich die Bekehrung dieses Volkes einem anderen seiner Diener vorbehalten, dem heiligen Wolfgang aber ein anderes Feld für seinen Eifer anweisen. Bischof Pilgrin von Passau, zu dessen Sprengel Ungarn gehörte, rief Wolfgang zurück; dieser gehorchte und weilte bei diesem frommen Hirten einige Zeit. &lt;br /&gt;
Gerade um diese Zeit, im Jahr 972, starb der Bischof von Regensburg, Michael. Pilgrin, der wohl wusste, wie sehr das Bistum Regensburg eines tüchtigen Oberhirten benötigte, warf sein Auge auf Wolfgang. Er hatte, obwohl Wolfgang seine Tugenden, seine Gelehrsamkeit und seinen glühenden Eifer für das Heil der Seelen unter dem Mantel der Demut verbarg, doch an ihm die schönsten Eigenschaften für einen Bischof bemerkt und brachte es bei dem Kaiser Otto I. Dahin, dass dieser den heiligen Diener Gottes zum Bischof von Regensburg ernannte und Gesandte nach dieser Stadt schickte, welche die Wahl auf ihn lenken, ihn nach Regensburg geleiten udn dann zu ihm nach Frankfurt führen sollten. &lt;br /&gt;
Nur mit Schrecken vernahm der Heilige den Antrag der Gesandten und nur mit Widerwillen und aus Gehorsam gegen den Kaiser ging er nach Regensburg, alles Gottes weiser Vorsehung überlassend. Dort wurde er einstimmig von Geistlichkeit und Volk zum Bischof gewählt und musste nun nach Frankfurt an das kaiserliche Hoflager ziehen. Noch hoffte er den Kaiser und seine Wahl umstimmen zu können. Er warf sich ihm demütig zu Füßen und stellte ihm unter einem Strom von Tränen vor, wie er zu dieser Würde nicht würdig und fähig und zudem auch noch die Einwilligung seines Abtes notwendig sei. Doch der Kaiser ließ sich auf keine Weise bewegen, den Bitten des Dieners Gottes Gehör zu geben. Er bestätigte seine Wahl und auch der Abt des Klosters Einsiedeln erteilte ihm den Befehl, sich der göttlichen Anordnung nicht zu widersetzen und die bischöfliche Würde anzunehmen.&lt;br /&gt;
Nachdem Wolfgang Bischof war, wollte er es auch von ganzer Seele sein. Zuerst fing er bei sich selbst an. Die bisherige einfache, ja arme Lebensweise behielt er bei. Immer trug er das demütige Ordenskleid, äußeren Glanz achtete er nicht. Weil er wusste, dass der Mensch aus sich selbst nichts vermöge, warf er sich mit vollster Ergebung in die Arme Gottes, unaufhörlich flehend um seinen Beistand. Hierauf sah er sich um den Zustand seiner Herde um. Aber ach, wie blutete ihm das Herz, als er fast überall Lauheit und Zuchtlosigkeit antraf. Auch die Geistlichkeit war davon angegriffen und selbst in die Klöster war die Unordnung eingedrungen; das gemeine Volk war sittenlos, weil es von seinen Hirten vernachlässigt worden war, nirgends sah es Erfreuliches, überall war Betrübendes. Zudem war auch sein Bistum so groß, es erstreckte sich damals über ganz Böhmen. Wie sollte er allein so viele Schäden bessern, ein so weit ausgedehntes Bistum regieren? Doch er vertraute auf Gott, und da er keinen Ehrgeiz kannte und nur das Heil der Seelen im Auge hatte, gereichte es ihm zur großen Freude, als auf Antrag des Kaisers Otto II. das Bistum Prag errichtet udn ihm so die Last und Verantwortung erleichtert wurde. Nachdem er die Teilungsurkunde unterzeichnet hatte, wandte er seine Augen auf das Kloster St. Emmeran in Regensburg, wo die Zucht erschlafft und der Ordensgeist fast ganz erloschen war. Er gab dem Kloster in der Person des ehrwürdigen Namvold einen tüchtigen Abt. So ging es bald im Kloster zum Besseren; Zucht, Ordnung und Wissenschaft blühten wieder auf, die Armen fanden reichliche Unterstützung und die Stadt vielfachen Nutzen. Eine ähnliche Verbesserung bedurften die Frauenklöster Ober- und Niedermünster in Regensburg. Auch dort war Lauheit und Sittenlosigkeit eingerissen. Der Bußgeist war daraus verschwunden. Bischof Wolfgang führte das klösterliche Leben nach der Regel des heiligen Benedikt unter ihnen ein und bald hatte er die Freude zu sehen, wie die Nonnen ihre bisherige Lauigkeit verließen und immer sittenreiner und vollkommener vor den Augen Gottes wandelten. In Mittelmünster zu St. Paul ließ der heilige Wolfgang aus seinen Einkünften ein Kloster bauen. Während des Baus ereignete sich das Wunder, dass eine besessene Frau, die zu ihm gebracht wurde, durch das Gebet des Bischofs vollkommen geheilt wurde. &lt;br /&gt;
Dies geschah nach seiner Rückkehr aus der Einsamkeit, in welche er sich um das Jahr 975 begeben hatte. Wolfgang hatte nämlich durch seinen heiligen Lebenswandel, durch seinen Eifer für die Sache Gottes und das Heil seiner Herde durch den lebendigen Giest der frömmigkeit und Gottesfurcht und besonders durch sein leutseliges, demütiges und liebreiches Benehmen gegen Hohe und Niedere die allgemeine Verehrung erworben, aber eben diese Hochachtung tat seinem demütigen Herzen weh. Dazu kommen noch die Unruhen, welche Herzog Heinrich III. Erregte, der sich sogar gegen den Kaiser empörte und selbst nach der Kaiserkrone strebte. Diese Unruhen, die Scheu vor der Achtung der Welt und der Drang seines Herzen nach einem abgeschiedenen Leben brachten ihn dahin, dass er plötzlich und geheim Regensburg verließ und auf dem Falkenstein, einer Gebirgskuppe nahe bei dem Obersee im Salzburgischen, eine einsame Zelle bezog, die ihn vor Regen und Schnee schützte und wo er nun ein stilles, verborgenes Leben führen wollte. Eine Wasserquelle, die er mit seinem Stab aus der Erde lockte, löschte seinen Durst, Kräuter und Erdfrüchte waren seine Nahrung, das Gebet aber und die Betrachtung seine Wonne und sein Trost. Doch auch hier verweilte der Heilige nicht lange, er fürchtete entdeckt zu werden. Deshalb verließ er seine Zelle und bestieg einen, dem Falkenstein gegenüberliegenden Berg, von wo aus man das am See gelegene, benachbarte Tal übersah. Hier warf er sich auf die Knie, um von oben Erleuchtung sich zu erflehen, wo er dem Allerhöchsten am Vollkommensten dienen könnte. &lt;br /&gt;
Er erhob sich, trat auf eine Felskuppe, schwang sein Handbeil, womit er Holz zur Zelle gefällt hatte, und warf es in das Tal hinab in der Absicht, da, wo er es finden würde, eine Zelle sich zu bauen. Das Beil rollte in die Tiefe hinab und, als er es nach längerem Suchen im schattigen Tal auf einem Hügel neben dem Obersee eine Stunde von der Höhe des Berges gefunden hatte, erbaute er sich eine kleine Zelle. Danach baute er aus Holz ein kleines Kirchlein mit einem Altar daneben udn weihte es dem Heiligen Johannes dem Täufer zu Ehren. Hier in tiefer Einsamkeit verlebte der Heilige drei Jahre. Was er hier mit seinem Gott und Herrn im Gebet verhandelte, welche Gnaden ihm da gegeben wurden, welche Wonnen er genossen hat, das ist aufgezeichnet im Buch des Lebens. &lt;br /&gt;
Der Heilige dachte nicht mehr daran, seine geliebte Einsamkeit zu verlassen und wieder in die gefahrvollen Stürme der Welt hinauszutreten. Doch Gott hatte es anders beschlossen. Er erhörte das Flehen der verwaisten Heerde des heiligen Bischofs. Ein Jäger entdeckte ihn und sogleich verbreitete sich die frohe Kunde nach Regensburg, dass Wolfgang noch lebe. Eine ansehnliche Gesandtschaft machte sich sogleich auf den Weg in die Einöde und ließ nicht nach mit Bitten und Flehen, bis der Heilige mit ihnen zog. Es war das Jahr 978, als der heilige Bischof unter dem Jubel des Volkes in Regensburg einzog und seinen Hirtenstab wieder ergriff, um nach Gottes Willen seine große Herde weiter zu weiden. &lt;br /&gt;
Herzog Heinrich II., früher wegen seines unruhigen Geistes „der Zänker“ genannt, aber im späteren Alter wegen seiner Milde und Sanftmut, die er sich im heißen Kampf errungen hat, „der Friedfertige“ genannt, hatte vier Kinder, zwei Knaben, Heinrich und Bruno, und zwei Mädchen, Gisela und Brigida. Ihnen eine fromme, gediegene Erziehung zu verschaffen, war seines Herzens Verlangen. Er hatte schon oft den heiligen Bischof Wolfgang im Stillen beobachtet, seine Tugenden bewundert und war von tiefer Achtung gegen ihn durchdrungen. Oft lud er den heiligen Mann in seine Burg, um mit ihm über Religion und Angelegenheiten des Landes zu sprechen und sich und seine Kinder segnen zu lassen. Bei einem Besuch nun bat er den Heiligen, die Erziehung seiner Kinder zu übernehmen. Wolfgang sagte zu und entsprach vollkommen den guten Absichten des Herzogs. Welch tiefe, heilige Furcht vor Gott, welche innige Liebe zu ihm, dem Allerhöchsten, welchen Eifer für alles, was gut und wohlgefällig ist vor Gott, Wolfgang in die zarten Herzen der vier Kinder einpflanzte, das magst du, lieber leser, daraus ersehen, dass Heinrich und Gisela als Heilige verehrt werden, Bruno und Brigida gleichfalls im Ruf der Heiligkeit starben. – Öfter, wenn der Heilige mit den herzoglichen Kindern sich unterredete, sagte er freundlich zu ihnen: „Du Heinrich, wirst ein König, du, Bruno, ein Bischof, du, Gisela, eine Königin, und du, Brigida, eine Äbtissin werden.“ Und wirklich traf das Gesagte ein. Heinrich wurde deutscher König und nachher römischer Kaiser, Gisela Königin von Ungarn, Bruno Bischof von Augsburg und Brigida Äbtissin von St. Paul in Regensburg. &lt;br /&gt;
Es lag dem heiligen Bischof nicht bloß die Erziehung der herzoglichen Kinder am Herzen, sondern noch weit mehr das Heil aller ihm anvertrauten Seelen. Nichts entging seinem wachsamen Auge; seinen Geistlichen war er ein leuchtender Spiegel, die Domherren bewog er, dass sie wieder wie vorher gemeinschaftlich lebten, den Chor gemeinsam beteten und ein erbauliches Leben führten. Die Domschule nahm er unter seine besondere Aufsicht. Die Lehrer trieb er zum Eifer an, die Schüler mussten ihm ihre Studierhefte und verfertigten Aufgaben vorlegen. Die Fleißigen belohnte er, die Nachlässigen wurden getadelt. So oft er konnte, besuchte er die Pfarreien auf dem Land. Mit glühender Andacht feierte er in den Kirchen seines Bistums die heilige Messe. Alles drängte sich herbei, um ihn zu sehen und seine Predigten zu vernehmen, die er in einfacher, aber eindringlicher Sprache an das Volk hielt. Überall erwachte der erstorbene Glaube zum neuen Leben, die Laster verschwanden, die Tugend kam wieder zu Ehren. Was vermag doch nciht ein einziger Mann, der wahrhaft vom Geist Gottes erfüllt ist und nichts als die Ehre Gottes und das Heil der Seelen sucht!&lt;br /&gt;
Je weiteren und tieferen Boden aber das christliche Leben gewann, desto ergrimmter wurde der Feind alles Guten. Einmal predigte, wie gewöhnlich, der heilige Bischof zu Regensburg dem Volk das Wort Gottes. Da erregte Satan plötzlich einen heftigen Sturm in der Luft mit schrecklichem Getöse. Auf dem Kirchendach entstand ein unerhörtes Krachen, in der Kirche selbst erhob sich ein heftiger Staub- und Nebelwind, so dass die meisten bei hellem Tag nichts mehr sahen. Das Volk geriet dadurch in die größte Angst und alles lief durcheinander, um sich aus diesen Schrecken zu retten. Es entstand ein wildes Geschrei. Bald riefen einige: „Es brennt in der Stadt!“ Bald hörte man: „Es ist ein Aufruhr und viele werden gemordet!“ Zuletzt stürzte alles Volk zu den Türen hinaus und der Gottesdienst war völlig gestört. Der Bischof allein aber blieb unbeweglich. Er kannte des bösen Feindes Tücke und betete: „Herr Jesus Christus! Gib deinen Gläubigen nach deiner gewöhnlichen Güte die Gnade, dass sie heute den Ruhm deines Namens und die Schmach des Teufels sehen.“ Kaum hatte er geendet, da war plötzlich der Sturm gestillt, die Luft rein und alles Volk eilte wieder zur Kirche zurück. Der heilige Diener Gottes setzte den Gottesdienst fort und Gott gab seinen Worten solche Kraft und Salbung, dass alle Anwesenden auf das Tiefste gerührt wurden und diese Predigt bleibende Früchte brachte. &lt;br /&gt;
Wolfgang hatte sich die Gnade des Herrn durch seinen heiligen Wandel und seine erbarmende Liebe zu den Armen und Bedrängten erworben. Wie andere nach Ehre strebten, so strebte er nach Demütigung; die Weltkinder lieben Pracht und Glanz, er aber liebte die Armut; die Weltkinder tun stolz mit ihren Werken, er aber suchte sie zu verbergen; die Weltkinder reden gerne von sich, prahlen und brüsten sich, er aber liebte das Stillschweigen; die Weltkinder verachten andere, er aber verachtete niemanden, als sich selbst. Er hielt sich immer für einen unnützen Knecht und sehnte sich nach Einsamkeit, um seine Seele zu retten. Ein hartes Lager war sein Ruhebett, ein rauhes Ordenskleid seine Bedeckung, nur wenig Speise genoss er, bessere Speisen und Getränke verschmähte er. Frühmorgens traf man ihn im Chor, zur Nachtzeit lag er vor den Altären auf den Knien und betete. Mit heiligem Hunger trat er täglich zum Altar, um Jesu Fleisch und Blut zur Stärkung seiner Seele zu genießen. Betete er nicht oder ließen es seine Amtsverrichtungen zu, dann studierte er. Selbst während des Essens musste vorgelesen werden. War das gemeinsame Abendchorgebet geendet, dann hörte man kein Wort mehr aus seinem Mund, nur mit Gott beschäftigte er sich in stiller Andacht, bis der Schlaf seine Augen schloss. &lt;br /&gt;
Seine erbarmende Liebe gegen die Armen, Kranken udn Notleidenden kannte keine Grenzen. Wer immer Trost, Rat, Hilfe bedurfte, fand sie bei ihm. Die Armen nannte er seine Herren und Brüder. Täglich speiste er eine Anzahl Bettler in seiner Wohnung und war selbst beim Essen zugegen. Kamen mehr Arme als gewöhnlich, dann nahm er die Ärmsten hiervon zu Tisch, keiner aber wurde abgewiesen, aller erhielten Almosen. Sogar in ihre Wohnungen ließ er Almosen tragen und zwar gewöhnlich so im Stillen und Geheimen, dass sie nicht wussten, von wem diese gute Tag komme. &lt;br /&gt;
Der heilige Bischof hatte in all seinem Tun und Lassen nur Gottes heiligen Willen im Auge. Wer aber Gottes Willen tut, dessen Wille tut auch Gott. Deshalb darf man sich nicht wundern, wenn der heilige Bischof so viel bei Gott ausrichtete und sein Gebet oft so wunderbar Erhörung fand. Bald nach seiner Rückkehr aus der Einsamkeit am Obersee geschah es, dass Kaiser Otto II. in einen Krieg mit Lothar, König von Frankreich, verwickelt wurde. Schon hatte das französische Heer die kaiserliche Burg in Aachen in seiner Gewalt und feirte mit Jubel diesen Sieg, als Kaiser Otto mit einem ansehnlichen Heer heranrückte, das Frankenherr aus Aachen vertrieb und es bis Paris verfolgte. Auf diesem Zug musste den Kaiser Bischof Wolfang begleiten; denn der Kaiser achtete ihn ungemein hoch und schenkte ihm sein ganzes Vertrauen. Dieses Vertrauen des Kaisers auf den Heiligen blieb aber nicht unbelohnt. Als nämlich die kaiserlichen Soldaten auf ihrer Rückkehr zu dem Fluss Aime kamen, gerieten sie in die größte Gefahr. Hinter ihnen war der Feind, vor ihnen der Fluss, dessen Wogen, von vielen Regengüssen hoch angeschwollen, sich über das Ufer ergossen und den Übergang unmöglich machten, so dass viele ertranken. In dieser Gefahr erscheint der heilige Wolfgang, richtet seinen Blick zum Himmel, betet, segnet dann das ganze Heer und befiehlt, ohne Furcht über den Strom zu setzen. – Allein niemand getraut sich den Befehl zu vollziehen. Da stürzt sich Wolfgang selbst in die brausende Flut und im Vertrauen auf die Hilfe des Herrn durchwatet er den reißenden Strom, und erreicht wohlbehalten das jenseitige Ufer. Seinem Beispiel folgt jetzt das ganze Heer und alle übersetzen den Fluss unverletzt. Erstaunt über diese wunderbare Rettung dankte Offiziere und Soldaten dem Heiligen; dieser aber flehte sie an, hierüber zu schweigen und Gott allein die Ehre zu geben. – Da man wusste, dass der heilige Bischof durch sein Gebet so viel bei Gott vermöge, so wandten sich Bedrängte häufig an ihn, um Hilfe zu finden. Und sie fanden auch, was sie suchten. Die Kranken wurden geheilt, wenn er ihnen die Hände auflegte oder wenn sie vom Brot aßen, das er gesegnet hatte; die Teufel wichen von den Besessenen, wenn er ihnen im Namen Gottes gebot, zu fliehen, und selbst in weiter Ferne wirkte sein gebet und half denen, die sich ihm anempfahlen. Das größte Wunder aber war der heilige Mann selbst, wegen seiner ausgezeichneten Tugenden und seiner wahrhaft apostolischen Lebensweise. Er hatte sich wahrhaft wie ein Licht im Dienst des Herrn und seiner heiligen Kirche verzehrt. Bereits hatte er 22 Jahre den Oberhirtenstab geführt zum Heil für Tausende und er konnte von sich sagen, was der heilige Apostel Paulus am Ziel seiner Laufbahn ausgerufen hat: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; im Übrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt, welche mir an jenem Tag geben wird der Herr, der gerechte Richter.“ (2 Tim 4,7.8). Diese herrliche Krone, welche Jesus allein seinen treuen Dienern verheißen hat, sollte ihm auch zuteil werden. &lt;br /&gt;
Ein dringendes Geschäft rief ihn nach den bischöflichen Gütern um Pechlarn in Unterösterreich, das er zum Besten seiner Kirche persönlich besorgen wollte, obwohl sein Körper von den vielen Arbeiten geschwächt war udn hohes Alter seine Kräfte gemindert hatte. Im Vorgefühl seines nahen Todes hatte er sich durch anhaltendes Gebet und strenges Wachen auf diese letzte Reise vorbereitet und reichliches Almosen, ja alles, was er hatte, den Armen in den Schoß gelegt. Noch meinte er Kraft genug zu besitzen, die weite Reise vollenden zu können, allein als er die Donau hinabfuhr, überfiel ihn ein heftiges Fieber, das ihn nötigte, bei Pupping, einem Flecken in Osterösterreich, zwischen Linz und Passau, oberhalb Aschach, Halt zu machen und ans Land zu steigen. Er erkannte nun durch Erleuchtung von oben, dass sich jetzt alles erfüllen werde, was ihm einst zu Einsiedeln der heilige Othmar vorausgesagt hatte. Hier war es, wo er seinen Geliebten Hausmeier Tagino, einen Priester nach dem Herzen Gottes, an das Herz drückte und ihm voraussagte, dass er naach zehn Jahren die bischöfliche Würde erlangen werde. Dann ließ er sich in die Kirche tragen, die zur Ehre des heiligen Othmar eingeweiht war, und vor dem Altar auf den bloßen Boden legen. Hier empfing er mit der feurigsten Inbrunst die heiligen Sakramente der Buße und des Altares, ermahnte mit den rührendsten Worten eines sterbenden Vaters alle Anwesenden zu einem gottseligen Lebenswandel, empfahl alle Gläubigen seines Bistums dem Schutz Gottes und seiner Heiligen, und legte dann sein mattes Haupt nieder, um zu sterben. Alles drängte sich jetzt in die Kirche, um den heiligen Bischof im letzten Augenblick zu sehen. Da suchten die Kirchendiener die herbeiströmende Menge hinauszuschaffen, damit des Heiligen Ruhe nicht gestört werde. Er aber merkte dies und sprach: „Öffnet die Türen und hindert niemanden, hereinzugehen; - denn sterben ist keine Schande. Schande bringt nur schlechtes Leben. Wir müssen einmal dieses  Gesetz der Natur erfüllen, da der Herr des Lebens selbst sich nicht geschämt hat, für die Sünden der Welt nackt am Kreuz zu sterben. Es mag daher jedermann in meinem Tod ersehen, was er in seinem eigenen Tod zu fürchten habe. Es wolle sich der Herr meiner, als eines armen Sünders und eines jeden erbarmen, der mich mit zerknirschtem Herzen und mit Furcht vor seinem eigenen Tod sterben sieht.“ Nach diesen Worten schloss der Heilige sanft die Augen und entschlief im Herrn am 31. Oktober 994. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod wurden die Gebeine des heiligen Bischof in die Stiftskirche zu St. Emmeran in Regensburg überführt. Wolfgang wurde am 7. Oktober 1052 von Papst Leo IX. heilig gesprochen. Anlässlich der Heiligsprechung wurden die Gebeine des Bischofs in die damals neu errichtete Wolfgangskrypta unter der Basilika St. Emmeram überführt. Sie ruhen dort seit 1877 in dem vergoldeten Wolfgangsschrein, der jedes Jahr anlässlich der Wolfgangswoche des Bistums Regensburg in die Basilika oder eine andere bedeutende Kirche des Bistums überführt wird. Der heilige Wolfgang gilt als Diözesanpatron des Bistums Regensburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eine merkwürdige Erscheinung&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
kann ich zu deiner Erbauung, lieber Leser, und zur Ehre des heiligen Bischofs Wolfgang nicht übergehen. Kaiser Heinrich hatte gegen seinen Erzieher, den heilgien Bischof, stets die tiefste Ehrfurcht gehegt. Hatte er an ihm ja den reichsten Samen der schönsten Tugenden ins Herz gepflanzt und ihn zu einem heiligen Leben angeregt. Als inniger Verehrer des heiligen Wolfgang fand er sich öfter an seinem Grab ein, um mit Inbrunst seine Fürbitte anzuflehen. Noch jetzt zeigt man am Eingang in der Kirche von St. Emmeran den steinernen Stuhl, wo der fromme Kaiser sich niederließ, wenn er frühmorgens kam und die Türe noch verschlossen fand. Als er noch Herzog war, schien es ihm einmal im Schlaf, als gehe er zum Grab des heiligen Wolfgang, um dort zu beten. Plötzlich sieht er den heiligen Bischof vor sich stehen, der ihn mit folgenden Worten anredet: „Sieh genau die Worte an, die hinter meinem Grab auf der Mauer geschrieben stehen.“ Die Worte hießen: „Post sex“ – „nach sechs“. Hierauf erwachte Heinrich. Lange nachsinnend über diese Worte hatte er zuletzt keinen anderen Gedanken, als dass er nach sechs Tagen sterben würde. Er ergab sich in den Willen Gottes und bereitete sich durch Gebet, Buße und Almosen auf seinen nahen Tod vor. Als er sich aber nach sechs Tagen noch wohl und gesund sah, deutete er jene „sechs“ auf sechs Wochen, und verwendete auch diese Zeit auf ernstliche Vorbereitung. Als aber auch diese Frist verstrichen war, meinte er, dass er nach sechs Monaten sterben müsse. Aber auch hierin getäuscht, zweifelte er nicht mehr, dass unter jenen „sechs“ so viele Jahre zu verstehen seien, und übte sich in dieser ganzen Zeit in Werken der Gottseligkeit, ohne dabei die Pflichten seines Berufes als Regent zu vernachlässigen. Doch auch sechs Jahre verflossen und noch immer erfreute er sich der besten Gesundheit. Jetzt aber enthüllte sich der dunkle Sinn der Worte. Im siebten Jahr nach der Erscheinung wurde er zu Mainz, und zwar am 6. Juni 1002, im 30. Jahr seines Alters, von den Reichsständen als deutscher Kaiser ausgerufen und vom Erzbischof von Mainz gekrönt. Die ganze Zeit aber, welche der Heilige auf die Vorbereitung zum Tode verwendete, war für ihn nicht verloren. Er legte damit den Grund zu seiner nachmaligen Heiligkeit. – Merke dir aber, christliche Seele, aus dieser Geschichte, dass das ernste Andenken an den Tod und besonders der Gedanke: „Ich kann jeden Augenblick sterben“, von überaus großem Nutzen für dein Seelenheil ist udn vergiss nicht, alle Tage wenigstens nach dem Erwachen am Morgen und abends vor dem Schlafengehen die Frage an dich zu stellen: „Wenn ich jetzt, wenn ich heute, wenn ich diese Nacht sterbe, wie wird es mir ergehen; wie stehe ich mit Gott?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Worte des heiligen Wolfgang&#039;&#039;&#039;-	Almosen bedeutet Barmherzigkeit oder ein Werk der Barmherzigkeit; und unter diesem Namen lassen sich alle Werke der Gutherzigkeit zusammenfassen. Mit Recht übt der ein Werk der Barmherzigkeit aus, der es zuerst sich und seinen Untergebenen an einem gottgefälligen Wandel nicht fehlen lässt und dann auch seinen Nächsten zu unterstützen nicht unterlässt, dem Ausspruch des Apostels gemäß: So lange wir Zeit haben, lasst uns allen Gutes tun.&lt;br /&gt;
-	Was nützt es, das Kleid der Heiligkeit zu tragen, wenn es an den Werken der Heiligkeit fehlt! – Nur böser Taten wegen müssen wir uns schämen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
O Herr Jesus Christus, verleihe auch mir die Gnade, dass ich, wie dein Diener Wolfgang, immer deine Ehre und das Heil meiner Seele, immer deinen Willen und niemals den meinen im Auge habe und befolge. Amen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Wolfgang&amp;diff=2841</id>
		<title>Wolfgang</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Wolfgang&amp;diff=2841"/>
		<updated>2009-02-18T14:31:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg. Jahr 994 ==   Fest: 31. Oktober  Unter den heiligen Bischöfen, die vom 15. Jahrhundert an in Bayern unsäglich Gutes ...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg. Jahr 994 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 31. Oktober&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den heiligen Bischöfen, die vom 15. Jahrhundert an in Bayern unsäglich Gutes gestiftet haben, nimmt mit Recht der heilige Wolfgang eine vorzügliche Stelle ein, und wahrlich nur ein Werk des Dankes ist es, wenn seine geheiligten Gebeine in Regensburgs Mauern hochgeehrt, wenn sein Andenken im ganzen Bistum noch heutzutage gesegnet wird. Wenn seiner frommen Mutter, da sie ihn noch unter ihrem Herzen trug, schien, dass sie einen Stern in ihrem Schoß berge, so ist das ein Bild der segens- und tugendreichen Laufbahn dieses heiligen Bischofs gewesen, der in der Zeit, wo er gelebt und gewirkt hat, in der Tat wie ein hellleuchtender Stern in der heiligen Kirche glänzte. Seine Lebensbeschreibung wird dafür Zeugnis geben. &lt;br /&gt;
Er war das Kind rechtlicher Eltern aus dem ehemaligen Schwabenland. Ihr Wohnort und ihr Stand ist nicht bekannt, aber fromm müssen sie gewesen sein, denn an der Frucht erkennt man den Baum. Schon in seiner frühesten Kindheit ließen sich an Wolfgang Spuren seiner künftigen Heiligkeit sehen. Er betete gern und viel, gehorchte den Eltern willig und gerne und hörte ihnen mit besonderem Wohlgefallen zu, wenn sie von den Erbarmnissen des himmlischen Vaters und von der unendlichen Liebe seines göttlichen Sohnes, von den Tugenden des Heiligen, von den leiden der heiligen Märtyrer erzählten. Insbesondere bemerkte man an ihm eine ungewöhnliche Verachtung aller irdischen Dinge und ein bei Kindern selten bemerkbares Verlangen nach Tugend und Frömmigkeit und den himmlischen Gütern. Er glich einer Blume, die sich der Erde entwindet und mit ihrem Blütenkelch der Sonne zuwendet; einem zarten Vöglein, das nur in den höheren Regionen der Lüfe sich erfreut. Aber bei all seinem Eifer für ein gottgefälliges Leben vergaß er das Lernen nicht. Er zeigte große Fähigkeiten und die braven Eltern, die aus ihm einen frommen, aber auch tüchtigen Mann machen wollten, übergaben ihn in einem Alter von sieben Jahren den Händen eines tugendhaften, gelehrten Geistlichen, unter dessen Anleitung er bei seinem unermüdetem Lerneifer bald die besten Fortschritte in den Wissenschaften machte. &lt;br /&gt;
Beiläufig 12 Jahre alt, geleitete ihn sein Vater in das Kloster Reichenau, unweit Konstanz am Bodensee, wo Jünger des heiligen Benedikt eine berühmte Schule hielten und viele Jünglinge aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes zusammenströmten, um unter der Leitung der frommen und gelehrten Mönche den Wissenschaften obzuliegen. – Wolfgang wurde freundlich von dem Abt empfangen, schaute ihm doch die Unschuld aus den Augen und kindliche Offenheit und Wissbegierde aus dem Gesicht. Bald machte er auch im Kloster große Fortschritte, aber was noch mehr ist als dieses, er wurde mit dem Alter immer gottesfürchtiger, und ein Gegenstand der Achtung und Bewunderung für seine Lehrer, das schönste Beispiel für seine Mitschüler. Unter diesen war einer der ihm besonders zugetan war. Er war der Sohn des Grafen von Babenberg und Heneberg, und ein Bruder des Bischofs Popo von Würzburg, und hieß Heinrich. Dieser hatte den bescheidenen, stillen, demütigen und kenntnisreichen Wolfgang sehr lieb, schloss mit ihm die innigste Freundschaft und wandelte mit ihm den gleichen Weg der Gottseligkeit. Fünf Jahre zuvor hatte Wolfgang im Kloster zugebracht, er war jetzt 17 Jahre alt, ein blühender Jüngling, schon reich an Kenntnissen, aber noch reicher an Gnade und Tugend. Sein Freund Heinrich sollte jetzt nach Würzburg ziehen, wo sein Bruder Popo eben eine neue Schule gegründet hatte. Aber ohne Wolfgang wollte er nicht ziehen; er drang also mit den freundlichsten Bitten in ihn, ihn zu begleiten, und wirklich wanderte Wolfgang, dürstend nach größerer Ausbildung in den Wissenschaften, um das Jahr 941 mit seinem Freund nach Würzburg. &lt;br /&gt;
Die Domschule dort war bereits in hoher Blüte. Magister Stephan aus Italien zog viele Jünglinge an sich. Auch Wolfgang und Heinrich hörten ihn. Nicht lange und Wolfgang machte so große Fortschritte in den Wissenschaften, dass ihn seine Mitschüler hoch achteten und sich von ihm bei schwierigen Stellen helfen ließen. Darüber wurde Magister Stephan, ein gelehrter, aber auch stolzer, hochstrebender Mann, eifersüchtig. Anfangs ließ er sich seinen Zorn nicht merken, als aber Wolfgang eines Tages bei der Erklärung einer dunklen Stelle ungemein viel Scharfsinn zeigte und seinen Mitschülern, die den gelehrten Magister nicht recht verstanden, eine bündige Erklärung gab, da brauste der aufgeblasene Mann heftig auf und geriet darüber so in Zorn, dass er Wolfgang unter Drohungen verbot, seine Vorlesungen ferner zu besuchen. – Wolfgang duldete gelassen und gottergeben diese Demütigung und Verachtung, verließ aus Liebe zu seinem Freund Heinrich Würzburg nicht, verlegte sich aber von nun an mit unermüdetem Eifer auf das Studium der heiligen Schrift und schloss sich noch inniger an Gott an, der eben all diese Leiden ihm zum Heil gesendet hatte. – Er führte nun ein verborgenes Leben in Christo, betrachtete viel, ergab sich der Abtötung, empfing öfters mit glühender Andacht die heilige Kommunion, verehrte kindlich die heilige Gottesmutter Maria, und legte so den Grund zu seiner Heiligung. So gereichte ihm gerade das zu seinem Heil, was nach der Meinung seines hochmütigen Lehrers sein Verderben sein sollte und er lernte auch schon frühzeitig die Eitelkeit und Falschheit der Welt kennen, die auch den weisesten Menschen, wenn er nicht immer auf der Hut ist und um Licht und Kraft von oben bittet, auf den Weg des Verderbens führt. Er beschloss daher, obschon im schönsten Alter stehend und von Gott mit hohen Gaben ausgerüstet, womit er in der Welt glänzen konnte, eben diese trügerische Welt zu verlassen und in Klosterseinsamkeit nur Gott dem Herrn zu dienen. &lt;br /&gt;
Kaum aber bemerkte dies Freund Heinrich, als er alles Mögliche aufbot, um ihn von diesem Schritt abzuhalten; noch dringender aber wurde sein Zureden, als er im Jahr 956 vom Kaiser Otto I. Zum Erzbischof von Trier ernannt wurde. Er wollte sich von Wolfgang, den er so innig liebte, nicht trennen, und es gelang endlich seinem wiederholten Bitten, dass Wolfgang vorläufig bei ihm blieb und auch nach Trier mit ihm zog. Hocherfreut hierüber bot ihm der neue Erzbischof die höchsten Ehrenstellen in seinem Domkapitel an; allein der demütige Freund schlug alle diese Stellen aus. Das Einzige, wozu er seine Einwilligung gab, war die Übernahme der dortigen Domschule und zwar ganz unentgeltlich und ohne alle irdische Belohnung. Ihm war Gottes Lohn genug und die Aussicht, Christo Seelen zu gewinnen. &lt;br /&gt;
Wolfgang war nun lehrer, viele Jünglinge waren um seine Lehrkanzel versammelt, denen er aber mehr mit seinem Beispiel als mit Worten den heilsamsten Unterricht gab. Er wusste gar wohl, dass die schönsten Worte nichts nützen, wo das gute Beispiel fehlt. Deshalb bemühte er sich denn auch, obwohl er noch nicht Priester war, mit der Übung der christlichen Tugenden und Werke seinen Schülern voranzuleuchten. – Er gab sich eifrig dem Gebet und dem Nachtwachen hin, enthielt sich des Genusses der Fleischspeisen, bediente sich einfacher Kleidung und rang mit aller Kraft seiner Seele nach Vollkommenheit. Dabei war er gegen seine Schüler wie ein Vater so liebreich und freundlich, er half ihnen, wo er konnte, und die Ärmeren unterstützte er heimlich, damit sie desto freudiger ihrem Beruf obliegen konnten. Solch frommen, heiligen Wandel seines Freundes Wolfgang beobachtete oft Erzbischof Heinrich im Stillen und es tat ihm weh, ihn nicht auf einem höheren Posten zu sehen. Vergeblich versuchte er es öfters, Wolfgang zu vermögen, eine bessere Stelle anzunehmen, wo er noch mehr Gutes stiften könnte. Wolfgang ließ sich nicht dazu bewegen. Er war mit seinem Stand zufrieden und wollte nicht mit einem höheren Amt auch eine größere Verantwortung auf sich laden. Ehre und Ansehen vor der Welt hatte er längst verachten gelernt, nach Reichtum verlangte sein Herz nicht; ihm war Gott udn sein Wohlgefallen genug. Da nun Erzbischof Heinrich sah, dass Bitten und Zureden nichts bewirkten, übertrug er ihm in Kraft des heiligen Gehorsams die Stelle eines Dechants der gesammelten Geistlichkeit an der Domkirche zu Trier und damit auch die Oberaufsicht über die Bildung der jungen Geistlichen, die sich auf den Priesterstand vorbereiteten. – Sein demütiges Herz sträubte sich gegen diese Würde, er meinte ihrer nicht würdig und nicht gewachsen zu sein; allein der Befehl seines Oberhirten ließ ihm keinen Ausweg. Er gehorchte und übernahm dieses Amt mit dem festen Vorsatz, es nach Kräften zu verwalten. Er hielt auch Wort. Tag und Nacht arbeitete er an dem heil der ihm anvertrauten jungen Geistlichen. Bei Nacht flehte er um Gnade und Licht für sie, bei Tage lehrte er sie die Wege der Gottseligkeit. Er brachte es dahin, dass sie gemeinsam zu Tisch gingen, schliefen, der geistlichen Lesung und der  Betrachtung oblagen und ein wahrhaft geistliches Leben führten. Auch den Priestern leuchete er mit dem schönsten Beispiel voran, streng gegen die Lauen und Weltlich Gesinnten, war er voll Liebe gegen die Eifrigen. Bald erwachte unter den Priestern triers ein neues Leben, und groß war der Nutzen, den das christliche Volk daraus zog. &lt;br /&gt;
Während so der heilige Wolfgang mit feurigem Eifer seines Amtes waltete, musste der Erzbischof Heinrich den Kaiser nach Rom begleiten. Dort ergriff ihn eine Krankheit, welche ihn den Tode nahe brachte. Aber auch in weiter Ferne und den Tod vor Augen vergaß Heinrich seines Freundes Wolfgang nicht. Er ließ den Kaiser an sein Sterbebett kommen, schilderte ihm die glänzenden Tugenden seines Jugendfreundes Wolfgang und bat ihn, Wolfang in seinen kaiserlichen Schutz zu nehmen; denn Heinrich sah wohl voraus, dass Wolfgang von den weltlich gesinnten Geistlichen Verunglimpfungen werde leiden müssen, da er sie mit fester Strenge immer im Zaum hielt. Heinrich starb eines gottseligen Todes und mit tiefstem Schmerz vernahm Wolfgang das Hinscheiden seines geliebten Freundes. Jetzt aber waren die letzten Bande, die ihn noch in der Welt zurückhielten, zerrissen; der Tod seines Freundes, der in vollster Manneskraft, hochgeachtet und geehrt von Kaiser und Reich, so schnell dahinschied, hatte ihn aufs Neue die Hinfälligkeit alles Irdischen kennengelehrt und so begann er denn seinen schon lange gehegten Wunsch auszuführen. In einem Kloster wollte er der Welt gänzlich absterben. Allein auch jetzt wurde sein Verlangen nicht gleich erfüllt. Der Erzbischof von Köln, der von ihm so viel Rühmliches gehört hatte, rief ihn zu sich, um sich seiner zur Verbesserung seiner Geistlichkeit zu bedienen. Kein Mittel ließ der fromme Bischof unversucht, um ihn zurückzuhalten, die höchsten Würden trug er ihm an, allein vergeblich; Wolfgang blieb bei seinem Entschluss und bereitete sich nach einiger Zeit auch vor, diesen Entschluss auszuführen. Zuvor besuchte er noch seine Eltern, um sie um ihren Segen zu bitten. Er hatte mit ihnen einen harten Kampf zu bestehen. Die hochbetagten Eltern wollten ihn nicht ziehen lassen, allein Wolfgang widerlegte alle ihre Einwände und sprach unter anderem folgende schöne Worte zu ihnen: „Das Erbteil, das ihr mir zugedacht habt, teilt unter euch; denn ich habe einen überaus mächtigen und reichen Herrn, der mir, wenn ich ihm treu dienen werde, ein großes Erbe verheißen hat; dieser ist es, der mir zurückgibt mein Erbe. Denn ich bin überzeugt, dass er mir ein hinreichendes Einkommen sichern wird, und ich auch euch eine Unterstützung gewähren kann. Ich bitte euch demnach, entreißt mir nicht durch Weinen und Wehklagen ein so großes Erbe, sondern bereitet vielmehr das Nötige zu meiner Abreise vor: denn ein solcher Hirt sucht keinen säumigen, sondern eifrigen Diener.“ Die guten Eltern verstanden ihn nicht, aber getröstet durch diese Worte und in der Hoffnung, ihr Sohn werde eine glänzende Zukunft in Aussicht haben, an der auch sie teilhaben würden, willigten sie endlich in sein Vorhaben ein und fragten ihn nach dem Namen und dem Ort seiner Wahl. Er aber sprach: „Für jetzt könnt ihr es noch nicht erfahren, später aber sollt ihr es wissen.“ Die Eltern gaben sich zufrieden, segneten ihn und ließen ihn ziehen. &lt;br /&gt;
In einem von dichten Waldungen umschatteten Tal in der Schweiz war vor nicht langer Zeit ein Kloster vom Orden des heiligen Benedikt gegründet worden... Hierher nach Maria Einsiedeln lenkte der heilige Wolfgang seine Schritte und bat den Abt Gregorius, dessen heiligmäßiger Wandel nah und fern bekannt war, um das Ordenskleid. Mit Freuden wurde ihm dieser Wunsch gewährt, denn auch sein Name war schon im Kloster bekannt. Mit dem Ordenskleid hatte er einen ganz neuen Menschen angezogen und in kurzer Frist übertraf er alle seine Mitbrüder in den schönen klösterlichen Tugenden des Gehorsams, der Demut und der Abtötung, und glücklich fühlte sich der fromme Abt, einen so kostbaren Schatz an Wolfgang in seinem Kloster zu besitzen. &lt;br /&gt;
Eines Tages kam der heilige Bischof Ulrich von Augsburg zu Besuch in das Kloster. Sogleich bemerkte der heilige Bischof den neuen Mönch Wolfgang. Ihm gefiel seine Bescheidenheit, seine Demut und Einfalt und als er vernahm, dass er noch nicht zum Priester geweiht sei, befahl er ihm, sich auf diese heilige Weihe vorzubereiten. Wie aber erschrak da der Heilige! Er hielt sich dieser hohen Würde nicht für wert, warf sich dem Bischof zu Füßen und bat ihn, seiner zu schonen und ihn als einfachen Mönch leben und sterben zu lassen. Doch der Bischof ließ sich nicht bewegen und Wolfgang wurde nach einiger Zeit, die er mit größtem Eifer zur Vorbereitung benützte, von ihm zum Priester geweiht. Nun Diener des Allerhöchsten, entbrannte sein Herz zu immer größerer Liebe; weit auf tat sich sein reines Herz; mit heiliger Inbrunst brachte er sich Gott zum vollkommenen Opfer dar und sein innigster Wunsch war von nun an, sich auch dem Heil seiner Mitmenschen zu weihen und den Heiden, deren des damals in Ungarn an den Ufern der Donau noch viele gab, den Namen Jesu zu verkünden. &lt;br /&gt;
Schon seit längerer Zeit verehrte er außer der allerseligsten Jungfrau, die er von Kindheit an liebte, auch den heiligen Abt Othmar. Einst in stiller Nachtstunde mit dem Gedanken beschäftigt, den Heiden die gute Botschaft zu bringen, flehte er inbrünstig zu diesem Heiligen um seinen Beistand. Der Schlaf überwältigte ihn und er sah nun in einem Gesicht den heiligen Othmar vor sich stehen, der ihn also anredete: „Weil du mich so oft gebeten hast, für dich am Thron Gottes zu bitten, so will ich dir Einiges offenbaren, was dir in Zukunft noch begegnen wird.. Arm und dürftig wirst du aus dieser Gegend wegziehen, aber in einer anderen, wo du um der Liebe des Herrn willen wie ein Fremdling leben wirst, durch göttlichen Ratschluss ein einträgliches Bistum erhalten. Wenn du das heilige Amt würdig verwaltest, wirst du nach 22 Jahren dieses vergängliche Leben enden und in das ewige eingehen. Und auch das sollst du wissen, dass du an einem Ort sterben wirst, an dem von den Christen mein Gedächtnis gefeiert wird; dort werde ich mit noch anderen Himmelsbürgern in der Todesstunde dir beistehen.“ &lt;br /&gt;
Durch dieses Gesicht in seinem Vorhaben neu bestärkt, entdeckte er sich dem Abt Gregorius und erhielt von ihm die Erlaubnis, nach Ungarn zu ziehen und den christlichen Glauben dort predigen zu dürfen. Mit einigen Begleitern machte er sich auf den Weg, wanderte unbekannt, einem Verbannten gleich, durch sein Vaterland, dem heutigen Bayern, zu und wendete sich von da aus als Glaubensprediger nach Ungarn. Hier verweilte er ein Jahr, mit allem Eifer das Evangelium verkündend. Allein all sein Bemühen, dieses durch Krieg und Raubzüge verwilderte Volk für die milde Lehre Jesu empfänglich zu machen, scheiterte fast gänzlich. Gott wollte nämlich die Bekehrung dieses Volkes einem anderen seiner Diener vorbehalten, dem heiligen Wolfgang aber ein anderes Feld für seinen Eifer anweisen. Bischof Pilgrin von Passau, zu dessen Sprengel Ungarn gehörte, rief Wolfgang zurück; dieser gehorchte und weilte bei diesem frommen Hirten einige Zeit. &lt;br /&gt;
Gerade um diese Zeit, im Jahr 972, starb der Bischof von Regensburg, Michael. Pilgrin, der wohl wusste, wie sehr das Bistum Regensburg eines tüchtigen Oberhirten benötigte, warf sein Auge auf Wolfgang. Er hatte, obwohl Wolfgang seine Tugenden, seine Gelehrsamkeit und seinen glühenden Eifer für das Heil der Seelen unter dem Mantel der Demut verbarg, doch an ihm die schönsten Eigenschaften für einen Bischof bemerkt und brachte es bei dem Kaiser Otto I. Dahin, dass dieser den heiligen Diener Gottes zum Bischof von Regensburg ernannte und Gesandte nach dieser Stadt schickte, welche die Wahl auf ihn lenken, ihn nach Regensburg geleiten udn dann zu ihm nach Frankfurt führen sollten. &lt;br /&gt;
Nur mit Schrecken vernahm der Heilige den Antrag der Gesandten und nur mit Widerwillen und aus Gehorsam gegen den Kaiser ging er nach Regensburg, alles Gottes weiser Vorsehung überlassend. Dort wurde er einstimmig von Geistlichkeit und Volk zum Bischof gewählt und musste nun nach Frankfurt an das kaiserliche Hoflager ziehen. Noch hoffte er den Kaiser und seine Wahl umstimmen zu können. Er warf sich ihm demütig zu Füßen und stellte ihm unter einem Strom von Tränen vor, wie er zu dieser Würde nicht würdig und fähig und zudem auch noch die Einwilligung seines Abtes notwendig sei. Doch der Kaiser ließ sich auf keine Weise bewegen, den Bitten des Dieners Gottes Gehör zu geben. Er bestätigte seine Wahl und auch der Abt des Klosters Einsiedeln erteilte ihm den Befehl, sich der göttlichen Anordnung nicht zu widersetzen und die bischöfliche Würde anzunehmen.&lt;br /&gt;
Nachdem Wolfgang Bischof war, wollte er es auch von ganzer Seele sein. Zuerst fing er bei sich selbst an. Die bisherige einfache, ja arme Lebensweise behielt er bei. Immer trug er das demütige Ordenskleid, äußeren Glanz achtete er nicht. Weil er wusste, dass der Mensch aus sich selbst nichts vermöge, warf er sich mit vollster Ergebung in die Arme Gottes, unaufhörlich flehend um seinen Beistand. Hierauf sah er sich um den Zustand seiner Herde um. Aber ach, wie blutete ihm das Herz, als er fast überall Lauheit und Zuchtlosigkeit antraf. Auch die Geistlichkeit war davon angegriffen und selbst in die Klöster war die Unordnung eingedrungen; das gemeine Volk war sittenlos, weil es von seinen Hirten vernachlässigt worden war, nirgends sah es Erfreuliches, überall war Betrübendes. Zudem war auch sein Bistum so groß, es erstreckte sich damals über ganz Böhmen. Wie sollte er allein so viele Schäden bessern, ein so weit ausgedehntes Bistum regieren? Doch er vertraute auf Gott, und da er keinen Ehrgeiz kannte und nur das Heil der Seelen im Auge hatte, gereichte es ihm zur großen Freude, als auf Antrag des Kaisers Otto II. das Bistum Prag errichtet udn ihm so die Last und Verantwortung erleichtert wurde. Nachdem er die Teilungsurkunde unterzeichnet hatte, wandte er seine Augen auf das Kloster St. Emmeran in Regensburg, wo die Zucht erschlafft und der Ordensgeist fast ganz erloschen war. Er gab dem Kloster in der Person des ehrwürdigen Namvold einen tüchtigen Abt. So ging es bald im Kloster zum Besseren; Zucht, Ordnung und Wissenschaft blühten wieder auf, die Armen fanden reichliche Unterstützung und die Stadt vielfachen Nutzen. Eine ähnliche Verbesserung bedurften die Frauenklöster Ober- und Niedermünster in Regensburg. Auch dort war Lauheit und Sittenlosigkeit eingerissen. Der Bußgeist war daraus verschwunden. Bischof Wolfgang führte das klösterliche Leben nach der Regel des heiligen Benedikt unter ihnen ein und bald hatte er die Freude zu sehen, wie die Nonnen ihre bisherige Lauigkeit verließen und immer sittenreiner und vollkommener vor den Augen Gottes wandelten. In Mittelmünster zu St. Paul ließ der heilige Wolfgang aus seinen Einkünften ein Kloster bauen. Während des Baus ereignete sich das Wunder, dass eine besessene Frau, die zu ihm gebracht wurde, durch das Gebet des Bischofs vollkommen geheilt wurde. &lt;br /&gt;
Dies geschah nach seiner Rückkehr aus der Einsamkeit, in welche er sich um das Jahr 975 begeben hatte. Wolfgang hatte nämlich durch seinen heiligen Lebenswandel, durch seinen Eifer für die Sache Gottes und das Heil seiner Herde durch den lebendigen Giest der frömmigkeit und Gottesfurcht und besonders durch sein leutseliges, demütiges und liebreiches Benehmen gegen Hohe und Niedere die allgemeine Verehrung erworben, aber eben diese Hochachtung tat seinem demütigen Herzen weh. Dazu kommen noch die Unruhen, welche Herzog Heinrich III. Erregte, der sich sogar gegen den Kaiser empörte und selbst nach der Kaiserkrone strebte. Diese Unruhen, die Scheu vor der Achtung der Welt und der Drang seines Herzen nach einem abgeschiedenen Leben brachten ihn dahin, dass er plötzlich und geheim Regensburg verließ und auf dem Falkenstein, einer Gebirgskuppe nahe bei dem Obersee im Salzburgischen, eine einsame Zelle bezog, die ihn vor Regen und Schnee schützte und wo er nun ein stilles, verborgenes Leben führen wollte. Eine Wasserquelle, die er mit seinem Stab aus der Erde lockte, löschte seinen Durst, Kräuter und Erdfrüchte waren seine Nahrung, das Gebet aber und die Betrachtung seine Wonne und sein Trost. Doch auch hier verweilte der Heilige nicht lange, er fürchtete entdeckt zu werden. Deshalb verließ er seine Zelle und bestieg einen, dem Falkenstein gegenüberliegenden Berg, von wo aus man das am See gelegene, benachbarte Tal übersah. Hier warf er sich auf die Knie, um von oben Erleuchtung sich zu erflehen, wo er dem Allerhöchsten am Vollkommensten dienen könnte. &lt;br /&gt;
Er erhob sich, trat auf eine Felskuppe, schwang sein Handbeil, womit er Holz zur Zelle gefällt hatte, und warf es in das Tal hinab in der Absicht, da, wo er es finden würde, eine Zelle sich zu bauen. Das Beil rollte in die Tiefe hinab und, als er es nach längerem Suchen im schattigen Tal auf einem Hügel neben dem Obersee eine Stunde von der Höhe des Berges gefunden hatte, erbaute er sich eine kleine Zelle. Danach baute er aus Holz ein kleines Kirchlein mit einem Altar daneben udn weihte es dem Heiligen Johannes dem Täufer zu Ehren. Hier in tiefer Einsamkeit verlebte der Heilige drei Jahre. Was er hier mit seinem Gott und Herrn im Gebet verhandelte, welche Gnaden ihm da gegeben wurden, welche Wonnen er genossen hat, das ist aufgezeichnet im Buch des Lebens. &lt;br /&gt;
Der Heilige dachte nicht mehr daran, seine geliebte Einsamkeit zu verlassen und wieder in die gefahrvollen Stürme der Welt hinauszutreten. Doch Gott hatte es anders beschlossen. Er erhörte das Flehen der verwaisten Heerde des heiligen Bischofs. Ein Jäger entdeckte ihn und sogleich verbreitete sich die frohe Kunde nach Regensburg, dass Wolfgang noch lebe. Eine ansehnliche Gesandtschaft machte sich sogleich auf den Weg in die Einöde und ließ nicht nach mit Bitten und Flehen, bis der Heilige mit ihnen zog. Es war das Jahr 978, als der heilige Bischof unter dem Jubel des Volkes in Regensburg einzog und seinen Hirtenstab wieder ergriff, um nach Gottes Willen seine große Herde weiter zu weiden. &lt;br /&gt;
Herzog Heinrich II., früher wegen seines unruhigen Geistes „der Zänker“ genannt, aber im späteren Alter wegen seiner Milde und Sanftmut, die er sich im heißen Kampf errungen hat, „der Friedfertige“ genannt, hatte vier Kinder, zwei Knaben, Heinrich und Bruno, und zwei Mädchen, Gisela und Brigida. Ihnen eine fromme, gediegene Erziehung zu verschaffen, war seines Herzens Verlangen. Er hatte schon oft den heiligen Bischof Wolfgang im Stillen beobachtet, seine Tugenden bewundert und war von tiefer Achtung gegen ihn durchdrungen. Oft lud er den heiligen Mann in seine Burg, um mit ihm über Religion und Angelegenheiten des Landes zu sprechen und sich und seine Kinder segnen zu lassen. Bei einem Besuch nun bat er den Heiligen, die Erziehung seiner Kinder zu übernehmen. Wolfgang sagte zu und entsprach vollkommen den guten Absichten des Herzogs. Welch tiefe, heilige Furcht vor Gott, welche innige Liebe zu ihm, dem Allerhöchsten, welchen Eifer für alles, was gut und wohlgefällig ist vor Gott, Wolfgang in die zarten Herzen der vier Kinder einpflanzte, das magst du, lieber leser, daraus ersehen, dass Heinrich und Gisela als Heilige verehrt werden, Bruno und Brigida gleichfalls im Ruf der Heiligkeit starben. – Öfter, wenn der Heilige mit den herzoglichen Kindern sich unterredete, sagte er freundlich zu ihnen: „Du Heinrich, wirst ein König, du, Bruno, ein Bischof, du, Gisela, eine Königin, und du, Brigida, eine Äbtissin werden.“ Und wirklich traf das Gesagte ein. Heinrich wurde deutscher König und nachher römischer Kaiser, Gisela Königin von Ungarn, Bruno Bischof von Augsburg und Brigida Äbtissin von St. Paul in Regensburg. &lt;br /&gt;
Es lag dem heiligen Bischof nicht bloß die Erziehung der herzoglichen Kinder am Herzen, sondern noch weit mehr das Heil aller ihm anvertrauten Seelen. Nichts entging seinem wachsamen Auge; seinen Geistlichen war er ein leuchtender Spiegel, die Domherren bewog er, dass sie wieder wie vorher gemeinschaftlich lebten, den Chor gemeinsam beteten und ein erbauliches Leben führten. Die Domschule nahm er unter seine besondere Aufsicht. Die Lehrer trieb er zum Eifer an, die Schüler mussten ihm ihre Studierhefte und verfertigten Aufgaben vorlegen. Die Fleißigen belohnte er, die Nachlässigen wurden getadelt. So oft er konnte, besuchte er die Pfarreien auf dem Land. Mit glühender Andacht feierte er in den Kirchen seines Bistums die heilige Messe. Alles drängte sich herbei, um ihn zu sehen und seine Predigten zu vernehmen, die er in einfacher, aber eindringlicher Sprache an das Volk hielt. Überall erwachte der erstorbene Glaube zum neuen Leben, die Laster verschwanden, die Tugend kam wieder zu Ehren. Was vermag doch nciht ein einziger Mann, der wahrhaft vom Geist Gottes erfüllt ist und nichts als die Ehre Gottes und das Heil der Seelen sucht!&lt;br /&gt;
Je weiteren und tieferen Boden aber das christliche Leben gewann, desto ergrimmter wurde der Feind alles Guten. Einmal predigte, wie gewöhnlich, der heilige Bischof zu Regensburg dem Volk das Wort Gottes. Da erregte Satan plötzlich einen heftigen Sturm in der Luft mit schrecklichem Getöse. Auf dem Kirchendach entstand ein unerhörtes Krachen, in der Kirche selbst erhob sich ein heftiger Staub- und Nebelwind, so dass die meisten bei hellem Tag nichts mehr sahen. Das Volk geriet dadurch in die größte Angst und alles lief durcheinander, um sich aus diesen Schrecken zu retten. Es entstand ein wildes Geschrei. Bald riefen einige: „Es brennt in der Stadt!“ Bald hörte man: „Es ist ein Aufruhr und viele werden gemordet!“ Zuletzt stürzte alles Volk zu den Türen hinaus und der Gottesdienst war völlig gestört. Der Bischof allein aber blieb unbeweglich. Er kannte des bösen Feindes Tücke und betete: „Herr Jesus Christus! Gib deinen Gläubigen nach deiner gewöhnlichen Güte die Gnade, dass sie heute den Ruhm deines Namens und die Schmach des Teufels sehen.“ Kaum hatte er geendet, da war plötzlich der Sturm gestillt, die Luft rein und alles Volk eilte wieder zur Kirche zurück. Der heilige Diener Gottes setzte den Gottesdienst fort und Gott gab seinen Worten solche Kraft und Salbung, dass alle Anwesenden auf das Tiefste gerührt wurden und diese Predigt bleibende Früchte brachte. &lt;br /&gt;
Wolfgang hatte sich die Gnade des Herrn durch seinen heiligen Wandel und seine erbarmende Liebe zu den Armen und Bedrängten erworben. Wie andere nach Ehre strebten, so strebte er nach Demütigung; die Weltkinder lieben Pracht und Glanz, er aber liebte die Armut; die Weltkinder tun stolz mit ihren Werken, er aber suchte sie zu verbergen; die Weltkinder reden gerne von sich, prahlen und brüsten sich, er aber liebte das Stillschweigen; die Weltkinder verachten andere, er aber verachtete niemanden, als sich selbst. Er hielt sich immer für einen unnützen Knecht und sehnte sich nach Einsamkeit, um seine Seele zu retten. Ein hartes Lager war sein Ruhebett, ein rauhes Ordenskleid seine Bedeckung, nur wenig Speise genoss er, bessere Speisen und Getränke verschmähte er. Frühmorgens traf man ihn im Chor, zur Nachtzeit lag er vor den Altären auf den Knien und betete. Mit heiligem Hunger trat er täglich zum Altar, um Jesu Fleisch und Blut zur Stärkung seiner Seele zu genießen. Betete er nicht oder ließen es seine Amtsverrichtungen zu, dann studierte er. Selbst während des Essens musste vorgelesen werden. War das gemeinsame Abendchorgebet geendet, dann hörte man kein Wort mehr aus seinem Mund, nur mit Gott beschäftigte er sich in stiller Andacht, bis der Schlaf seine Augen schloss. &lt;br /&gt;
Seine erbarmende Liebe gegen die Armen, Kranken udn Notleidenden kannte keine Grenzen. Wer immer Trost, Rat, Hilfe bedurfte, fand sie bei ihm. Die Armen nannte er seine Herren und Brüder. Täglich speiste er eine Anzahl Bettler in seiner Wohnung und war selbst beim Essen zugegen. Kamen mehr Arme als gewöhnlich, dann nahm er die Ärmsten hiervon zu Tisch, keiner aber wurde abgewiesen, aller erhielten Almosen. Sogar in ihre Wohnungen ließ er Almosen tragen und zwar gewöhnlich so im Stillen und Geheimen, dass sie nicht wussten, von wem diese gute Tag komme. &lt;br /&gt;
Der heilige Bischof hatte in all seinem Tun und Lassen nur Gottes heiligen Willen im Auge. Wer aber Gottes Willen tut, dessen Wille tut auch Gott. Deshalb darf man sich nicht wundern, wenn der heilige Bischof so viel bei Gott ausrichtete und sein Gebet oft so wunderbar Erhörung fand. Bald nach seiner Rückkehr aus der Einsamkeit am Obersee geschah es, dass Kaiser Otto II. in einen Krieg mit Lothar, König von Frankreich, verwickelt wurde. Schon hatte das französische Heer die kaiserliche Burg in Aachen in seiner Gewalt und feirte mit Jubel diesen Sieg, als Kaiser Otto mit einem ansehnlichen Heer heranrückte, das Frankenherr aus Aachen vertrieb und es bis Paris verfolgte. Auf diesem Zug musste den Kaiser Bischof Wolfang begleiten; denn der Kaiser achtete ihn ungemein hoch und schenkte ihm sein ganzes Vertrauen. Dieses Vertrauen des Kaisers auf den Heiligen blieb aber nicht unbelohnt. Als nämlich die kaiserlichen Soldaten auf ihrer Rückkehr zu dem Fluss Aime kamen, gerieten sie in die größte Gefahr. Hinter ihnen war der Feind, vor ihnen der Fluss, dessen Wogen, von vielen Regengüssen hoch angeschwollen, sich über das Ufer ergossen und den Übergang unmöglich machten, so dass viele ertranken. In dieser Gefahr erscheint der heilige Wolfgang, richtet seinen Blick zum Himmel, betet, segnet dann das ganze Heer und befiehlt, ohne Furcht über den Strom zu setzen. – Allein niemand getraut sich den Befehl zu vollziehen. Da stürzt sich Wolfgang selbst in die brausende Flut und im Vertrauen auf die Hilfe des Herrn durchwatet er den reißenden Strom, und erreicht wohlbehalten das jenseitige Ufer. Seinem Beispiel folgt jetzt das ganze Heer und alle übersetzen den Fluss unverletzt. Erstaunt über diese wunderbare Rettung dankte Offiziere und Soldaten dem Heiligen; dieser aber flehte sie an, hierüber zu schweigen und Gott allein die Ehre zu geben. – Da man wusste, dass der heilige Bischof durch sein Gebet so viel bei Gott vermöge, so wandten sich Bedrängte häufig an ihn, um Hilfe zu finden. Und sie fanden auch, was sie suchten. Die Kranken wurden geheilt, wenn er ihnen die Hände auflegte oder wenn sie vom Brot aßen, das er gesegnet hatte; die Teufel wichen von den Besessenen, wenn er ihnen im Namen Gottes gebot, zu fliehen, und selbst in weiter Ferne wirkte sein gebet und half denen, die sich ihm anempfahlen. Das größte Wunder aber war der heilige Mann selbst, wegen seiner ausgezeichneten Tugenden und seiner wahrhaft apostolischen Lebensweise. Er hatte sich wahrhaft wie ein Licht im Dienst des Herrn und seiner heiligen Kirche verzehrt. Bereits hatte er 22 Jahre den Oberhirtenstab geführt zum Heil für Tausende und er konnte von sich sagen, was der heilige Apostel Paulus am Ziel seiner Laufbahn ausgerufen hat: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt; im Übrigen ist mir die Krone der Gerechtigkeit hinterlegt, welche mir an jenem Tag geben wird der Herr, der gerechte Richter.“ (2 Tim 4,7.8). Diese herrliche Krone, welche Jesus allein seinen treuen Dienern verheißen hat, sollte ihm auch zuteil werden. &lt;br /&gt;
Ein dringendes Geschäft rief ihn nach den bischöflichen Gütern um Pechlarn in Unterösterreich, das er zum Besten seiner Kirche persönlich besorgen wollte, obwohl sein Körper von den vielen Arbeiten geschwächt war udn hohes Alter seine Kräfte gemindert hatte. Im Vorgefühl seines nahen Todes hatte er sich durch anhaltendes Gebet und strenges Wachen auf diese letzte Reise vorbereitet und reichliches Almosen, ja alles, was er hatte, den Armen in den Schoß gelegt. Noch meinte er Kraft genug zu besitzen, die weite Reise vollenden zu können, allein als er die Donau hinabfuhr, überfiel ihn ein heftiges Fieber, das ihn nötigte, bei Pupping, einem Flecken in Osterösterreich, zwischen Linz und Passau, oberhalb Aschach, Halt zu machen und ans Land zu steigen. Er erkannte nun durch Erleuchtung von oben, dass sich jetzt alles erfüllen werde, was ihm einst zu Einsiedeln der heilige Othmar vorausgesagt hatte. Hier war es, wo er seinen Geliebten Hausmeier Tagino, einen Priester nach dem Herzen Gottes, an das Herz drückte und ihm voraussagte, dass er naach zehn Jahren die bischöfliche Würde erlangen werde. Dann ließ er sich in die Kirche tragen, die zur Ehre des heiligen Othmar eingeweiht war, und vor dem Altar auf den bloßen Boden legen. Hier empfing er mit der feurigsten Inbrunst die heiligen Sakramente der Buße und des Altares, ermahnte mit den rührendsten Worten eines sterbenden Vaters alle Anwesenden zu einem gottseligen Lebenswandel, empfahl alle Gläubigen seines Bistums dem Schutz Gottes und seiner Heiligen, und legte dann sein mattes Haupt nieder, um zu sterben. Alles drängte sich jetzt in die Kirche, um den heiligen Bischof im letzten Augenblick zu sehen. Da suchten die Kirchendiener die herbeiströmende Menge hinauszuschaffen, damit des Heiligen Ruhe nicht gestört werde. Er aber merkte dies und sprach: „Öffnet die Türen und hindert niemanden, hereinzugehen; - denn sterben ist keine Schande. Schande bringt nur schlechtes Leben. Wir müssen einmal dieses  Gesetz der Natur erfüllen, da der Herr des Lebens selbst sich nicht geschämt hat, für die Sünden der Welt nackt am Kreuz zu sterben. Es mag daher jedermann in meinem Tod ersehen, was er in seinem eigenen Tod zu fürchten habe. Es wolle sich der Herr meiner, als eines armen Sünders und eines jeden erbarmen, der mich mit zerknirschtem Herzen und mit Furcht vor seinem eigenen Tod sterben sieht.“ Nach diesen Worten schloss der Heilige sanft die Augen und entschlief im Herrn am 31. Oktober 994. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Tod wurden die Gebeine des heiligen Bischof in die Stiftskirche zu St. Emmeran in Regensburg überführt. Wolfgang wurde am 7. Oktober 1052 von Papst Leo IX. heilig gesprochen. Anlässlich der Heiligsprechung wurden die Gebeine des Bischofs in die damals neu errichtete Wolfgangskrypta unter der Basilika St. Emmeram überführt. Sie ruhen dort seit 1877 in dem vergoldeten Wolfgangsschrein, der jedes Jahr anlässlich der Wolfgangswoche des Bistums Regensburg in die Basilika oder eine andere bedeutende Kirche des Bistums überführt wird. Der heilige Wolfgang gilt als Diözesanpatron des Bistums Regensburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eine merkwürdige Erscheinung&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
kann ich zu deiner Erbauung, lieber Leser, und zur Ehre des heiligen Bischofs Wolfgang nicht übergehen. Kaiser Heinrich hatte gegen seinen Erzieher, den heilgien Bischof, stets die tiefste Ehrfurcht gehegt. Hatte er an ihm ja den reichsten Samen der schönsten Tugenden ins Herz gepflanzt und ihn zu einem heiligen Leben angeregt. Als inniger Verehrer des heiligen Wolfgang fand er sich öfter an seinem Grab ein, um mit Inbrunst seine Fürbitte anzuflehen. Noch jetzt zeigt man am Eingang in der Kirche von St. Emmeran den steinernen Stuhl, wo der fromme Kaiser sich niederließ, wenn er frühmorgens kam und die Türe noch verschlossen fand. Als er noch Herzog war, schien es ihm einmal im Schlaf, als gehe er zum Grab des heiligen Wolfgang, um dort zu beten. Plötzlich sieht er den heiligen Bischof vor sich stehen, der ihn mit folgenden Worten anredet: „Sieh genau die Worte an, die hinter meinem Grab auf der Mauer geschrieben stehen.“ Die Worte hießen: „Post sex“ – „nach sechs“. Hierauf erwachte Heinrich. Lange nachsinnend über diese Worte hatte er zuletzt keinen anderen Gedanken, als dass er nach sechs Tagen sterben würde. Er ergab sich in den Willen Gottes und bereitete sich durch Gebet, Buße und Almosen auf seinen nahen Tod vor. Als er sich aber nach sechs Tagen noch wohl und gesund sah, deutete er jene „sechs“ auf sechs Wochen, und verwendete auch diese Zeit auf ernstliche Vorbereitung. Als aber auch diese Frist verstrichen war, meinte er, dass er nach sechs Monaten sterben müsse. Aber auch hierin getäuscht, zweifelte er nicht mehr, dass unter jenen „sechs“ so viele Jahre zu verstehen seien, und übte sich in dieser ganzen Zeit in Werken der Gottseligkeit, ohne dabei die Pflichten seines Berufes als Regent zu vernachlässigen. Doch auch sechs Jahre verflossen und noch immer erfreute er sich der besten Gesundheit. Jetzt aber enthüllte sich der dunkle Sinn der Worte. Im siebten Jahr nach der Erscheinung wurde er zu Mainz, und zwar am 6. Juni 1002, im 30. Jahr seines Alters, von den Reichsständen als deutscher Kaiser ausgerufen und vom Erzbischof von Mainz gekrönt. Die ganze Zeit aber, welche der Heilige auf die Vorbereitung zum Tode verwendete, war für ihn nicht verloren. Er legte damit den Grund zu seiner nachmaligen Heiligkeit. – Merke dir aber, christliche Seele, aus dieser Geschichte, dass das ernste Andenken an den Tod und besonders der Gedanke: „Ich kann jeden Augenblick sterben“, von überaus großem Nutzen für dein Seelenheil ist udn vergiss nicht, alle Tage wenigstens nach dem Erwachen am Morgen und abends vor dem Schlafengehen die Frage an dich zu stellen: „Wenn ich jetzt, wenn ich heute, wenn ich diese Nacht sterbe, wie wird es mir ergehen; wie stehe ich mit Gott?“ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Worte des heiligen Wolfgang&#039;&#039;&#039;-	Almosen bedeutet Barmherzigkeit oder ein Werk der Barmherzigkeit; und unter diesem Namen lassen sich alle Werke der Gutherzigkeit zusammenfassen. Mit Recht übt der ein Werk der Barmherzigkeit aus, der es zuerst sich und seinen Untergebenen an einem gottgefälligen Wandel nicht fehlen lässt und dann auch seinen Nächsten zu unterstützen nicht unterlässt, dem Ausspruch des Apostels gemäß: So lange wir Zeit haben, lasst uns allen Gutes tun.&lt;br /&gt;
-	Was nützt es, das Kleid der Heiligkeit zu tragen, wenn es an den Werken der Heiligkeit fehlt! – Nur böser Taten wegen müssen wir uns schämen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
O Herr Jesus Christus, verleihe auch mir die Gnade, dass ich, wie dein Diener Wolfgang, immer deine Ehre und das Heil meiner Seele, immer deinen Willen und niemals den meinen im Auge habe und befolge. Amen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2837</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2837"/>
		<updated>2009-02-18T14:21:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründerin [[Theresia]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2835</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2835"/>
		<updated>2009-02-18T14:18:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Johannes_der_T.C3.A4ufer Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Evangelium_nach_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus|Matthäus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Thomas#Thomas_von_Aquin Thomas] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [http://fjm.ecclesiaeveritas.net/index.php/Johannes#Der_heilige_Johannes_von_Nepumuk.2C_Martyrer.2C_Jahr_1383 Johannes von Nepumuk]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Walerich&amp;diff=2823</id>
		<title>Walerich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Walerich&amp;diff=2823"/>
		<updated>2009-02-18T09:20:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der heilige Abt Walerich, Bekenner Jahr 622&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest (trid. Kalender): 1. April&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ein noch unverdorbener Mensch mit Gottes Gnade vermag, der mit Ausdauer und Fleiß der Erkenntnis und Übung des Guten nachstrebt, das kannst du an dem heiligen Walerich sehen. Seine Eltern waren arme Leute in der Auvergne, einer Provinz Frankreichs, deswegen musste er als Knabe die Schafe hüten. Da er sah, wie andere Kinder seines Alters in die Schule gingen, um lesen und schreiben zu lernen, so kam ihm das Verlangen, ebenfalls Etwas zu lernen, leider hinderte ihn aber seine große Armut. Oft traten ihm die Tränen in die Augen, wenn er sah, wie andere Kinder sich Kenntnisse sammeln, er aber unwissend bleiben sollte. Er wurde jedoch nicht mutlos. Weil er nicht in die Schule gehen konnte, so bat er den Lehrer, er möchte ihm doch die Buchstaben auf ein Täfelchen schreiben und ihm die Aussprache derselben erklären. Der gute Lehrer tat es und Walerich machte sich sogleich voll Freude und Eifer darüber her, die Buchstaben zu merken, zusammenzusetzen und so nach und nach das Lesen zu lernen. Während seine Schafe weideten, betete und lernte er, dann ging er wieder zum guten Schullehrer, den seine Wissbegierde freute, und der ihm gerne die nötige Erklärung gab. Bald konnte er die Psalmen Davids lesen. So vergingen unter Gebet, Lernen und Arbeit seine Kinderjahre. Rein wie ein Engel wuchs er auf; unschuldig wie seine Schäflein lebte er; der heilige Geist wohnte in seinem Herzen.&lt;br /&gt;
Mit dem, was er bisher gelernt hatte, war er noch nicht zufrieden. Da er gehört hatte, dass die Geistlichen noch mehr Kenntnisse hätten, so verlangte er eines Tages von seinem Vater die Erlaubnis, einen Geistlichen, der zu seinen Eltern nahe verwandt war und in einem nahen Kloster lebte, besuchen zu dürfen. Der Vater gab ihm die Erlaubnis und Walerich machte sich sogleich auf den Weg. Als er im Kloster ankam und dort die große Andacht und Ruhe und den großen Eifer im Studieren bemerkte, so bat er herzlich seinen geistlichen Vetter, er möge ihn im Kloster behalten. Allein dieser weigerte sich und ließ seinen Vater kommen, damit er ihn wieder nach Hause nehme. Aber Walerich hörte nicht auf zu bitten und zu flehen, und da er laut zu weinen anfing, so hörte es der Abt des Klosters und dieser gab ihm nun die Erlaubnis im Kloster bleiben zu dürfen unter der Bedingung, dass er den Priestern am Altar dienen und andere Dienste leisten müsse. Walerich versprach Alles zu tun und verrichtete auch alle Geschäfte mit musterhafter Treue. Wegen seiner Bescheidenheit und Demut gewannen ihn alle Mönche lieb und sie hatten auch eine große Freude, als der Abt ihm das Klosterkleid reichte und ihm erlaubte, das Studium der Gottesgelehrtheit zu betreiben, damit er zum Priester geweiht werden könnte. Das war nun die höchste Freude für Walerich; mit unermüdetem Eifer lernte er die Wissenschaften und brachte es auch bald so weit, dass er für den Gelehrtesten, aber auch für den Frömmsten aller Brüder im Kloster gehalten wurde. Doch damit war Walerich noch nicht zufrieden; er wollte sich noch mehr vervollkommnen. Deshalb verließ er mit Erlaubnis seines Abtes sein Vaterland und begab sich nach Auxerre in das Kloster des heiligen Makarius, wo er ein gar strenges Leben führte. Als er aber nach einiger Zeit vernahm, wie gar heilig die Mönche des heiligen Kolumban lebten, so begehrte er bei demselben die Aufnahme. Der heilige Kolumban kannte, vom heiligen Geiste erleuchtet, die hohe Frömmigkeit Walerichs; denn als dieser in das Kloster trat, verbreitete er einen wunderbaren Wohlgeruch um sich. Er wurde daher mit herzlicher Liebe vom heiligen Kolumban empfangen; um aber seine Demut zu prüfen, trug ihm der heilige Abt auf, den Klostergarten zu besorgen. Walerich gehorchte ohne Widerrede, obwohl er gerne in den Büchern studiert hätte, und bebaute als fleißiger Gärtner die Erde im Schweiße seines Angesichtes. Es war aber gerade um diese Zeit eine schädliche Witterung; Schnecken und anderes Gewürm verzehrten alle Pflanzen in der Umgegend, so dass man nicht einmal die gewöhnlichsten Kräuter haben konnte. Aber Walerichs Garten blieb verschont; da ließ sich kein Ungeziefer sehen und Alles blühte und wuchs wie sonst. &lt;br /&gt;
Voll Verwunderung hierüber riefen die Ordensbrüder aus: „Das ist Gottes sichtbarer Segen;“ Kolumban aber sprach: „Das verdanken wir dem Gebete des frommen Bruders Walerich.“ Dieser aber wehrte sich dagegen und sagte: „O nein, nicht meinem Gebet schreibt dieses zu; unserem heiligen Abt zu Lieb hat der Herr Regen und Sonnenschein geschickt und den Würmern den Zugang versperrt.“&lt;br /&gt;
Von nun an aber wollte es dem demütigen Walerich in diesem Kloster nicht mehr gefallen, man ehrte ihn zuviel und das konnte er nicht ertragen. Er gestand dies auch offen dem heiligen Kolumban und dieser gab ihm den Rat, für sich und einige Gefährten einen einsamen Ort aufzusuchen. Er begab sich daher zum König Klotar und bat ihn um ein Stück Land, wo er ein Klösterlein bauen und von da aus an der Bekehrung der Heiden, deren es damals noch viele im Frankenland gab, arbeiten könne. Gerne schenkte ihm auch der König ein Stück Land und ließ ihm durch den Bischof von Amiens ein Klösterlein samt einer Kapelle bauen. – Zu seinen Gefährten gesellten sich bald mehrere fromme Jünglinge und er war nun gezwungen, als Abt ihre Leitung zu übernehmen. Er ging ihnen mit dem schönsten Beispiel voran und behandelte sie alle wie ein wahrer Vater. Seine meiste Mühe aber verwandte er auf die Bekehrung der Heiden und durch seine feurigen Predigten, sowie auch durch Wunder gewann er eine große Zahl derselben für Christus. Als er einst über Land ging, sah er gerade einen Verbrecher an dem Galgen hängen. Vom Geist Gottes angetrieben, nahte er sich dem Galgen, schnitt den Leichnam des Gehenkten vom Stricke ab, legte sich dann betend über ihn hin und erweckte ihn wieder zum Leben. Der Richter wollte den Heiligen hindern, aber dieser sprach: „Dieser arme Verbrecher hat sein Verbrechen bereits gebüßt; du hast ihn hängen lassen. Das Leben hat ihm Gott gegeben, und er gehört nun mein. Wenn du ihn nochmal hängen willst, so musst du auch mich hängen.“ Der Richter, von diesen Worten betroffen, gab nach und der Heilige nahm den armen Sünder mit sich, der sich bekehrte und nachher ein frommes Leben führte. &lt;br /&gt;
Eine überaus große Liebe hatte Walerich auch gegen die Armen. Öfters zog er seine Kleider aus und schenkte sie ihnen; ja auch die Speisen der Brüder teilte er unter sie aus; und wenn diese sich beklagten, so sagte er: „Seid versichert, liebe Brüder, dass Gott gewiss für diejenigen sorgt, die gutwillig den Dürftigen helfen.“&lt;br /&gt;
So sehr Walerich die Barmherzigkeit liebte, so lieb hatte er auch die schöne Tugend der Reinigkeit. Absonderlich hasste und verabscheute er alle unehrbaren Reden und Gespräche. Einst kehrte er auf einer Reise im strengsten Winter bei einem Priester ein, um sich zu wärmen. Bei dem Priester war gerade ein Beamter zugegen, und beide führten unflätige Reden, ohne auf den Gast zu merken. Als aber Walerich die unsauberen Worte hörte, da trat er unwillig vor die Redenden hin und sprach: „Meine Herren, habt ihr nicht gelesen, dass wir am letzten Gericht über jedes unnütze Wort Rechenschaft geben müssen?“ Allein diese merkten nicht auf die Warnung, sondern setzten ihr unreines Gespräch fort. Jetzt konnte es Walerich nicht mehr ertragen, er verließ das Haus. Bei der Türe aber wandte er sich nochmal um, und im ernsten Tone sagte er: „Ich wollte mich hier wärmen, allein ich will lieber die bitterste Kälte dulden als euer Gespräch anhören. Ich habe euch gewarnt; seht zu, was euch begegnen wird!“ Er ging fort; aber die Strafe folgte sogleich, der Priester wurde blind, der Beamte aber mit einer unheilbaren Wunde geschlagen bis zum Tode.&lt;br /&gt;
Walerich kehrte wieder in sein Kloster zurück, wo er bis zu seinem Tode unendlich viel Gutes stiftete, bis er endlich, reich an Verdiensten, eines sanften Todes entschlief im Jahre 622. Über seinen heiligen Gebeinen erbaute König Klotar eine Kirche, allwo zahlreiche Wunder geschahen. – Dreihundert Jahre danach wurde im Krieg die Kirche verbrannt und die Reliquien des Heiligen wurden nach Flandern gebracht. Aber nicht lange danach forderte sie der Graf Hugo Kapet wieder zurück, und als er sie erhielt, trug er sie selbst auf seinen Schultern in das Kloster des heiligen Valerius nach Frankreich zurück. Durch diese heiligen Reliquien kam Gottes reicher Segen über das Kloster und die ganze Umgegend bis zur Zeit der Revolution, wo auch dieses Kloster zerstört wurde. &lt;br /&gt;
Der heilige Walerich wird abgebildet in der schwarzen Kleidung eines Abtes mit dem Hirtenstab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welch großen Schaden unehrbare Reden anrichten&lt;br /&gt;
Mit Recht hat der heilige Walerich mit Abscheu sich von den garstigen Reden dieser unflätigen Männer abgewendet, denn derjenige, welcher unehrbare, zucht- und schamlose Reden führt, ist ein Gehilfe des Satans, sagt der heilige Augustinus, und gereicht sich und seinem Nebenmenschen zum Verderben. Drei Zungen gibt es, sagt ein Heiliger; die erste redet himmlische Dinge, die zweite irdische, die dritte aber ist eine höllische, welche nur von fleischlichen Freuden redet und viele in die Hölle stürzt. Der Mund eines Menschen, sagt der heilige Chrysostomus, welche unzüchtige Reden ausstößt, gleicht einem offenen Grab, das verfaulte Leichname in sich birgt; der Gestank derselben verursacht Krankheit und Verderben. Es schadet aber ein Mensch, der Unehrbares oder auch Zweideutiges redet, sich selbst; denn indem er solche Dinge spricht, hat er sie auch vor Augen, er denkt daran, er hat eine Freude daran, er verlangt danach und begehrt schon dadurch eine Todsünde. Welch’ ein entsetzliches Übel ist aber eine Todsünde!! Ein Mensch, der ein keusches Herz hat, kann gar keine unzüchtigen Reden führen; nur ein unreines Herz gibt Unreines von sich, wie das Sprichwort sagt: „Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über“, wie kann aber ein Unreiner je selig werden? Es geschieht auch, dass ein Mensch, der so gerne unreine Reden führt, auch im hohen Alter sich nicht mehr davon enthält; wie wird ein solcher wohl sterben? Dazu kommt aber, dass ein solche unflätiger Mensch nicht bloß sich, sondern auch seinen Nebenmenschen ins Verderben stürzt und ein schreckliches Ärgernis gibt. Es geschieht gar oft, dass solche Reden unverdorbene, arglose Jünglinge, Mädchen oder noch unschuldige Kinder hören. Die garstigen Worte, die wie im Scherz gesprochen werden, dringen durch ihre Ohren in das Herz; sie denken daran, bekommen böse Begierden, forschen dann weiter nach, suchen böse Gelegenheit auf und stürzen in die gräulichsten Sünden! Ach, hätten sie diese Worte nicht gehört, sie wären rein und unschuldig geblieben, nun aber gehen sie zu Grunde!! Wer aber ist daran Schuld? Wer hat ihr Verderben auf seiner Seele? Trifft solche nicht das Wort Jesu: „Wehe dem, der Ärgernis gibt!“ Wie kann ein solch unflätiger Mensch das Ärgernis mehr gut machen? Sage selbst, lieber Leser, kann ein solcher Mensch ohne die schwerste Buße mehr selig werden? Aber ach! Man macht sich aus solchen Reden so wenig; man meint, es sei nur ein Scherz; man lacht darüber; ja man spottet sogar über solche, die sich solcher Reden schämen! Wie! Kann das ein Scherz sein, woran der Untergang einer Seele hängt? Ein einziges Wort, sagt der heilige Bernard, kann die Seelen derer, welche es hörten, um das ewige Leben bringen! Ein solcher Scherz, sagt der heilige Alphonsus, macht der Hölle die größte Freude und wird einst ewige Tränen kosten! O christliche Seele, hüte dich vor dergleichen Reden; sprich sie nicht und höre sie nicht an, denn wer gottlose Reden aufnimmt, der lässt den Tod durch die Fenster einsteigen. Bedenke, dass deine Zunge die Zunge eines Christen ist; dass du mit dieser Zunge oft betest, Gott lobest und preisest; dass auf diese Zunge oft der heilige Leib Jesu in der Kommunion gelegt wird; wehe, wenn diese Zunge unrein ist, welche Schmach tust du dadurch Gott und deinem Heiland an! Rede immer nur, was recht, was ehrbar ist und Nutzen schafft, damit du am Tage des Gerichtes nicht zu beklagen hast, deine Zunge zum Bösen missbraucht zu haben! Mache daher von ganzem Herzen folgenden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsatz&lt;br /&gt;
O mein Jesus, der du einst von jedem unnützen Wort Rechenschaft forderst, ich mache vor deinem Angesichte das Versprechen, meine Zunge nie durch ein unehrbares Wort zu beflecken, damit ich mich und andere nicht in das Verderben stürze. Maria, meine liebe Mutter, hilf mir, dass ich meinen Vorsatz halte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Walerich&amp;diff=2822</id>
		<title>Walerich</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Walerich&amp;diff=2822"/>
		<updated>2009-02-18T09:19:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Der heilige Abt Walerich, Bekenner Jahr 622&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest (trid. Kalender): 1. April&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ein noch unverdorbener Mensch mit Gottes Gnade vermag, der mit Ausdauer und Fleiß der Erkenntnis und Übung des Guten nachstrebt, das kannst du an dem heiligen Walerich sehen. Seine Eltern waren arme Leute in der Auvergne, einer Provinz Frankreichs, deswegen musste er als Knabe die Schafe hüten. Da er sah, wie andere Kinder seines Alters in die Schule gingen, um lesen und schreiben zu lernen, so kam ihm das Verlangen, ebenfalls Etwas zu lernen, leider hinderte ihn aber seine große Armut. Oft traten ihm die Tränen in die Augen, wenn er sah, wie andere Kinder sich Kenntnisse sammeln, er aber unwissend bleiben sollte. Er wurde jedoch nicht mutlos. Weil er nicht in die Schule gehen konnte, so bat er den Lehrer, er möchte ihm doch die Buchstaben auf ein Täfelchen schreiben und ihm die Aussprache derselben erklären. Der gute Lehrer tat es und Walerich machte sich sogleich voll Freude und Eifer darüber her, die Buchstaben zu merken, zusammenzusetzen und so nach und nach das Lesen zu lernen. Während seine Schafe weideten, betete und lernte er, dann ging er wieder zum guten Schullehrer, den seine Wissbegierde freute, und der ihm gerne die nötige Erklärung gab. Bald konnte er die Psalmen Davids lesen. So vergingen unter Gebet, Lernen und Arbeit seine Kinderjahre. Rein wie ein Engel wuchs er auf; unschuldig wie seine Schäflein lebte er; der heilige Geist wohnte in seinem Herzen.&lt;br /&gt;
Mit dem, was er bisher gelernt hatte, war er noch nicht zufrieden. Da er gehört hatte, dass die Geistlichen noch mehr Kenntnisse hätten, so verlangte er eines Tages von seinem Vater die Erlaubnis, einen Geistlichen, der zu seinen Eltern nahe verwandt war und in einem nahen Kloster lebte, besuchen zu dürfen. Der Vater gab ihm die Erlaubnis und Walerich machte sich sogleich auf den Weg. Als er im Kloster ankam und dort die große Andacht und Ruhe und den großen Eifer im Studieren bemerkte, so bat er herzlich seinen geistlichen Vetter, er möge ihn im Kloster behalten. Allein dieser weigerte sich und ließ seinen Vater kommen, damit er ihn wieder nach Hause nehme. Aber Walerich hörte nicht auf zu bitten und zu flehen, und da er laut zu weinen anfing, so hörte es der Abt des Klosters und dieser gab ihm nun die Erlaubnis im Kloster bleiben zu dürfen unter der Bedingung, dass er den Priestern am Altar dienen und andere Dienste leisten müsse. Walerich versprach Alles zu tun und verrichtete auch alle Geschäfte mit musterhafter Treue. Wegen seiner Bescheidenheit und Demut gewannen ihn alle Mönche lieb und sie hatten auch eine große Freude, als der Abt ihm das Klosterkleid reichte und ihm erlaubte, das Studium der Gottesgelehrtheit zu betreiben, damit er zum Priester geweiht werden könnte. Das war nun die höchste Freude für Walerich; mit unermüdetem Eifer lernte er die Wissenschaften und brachte es auch bald so weit, dass er für den Gelehrtesten, aber auch für den Frömmsten aller Brüder im Kloster gehalten wurde. Doch damit war Walerich noch nicht zufrieden; er wollte sich noch mehr vervollkommnen. Deshalb verließ er mit Erlaubnis seines Abtes sein Vaterland und begab sich nach Auxerre in das Kloster des heiligen Makarius, wo er ein gar strenges Leben führte. Als er aber nach einiger Zeit vernahm, wie gar heilig die Mönche des heiligen Kolumban lebten, so begehrte er bei demselben die Aufnahme. Der heilige Kolumban kannte, vom heiligen Geiste erleuchtet, die hohe Frömmigkeit Walerichs; denn als dieser in das Kloster trat, verbreitete er einen wunderbaren Wohlgeruch um sich. Er wurde daher mit herzlicher Liebe vom heiligen Kolumban empfangen; um aber seine Demut zu prüfen, trug ihm der heilige Abt auf, den Klostergarten zu besorgen. Walerich gehorchte ohne Widerrede, obwohl er gerne in den Büchern studiert hätte, und bebaute als fleißiger Gärtner die Erde im Schweiße seines Angesichtes. Es war aber gerade um diese Zeit eine schädliche Witterung; Schnecken und anderes Gewürm verzehrten alle Pflanzen in der Umgegend, so dass man nicht einmal die gewöhnlichsten Kräuter haben konnte. Aber Walerichs Garten blieb verschont; da ließ sich kein Ungeziefer sehen und Alles blühte und wuchs wie sonst. &lt;br /&gt;
Voll Verwunderung hierüber riefen die Ordensbrüder aus: „Das ist Gottes sichtbarer Segen;“ Kolumban aber sprach: „Das verdanken wir dem Gebete des frommen Bruders Walerich.“ Dieser aber wehrte sich dagegen und sagte: „O nein, nicht meinem Gebet schreibt dieses zu; unserem heiligen Abt zu Lieb hat der Herr Regen und Sonnenschein geschickt und den Würmern den Zugang versperrt.“&lt;br /&gt;
Von nun an aber wollte es dem demütigen Walerich in diesem Kloster nicht mehr gefallen, man ehrte ihn zuviel und das konnte er nicht ertragen. Er gestand dies auch offen dem heiligen Kolumban und dieser gab ihm den Rat, für sich und einige Gefährten einen einsamen Ort aufzusuchen. Er begab sich daher zum König Klotar und bat ihn um ein Stück Land, wo er ein Klösterlein bauen und von da aus an der Bekehrung der Heiden, deren es damals noch viele im Frankenland gab, arbeiten könne. Gerne schenkte ihm auch der König ein Stück Land und ließ ihm durch den Bischof von Amiens ein Klösterlein samt einer Kapelle bauen. – Zu seinen Gefährten gesellten sich bald mehrere fromme Jünglinge und er war nun gezwungen, als Abt ihre Leitung zu übernehmen. Er ging ihnen mit dem schönsten Beispiel voran und behandelte sie alle wie ein wahrer Vater. Seine meiste Mühe aber verwandte er auf die Bekehrung der Heiden und durch seine feurigen Predigten, sowie auch durch Wunder gewann er eine große Zahl derselben für Christus. Als er einst über Land ging, sah er gerade einen Verbrecher an dem Galgen hängen. Vom Geist Gottes angetrieben, nahte er sich dem Galgen, schnitt den Leichnam des Gehenkten vom Stricke ab, legte sich dann betend über ihn hin und erweckte ihn wieder zum Leben. Der Richter wollte den Heiligen hindern, aber dieser sprach: „Dieser arme Verbrecher hat sein Verbrechen bereits gebüßt; du hast ihn hängen lassen. Das Leben hat ihm Gott gegeben, und er gehört nun mein. Wenn du ihn nochmal hängen willst, so musst du auch mich hängen.“ Der Richter, von diesen Worten betroffen, gab nach und der Heilige nahm den armen Sünder mit sich, der sich bekehrte und nachher ein frommes Leben führte. &lt;br /&gt;
Eine überaus große Liebe hatte Walerich auch gegen die Armen. Öfters zog er seine Kleider aus und schenkte sie ihnen; ja auch die Speisen der Brüder teilte er unter sie aus; und wenn diese sich beklagten, so sagte er: „Seid versichert, liebe Brüder, dass Gott gewiss für diejenigen sorgt, die gutwillig den Dürftigen helfen.“&lt;br /&gt;
So sehr Walerich die Barmherzigkeit liebte, so lieb hatte er auch die schöne Tugend der Reinigkeit. Absonderlich hasste und verabscheute er alle unehrbaren Reden und Gespräche. Einst kehrte er auf einer Reise im strengsten Winter bei einem Priester ein, um sich zu wärmen. Bei dem Priester war gerade ein Beamter zugegen, und beide führten unflätige Reden, ohne auf den Gast zu merken. Als aber Walerich die unsauberen Worte hörte, da trat er unwillig vor die Redenden hin und sprach: „Meine Herren, habt ihr nicht gelesen, dass wir am letzten Gericht über jedes unnütze Wort Rechenschaft geben müssen?“ Allein diese merkten nicht auf die Warnung, sondern setzten ihr unreines Gespräch fort. Jetzt konnte es Walerich nicht mehr ertragen, er verließ das Haus. Bei der Türe aber wandte er sich nochmal um, und im ernsten Tone sagte er: „Ich wollte mich hier wärmen, allein ich will lieber die bitterste Kälte dulden als euer Gespräch anhören. Ich habe euch gewarnt; seht zu, was euch begegnen wird!“ Er ging fort; aber die Strafe folgte sogleich, der Priester wurde blind, der Beamte aber mit einer unheilbaren Wunde geschlagen bis zum Tode.&lt;br /&gt;
Walerich kehrte wieder in sein Kloster zurück, wo er bis zu seinem Tode unendlich viel Gutes stiftete, bis er endlich, reich an Verdiensten, eines sanften Todes entschlief im Jahre 622. Über seinen heiligen Gebeinen erbaute König Klotar eine Kirche, allwo zahlreiche Wunder geschahen. – Dreihundert Jahre danach wurde im Krieg die Kirche verbrannt und die Reliquien des Heiligen wurden nach Flandern gebracht. Aber nicht lange danach forderte sie der Graf Hugo Kapet wieder zurück, und als er sie erhielt, trug er sie selbst auf seinen Schultern in das Kloster des heiligen Valerius nach Frankreich zurück. Durch diese heiligen Reliquien kam Gottes reicher Segen über das Kloster und die ganze Umgegend bis zur Zeit der Revolution, wo auch dieses Kloster zerstört wurde. &lt;br /&gt;
Der heilige Walerich wird abgebildet in der schwarzen Kleidung eines Abtes mit dem Hirtenstab. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welch großen Schaden unehrbare Reden anrichten&lt;br /&gt;
Mit Recht hat der heilige Walerich mit Abscheu sich von den garstigen Reden dieser unflätigen Männer abgewendet, denn derjenige, welcher unehrbare, zucht- und schamlose Reden führt, ist ein Gehilfe des Satans, sagt der heilige Augustinus, und gereicht sich und seinem Nebenmenschen zum Verderben. Drei Zungen gibt es, sagt ein Heiliger; die erste redet himmlische Dinge, die zweite irdische, die dritte aber ist eine höllische, welche nur von fleischlichen Freuden redet und viele in die Hölle stürzt. Der Mund eines Menschen, sagt der heilige Chrysostomus, welche unzüchtige Reden ausstößt, gleicht einem offenen Grab, das verfaulte Leichname in sich birgt; der Gestank derselben verursacht Krankheit und Verderben. Es schadet aber ein Mensch, der Unehrbares oder auch Zweideutiges redet, sich selbst; denn indem er solche Dinge spricht, hat er sie auch vor Augen, er denkt daran, er hat eine Freude daran, er verlangt danach und begehrt schon dadurch eine Todsünde. Welch’ ein entsetzliches Übel ist aber eine Todsünde!! Ein Mensch, der ein keusches Herz hat, kann gar keine unzüchtigen Reden führen; nur ein unreines Herz gibt Unreines von sich, wie das Sprichwort sagt: „Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über“, wie kann aber ein Unreiner je selig werden? Es geschieht auch, dass ein Mensch, der so gerne unreine Reden führt, auch im hohen Alter sich nicht mehr davon enthält; wie wird ein solcher wohl sterben? Dazu kommt aber, dass ein solche unflätiger Mensch nicht bloß sich, sondern auch seinen Nebenmenschen ins Verderben stürzt und ein schreckliches Ärgernis gibt. Es geschieht gar oft, dass solche Reden unverdorbene, arglose Jünglinge, Mädchen oder noch unschuldige Kinder hören. Die garstigen Worte, die wie im Scherz gesprochen werden, dringen durch ihre Ohren in das Herz; sie denken daran, bekommen böse Begierden, forschen dann weiter nach, suchen böse Gelegenheit auf und stürzen in die gräulichsten Sünden! Ach, hätten sie diese Worte nicht gehört, sie wären rein und unschuldig geblieben, nun aber gehen sie zu Grunde!! Wer aber ist daran Schuld? Wer hat ihr Verderben auf seiner Seele? Trifft solche nicht das Wort Jesu: „Wehe dem, der Ärgernis gibt!“ Wie kann ein solch unflätiger Mensch das Ärgernis mehr gut machen? Sage selbst, lieber Leser, kann ein solcher Mensch ohne die schwerste Buße mehr selig werden? Aber ach! Man macht sich aus solchen Reden so wenig; man meint, es sei nur ein Scherz; man lacht darüber; ja man spottet sogar über solche, die sich solcher Reden schämen! Wie! Kann das ein Scherz sein, woran der Untergang einer Seele hängt? Ein einziges Wort, sagt der heilige Bernard, kann die Seelen derer, welche es hörten, um das ewige Leben bringen! Ein solcher Scherz, sagt der heilige Alphonsus, macht der Hölle die größte Freude und wird einst ewige Tränen kosten! O christliche Seele, hüte dich vor dergleichen Reden; sprich sie nicht und höre sie nicht an, denn wer gottlose Reden aufnimmt, der lässt den Tod durch die Fenster einsteigen. Bedenke, dass deine Zunge die Zunge eines Christen ist; dass du mit dieser Zunge oft betest, Gott lobest und preisest; dass auf diese Zunge oft der heilige Leib Jesu in der Kommunion gelegt wird; wehe, wenn diese Zunge unrein ist, welche Schmach tust du dadurch Gott und deinem Heiland an! Rede immer nur, was recht, was ehrbar ist und Nutzen schafft, damit du am Tage des Gerichtes nicht zu beklagen hast, deine Zunge zum Bösen missbraucht zu haben! Mache daher von ganzem Herzen folgenden &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsatz&lt;br /&gt;
O mein Jesus, der du einst von jedem unnützen Wort Rechenschaft forderst, ich mache vor deinem Angesichte das Versprechen, meine Zunge nie durch ein unehrbares Wort zu beflecken, damit ich mich und andere nicht in das Verderben stürze. Maria, meine liebe Mutter, hilf mir, dass ich meinen Vorsatz halte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2774</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2774"/>
		<updated>2009-02-17T13:56:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Bischof [[Germanus]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Germanus&amp;diff=2773</id>
		<title>Germanus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Germanus&amp;diff=2773"/>
		<updated>2009-02-17T13:55:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Germanus, Bischof von Paris, Jahr 576 ==   Fest: 28. Mai  Gottes heilige Vorsehung wacht beständig über ihre Lieblinge, um durch sie Großes zu wirken...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Germanus, Bischof von Paris, Jahr 576 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 28. Mai&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottes heilige Vorsehung wacht beständig über ihre Lieblinge, um durch sie Großes zu wirken; dies kannst du sehen im Leben des heiligen Germanus. &lt;br /&gt;
Germanus verdankte schon sein Dasein dem Schutze Gottes; denn seine Mutter kam wegen der vielen Kinder, die sie hatte, auf den bösen Gedanken, ihn vor seiner Geburt schon zu töten. Allein die Mittel, die sie anwendete, halfen nichts und Germanus erblickte gesund und kräftig das Licht der Welt im Jahr 496. Frankreich ist sein Vaterland. Von seinen Eltern, die vortreffliche Anlagen an ihm fanden, wurde er mit seinem Vetter Stratidius fleißig in die Schule geschickt. Da kam eine neue Gefahr über ihn. Die Mutter des Stratidius, ein boshaftes Weib, wollte nämlich unsern Germanus, um seine reiche Erbschaft, die er von seinen Eltern zu erwarten hatte, in ihre Gewalt zu bekommen, aus dem Wege räumen. Zu dem Ende bereitete sie zwei Gläser mit Wein für Germanus und Stratidius, in das eine Glas aber, welches ersterem zugedacht war, mischte sie Gift und befahl dann der Magd, die Gläser den beiden Knaben zu bringen. Die Magd aber, welche von dem Anschlage nichts wusste, verwechselte die Gläser und Stratidius trank das Gift, welches ihn zwar nicht tötete, aber in ein unheilbares Siechtum stürzte; Germanus aber war gerettet. &lt;br /&gt;
Um nun ähnlichen Gefahren zu entgehen, begab er sich nach Lazy zu seinem Vetter, der ein überaus frommer Priester war, ihn mit aller Liebe aufnahm und in den Wegen der Frömmigkeit und der Wissenschaft sorgfältig unterrichtete. Beide schlossen die innigste Freundschaft mit einander. Früh morgens erhoben sie sich von ihrem Lager und eilten auch im heftigsten Sturm und Wetter in die eine Stunde weit entfernte Kirche, wo Germanus mit aller Andacht dem Priester am Altar diente. Zu Hause beteten und studierten sie miteinander und übten sich auch in strengen Abtötungen. 15 Jahre lebte Germanus bei seinem Vetter und obschon er sich immer gerne verborgen hielt, wurde doch seine Frömmigkeit bekannt und Gott fügte es, dass der selige Agrippinus, Bischof von Autun, ihn zum Priester weihte und sein Nachfolger ihn zum Abt des Klosters St. Symphorian bestimmte. &lt;br /&gt;
Germanus erhob sich aber in dieser neuen Würde nicht; er hielt sich für den Letzten der Brüder und hatte keine andere Freude, als den Armen Gutes zu tun; er beherbergte, speiste und kleidete sie auf Kosten des Unterhalts für die Brüder. Als eines Tages kein Stücklein Brot mehr im Kloster war, weil Germanus alles verteilt hatte, murrten die Mönche; er aber ging still in seine Zelle und flehte dort vertrauensvoll zu Gott um Hilfe. Und siehe da, er hatte sein Gebet kaum beendet, als zwei Saumrosse bei der Klosterpforte anhielten, mit Lebensmitteln schwer beladen; eine fromme Frau hatte sie gesendet. Des anderesn Tages kam ein neuer Vorrat. Jetzt schämten sich die Mönche und verehrten ihren Abt wie einen Heiligen, der aber auch heilig lebte und allen voranleuchtete.&lt;br /&gt;
Als der Bischof von Paris starb, wurde Germanus, der überall wegen seines Wandels bekannt war, zu dessen Nachfolger erwählt. Vier Jahre zuvor schon hatte ihm dieses Gott angedeutet. Es erschien ihm nämlich in einem Traumgesicht ein ehrwürdiger Greis, der ihm die Schlüssel von den Toren der Stadt Paris mit den Worten überreichte: „Ich gebe dir diese Schlüssel, damit du die Einwohner von Paris vom Untergange rettest.“ – Sein Leben war das Leben eines apostolischen Bischofs. Fast die ganze Nacht widmete er dem Gebet, immer trug er im Winter und Sommer dieselbe ärmliche Kleidung; sein Zimmer ließ er sich auch bei der strengsten Kälte nicht heizen. An seinem Tisch, mit gemeinen Speisen besetzt, hatte er gewöhnlich mehrere Arme um sich, die er bediente; jede Stunde des Tages konnten die Unglücklichen sich bei ihm Rat und Trost holen. Mit größtem Eifer predigte er und bald war die Stadt Paris wie umgewandelt. Unter denen, welche durch seine eindringlichen Predigten zu einem besseren Leben sich gemahnt fühlten, befand sich auch der König Childebert. Dieser suchte durch Almosen seine Sünden zu tilgen und gebrauchte gewöhnlich den frommen Bischof zur Verteilung desselben. Eines Tages übergab er ihm 6000 Goldgulden, von denen Germanus die Hälfte sogleich unter die Armen verteilte, weil er nicht mehr fand, denen er das Übrige geben konnte. Als nun der Heilige beim König wieder erschien, fragte ihn dieser, ob er noch etwas vom Geld besitze. Als ihm nun der Heilige eröffnete, dass er noch die Hälfte habe, entgegnete er: „Gebt auch das Übrige noch hin, mit der Hilfe Gottes werden wir immer etwas geben können.“ War die Not groß, so ließ der König seine Geräte von Gold und Silber einschmelzen und übergab es dem heiligen Bischof zu Werken der Liebe. So gaben der König und Bischof das schönste Beispiel christlicher Barmherzigkeit. O dass doch die Großen der Erde ihre vergänglichen Güter auf solche Weise verwendeten, welch reichliche Zinsen für Zeit und Ewigkeit würden sie tragen! &lt;br /&gt;
Der König Childebert wurde aber vom heiligen Bischof in der Barmherzigkeit übertroffen. Er hatte dem Heiligen ein Pferd zum Gebrauch geschenkt mit der Bedingung, es niemals wegzugeben, denn er wusste, dass Germanus alles verschenke. Längere Zeit befolgte der heilige Bischof den Willen des Königs; als er aber einst einen Gefangenenen in großer Not sah, verkaufte er das Pferd und löste den Gefangenen aus. Der Käufer hatte aus Geiz den Preis des Pferdes herabgedrückt, dafür aber wurde er gestraft; denn des andern Tages fand er das Pferd tot im Stall. Besonders hatte der Heilige ein großes Mitleid mit den Kriegsgefangenen, die zu damaliger Zeit sehr hart behandelt wurden. Gebet, Fürbitten und Geld wendete er an, um sie zu befreien; mehrere befreite er wunderbar durch sein Gebet. &lt;br /&gt;
Als Childebert gestorben war, wurde Klotar sein Nachfolger. Dieser behandelte den Heiligen gleichgültig und ließ ihn einmal sogar längere Zeit, ohne ihn zu sprechen, vor seiner Türe warten. Germanus ging ruhig nach Hause, wurde aber bald zum König gerufen; denn dieser wurde plötzlich krank. Der Heilige erschien, legte dem Kranken den Saum seines Mantels auf die Glieder und sogleich war er gesund. Jetzt achtete er den Heiligen überaus und schenkte ihm alles Vertrauen. &lt;br /&gt;
Nach seinem Tod teilten seine Söhne das Reich unter sich. Charibert wurde König von Paris und verstieß seine Gemahlin, um ein Kammermädchen zu heiraten; nach deren Tod nahm er ihre Schwester, eine Klosterfrau, zur Ehe. Germanus stellte ihm mit ernsten Worten die Größe seiner Laster vor Augen, jedoch vergeblich. Nun tat der Heilige ihn und seine Mitschuldige in den Bann. Da keine Besserung erfolgte, trat Gott ins Mittel. Der König und die Ehebrecherin starben plötzlich nacheinander. &lt;br /&gt;
Viel hatte der heilige Germanus im Weinberg des Herrn gearbeitet, tausende von Sündern und Ungläubigen zu Gott bekehrt, die Tränen von zahllosen Unglücklichen getrocknet und überallhin das Reich Gottes, besonders durch Erziehung frommer Priester, auszubreiten gesucht, da rief ihn endlich der Herr zu sich am 28. Mai 576, um ihm den Lohn seiner Treue zu geben. Sein Grab verherrlichte Gott durch große Wunder. &lt;br /&gt;
Der heilige Germanus wird abgebildet in bischöflicher Kleidung, neben sich ein brennendes Haus, das durch sein Gebet gelöscht wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der brüderlichen Liebe&lt;br /&gt;
Der heilige Germanus hatte ein gar liebevolles Herz; sein ganzes Leben war ein Leben der Liebe; und nichts fiel ihm schwerer, als wenn er sah, dass durch Bosheit, Hartherzigkeit, Streit oder Zank die brüderliche Liebe verletzt wurde. Er tat daher auch folgenden Ausspruch, der von seiner Gesinnung Zeugnis gibt: „Es leuchtet allen sonnenklar ein: Wer die brüderliche Liebe außer Acht lässt, der verachtet die Gemeinschaft der Christen und hält es nicht mit der Wahrheit. Wider ihn reden alle Propheten, ihn verabscheuen alle Apostel und Gott der Allmächtige, dessen Gebot er übertritt, wird ihn richten.“ Diese Worte sprach er zu Siegbert, des König Klotars Sohn, der mit seinem Bruder in tödlicher Feindschaft lebte. Vergeblich warnte und mahnte ihn der Heilige und drohte ihm mit der Strafe des Himmels. Siegbert folgte nicht und wurde durch Meuchler ermordet, wie es der Heilige vorausgesagt hatte. &lt;br /&gt;
O christliche Seele, verletzte doch niemals die Liebe; denn sie ist die Liebestugend Jesu gewesen und ihr hat er vor allem den Himmel verheißen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Mein Jesus, der du ganz Liebe bist und das Feuer der Bruderliebe auf die Erde gebracht hast, damit es in Aller Herzen entbrenne, entzünde auch mein Herz mit diesem himmlischen Feuer, damit ich alle Menschen liebe und durch diese Liebe selig werde. &lt;br /&gt;
Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2772</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2772"/>
		<updated>2009-02-17T13:54:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Bonifatius]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Bonifatius&amp;diff=2771</id>
		<title>Bonifatius</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Bonifatius&amp;diff=2771"/>
		<updated>2009-02-17T13:54:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Erzbischof Bonifatius, Martyrer und Apostel von Deutschland, Jahr 755 ==   Fest: 5. Juni  Wenn je ein Mann den innigsten Dank und die tiefste Verehrung ...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Erzbischof Bonifatius, Martyrer und Apostel von Deutschland, Jahr 755 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 5. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn je ein Mann den innigsten Dank und die tiefste Verehrung des deutschen Vaterlandes verdient, so ist es der heilige Bonifatius, mit Recht der Apostel Deutschlands genannt. Auch du, christlicher Leser, bist ihm Dank und Ehre schuldig, denn du genießest noch von dem Segen, den er mit vollen Händen durch Gottes Hilfe ausgestreut. Sein Name schon, Winfried, „der Friedensspender“ und Bonifatius, „der Wohltäter“, bezeichnet deutlich, was die Aufgabe seines Lebens war: der Menschheit den Frieden zu bringen und ihr Gutes zu tun!&lt;br /&gt;
Sein Vaterland war England, sein Geburtsort Kirton. Als er noch ein Knabe war, kamen eines Tages Geistliche in das Haus seines Vaters, welche im Land Missionen hielten. Von ihrem auferbaulichen Lebenswandel und ihren frommen Gesprächen tief gerührt, erwachte in ihm das Verlangen, in ein Kloster zu gehen und den Missionen sich zu weihen. &lt;br /&gt;
Sein Vater hielt dies Verlangen nur für einen kindlichen Einfall und glaubte, es würde mit der Zeit schon vergehen, allein er täuschte sich; je größer Winfried wurde, desto glühender wurde sein Verlangen, so dass der Vater endlich einwilligen und ihn in das Kloster treten lassen musste. Im Kloster lebten die Brüder nach der Regel des heiligen Benedikt. Der heilige Abt Wolphard leitete den jungen Winfried 13 Jahre lang auf der Bahn des Heiles und der Wissenschaft und schickte ihn dann in das Kloster Rutcell, wo er, 30 Jahre alt, zum Priester geweiht wurde. Wie fromm er damals schon gelebt hat, welche hohen Kenntnisse er besaß, davon gibt Zeugnis der Umstand, dass seine Mitbrüder ihn einstimmig nach dem Tod des Abtes Winbert zu dessen Nachfolger wählten. Allein Winfried willigte in die Wahl nicht ein. Es hatte ihn nämlich der Gedanke, den er schon als Knabe in sich getragen, als Missionar den Ungläubigen das heilige Evangelium zu verkünden, nicht verlassen und erklärte daher den Brüdern, ihre Wahl nicht annehmen zu können, weil ihn Gott zu einem anderen Amt berufen habe. Jedoch zwei Jahre musste er noch in England bleiben, bis es ihm endlich gelang, sein heiliges Vorhaben auszuführen. &lt;br /&gt;
Mit mehreren gleichgesinnten Brüdern bestieg er ein Schiff und reiste nach Rom zum damaligen Papst Gregor II., um ihm seine Dienste anzubieten und von ihm den Segen und die Vollmacht zur Verkündigung des Evangeliums unter den Ungläubigen zu erhalten. Der Papst, hocherfreut hierüber, unterredete sich öfters mit ihm, gab ihm den Namen und die Vollmacht eines apostolischen Predigers für die abgöttischen Völker, namentlich in Deutschland, händigte ihm auch Empfehlungsbriefe an die christlichen Fürsten ein und schenkte ihm verschiedene heilige Reliquien. – Jetzt blieb er nicht mehr lange in Rom; die Sehnsucht, Christum, den Gekreuzigten, überall zu predigen, wo man ihn noch nicht kenne, ließ ihm keine Ruhe. In Bayern und dem benachbarten Frankreich sah es damals schlimm aus. Es gab dortselbst zwar schon sehr viele Christen, aber auch viele Heiden, und die Christen selbst übten ihre heilige Religion fast gar nicht mehr. Sogar die Priester und Bischöfe waren ganz verderbt; es geschah oft, dass die Christen das heilige Messopfer feierten und darauf den Götzen opferten. Im Norden von Deutschland gab es noch lauter Heiden. Zuerst also zog Winfried nach Bayern und dann nach Thüringen, wo er eine große Zahl Ungläubiger taufte und durch seine kraftvollen Predigten bewirkte, dass auch die Priester und Bischöfe wieder einen auferbaulichen Lebenswandel führten. &lt;br /&gt;
Mittlerweile erfuhr er, dass in Friesland der Herzog Radbodus, ein Erzfeind des christlichen Glaubens, gestorben sei, und er nun ungehindert dort dem wilden Volk das Evangelium verkünden könne. Dort predigte schon längere Zeit der heilige Willibrord. Zu diesem begab sich nun auch Winfried und unterstützte ihn drei Jahre lang in seinem Amt mit solchem Erfolg, dass zahlreiche Götzendiener zu den Füßen des Kreuzes niedersanken und dem Teufelsdienste absagten. Hierauf begab sich Winfried zu den Hessen und durchzog predigend, in Begleitung mehrerer Gefährten, dieses Land. Seine hohe Gestalt, seine feurigen Reden, seine Liebe und Milde zog die rauhen Bewohner dieses Landes zu ihm hin; sie kamen aus ihren Wäldern und Hütten hervor, horchten auf seine Stimme, staunten über seine Worte, nahmen sie zu Herzen und ließen sich taufen. Zwei Brüder wurden von seinen Predigten so ergriffen, dass sie ihm ein großes Stück Land, namens Amöneberg, schenkten, wo er eine Kirche und ein Kloster baute. Statt der Götzentempel errichtete er überall Kirchen und versah sie mit frommen Geistlichen. Bereits hatte er eine große Menge Götzendiener dem Herrn gewonnen und in der Freude seines Herzens dem Papst hiervon Bericht erstattet; dieser aber rief ihn nun nach Rom. Sogleich reiste der heilige Diener Gottes dahin ab. In der Peterskirche empfing ihn der heilige Vater mit größter Feierlichkeit, ließ ihm das Glaubensbekenntnis ablegen und weihte ihn dann zum Bischof der Deutschen, indem er seinen bisherigen Namen Winfried in den schönen Namen Bonifatius verwandelte. Feierlich gelobte nun Bonifatius dem Papst Treue und Gehorsam und zog, von ihm gesegnet, wieder nach Hessen zurück. Noch waren dort die Heiden in großer Zahl; ein großer Eichenbaum, ihrem Götzen Thor geweiht, stand in der Gegend von Geismar. Diesen Baum verehrten sie heilig, er war die Stütze ihres abgöttischen Wahnes. Der heilige Bischof konnte diesen Greuel nicht ansehen und beschloss, diesen Baum umzuhauen. Mit einer Axt versehen, umgeben von seiner Geistlichkeit, das Kreuz an der Spitze, naht sich Bonifatius dem Baum. Dort aber stehen die Heiden in großen Haufen, mit Schwert und Lanze bewaffnet, um den Baum und wollen ihn verteidigen. Aber der heilige Bischof lässt sich nicht schrecken; er schiebt sie auf die Seite, schwingt die Axt und schon auf den ersten Hieb fällt die Eiche zum Entsetzen der Heiden krachend nieder und zerfiel in vier große gleiche Stücke. Jetzt fielen die Heiden auf die Knie nieder, lobten den Christengott und halfen dem heiligen Bischof, aus dem Holz der Eiche eine Kapelle zu Ehren des heiligen Petrus bauen. &lt;br /&gt;
Die Zahl der Bekehrten wurde jetzt immer größer; der Heilige schrieb daher in sein Vaterland und erbat sich Arbeiter aus den verschiedensten Klöstern dortselbst. Auf seinen Ruf zogen nun zahlreiche Missionare beiderlei Geschlechtes, Klostergeistliche und Klosterfrauen, von England nach Deutschland herüber; so der heilige Lullus, der später sein Nachfolger wurde, der heilige Willibald, später Bischof von Eichstätt, die Heiligen Wunibald, Witta, Wigbert, den Bonifatius zum Abt von Fritzlar setzte, Gregor, der Bischof von Utrecht geworden. Später kam aus Bayern ein vornehmer, gelehrter Mann, und übergab ihm seinen Sohn zur Erziehung. Dieser, mit Namen Sturm, wurde der Stifter der berühmten Abtei von Fulda. Auch eine heilige Schar von Jungfrauen und Frauen eilte aus England herbei, um das Reich Gottes auszubreiten. So Chunilda und ihre Tochter, die mit der heiligen Walburga nach Thüringen gingen; Chunidrat wurde nach Bayern gesandt, Thekla ließ sich am Main nieder und die fromme Lioba regierte die Abtei von Bischofsheim. &lt;br /&gt;
Jetzt, wo Bonifatius mit diesen heiligen Männern und Frauen vereint den Samen des Wortes Gottes ausstreute, zeigten sich bald die herrlichsten Früchte. Nach wenigen Jahren zählte er 100 000 Neubekehrte, überall erhoben sich Kirchen und Klöster; die Wälder wurden gelichtet, das Feld bebaut und in vielen Schulen die Jugend unterrichtet. &lt;br /&gt;
Als der heilige Vater Gregor III. in Rom die Nachricht von diesen herrlichen Fortschrittten des christlichen Glaubens vernommen, sendete er dem heiligen Bonifatius das Pallius, machte ihn also zum Erzbischof und ernannte ihn zum apostolischen Vikar aller deutschen Völker. Unermüdet arbeitete nun der heilige Bischof an dem Heil der ihm anvertrauten Seelen; beständig zog er herum, überall predigend und neue Kirchen bauend.&lt;br /&gt;
Im Jahre 738 machte er seine dritte Reise nach Rom, um sich mit dem Papst über die von ihm gestifteten Kirchen zu beraten. Dieser nahm ihn mit größter Ehre auf und ernannte ihn zu seinem apostolischen Gesandten in Deutschland. Von des Papstes Segen begleitet, kam er auf seiner Rückkehr nach Bayern, wohin ihn Herzog Odilo eingeladen hatte, um da mehrere Missbräuche abzustellen. Im Einverständnis mit dem frommen Herzog hielt er eine Kirchenversammlung und errichtete dann drei neue Bistümer, nämlich zu Freising, Regensburg und Salzburg, welche er mit frommen Hirten versah, später errichtete er noch das Bistum Eichstätt und in Franken das Bistum Würzburg. Diese Bischofssitze bestehen heute noch und haben, Dank sei dem heiligen Bonifatius, über das Bayernland unendlichen Segen verbreitet.&lt;br /&gt;
Nebstdem errichtete er in allen Ländern, in denen er predigte und die Segnungen des heiligen Glaubens verbreitete, viele Klöster. Diese Klöster waren damals die festen Burgen der christlichen Religion und Wissenschaft. Ohne diese Klöster wäre es nicht möglich gewesen, die halbwilden Völker zu bändigen, den Unglauben auszurotten und das Christentum zu erhalten. Wo ein solches Kloster stand, da erhoben sich nach und nach Städte, Dörfer und Flecken, und wo früher Wölfe und Bären in dunklen Wäldern hausten, wo die Schwerter klirrten und die Götzenopfer bluteten, da erscholl jetzt der heilige Gesang der Mönche, da durchzog der Pflug den Boden, da prangten jetzt die Fluren von herrlichen Früchten. – Sieh’, lieber Leser, was die Völker Deutschlands den armen Klostergeistlichen zu verdanken haben, welch großer Segen aus den Klöstern über die Länder sich verbreitete und doch will man heutzutage von Klöstern nichts mehr wissen und vergisst im schändlichen Undank, was sie Herrliches geleistet haben und noch leisten!&lt;br /&gt;
Nachdem der Heilige in Bayern die Kirchenzucht hergestellt und die besten Einrichtungen zur Verbreitung des Glaubens getroffen, eilte er zu den Franken; hier hielt er im Beisein des glaubenseifrigen Karlmann, obersten Heerführers der Franken, eine Kirchenversammlung, um Beschlüsse zu fassen, wie das Heidentum ausgerottet und die heilige Christusreligion von den heidnischen Gebräuchen gereinigt werden könne. – Merkwürdig ist die Absagungsformel und das Glaubensbekenntnis, welche beide hier verfasst und den Deutschen, die sich bekehren wollten, bei der heiligen Taufe vorgelegt wurden, folgendermaßen lautend: &lt;br /&gt;
Widersagst du dem Teufel? Ich widersage dem Teufel.&lt;br /&gt;
Widersagst du seiner Pracht? Ich widersage seiner Pracht.&lt;br /&gt;
Widersagst du allen seinen Worten und Werken, dem Götzen Thor, und dem Wodan, und dem Odin der Sachsen und all den bösen Geistern, welche dieser Götzen Mitgenossen sind? &lt;br /&gt;
Ich widersage.&lt;br /&gt;
Glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater?&lt;br /&gt;
Glaubst du an Christus, Gottes Sohn?&lt;br /&gt;
Glaubst du an den heiligen Geist?&lt;br /&gt;
Ich glaube.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So suchte der heilige Bonifatius mit unermüdetem Eiferr das Reich des Satans zu zerstören und das Reich Gottes auszubreiten. Auch auf die Sachsen, welche noch in tiefer Finsternis des Götzentums begraben lagen, richtete er nun seinen Blick. Den frommen und gelehrten Mönch Sturm sandte er deshalb mit sieben Gefährten an die Grenze. In den finsteren Buchenwäldern, welche Sachsen und Thüringen voneinander scheiden, gründeten die frommen Mönche die berühmte Abtei Fulda, von wo aus das Licht des Glaubens nach Sachsen und in die benachbarten Länder gebracht werden sollte. – Nun aber bedurften all diese schönen Anstalten, welche Bonifatius gegründet, eines festen Einigungspunktes. Alle diese Bistümer und Klöster sollte ein Band umschlingen, auf dass mit vereinter Kraft und in einem Geist das große Werk der gänzlichen Bekehrung Deutschlands vollbracht werden konnte. Bonifatius war Erzbischof von Deutschland und päpstlicher Gesandter; aber er hatte noch keinen bleibenden Sitz, von wo aus er alles leiten konnte. Nun erhob ihn der Papst zum Erzbischof von Mainz und unterwarf seiner Leitung alle Völker, denen er bisher das Licht des Evangeliums in Deutschland gebracht hatte. &lt;br /&gt;
Sieben Jahre verwaltete er das Erzbistum Mainz und obschon er Tag und Nacht von Sorgen und Mühsalen überhäuft war, betrieb er doch dabei seine früheren Studien und las beständig in den heiligen Schriften. Zahllos sind die Briefe, welche er an Päpste, Könige, Fürsten und Bischöfe geschrieben hatte. Seine Augen hatte er durch vieles Nachtwachen ganz verdorben, so dass er nur mehr Bücher mit großen Buchstaben lesen konnte. &lt;br /&gt;
Schon ein Greis von 85 Jahren hatte er sich entschlossen, die Bekehrung der Sachsen zu übernehmen; da erhielt er die traurige Nachricht, dass die Friesen nach dem Tod ihres heiligen Bischofs Willibrord vom Glauben abgefallen seien. Diese Nachricht durchschnitt ihm das Herz. In seiner Jugend hatte er drei Jahre dort gepredigt und viele Tausende dieses Volkes bekehrt; diese konnte er nicht zu Grunde gehen lassen: zu ihnen will er eilen, um sie zu retten!&lt;br /&gt;
Er legte nun seine erzbischöfliche Würde nieder und überträgt sie seinem geliebten Schüler Lullus und nimmt dann feierlich Abschied von seinen Jüngern. „Das Ende meiner Wanderschaft“, sprach er zu Lullus, „ist nahe; ich habe diesen Gang gewünscht, und nichts kann mich davon abhalten. Darum, mein Sohn, lass alles in Bereitschaft setzen und packe zu meinen Büchern das Leichentuch, welches meinen alten Leib bedecken soll.“ Darauf zog er mit dem Bischof Koban und neun treuen Gefährten den Rheinstrom hinab, gegen Utrecht, und predigte dort das Evangelium mit kräftiger Stimme. Bald hatte er die Freude, mehrere Tausende, Männer, Weiber und Kinder, für Jesus wiedergewonnen zu sehen. Da kam der 5. Juni; es war der Vorabend von Pfingsten, wo er den Neubekehrten das heilige Sakrament der Firmung erteilen wollte. Da sie nicht alle in der Kirche Platz hatten, so beschloss er auf freiem Feld nahe bei Dokum, am Fluß Burda, das heilige Sakrament zu spenden. Bonifatius ließ da Gezelte aufschlagen und erwartete betend die Neubekehrten; aber statt dieser stürzte ein Haufen wilder Friesen, bewaffnet mit Lanzen und Beilen, aus dem Wald hervor und drang in das Lager der heiligen Friedensboten. Die Christen wollten sich verteidigen, allein Bonifatius wehrte es ihnen. Mit seinen Geistlichen und den heiligen Reliquien, das heilige Evangelienbuch in der Hand, trat Bonifatius aus seinem Zelt und sprach: „Kinder, lasst ab vom Kampf und gedenkt, dass das Wort der Schrift uns befiehlt, Böses mit Gutem zu vergelten. Dieser Tag ist es, wonach ich mich schon lange gesehnt habe und jetzt ist die Stunde meiner Befreiung gekommen.“ Zu seinen Geistlichen aber sprach er: „Brüder! Seid standhaft und fürchtet nicht jene, welche eurer Seele nichts anhaben können, sondern freut euch in Gott und in Christo; vollendet ruhig den kurzen Gang des Todes, der euch in das ewige Königreich einführt.“ – Ganz ergeben in Gottes Willen erwartete er die wütenden Heiden, und empfing mit verklärtem Angesicht, das Evangelienbuch über sein Haupt haltend, betend den Todesstreich; mit ihm starben 52 Genossen den Martertod am 5. Juni 755.&lt;br /&gt;
Nachdem der Mord der heiligen Schar vollbracht war, stürzten die Mörder in das Gezelt des Heiligen, um es zu plündern; aber statt des Geldes, welches sie zu finden hofften, fanden sie nur Bücher und heilige Reliquien. Voll Zorn hierüber gerieten sie unter sich in Streit und mordeten einander selbst, bis die Christen, von allen Seiten herbeieilend, sie vollends aufrieben. Man suchte nun nach dem Leichnam des Heiligen, und fand ihn endlich im Blut schwimmend, neben ihm sein Evangelienbuch, von Schwerthieben zersetzt und mit Blut besudelt. Der heilige Leib wurde zuerst nach Utrecht, dann nach Mainz gebracht und endlich in der geliebten Abteil Fulda, wo er sich oft aufgehalten, feierlich beigesetzt. &lt;br /&gt;
Er wird abgebildet im bischöflichen Gewand, mit dem Pallium geschmückt, einen heidnischen Häuptling taufend.&lt;br /&gt;
So vollendete der große Apostel der Deutschen seine segensreiche Laufbahn. Nur für Gott lebte er, nur für das Heil der Seelen arbeitete er, und so lange in Deutschland noch der Name Jesus mit Ehrfurcht ausgesprochen wird, wird man auch den heiligen Bonifatius nicht vergessen können, der diesen heiligen Namen überall hingetragen hat, um durch ihn die Völker zu heiligen und selig zu machen. &lt;br /&gt;
Die größte Verehrung und Dankbarkeit gegen den heiligen Bonifatius trug in neuerer Zeit König Ludwig I. von Bayern. Derselbe ließ ihm zu Ehren in München eine Kirche bauen, die an Pracht und Herrlichkeit alle Kirchen Deutschlands übertrifft. Wenn du nach München kommst, dann besuche diese Kirche, dort kannst du in kunstvollen Bildern sehen, was Bonifatius für das deutsche Vaterland getan hat! O möchte doch der heilige Bonifatius im Himmel oben bitten, dass die Irrgläubigen, welche jetzt die schönen Länder bewohnen, wo einst der Heilige so viel Schweiß für die katholische Kirche vergossen hat, wieder zurückkehren zum alten Glauben und in Deutschland wieder ein Hirt und ein Schafstall werde. Flehe daher, christliche Seele, öfters zum heiligen Bonifatius und rufe seine Fürbitte für das Heil des deutschen Vaterlandes an!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Worte des heiligen Bonifatius&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Denke, wie unwürdig es sei, das Bild Gottes, das die Allmacht in den Menschen schuf, durch Wollust in das Bild des Satans zu verwandeln und dich durch Unzucht zum Sklaven des bösen Geistes zu machen, nachdem dich Gottes Güte zum Herrscher gemacht hat. Wenn wir unsere Sünden verhehlen, wird sie Gott gegen unseren Willen öffentlich aufdecken. Es ist gewiss viel besser, sie einem Menschen zu beichten als sich der Gefahr aussetzen, im Angesicht aller Bewohner des Himmels, der Erde und der Hölle mit Beschämung bedeckt werden. &lt;br /&gt;
Der Schluss aller Sprüche ist: „Fürchte Gott und halte seine Gebote.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Die Abtei Fulda&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
Unter den großen Stiftungen, welche der heilige Bonifatius zum Heil Deutschlands gemacht, unter den vielen segensreichen Anstalten, die er gegründet hat, ist die größte und segensreichste die Abtei Fulda. Wie du schon, lieber Leser, gehört hast, hat der Heilige, nachdem er viele Kirchen und Klöster gestiftet und dadurch das Christentum befestigt hatte, seinen Schüler, den heiligen Sturm, einen Bayer, mit mehreren Gefährten abgesendet, um an der Grenze von Sachsen ein Kloster zu errichten. Damals gab es in jener Gegend nur finstere Wälder, die noch nie ein menschlicher Fuß betreten hatte, in welchen nur Auerochsen, Bären und Wölfe und anderes Wild hausten. Nach langem Wandern fand endlich Sturm einen Ort, der wegen seiner Einsamkeit dem heiligen Bonifatius gefiel. Karlmann, der Franken Heerführer, dem dieser Ort angehörte, schenkte ihn mit einem Gebiet von 4000 Schritten dem heiligen Bonifatius. Sogleich wurden Bauleute herbeigebracht und mit allem Eifer an der Herstellung einer Kirche und eines Klosters gearbeitet. Mittlerweile sendete Bonifatius seinen Freund Sturm mit zwei Brüdern nach Italien, in das berühmte Benediktinerkloster Monte Cassino, um die dort bestehende Einrichtung kennen zu lernen und auch das neue Kloster Fulda danach einzurichten. Bei seiner Rückkehr nach einem Jahr machte ihn Bonifaz zum Vorsteher und Ordner des neuen Klosters und schickte noch mehr Klostergeistliche dahin. Jetzt wurde mit größtem Fleiß an der Urbarmachung des Bodens gearbeitet. Die Wälder wurden niedergehauen, die Steine ausgegraben, der Boden mit der Hacke aufgelockert und mit Samen von Getreide und anderen Früchten besät. Neue Wohnungen und Zellen wurden gebaut und geschickte Handwerker und Künstler herbeigerufen. Bald verbreitete sich der Ruf des neuen Klosters durch alle Gauen Deutschlands; von nah und fern kamen Männer herbei, um dieses neue Werk der Wildnis zu schauen, sich da niederzulassen oder um Aufnahme in das Kloster zu bitten. Die Brüder daselbst errichteten nun auch eine doppelte Schule, eine für die Bildung von Geistlichen, die andere zum Unterricht anderer Stände. Aus Bayern, Franken und Thüringen sandte Bonifaz Jünglinge dahin, um unterrichtet zu werden. Eine Bibliothek wurde angelegt, die bald wegen der Menge kostbarer Bücher berühmt wurde. Alle damaligen Wissenschaften, wie Gottesgelehrtheit, Weltweisheit, Sprachlehre, Redekunst, Musik und Dichtkunst konnte man in diesen Schulen lernen. &lt;br /&gt;
Als der berühmte Rhabanus Maurus, einer der größten Gelehrten seiner Zeit, Abt des Klosters geworden war, wurde auch eine eigene Kunstschule angelegt und zur Unterstützung von Künstlern wurden viele Einkünfte bestimmt. – Da konnte man die Bau-, Maler- und Bildhauerkunst lernen und die schönsten Kunstwerke sehen. Die Mönche im Kloster waren Tag und Nacht beschäftigt. Die einen bebauten die Felder und trieben die nötigen Handwerke; sie waren Schlosser, Schmiede, Schreiner, Weber, Maurer usw., andere dagegen schrieben Bücher ab und verzierten sie mit Gold und kostbaren Bildwerken; andere banden die Bücher prachtvoll ein oder sie malten Bilder und schnitzten Figuren; andere studierten und verfassten neue gelehrte Werke und lehrten in den Schulen; kurz alle waren beschäftigt; dabei ertönte fortwährend Psalmengesang, es wurde gepredigt, Beicht gesessen; die Armen und Kranken wurden gepflegt, Fremdlinge beherbergt, kurz mitten in der dichten Wildnis stand das Kloster wie ein Paradies und Ströme von Segen ergossen sich von da über die Gauen des Vaterlandes. Da nicht alle, die kamen und sich im Kloster niederlassen wollten, Wohnung fanden, so wies man ihnen außerhalb derselben Plätze an, die sie urbar machen mussten. Sie bauten sich kleine Zellen und pflanzten ein Gärtchen daneben; nach und nach siedelten sich mehrere an und so entstanden rings um das Kloster viele Dörfer, welche heute noch stehen. Dem Kloster selbst schenkten Fürsten und Vornehme des Landes viele Ländereien und Güter, so dass es sehr reich wurde; aber dieser Reichtum kam den Armen, den Reisenden, den Studierenden wieder zu Nutzen. &lt;br /&gt;
Schon unter dem ersten Abt des Klosters, dem heiligen Sturm, zählte man 400 Mönche daselbst, von denen viele als Missionare das Christentum verbreiteten oder als fromme Priester in andere Klöster gesendet wurden. Im Laufe der Zeit gingen aus der Abtei zu Fulda 11 Erzbischöfe, eben so viele Bischöfe und 14 Äbte hervor, sowie viele Richter und Kanzler der Fürsten, welche alle dort Unterricht und Bildung empfangen hatten. &lt;br /&gt;
Du hast nun, lieber Leser, ein kleines Bild von dieser berühmten Abtei Fulda; auch sie war eine Frucht der heiligen katholischen Kirche; jetzt besteht sie freilich nicht mehr, aber das Andenken an den großen Segen, welchen sie gestiftet, wird nicht vergehen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2770</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2770"/>
		<updated>2009-02-17T13:52:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit sollen hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2769</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2769"/>
		<updated>2009-02-17T13:52:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit soll hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Ordensmann [[Antonius]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2765</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2765"/>
		<updated>2009-02-17T13:49:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit soll hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Aloysius]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Aloysius&amp;diff=2764</id>
		<title>Aloysius</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Aloysius&amp;diff=2764"/>
		<updated>2009-02-17T13:48:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Jüngling Aloysius von Gonzaga. Jahr 1591 ==   Fest: 21. Juni Eines Tages befand sich die heilige Magdalena von Pazzis zu Florenz in seliger Entzückung...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Jüngling Aloysius von Gonzaga. Jahr 1591 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 21. Juni&lt;br /&gt;
Eines Tages befand sich die heilige Magdalena von Pazzis zu Florenz in seliger Entzückung. Ihre Augen waren zum Himmel gerichtet, auf ihrem Antlitz strahlte himmlische Freude und mit heller Stimme rief sie aus: „O welch große Glorie besitzt der heilige Aloysius, der Sohn des heiligen Ignatius! Niemals hätte ich dies geglaubt, wenn mir nicht mein Jesus solches gezeigt hätte. Aloysius ist ein großer Heiliger, und ich wollte, ich könnte die ganze Welt durchwandern und rufen, dass Aloysius, der Sohn des heiligen Ignatius, ein großer Heiliger ist; Aloysius ist ein verborgener Martyrer gewesen! O wie gewaltig hat er Gott auf Erden geliebt! Nun genießt er Ihn im Himmel durch vollkommene Liebe!“&lt;br /&gt;
So gibt Jesus selbst durch seine heilige Dienerin Magdalena dem heiligen Jüngling Aloysius das Zeugnis himmlischer Glorie, und in der Tat wirst du finden, lieber Leser, dass Aloysius wegen seines egenreinen Lebens auf Erden diese hohe Gnade verdient hat. &lt;br /&gt;
Im nämlichen Jahr (1568), wo der heilige Jüngling Stanislaus dies zeitliche Leben verließ, wurde Aloysius im Schloss Kastiglione am 9. März geboren. Sein Vater war Ferdinand Gonzaga, Fürst des römischen Reiches und Markgraf; seine Mutter Martha stammte aus einem alten Königsgeschlecht. Seine Geburt hätte bald ihm und seiner Mutter das Leben gekostet; schon verzweifelten die Ärzte an der Rettung, als die mächtige Himmelskönigin Maria ins Mittel trat. Die Mutter hatte nämlich im Augenblick der Gefahr das Gelübde getan, mit ihrem Kind nach Loreto eine Wallfahrt zu machen, wenn ihr Hilfe werde, und sogleich ward sie glücklich von einem Knaben entbunden, dem, noch ehe er das Licht der Welt erblickte, schon die Gnade der heiligen Taufe und der schöne Name Aloysius, zu deutsch „Sieger“ zuteil wurde, denn er hat wirklich drei Feinde: Welt, Teufel und Fleisch besiegt und die Siegeskrone erlangt!&lt;br /&gt;
Seine äußerst fromme Mutter betrachtete ihn als ein Geschenk des Himmels, denn ehe er geboren war, gehörte er schon durch die Taufe dem Himmel an. Durch das Zeichen des heiligen Kreuzes weihte sie ihn Gott dem Herrn, empfahl ihn der jungfräulichen Gottesmutter Maria und betete um die Gnade, dass ihr Sohn niemals durch ein Laster seine Unschuld beflecke. &lt;br /&gt;
Kaum konnte der kleine Aloysius die ersten Worte lallen, so lehrte sie ihn schon das Kreuzzeichen machen, die heiligsten Namen Jesus und Maria aussprechen und das Vaterunser und den englischen Gruß hersagen. – Aloysius aber sog die Frömmigkeit mit der Muttermilch ein; er konnte noch nicht recht gehen, so suchte er schon im Haus irgendeinen verborgenen Ort, um dort zu beten. Oft fand man ihn betend in einem Winkel oder hinter einem Haufen Holz knien. Seine fromme Mutter hatte hierüber die größte Freude, weil sie schon längst das Verlangen hegte, dass Aloysius in irgendein Kloster treten möchte. Allein der Vater, ein leidenschaftlicher Kriegsmann, wollte aus seinem Sohn einen tapferen Soldaten bilden, und um ihm hierzu Liebe und Eifer einzuflößen, gab er ihm zum Spielzeug kleine Gewehre, Schwerter und andere Waffen in die Hand. Auch nahm er ihn mit in das Lager von Kremona, um die Soldaten und ihre Kriegsübungen zu sehen.&lt;br /&gt;
Aloysius fand Wohlgefallen an dem Soldatenleben, aber Gott äußerte bald wieder seinen Sinn. Einmal wollte er ein Schießgewehr abfeuern und verwundete dabei sein Angesicht; ein anderes Mal entwendete er den Soldaten heimlich aus den Patrontaschen Pulver, lud damit eine Kanone und feuerte sie ab. Dabei kam er nun in große Gefahr; denn die Räder der Kanone hätten ihn beinahe zermalmt, wenn nicht sein heiliger Schutzengel ihn gerettet hätte. Diese Unfälle kühlten seinen Eifer ab; als er aber die Flüche und unkeuschen Reden der Soldaten hörte und unverständigerweise nachahmte, da trat Gott in das Mittel. Des Aloysius Hofmeister hörte nämlich davon, machte ihn auf diese schändlichen Worte aufmerksam und flößte ihm den größten Abscheu und die bitterste Reue hierüber ein. Aloysius beweinte im größten Schmerz seinen kindlichen Leichtsinn und sein ganzes Leben lang hörte er nicht auf, über diesen Fehltritt zu trauern und zu weinen. Jetzt aber wandte er sich mit ganzem Herzen wieder zu Gott, um sich nie mehr von ihm zu trennen. Vom Soldatenleben wollte er nichts wissen; Gebet, Studium und heilige Übungen waren ihm das liebste Geschäft. Besonders lieb hatte er die Armen, denen er mitteilte, soviel er nur konnte. Seine Bescheidenheit, sein sanftes, stilles Betragen, absonderlich aber seine engelreine Unschuld, zogen aller Augen auf sich. Selbst hochgelehrte Männer wurden von seinem Anblick erbaut und die in seinem Innern verborgenen Gnadengaben wusste der Teufel selbst den Menschen zu entdecken. Denn als einst zu Kastiglione ein Franziskaner von einem Besessenen den Satan austreiben wollte, da heulte dieser gräulich, erhob seine Hand, deutete auf Aloysius, der mit seinem Bruder zusah, und rief mit lauter Stimem: „Seht ihr jenen? Er ist es, auf welchen der Himmel und in demselben ein großer Ruhm wartet!“ – Aller Augen richteten sich auf Aloysius, der tiefbeschämt sich verbergen wollte und mit niedergeschlagenen Augen sich entfernte. &lt;br /&gt;
Aloysius war jetzt sieben Jahre alt; in diesem Jahr hatte er sich auch ganz dem Dienst Gottes geweiht und den Anfang zu seinem heiligen Leben gemacht. Sein Vater war in den Krieg gezogen; seine fromme Mutter und der fromme Hofmeister Turzius leiteten sorgfältig seine Erziehung. All seine Freude fand er im Gebet. Wenn er früh morgens vom Bett sich erhob, bezeichnete er sich mit dem Kreuz; unter Gebet zog er seine Kleider an und dabei war er so schamhaft, dass er weder selbst irgendein Teil seines Leibes entblößt ansah, noch von dem Bedienten ansehen ließ; ja der Bediente durfte ihm nicht einmal den bloßen Fuß berühren. War er angekleidet, dann kniete er sich vor ein heiliges Bildnis nieder und verrichtete sein Morgengebet. Hierauf betete er die sieben Bußpsalmen und das Offizieum der heiligen Jungfrau mit solcher Andacht und so eifrig, dass er es nicht einmal auf dem Krankenbett unterließ. Als er etwas älter wurde, fügte er zu den mündlichen Gebete noch eine Stunde Betrachtung hinzu. – Wenn er sich aus Vergessenheit eher in das Bett gelegt, als er sein Gebet verrichtet hatte, was aber nur selten geschah, und er entsann sich dessen, dann sprang er sogleich aus dem Bett und verrichtete seine Gebete. Täglich erforschte er abends sein Gewissen mit aller Genauigkeit und an Vorabenden vor den Festtagen betete er vor dem Schlafe mehrere Stunden; ja mitten in der Nacht stand er heimlich vom Bett auf und weihte mehrere Stunden, im bloßen Hemd auf dem Boden kniend, in finsterer Nacht dem Gebet. Da er dies auch im kalten Winter tat, so geschah es, dass er vor Kälte am ganzen Körper erstarrte und vor Schwäche auf den Boden hinsank. Einstmals, wo er bis in die späte Nacht beim Licht betete und vor Mattigkeit einschlief, ergriff das Licht die Vorhänge des Bette und er wäre beinahe verbrannt, wenn ihn sein heiliger Schutzengel nicht geweckt hätte. &lt;br /&gt;
Außer den längeren Gebeten, welche er verrichtete, gebrauchte er häufig noch kürzere, nämlich sogenannte Schlussgebetlein. Er ließ so oft und vielfältig solche kurze Seufzer der Liebe, der Anbetung, des Dankes, der Reue usw. Zu Gott emporsteigen, dass die Hausgenossen zu sagen pflegten, es scheine, Aloysius wolle mit allen Wänden reden. Stieg er die Stiege hinan, so betete er auf jeder Stufe den englischen Gruß. Täglich wohnte er dem heiligen Messopfer bei und diente dem Priester als Ministrant mit solcher Andacht am Altar, dass man einen Engel zu sehen glaubte. An Sonn- und Festtagen hörte er die Predigt mit solcher Aufmerksamkeit, dass ein berühmter Prediger sagte: „Wenn ich recht eifrig predigen wollte, so dürfte ich nur Aloysius ansehen.“&lt;br /&gt;
Die größte Freude machten ihm Bilder und Rosenkränze, welche ihm die Klostergeistlichen schenkten, und mit einer Art Heißhunger las er in geistlichen Büchern. Nie traf man ihn in seinem Zimmer, ohne dass er betete oder eine geistliche Lesung hielt. &lt;br /&gt;
Da er schon in der Stunde seiner Geburt vorzüglich durch die Hilfe der Mutter Gottes aus der Todesgefahr gerettet wurde, so hatte er denn auch eine glühende Andacht zu Maria, der reinsten Jungfrau. Wenn er nur von dieser heiligen, geliebten Mutter reden hörte, brannte sein Herz vor Liebe, und so oft er ihren Namen aussprach, fühlte er die lieblichste Süßigkeit in seinem Inneren. Um seiner heiligen Mutter Maria ein Zeichen seiner innigen Liebe zu geben, fasste er den Entschluss, zur Nachahmung ihrer Jungfräulichkeit und zur Ehre ihrer unbefleckten Empfängnis, das Gelübde beständiger Keuschheit abzulegen. Als er 9 Jahre alt war, legte er wirklich zu Florenz, wo er sich mit seinem Bruder befand, vor dem Bild der hohen Himmelskönigin das Gelübde ewiger Jungfräulichkeit ab. Nachdem er dies getan hatte, wandte er auch alle Mittel an, um sein Herz immer unbefleckt zu bewahren. Vor allem vermied er sorgfältig jeden Umgang und alles Zusammentreffen mit Frauenspersonen. Selbst jede Unterredung und sogar der Anblick derselben war ihm lästig. Zwei Prinzessinnen, die noch Kinder waren, luden ihn einst ein, mit ihnen im Garten zu spielen, allein Aloysius wollte nichts davon wissen. Einst befand er sich allein in seinem Zimmer, da schickte seine Mutter eine vornehme Dame zu ihm, um ihm etwas zu sagen. Aber Aloysius öffnete nur ein wenig die Türe, hörte sie mit niedergeschlagenen Augen an und schickte sie mit einer kurzen Antwort wieder fort. Ja nicht einmal mit seiner Mutter wollte er allein reden, und Frauenzimmer, die er Anstands halber besuchen musste, sah er niemals an. Einstmals sollte er bei einem Pfänderspiel den Schatten eines Mädchenkopfes an der Wand küssen. Er wurde vor Scham blutrot im Gesicht und entfernte sich augenblicklich. Unter den Gnaden, um welche er seinen Vater bat, war die erste diese, dass er ihm gestatte, nie mit Frauenzimmern reden und in ihre Gesellschaften gehen zu müssen. &lt;br /&gt;
Sein Oheim hatte einst ihm und seinem Bruder zu Liebe ein Gastmahl bereitet. Aloysius aber wollte dabei nicht erscheinen, denn er wusste gar wohl, dass bei Gastmählern und Trinkgelagen die Unschuld große Gefahr leide. Als er aber endlich auf vieles Zureden oder vielmehr auf Befehl erschien, gab er das schönste Beispiel der Sittsamkeit. Denn als man nach aufgehobener Tafel einen Tanz aufführte und ein vornehmes Fräulein ihn zum Tanz einlud, da verließ´er, ohne ein Wort zu sagen, die Gesellschaft und begab sich in sein Wohnzimmer, wo er sich in einem Winkel niederkniete und betete. &lt;br /&gt;
Hier muss ich gleich beifügen, was ihm später begegnete. Als er 13 Jahre alt war, musste er mit seinem Vater die Kaiserin Maria von Österreich nach Madrid in Spanien begleiten und dort am Hof ihr öfters die Aufwartung machen und sie bedienen. Drei Jahre befand er sich im königlichen Palast, wo es fast täglich die prächtigsten Feste gab; allein er blieb seinen Gebetsübungen und Studien getreu und lebte so züchtig und schamhaft, dass er nie der Kaiserin in das Angesicht schaute und man gewöhnlich sagte, der junge Aloysius scheine keinen Körper zu haben. &lt;br /&gt;
So wie er, um seine Unschuld zu bewahren, jeden Umgang mit Personen des anderen Geschlechtes floh, und beständig seine Augen bezähmte, so machte er es auch mit seiner Zunge und seinen Ohren. Sobald er ein ungeziemendes Wort hörte, wurde er rot im Gesicht, schlug die Augen nieder, tat, als habe er die Rede nicht gehört und zeigte sein Missfallen hierüber, oder er ging sogleich fort. Aus seinem Mund kam niemals ein böses oder unanständiges Wort; seine Worte waren wenig und ernst und in seiner Gegenwart getraute sich niemand irgend etwas Unartiges zu reden. – Einst befand er sich in der Wohnung eines vornehmen Greises; mehrere Jünglinge waren dort versammelt und begannen mit dem Greis allerlei unanständige Scherzreden zu führen. Da ergriff den heiligen Aloysius ein heiliger Zorn und er sprach zu dem Alten: „Sol sich ein ernsthafter Mann, der mit solchen Gaben der Natur und des Glücks ausgerüstet ist wie ihr, nicht schämen, in Gegenwart dieser Jünglinge von solchen Dingen zu reden?“&lt;br /&gt;
Da der heilige Aloysius wusste, dass Müßiggang aller Laster Anfang ist, so suchte er jeden Augenblick der kostbaren Zeit zu benützen und alle unnützen Spiele und Unterhaltungen zu fliehen. Er hatte jeden Tag genau eingeteilt. Einige bestimmte Stunden widmete er dem Gebet, andere schriftlichen Übungen, wieder anderer der geistlichen Lesung, dem Besuch des allerheiligsten Sakramentes und dem Studium. Immer war er beschäftigt. Mit größtem Fleiß lernte er die Wissenschaften; seine Lehrer durften ihn dazu nicht ermahnen. Befvor er zu lernen anfing, machte er vor einem heiligen Bild eine gute Meinung und verrichtete ein kurzes Gebet. In die Schule ging er immer zu Fuß, langsam und mit niedergeschlagenen Augen. Bevor er in die Schule trat, besuchte er zuerst das allerheiligste Altarssakrament. Nur zu frommen Mitschülern setzte er sich in der Schule und mit gespannter Aufmerksamkeit hörte er dem Lehrer zu. – Lärmende Spiele und Vergnügen liebte er nicht; die Einsamkeit war ihm das Liebste. Die Väter Jesuiten hatte er sehr gerne; es freute ihn schon, wenn er sie nur sehen konnte. Er wusste, dass diese ehrwürdigen Priester an gewissen Tagen zur Erholung auf ein Landgut gingen; deshalb stand er schon am frühesten Morgen auf und ging auf das Landgut zu. Während des Spaziergangs, bis die Väter kamen, las er in einem Buch oder betrachtete und pflückte Blumen. Kamen dann die ehrwürdigen Väter, dann grüßte er sie freundlich und folgte ihnen nach, bis sie in das Landhaus eintraten; hierauf kehrte er langsam nach Hause zurück. Konnte er wegen schlechten Wetters seinen gewöhnlichen Gang nicht machen, so begab er sich in das Kollegium der Jesuiten, um sich an den frommen Unterredungen der Väter zu erbauen. Auch mit den Brüdern im Kloster ging er gerne um, besonders mit dem Bruder Pförtner. Es freute ihn sehr, wenn ihm dieser manchmal die Schlüssel anvertraute, während er hinging, um einen Pater zu rufen. – In den Fastnachtstagen, wo die Weltkinder der Ausgelassenheit sich hingaben, ging er zu seinen lieben Vätern in das Kloster, um sich mit ihnen zu unterhalten. Als er sich einst zu Mailand aufhielt, hielten die vornehmen Jünglinge dortselbst während der Fastnacht ein Pferderennen. Alle Jünglinge erschienen mit prächtigen Kleidern und Pferden. – Um nun sein Missfallen an diesem Gepränge zu zeigen, erschien auch Aloysius, aber nicht auf einem Pferde, sondern auf einem schlechten Maulesel, um der stolzen Welt zu spotten und von ihr verspottet zu werden. &lt;br /&gt;
Unnützes Spiel, eitle Scherze und Possen waren ihm verhasst; er floh sie, wo er konnte, und suchte seine Zeit besser zu benützen. Dadurch aber bewahrte er auch seine Unschuld vor Befleckung, die bei solchen Gelegenheiten gewöhnlich verloren geht. Alle Mittel, welche, wie du gelesen hast, der heilige Aloysius anwendete, um seine Unschuld zu bewahren, wahren ihm noch nicht hinreichend. Er hatte ein rasches, feuriges Temperament; sein Körper war blutreich und sehr schön sein Antlitz. Um nun sein feuriges Gemüt zu bändigen und der Sinnlichkeit keine Nahrung zu lassen, übte er sich in der strengsten Abtötung, obwohl er keine feste Gesundheit hatte.  Dreimal in der Woche hielt er ein strenges Fasten; am Mittwoch und Freitag zu Ehren des Leidens Christi; am Samstag zu Ehren der Mutter Gottes. An diesen Tagen aß er nur drei in Wasser getauchte Stücklein Brot. Ebenso fastete er an de Vorabenden der Festtage. Die übrigen Tage aß er sehr wenig. In seinem elften Jahr fiel er in eine Krankheit und gaben ihm die Ärzte den Rat, im Essen sich einzuschränken. Von dieser Zeit an aß er nur so wenig, dass man sich wundern muss, dass er nicht verhungerte. All seine tägliche Speise war keine zwei Loth schwer. Wenn er bisweilen ein ganzes Ei aß, so glaubte man, er habe eine sehr reichliche Mahlreit gehalten. War er gezwungen, einer Mahlzeit beizuwohnen, so nahm er gewöhnlich das schlechteste Stück, kostete ein wenig davon und legte das Übrige zurück. Diese strenge Enthaltsamkeit beobachtete er auch nach seiner Krankheit bis zum Tode. Und da man sich fürchtete, es möchten seine Leibeskräfte ganz hinwelken, gab er zu verstehen, dass man mehr für die Seele als für den Leib besorgt sein müsse. &lt;br /&gt;
Der heilige Aloysius hatte von Gott die überaus große Gnade erhalten, niemals von unreinen Versuchungen geplagt zu sein; aber dennoch fürchtete er die Schlingen, welche das böse Fleisch dem Menschen legt. Daher fastete er nicht bloß sehr streng, sondern kreuzigte seinen Leib, wie er nur konnte. Schon als zarter Knabe geißelte er sich wenigsten dreimal in der Woche so heftig, dass er seine Kleider häufig mit Blut befleckte. Während der letzten Jahre seines Leibens in der Welt zerfleischte er täglich seinen Leib durch die Geißelung. So lang er keine entsprechende Geißel hatte, nahm er Riemen, womit man zu Hause die Hunde anzuhängen pflegte, Stricke oder Ketten, und züchtigte damit seinen unschuldigen Leib. Die Bedienten sahen ihn oft durch die Ritzen der Tür vor dem Kruzifix knien und sich unbarmherzig schlagen, als wäre er der größte Missetäter. Wenn sie sein Bett machten, fanden sie unter seinem Kopfkissen einen großen Vorrat von Stricken und sein blutiges Nachtgewand, welches sie der Mutter zeigten. Da er kein Bußgewand hatte, nahm er Sporen und band sie mit Stricken an seine nackten Seiten und stieß die eisernen Spitzen tief in sein zartes Fleisch. Zu Nachts legte er sich im Bett auf ein Stück Holz oder eine Latte, und dies tat er, da er noch nicht elf Jahre alt war. Im Winter ließ er in seinem Zimmer nicht einheizen, so dass oft vor Kälte seine Hände aufschwollen und die aufgebrochene Haut blutete. Dennoch nahte er sich nicht dem Feuer, um sich zu wärmen; auch gebrauchte er kein Mittel, um die Geschwulst an seinen Händen zu vertreiben. &lt;br /&gt;
Als sein Vater von dieser Strenge seines Sohnes hörte, zog er sehr gegen ihn los, richtete aber nichts aus. Vielmehr nahm diese Strenge mit den Jahren zu, so dass die Mutter in den Vater drang, Aloysius in ein Kloster gehen zu lassen, weil er sich zu Hause noch ganz aufreiben würde. &lt;br /&gt;
Ein ganz besonderes Mittel, um immer reiner und heiliger zu werden, fand der heilige Aloysius in der öfteren Beichte. Er wollte alle bösen Neigungen in seinem Inneren mit der Wurzel ausrotten und erforschte daher jede seiner Handlungen aufs Genaueste, ob er etwas  Fehlerhaftes daran entdecke. Um dieses besser tun zu können, wählte er sich einen frommen Priester aus der Gesellschaft Jesu zu seinem Beichtvater, dem er mit kindlicher Offenheit sowohl in als außer der Beichte alle seine vermeintlichen Fehler entdeckte; ja er sagte ihm all sein Tun und Lassen, und bat ihn bei jedem Zweifel um Rat. &lt;br /&gt;
Wenn er beichten wollte, so erforschte er lange zuvor schon und mit größter Genauigkeit sein Gewissen. Hierauf trat er mit einer solchen Reue in den Beichtstuhl, als wenn er der größte Sünder wäre. &lt;br /&gt;
Als er einmal zu Florenz eine Lebensbeichte ablegen wollte, wurde er beim Hersagen seiner Sünden, die er begangen zu haben meinte, so sehr von Reue ergriffen, dass er in Ohnmacht sank und von seinem Hofmeister nach Hause geführt werden musste. Alle Wochen beichtete er unter einem Strom von Tränen, obwohl sein ganzes Leben engelrein war und seine kleinen Fehler höchstens in Unterlassung irgend einer Pflicht oder eines guten Werkes bestanden. &lt;br /&gt;
Bis jetzt hatte er das Hauptmittel, um die Unschuld und Reinheit des Herzens zu bewahren, entbehren müssen, nämlich die heilige Kommunion. In seinem zwölften Jahre sollte ihm auch dieses Glück zuteil werden. Der heilige Karl Borromäus, Erzbischof zu Mailand, kam zur Visitation in das Kloster Kastiglione. Hier sah ihn der heilige Aloysius und glaubte nicht einen Menschen, sondern einen himmlischen Geist an ihm zu erblicken. Mit größter Freundlichkeit unterredete sich der heilige Erzbischof mit Aloysius lange Zeit und fragte ihn zuletzt, ob er auch schon zum Tische des Herrn gehe? Als Aloysius ihm erwiderte, dass man ihm die heilige Kommunion bisher nicht gestattet habe, gab ihm der heilige Erzbischof den Rat, recht bald dem himmlischen Mahle sich zu nahen und erteilte ihm zugleich den nötigen Unterricht. Wer hatte jetzt wohl eine größere Freude als Aloysius; die ganze Welt wenn man ihm geschenkt hätte, würde er sie gerne um die hohe Gnade, kommunizieren zu dürfen, hingegeben haben. Der heilige Erzbischof hatte ihm gesagt, dass er ihm des andern Tages selbst den hochheiligen Leib des Herrn reichen würde. Aloysius bereitete sich nun mit der größten Sorgfalt vor. Fast die ganze Nacht brachte er im Gebet zu; am frühesten Morgen betrachtete er eine sTunde lang die Liebe Jesu im heiligsten Sakrament, reinigte sein Gewissen von den geringsten Flecken und empfing dann mit der glühenden Liebe eines Cherubims, schwimmend in Tränen vor Freude, das hochheilige Sakrament!&lt;br /&gt;
Von diesem Tag an empfing er alle Tage die heilige Kommunion und machte dabei auf eine ganz besondere Weise seine Vorbereitung und Danksagung. Er weihte nämlich den Donnerstag dem himmlischen Vater, den Freitag dem göttlichen Sohn und den Samstag dem göttlichen heiligen Geist, um von der heiligsten Dreifaltigkeit die Gnade einer würdigen Kommunion zu erflehen. Nach der heiligen Kommunion weihte er wieder den Montag, Dienstag und Mittwoch der heiligen Dreifaltigkeit, um für die heilige Kommunion den gehörigen Dank zu sagen. &lt;br /&gt;
Es war ihm aber nicht genug, in der heiligen Kommunion sich mit Jesus auf das Innigste zu vereinigen. So oft er nur konnte, besuchte er in den Kirchen das heiligste Sakrament. Da warf er sich vor dem Tabernakel auf seine Knie und verweilte dort in heiliger Entzückung ganze Stunden; ja er wäre immer kniend geblieben, wenn ihn nicht der Gehorsam abgerufen hätte, und er musstse sich dann mit Gewalt losreißen, so sehr hielt ihn die Liebe zu Jesus gefesselt. Als er einmal in der Kirche in Andacht versunken kniete, meldete man ihm, dass sein Bruder mit einem zahlreichen Gefolge auf ihn warte. Aloysius aber gab keine Antwort, sondern blieb zwei Stunden lang unbeweglich auf seinen Knien liegend. &lt;br /&gt;
Da er täglich der heiligen Messe beiwohnte, so hätte er gerne auch mit dem Priester kommuniziert; da er aber dieses nicht konnte, so verrichtete er jedesmal mit glühendem Verlangen die geistliche Kommunion, um doch wenigstens geistigerweise mit Jesus vereinigt zu werden. &lt;br /&gt;
Auf solche Weise nun, lieber Leser, durchlebte der heilige Aloysius seine Knabenjahre; und es wird dich nicht wundern, dass er so ganz rein und unschuldig, wie ein Engel, leben konnte, wenn du bedenkst, wie sorgfältig er alle Mittel anwendete, um den kostbarsten Schatz der Unschuld zu bewahren. Es könnte dir vielleicht scheinen, als sei Aloysius gar zu ängstlich gewesen und er hätte die Strenge übertrieben; allein du sollst bedenken, dass Aloysius auf der einen Seite ganz klar den unschätzbaren Wert der Unschuld erkannte und auf der anderen Seite auch wusste, wie bald dieser kostbarste Schatz befleckt, verdorben und verloren gehen könne! &lt;br /&gt;
Die Kinder der Welt freilich sehen dies nicht ein, weil sie es nicht einsehen wollen; besonders heut zu Tage scheint die englische Keuschheit keinen großen Wert mehr zu haben, weil die Jugend so leichtsinnig ihre Unschuld hingibt; allein in den Augen Gottes, der heiligen Engel und aller frommen Menschen ist die Unschuld das höchste, was ein Mensch besitzen kann; unsterblich ist ihr Andenken und die Anschauung Gottes ist ihr Lohn!&lt;br /&gt;
Bedenke nun dieses Einzige, lieber Leser: Es sind jetzt beinahe 300 Jahre verflossen, seit der heilige Aloysius gelebt hat, und in allen Teilen der Welt ist sein Name bekannt, wird seine englische Unschuld gelobt und gepriesen, wird sein heiliges Leben der Jugend als Muster vor Augen gestellt, pragt sein Bild auf den Altären und wird er um seine mächtige Fürbitte bei Gott angerufen. Während Tausende von mächtigen Fürsten und Herren im Grab vermodert und vergessen sind, strahlt das Grab des heiligen Aloysius in Rom im Glanz der Unschuld und durftet von dem Wohlgeruch himmlischer Reinigkeit zum Preise Gottes und zur Freude der Engel und Menschen! O welch unvergleichlicher Schatz muss doch die Unschuld sein!#&lt;br /&gt;
Bisher hatte der heilige Aloysius, teils unter den Augen seiner frommen Mutter, teils auch unter Leitung seines frommen Hofmeisters, an verschiedenen Orten seine Tage in Erlernung der Wissenschaften und in frommen Übungen zugebracht. Schon lange fühlte er in sich die Sehnsucht, der Welt gänzlich zu entsagen und in klösterlicher Einsamkeit sein Leben zu beschließen. Es war dies auch der Wunsch seiner Mutter, die ihn zärtlich liebte. In seinem Verlangen nach dem Kloster bestärkte ihn auch das Lesen geistlicher Bücher, besonders die Schriften des frommen Ludwig von Granada und die Missionsbriefe aus Indien. Besonders entflammten diese Briefe seinen Eifer für das Heil der Seelen anderer, wenn er darin las, welch große Mühe und Anstrengung die Missionare auf die Bekehrung der Heiden verwendeten. –&lt;br /&gt;
Ich muss deshalb, bevor ich von seinem Eintritt in das Kloster erzähle, noch Einiges von dem Seeleneifer des heiligen Aloysius schon in seinem Knabenalter einschalten. – Der Eifer, auch andere auf den Weg der Frömmigkeit zu leiten, trieb ihn an, dass er an de Feiertagen in die Schulen ging, dort den Kindern die Anfangsgründe unseres Glaubens lehrte, ihnen Abscheu vor der Sünde einflößte und sie zur Sittsamkeit ermunterte. Die kleinen Kinder merkten gerne auf ihn auf, weil er selbst noch klein war und gar so freundlich mit ihnen umging. Mit eben der Freundlichkeit und Liebe nahm er sich auch seiner beiden Brüder Rudolph und Franz und der übrigen Hausgenossen an. Seine Brüder lehrte er die Hände falten, das Kreuz machen und Beten, und damit sie ihm gerne folgten, gab er ihnen nach dem Gebete Obst und andere Süßigkeiten zum Geschenk. Wenn er bemerkte, dass sein Bruder Rudolph die Zurechtweisung seines Hofmeistern zornig aufnahm, tadelte er ihn und mahnte ihn zum Gehorsam. Sein Vater war dem Spiel leidenschaftlich ergeben; oft verspielte er große Summen Geldes. Das tat Aloysius sehr weh; und da er sich nicht getraute, seinem Vater eine Ermahnung zu geben, zog er sich in sein Zimmer zurück, weinte und betete und brachte es wirklich durch sein beharrliches Gebet dahin, dass der Vater seinen Fehler einsah und das Spielen gänzlich unterließ. Den Bedienten und Aufwärtern gab Aloysius das schönste Beispiel. Diese schauten nämlich öfters durch die Ritzen der  Türe in das Zimmer des Aloysius, um zu sehen, was er tue und da sie ihn fast beständig beten sahen, wurden auch sie zum Eifer im Gebet angespornt. &lt;br /&gt;
Als einstens Prinz Jakob, der Sohn des Königs Philipp II. von Spanien, dem Aloysius zu Madrid Gesellschaft leisten musste, zum Fenster hinausschaute und vom Wind belästigt, zornig ausrief: „Höre du, Wind! Ich befehle dir, dass du mir nicht mehr länger lästig fallest“, da sprach Aloysius freimütig zu ihm: „Du kannst mein Herr, wohl machen, dass die Menschen deinen Befehlen gehorchen, aber über die Elemente übt Gott allein alle Herrschaft aus und ihm musst auch du gehorchen.“ – Wenn Aloysius lästerliche Reden hörte oder etwas Ungeziemendes bemerkte, dann erhob er sogleich seine Stimme dagegen und wenn er erfuhr, dass Personen in der Stadt einen schlechten Lebenswandel führten, dann gab er sich alle Mühe, sie zu bessern. Er redete ihnen freundlich zu und drohte ihnen mit den Strafgerichten Gottes. Es ergriff ihn jedesmal das größte Herzeleid, wenn er hörte, dass Gott von jemand beleidigt werde. So eiferte der heilige Aloysius für die Verherrlichung Gottes und das Heil der Seelen. Weil er Gott, das höchste Gut, den besten Vater von ganzem Herzen liebte, so hatte er auch das innigste Verlangen, dass alle Menschen ihn lieben möchten. &lt;br /&gt;
Diese Liebe Gottes, welche in seinem innern brannte, war es denn auch, welche ihn bewog, alles hinzugeben und sich in klösterlicher Einsamkeit ganz dem Dienste Gottes zu weihen. Er prüfte sich aber lange Zeit, ob er denn auch von Gott zum Klosterstand berufen sei. Er betete täglich deshalb um Erleuchtung, empfing auch die heilige Kommunion, las in geistlichen Büchern und fragte seinen Beichtvater um Rat, um ja den Willen Gottes in dieser Sache zu erforschen. Endlich flehte er fortwährend im andächtigen Gebet die seligste Jungfrau, seine geliebteste Mutter, um Erleuchtung an, und diese gütige Mutter erhörte auch sein Gebet. Als er im Jahr 1583 am Tag der Himmelfahrt Mariä zuvor viel gebetet  und das heiligste Altarssakrament empfangen hatte, kniete er auch vor ein Marienbild hin und bat die göttliche Mutter, sie möge ihm die Gnade der Erkenntnis seines Berufes erflehen. Da vernahm er klar und deutlich vom Bilde herab die Worte: „Tritt in den Orden der Gesellschaft Jesu und entdecke dieses Vorhaben deinem Beichtvater.“ Jetzt war sein Herz voll des süßesten Trostes und noch an demselben Tage eilte er zu seinem Beichtvater und erzählte ihm den ganzen Hergang der Sache unter Vergießung von Freudentränen. Dieser aber willigste wohl in den Entschluss des heiligen Jünglings ein, sagte ihm aber, dass er ohne Einwilligung seiner Eltern nicht in die Gesellschaft Jesu treten dürfe.&lt;br /&gt;
Aloysius erzählte nun alles seiner Mutter, die mit Freuden einwilligte und versprach auch, den Vater zu bereden, dass er beistimme. Bald darauf begab sich Aloysius in aller Ehrfurcht zu seinem Vater und entdeckte ihm seinen Entschluss, in den Jesuitenorden zu treten. Aber der Vater geriet hierüber in heftigen Zorn, befahl ihm, aus seinen Augen zu gehen und drohte ihm mit Schlägen, wenn er von seinem Vorhaben nicht abstehe. Unerschrocken erwiderte Aloysius: „Möchte mich doch Gott der Gnade würdigen, dass ich aus Liebe zu ihm und dem heiligen Beruf diese Züchtigung erfahre!“ Nun versuchte es die Mutter, den Vater umzustimmen, aber vergeblich; er verweigerte seine Einwilligung und suchte nun auf verschiedene Weise Aloysius von seinem Vorhaben abzubringen. Zuerst stellte er ihm vor, welch hohes Glück er in der Welt finden, wie er als Fürst so viel Gutes stiften, von der Gunst des Kaisers so viele Gnaden erwarten könne. Allein Aloysius blieb taub bei all diesen Worten und antwortete standhaft, aber ehrfurchtsvoll dem Vater: „Ich bin in deiner Gewalt, aber das muss ich dir sagen, dass ich von Gott in die Gesellschaft Jesu berufen bin. Widersetztest du dich also hierin, so widersetzest du dich dem Willen Gottes.“ Zugleich stellte er mit eindringlichen Worten dem Vater vor, wie treu die Jesuiten dem Heiland nachfolgten; wie sehr sie sich bemühten, die Jugend christlich zu erziehen, wie sie in allen Teilen der Welt die wilden Völker aufsuchten; wie sehr sie sich bemühten, die Jugend christlich zu erziehen, wie sie in allen Teilen der Welt die wilden Völker aufsuchten und selbst mit Gefahr ihres Lebens ihnen das heilige Evangelium verkündeten und wie sie bei all ihren Arbeiten und Unternehmungen keine Ehre, keinen Lohn, sondern allein die Ehre Gottes und das Heil der Seelen suchten! Als nun der Vater merkte, dass weder Drohungen, noch glänzende Verheißungen bei Aloysius etwas vermöchten, so schickte er ihn mit seinem Bruder Rudolph auf Reisen, damit er dadurch zerstreut und abwendig gemacht werde. Aloysius gehorchte und reiste an verschiedene fürstliche Höfe; aber gerade dadurch lernte er die Eitelkeit der Welt noch mehr kennen und verachten.&lt;br /&gt;
Nun zwang man ihn, glänzende Kleider anzuziehen und großen Aufwand zu machen, um sein Herz zu blenden. Aber nur einmal legte er ein kostbares GEWand an; mit Eckel legte er es ab, und trug von nun an nur ein einfaches, schwarzes Kleid. Jetzt versuchte es sein Oheim durch glänzende Gastmahle und Feste den heiligen Jüngling in die Welt zu verstricken; allein er konnte nichts ausrichten; denn Aloysius benahm sich dabei so eingezogen, dass alle an seinem Beispiel sich erbauten. Nun schickte er schön geputzte Fräulein zu Aloysius, die ihn zum Tanz einladen sollten. Allein der Jüngling entfloh entsetzt in das Zimmer der Bedienten und weinte dort bitterlich über den Leichtsinn dieser Mädchen.&lt;br /&gt;
Da alles nichts fruchtete, schickte der Vater angesehene gelehrte Männer zu Aloysius, um ihn wenigstens vom Eintritt in den Orden der Jesuiten abzureden, weil man in diesem Orden keine höhere geistliche Würde erlangen könne. Aber gerade das suchte Aloysius; denn er wollte keine Ehre, sondern nur Armut und Verachtung, wie Jesus. – Nun hatte der Vater alle Mittel erschöpft, um Aloysius vom Ordensstand abzuhalten.  Er wollte durchaus, dass sein Sohn die fürstliche Krone trage oder doch wenigstens eine hohe Stelle unter den Weltpriestern einnehme. Gott hatte diese Prüfung für Aloysius zugelassen, um ihn desto inniger an sich zu ziehen und sein Herz ganz von der Erde loszuschälen. &lt;br /&gt;
Mit größter Betrübnis brachte nun Aloysius seine Tage zu; sein einziger Trost war das Gebet und besonders die Andacht zu Maria, seiner lieben Mutter. Zu ihr, der Hochgebenedeiten, wendete er sich fortwährend und flehte um ihre Hilfe. Endlich wurde sein Flehen erhört. Eines Tages wandte er sich wieder zum Vater und bat ihn flehentlich, ihm doch seinen Wunsch zu gewähren. Zornig wies ihm der Vater die Türe. Da ging er traurig und niedergeschlagen auf sein Zimmer, verschloss die Tür, kniete sich vor einem Kruzifix nieder, entblößte seinen Rücken und geißelte sich bis aufs Blut, um sich dadurch zur Beharrlichkeit zu stärken. Während dessen hatte sein Vater, der krank war, den Stadtpräfekten abgeschickt, um zu sehen, was sein Sohn Aloysius treibe. Dieser fand die Zimmertür verriegelt und machte sich nun mit einem Dolch eine Öffnung in die Tür, um in das Zimmer sehen zu können. Er sah nun den heiligen Jüngling auf den Knien liegen, wie er unter einem Strom von Tränen seinen Leib mit der Geißel zerfleischte. Sogleich eilte er zum kranken Markgrafen und entdeckte ihm, was er gesehen. Dieser aber wollte es nicht glauben und sich daher selbst überzeugen. Er erhob sich vom Bett, ließ sich zur Tür hintragen und sah nun mit eigenen Augen das wundervolle Schauspiel. Jetzt aber war sein Herz erweicht; er ließ Aloysius zu sich rufen und sprach weinend zu ihm: „Mein Sohn! Du hast meinem Herzen eine tiefe Wunde geschlagen; ich liebe dich und deiner Frömmigkeit wegen liebte ich dich immer. Auch dich setzte ich alle meine Hoffnung. Da du aber sagst, Gott rufe dich anderswohin, so will ich dir nicht länger mehr widerstehen. Geh hin, mein Sohn, wo es dir beliebt; ich werde beten, dass du glücklich seiest.“ Wer war nun glücklicher als Aloysius! Innigst dankte er seinem Vater und in sein Zimmer zurückgekehrt, warf er sich nieder, dankte dort mit ausgestreckten Armen Gott für die erlangte Erlaubnis und weihte sich ihm zum beständigen Opfer!&lt;br /&gt;
Er wäre nun sogleich nach Rom geeilt, um in das Kollegium der Jesuiten, die von seinem Vorhaben schon wussten, einzutreten; allein zuvor musste er als Erstgeborener vom Kaiser die Erlaubnis erhalten, die Herrschaft an seinen Bruder Rudolph abtreten zu dürfen. Nachdem die  Erlaubnis des Kaisers eingetroffen war, verzichtete Aloysius im Jahr 1585 zu Mantua feierlich vor einer zahlreichen Versammlung von Fürsten auf das Fürstentum, alle Titel, Ehren, Würden, Schätze und Einkünfte zugunsten seines Bruders Rudolph. Während die Urkung vorgelesen wurde, weinte der Vater, Aloysius aber war so heitern Antlitzes, als hätte man ihm das kostbarste Geschenk gemacht. Alle Bedienten, Hausgenossen und Untertanen weinten, als sie vernahmen, dass Aloysius sie verlassen werde, er aber tröstete sie lächelnd und sprach: „Ich gestehe euch offen, dass ich nur nach der Himmelskrone strebe. Ich will meine Seele retten; tut auch ihr dasselbe.“ Nachdem er abgedankt hatte, zog er sich in sein Zimmer zurück, wo er das Ordenskleid mit himmlischer Freude anzog und Gott herzlich dankte, dass er ihm die Gnade gewährt, die heilige Armut von nun an auszuüben. &lt;br /&gt;
Des andern Tages nahm Aloysius herzlich Abschied von den geliebten Eltern. Er bat und erhielt ihren Segen und reiste dann nach Rom. Auf dem Wege dahin besuchte er den Wallfahrtsort unserer lieben Frau zu Loreto, wo er die hohe Himmelskönigin  mit glühender Andacht begrüßte und am 25. November 1585 hatte er endlich nach dreijährigem harten Kampf das Glück, in das Novizenhaus der Jesuiten von dem damaligen General Aquaviva aufgenommen zu werden. Nachdem er von seinen Begleitern rührenden Abschied genommen, führte ihn der Novizenmeister in seine Zelle. Da kniete er nieder und rief mit Dank gegen Gott, der ihn hierher geführt, jubelnd aus: „Hier ist der Ort meiner Ruhe, da will ich wohnen, weil ich ihn auserwählt habe.“&lt;br /&gt;
Er war jetzt noch nicht 18 Jahre alt, aber in der Vollkommenheit schon so weit vorgerückt, dass man ihn wie einen Heiligen ehrte. Er aber hielt sich für einen unwürdigen Sünder und den Niedrigsten im ganzen Haus. Die geringsten Dienste waren ihm die liebsten. Die Zellen und Gänge auskehren, in der Küche die Geschirre reinigen, die Betten machen, war seine Freude. Jedem, auch dem geringsten Bruder, wollte er dienen, und man konnte ihm keinen größeren Schmerz verursachen, als wenn man ihn loben oder ehren wollte. Es war ihm nicht genug, den Kranken in den Spitälern zu dienen, er nahm auch mit Freuden den Zwerchsack auf den Rücken und bettelte in den Straßen Roms von Tür zu Tür für die Armen. An den Festtagen sammelte er die Kinder um sich und erklärte ihnen den Katechismus. Die Armut liebte er so sehr, dass er sich immer weigerte, ein neues Kleid anzuziehen. Sein alter Talar und Mantel, seine geflickten Schuhe und Strümpfe waren ihm die liebsten Kleider. Die Abtötungen, welche er früher schon geübt, setzte er auch im Kloster fort. Seine Augen schlug er beständig zu Boden. Er kannte das Innere des Speisesaales nicht einmal, wo er doch alle Tage erschien, auch wusste er nicht, wie die Kapelle und die Altäre verziert waren, wo er betete. Beim Essen verkostete er zuvor keine Speise; er nahm mit der schlechtesten vorlieb und aß sehr wenig. Beständig fastete er. Niemals hörte man ihn ein Wort über weltliche Dinge reden, er redete wenig und von seiner Person gar nichts. &lt;br /&gt;
Das Gebet war seine Freude, sein Trost und Leben. Wie eine Bildsäule kniete er unbeweglich auf dem Boden und betrachtete Stunden lang das Leben oder Leiden Jesu, wobei er öfters himmlische Entzückungen hatte. Vor dem heiligsten Altarssakrament, das er täglich viermal besuchte, und oft empfing, vergoss er im Gebet immer Tränen. Mit zärtlicher Liebe hing er an seiner Mutter Maria, mit inniger Andacht verehrte er seinen heiligen Schutzengel, der ihn so oft wunderbar gerettet hatte. Niemand beobachtete die Klosterregel genauer als er, und gehorsam, wie ein Kind, folgte er blind der Leitung seiner Obern. Da der Pater Novizenmeister besorgte, sein beständiges Beten möchte seiner Gesundheit schaden, befahl er ihm, nach dem Essen noch eine halbe Stunde länger mit den Brüdernsich zu unterhalten. Der Vater Minister, der davon nichts wusste, gab ihm deshalb einen derben Verweis, dass er die Regel übertrete, und legte ihm als Buße auf, seinen Fehler öffentlich zu bekennen. Aloysius entschuldigte sich nicht und tat, wie ihm geheißen wurde. Als der Vorsteher nachher den wahren Bestand der Sache erfuhr, bewunderte er die Demut des heiligen Novizen und sein Stillschweigen, legte ihm aber, um ihm neue Gelegenheit zu geben, seine Verdienste zu vermehren, nochmals eine Buße auf, weil er geschwiegen hatte. Aloysius übernahm die Buße ohne Widerrede und freute sich, gedemütigt zu werden. &lt;br /&gt;
Sechs Wochen nach seiner Einkleidung erhielt er die Nachricht von dem Tod seines Vaters, den er nach Gott herzlich liebte und für dessen Heil er unablässig betete. Er ertrug den harten Schlag mit größter Standhaftigkeit und sein größter Trost war, zu hören, dass sein Vater in der letzten Zeit ein sehr erbauliches Leben geführt habe und gottselig gestorben sei. Er dankte Gott für diese Gnade und setzte mit gewohntem Eifer seine Übungen fort. Da er Priester werden sollte, musste er auch, wie es die Ordensregel vorschrieb, die nötigen Wissenschaften erlernen. Er tat dies auch mit dem größten Fleiß und unter beständiger Anrufung des heiligen Geistes. Hierauf erhielt er die vier niedern Weihen und gehörte nun dem geistlichen Stande an, dessen er sich auch durch ein heiliges Leeben würdig machen wollte. &lt;br /&gt;
Bereits hatte er seine arme Zelle überaus liebgewonnen, als er sie aus Gehorsam verlassen musste, um Frieden zu stiften. Sein Bruder Rudolph und der Herzog von Mantua hatten sich wegen einer Erbschaft entzweit. Ihre Feindschaft war groß. Niemand konnte sie versöhnen. Da schickte man Aloysius zu ihnen. Begleitet von einem tugendhaften Bruder, der auf seine Gesundheit Acht geben musste, kam Aloysius in das väterliche Schloss. Kaum hatten ihn die beiden streitenden Fürsten erblickt, als sie auch schon besänftigt waren und sich vollkommen versöhnten. Die größte Freude hatte die fromme Mutter, als sie ihren geliebten Sohn wiedersah; sie warf sich ihm zu Füßen und bat um seinen Segen. Aloysius hielt mit ihr heilige Unterredungen und entflammte ihr Herz zu noch größerer Liebe Gottes. Nachdem er noch mehrere Zwistigkeiten beigelegt und auch seinen Bruder Rudolph auf einen bessern Weg gebracht hatte, wollte er wieder heimkehren, musste sich aber auf Befehl seiner Obern nach Mailand begeben, wo die Luft für seine Gesundheit zuträglicher war, und dort seine Studien fortsetzen. Hier wurde ihm im Gebet geoffenbart, dass sein Lebensende nicht mehr ferne sei. Er vernahm es mit innigster Freude, und hatte nun kein anderes Verlangen mehr, als recht bald mit dem lieben Gott vereinigt zu werden.&lt;br /&gt;
Nach acht Monaten durfte er nach Rom zurückkehren, um da seine Studien zu vollenden. Er verlangte nun eine enge, dunkle Zelle zum Wohnort; ein Bett, ein hölzerner Stuhl und ein kleines Büchergestell war alles, was darinnen war. Hier lebte er immer im Gebet mit Gott vereinigt und beinahe beständig in heiligen Entzückungen vertieft. Öfters redete er von dem Glück, jung zu sterben, um eher mit Gott vereinigt zu werden. Dieses Glück sollte ihm auch bald zuteil werden.&lt;br /&gt;
Im Jahr 1591 brach in Rom die Pest aus. Die Jesuiten, in Werken der Liebe immer die Ersten, erbauten auf eigene Kosten ein Spital, um die armen Kranken aufnehmen und pflegen zu können. Da flehte der heilige Aloysius um die Gnade, bei der Pflege der Kranken auch mit dabei sein zu dürfen. Es wurde ihm erlaubt, und nun hättest du sehen sollen, mit welchem liebevollem Eifer sich der heilige, selbst kränkliche Jüngling der armen Kranken annahm. Er sammelte Brot und andere Speisen für sie, richtete ihnen die Arznei, wusch ihre Füße, machten ihre Betten, reinigte sie vom Unflat und ermahne sie beständig zur Geduld, zum Vertrauen und entflammte sie zur Reue und Liebe. Da manche Arme von der Pest ergriffen auf der Straße verlassen lagen, nahm sie Aloysius auf seinen Rücken und trug sie in das Spital, wo er Tag und Nacht an ihrem Bette blieb. Die Pest hatte schon mehrere Jesuiten ergriffen, welche das Opfer der Nächstenliebe starben; auch Aloysius wurde von diesem furchtbaren Übel befallen und aufs Krankenbett geworfen. – Seine Freude, nun bald zu Gott zu gelangen, war so groß, dass er befürchtete, Gott zu betrüben, wenn er den Tod so sehnlich herbeiwünsche. Doch Pater Bellarmin beruhigte ihn mit der Versicherung, dass man den Tod verlangen dürfe, um mit Gott vereinigt zu werden. Nun begehrte der heilige Jüngling die heilige Wegzehrung und letzte Ölung, welche er mit rührender Andacht empfing. Doch Gott wollte nicht, dass er an der Pest sterbe; das Übel verließ ihn, aber ein schleichendes Fieber blieb zurück, welches ihn in die äußerste Schwäche versetzte. Dessenungeachtet suchte er seine gewöhnlichen Abtötungen fortzusetzen. Um Mitternacht stand er ganz ermattet vom Bette auf und betrachtete vor einem Kruzifix das Leiden seines Heilands. Als der Krankenwärter dies bemerkte, wurde es ihm verboten, dafür nun betete er im Bett. Die Pillen und bittern getränke, welche ihm die Ärzte verschrieben, nahm er ohne Widerwillen und ganz langsam, um seinen Geschmack abzutöten. Trotz aller angewandten Mittel wurde er von Tag zu Tag schwächer  und nach dem Urteil der Ärzte konnte er nur mehr acht Tage leben. Da man wusste, dass ihn die Nachricht von seinem nahen Tod jedesmal sehr freue, so zeigte man ihm auch das Urteil der Ärzte an. Da wurde sein Antlitz vor Freude glühend und der Pater, welcher ihm die Nachricht gebracht hatte, musste mit ihm den Lobgesang „Te Deum laudamus“ anstimmen. Nachdem sie miteinander den himmlischen Gesang beendet hatten, trat ein anderer Pater in das Krankenzimmer. Von Freude wie trunken, rief Aloysius ihm entgegen: „Mein Pater! Wir gehen mit Freuden von hinnen!“ „Wohin?“, fragte der Pater. „In den Himmel! Zu Gott in den Himmel!“, rief Aloysius aus. Von jetzt an war er fast immer in der Anschauung himmlischer Freuden versunken, die ganze Nacht lag er in heiliger Entzückung da und wahrscheinlich wurde ihm da auch seine Todesstunde offenbart; denn er sagte nachher, dass er während der Fronleichnamsoktave sterben werde. Je näher aber der Todestag heranrückte, desto inniger wurde auch sein Verlangen, nur immer mit Gott vereinigt zu sein. Einen Pater, den er besonders lieb und dem er auch seine Todesstunde entdeckt hatte, bat er, dass er alle Tage abends mit ihm die sieben Bußpsalmen beten möchte. Der Pater versprach es und wenn er dann abends kam, legte er dem kranken Jüngling im Bett das Kreuz vor die Augen, kniete sich dann vor der Bettlade nieder und betete nun tiefgerührt mit dem heiligen, der unverwandt auf das Christusbild schaute und mit Tränen in den Augen die Lippen zum Gebet bewegte. &lt;br /&gt;
Die letzten drei Tage musste ein kleines Kruzifix immer auf seinem Herzen ruhen und der Rosenkranz um seinen Arm geschlungen sein. Immer betete er leise, und innige Seufzer entstiegen seiner Brust. Indessen war der Tag gekommen, an dem er sagte, dass er sterben werde. Es war mit ihm besser geworden und schon wollte man ihn auf ein nahes Landgut bringen, damit dort seine Gesundheit gänzlich hergestellt würde; er aber wiederholte mehrmals, dass er am folgenden Tage nicht mehr leben werde, und als ein Pater zu ihm sprach: „Mir tut es wehe, so bald von dir, mein lieber Aloysius, getrennt zu werden und ich wünsche herzlich, dass dich Gott bald von deinem Leiden befreie, erwiderte Aloysius rasch: „Diese Nacht werde ich sterben“, und diese Worte sprach er mehrmals. Den ganzen Tag brachte er in himmlischen Betrachtungen zu und nahm dann von allen Mitbrüdern den rührendsten Abschied. &lt;br /&gt;
Als der Papst Gregor XIV. Von dem nahen Tod des heiligen Aloysius gehört hatte, schickte er ihm seinen heiligen Segen und den päpstlichen Ablass. Aloysius hielt sich dieser Gnade nicht wert, obwohl sie ihm große Freude machte. Bald darauf verlangte er nochmals die heiligen Sterbesakramente. Begleitet von 150 Brüdern, welche alle den Heiligen sterben sehen wollten, brachte der Pater Rektor das heiligste Sakrament. Mit himmlischer Andacht empfing er den Leib des Herrn und fühlte sich dadurch so gestärkt, dass er alle Umstehende umarmen konnte; vor Rührung weinten alle und baten ihn um seine Fürbitte bei Gott. Als nach einer Stunde der Pater Provinzial ihn besuchte, bat er diesen um Erlaubnis, sich noch einmal geißeln zu dürfen oder von einem anderen gegeißelt zu werden und als ihm beides abgeschlagen wurde, verlangte er, man möchte ihn auf den bloßen mit Asche bestreuten Boden legen, damit er da sterbe. Auch dieses wurde ihm nicht gestattet. Nun brach die Nacht an; der Pater Rektor ließ alle sich entfernen; nur drei Brüder durften im Zimmer bleiben; denn man glaubte nicht, dass der Tod so nahe sei. Sie stellten das Licht in eine Ecke des Zimmers und verhielten sich ruhig; nur von Zeit zu Zeit traten sie zum Bett hin, um nach dem Kranken zu sehen. Bisweilen hörten sie ihn seufzen: „Herr, in deine Hände empfehle ich meinen Geist!“ Auf die Frage, ob er etwas verlange, antwortete er: „Wachet mit mir und stehet mir bei, denn ich werde sterben.“ Nach einer Weile fragten sie ihn wieder, ob er nichts wolle; mit schwacher Stimme sprach er: „Legt mich von der rechten auf die linke Seite.“ Da aber sein Antlitz schon leichenblass und mit Schweiß bedeckt war, getrauten sie sich nicht, seinen Willen zu tun, sondern einer der Patres beugte sich über ihn, zeigte ihm das Kreuz und sprach: „Du wünschest, wir sollen dich auf die andere Seite legen; aber wir fürchten, deinen Tod zu beschleunigen. Sei getrost, es ist der letzte Tropfen aus dem Leidenskelch, den der Herr dir zu trinken gibt. Siehe, auf welch harter Lagerstätte dein Erlöser für dich gestorben ist!“ Da blickte der sterbende Heilige das Kreuz starr an und ergab sich ruhig in den Willen des Herrn. Die drei Patres fingen nun an, für ihn zu beten, während Aloysius in der rechten Hand die geweihte Sterbekerze hielt, seine linke Hand auf dem Kreuz lag, das er am Hals trug, und seine Augen auf ein Kruzifix gerichtet waren. Aufmerksam hörte er dem Gebet zu, still und ruhig atmete er. Etwa eine Minute vor seinem Tod rief er mit vernehmbarer Stimme noch einige Male: „Jesus, Jesus!“ und – verschied. Es war nachts zwischen zehn und elf Uhr am 20. Juni 1591, als die reine Seele dieses heiligen Jünglings in den Himmel emporschwebte, um dort Gottes Angesicht zu schauen, wie Gott den Reinen verheißen hat. Er hatte nur ein Alter von 23 Jahren, drei Monaten und ddrei Tagen erreicht, aber in dieser kurzen Zeit auf der Bahn der Tugend wie ein Adler im schnellsten Fluge sich zu Gott erschwungen und die Siegeskrone erlangt, die ewig auf seinem Haupte prangen wird!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaum war der Heilige verschieden, als alle, die ihn lieb hatten, in das Zimmer sich drängten, um ihn zu sehen und von ihm eine Reliquie zu erhalten. Man teilte seine Kleider, seine Bücher und die wenigen Habseligkeiten, die er besaß, und bewahrte sie als kostbaren Schatz. Sein heiliger Leib wurde in der Kirche des Jesuitenkollegiums begraben, wo später, nachdem ihn der Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen, der Marchese Lanzelotti über sein Grab eine prachtvolle Kapelle erbauen ließ. Unzählbar sind die Wunder und Gnadengaben, welche durch die Fürbitte des heiligen Aloysius geschehen sind und erlangt wurden. Das größte Wunder ist aber dieses, dass Tausende von jungen Leuten durch das schöne Beispiel und durch die Verehrung des heiligen unschuldigen Jünglings Aloysius bewogen wurden, ihm im Wandel der Unschuld und jungfräulichen Keuschheit nachzufolgen, und noch immer werden durch die schöne und rührende Aloysiandacht Tausende zu einem gleichen Wandel bewogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Worin besteht die Aloysi-Andacht und wie wird sie gehalten&lt;br /&gt;
Diese Andacht besteht darin, dass diejenigen, welche den heiligen Aloysius lieben, verehren und nachahmen wollen, sechs Sonntage des Jahres sich auswählen, an diesen Tagen jedes Mal die heiligen Sakramente der Buße und des Altares mit reumütigem Herzen empfangen und nach Meinung des heiligen Vaters ein besonderes Gebet, welches in sechs Vater unser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater etc. Bestehen soll, verrichten.&lt;br /&gt;
Diese Andacht ist bald nach der Heiligsprechung des engelreinen Aloysius in Rom entstanden und hat sich schnell in die ganze Welt verbreitet, so dass es fast keine katholische Pfarrkirche mehr gibt, wo sie nicht gehalten wird. Willst du sie mit Nutzen für dein Seelenheil auch halten, so musst du&lt;br /&gt;
1.	eine rechte Absicht dabei haben, welche darin besteht, dass du verlangst und dir vornimmst, den heiligen Aloysius in seinem frommen Lebenswandel, besonders aber in treuer Beobachtung der standesmäßigen Keuschheit nachzuahmen. Deshalb kann auch jedermann, wes Standes und Alters er ist, diese Andacht mitmachen, weil alle, Ledige und Verheiratete, Hohe und Niedere zu einem keuschen und gottesfürchtigen Lebenswandel verpflichtet sind. Besonders aber ist diese schöne Andacht für die Jugend bestimmt. An dem heiligen Aloysius können Knaben und Mädchen, Jünglinge und Jungfrauen sehen, wie lieblich und herrlich die Schamhaftigkeit und Keuschheit ist und wie diese schöne Tugend bewahrt werden kann. Aber auch solche Personen, welche das Unglück hatten, ihre Unschuld zu verlieren, können und sollen diese Andacht halten, damit sie, vor dem Rückfall bewahrt werden, und wenn sie auch die Unschuld die heiligen Aloysius nicht mehr erreichen können, doch wenigstens seiner Bußfertigkeit nacheifern. &lt;br /&gt;
2.	Ferners sollst du jeden Sonntag eine remütige Beichte ablegen und dem Beichtvater sagen, dass du diese Andacht haltest, damit er dir die gehörige Belehrung geben kann.&lt;br /&gt;
3.	Empfange auch die heilige Kommunion mit inniger Andacht und mache dabei mit Jesus ein aufrichtiges Bündnis, dass du dich ihm ganz schenken, ihn über alles lieben, ihn mit gar keiner Sünde beleidigen willst. Dieses Bündnis erneuere die Woche hindurch öfters. &lt;br /&gt;
4.	Wohne am Sonntag dem Gottesdienst recht andächtig bei und besuche nachmittags das heiligste Sakrament in der Kirche; verrichte auch vor dem Bild des heiligen Aloysius eine besondere Andacht. Zu Hause lies die Lebensgeschichte des heiligen Aloysius oder ein anderes geistliches Buch.&lt;br /&gt;
5.	An jedem Sonntag nimm dir eine besondere Tugend des heiligen Aloysius zur Betrachtung und Nachahmung für die ganze Woche vor; z.B. für die erste Woche: sein Verlangen, nur Gott wohlzugefallen, oder seinen behutsamen Wandel vor Gottes Angesicht etc.; für die zweite Woche: seine Schamhaftigkeit, seine Wachsamkeit und Zurückgezogenheit; für die dritte: seine Demut und Bescheidenheit; für die vierte: seine Liebe zum Gebet und zur Betrachtung; für die fünfte: seine Liebe zur Abtötung und Buße; für die sechste: seinen Gehorsam, seine Nächstenliebe etc. Über eine jede dieser Tugenden mache dann alle Tage eine kurze Betrachtung und den Vorsatz, sie nach dem Beispiel des heiligen Aloysius sorgfältig auszuüben. Z.B. du betrachtest das Verlangen des heiligen Aloysius, nur Gott zu gefallen. Da bedenke, wie du nur für Gott da bist, wie du ihn verherrlichen, wie du nur ihm zu Liebe alles tun, tragen und dulden sollst etc. und nun nimm dir vor, dies die ganze Woche täglich zu üben. Deshalb mache öfters die gute Meinung, erhebe öfters dein Herz zu Gott und seufze: O Jesu, alles dir zu Liebe; o Jesus, dir allein will ich gefallen; o Jesus, was du willst; o Jesus, nimm mein Herz etc. So sollst du es mit jeder Tugend machen und dabei den heiligen Aloysius anflehen, dass er dir beistehe, sie ausüben zu können. Diese Nachahmung der Tugenden des heiligen Aloysius ist die Hauptsache und bringt den größten Nutzen. &lt;br /&gt;
6.	An jedem Sonntag bete dann nach der Kommunion oder auch nachmittags recht andächtig die sechs Vater unser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater zum Andenken an die sechs Jahre, welche der heilige Aloysius so gottselig im Kloster zugebracht hat. Papst Klemens XII. Hat allen, welche diese Andacht halten, für jeden Sonntag einen vollkommenen Ablass verliehen, um dadurch zur größeren Verehrung und Nachahmung des heiligen Aloysius aufzumuntern. &lt;br /&gt;
Du kannst dieseschöne Andacht zu jeder Jahreszeit halten; gewöhnlich aber wählt man die Zeit vor oder nach dem Fest des heiligen Aloysius. Aber auch im Jahre hindurch sollst du dich bestreben, dem heiligen Aloysius nachzuleben, und ihn recht oft um seine Fürbitte anrufen. – Christliche Seele, du möchtest gewiss auch der Herrlichkeit und Seligkeit des englischen Jünglings Aloysius teilhaftig werden; so folge ihm nur nach; hat er es vermocht, fromm und rein zu leben und selig zu sterben, wirst es auch du vermögen. Allerdings kostet es Mühe und Kampf, aber die herrliche Krone, welche du danach erringst, ist alles wert! Willst du diese Krone nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angelobungsgebet, welches man während der Andacht und sonst öfters verrichten soll&lt;br /&gt;
Heiliger Aloysius, englischer Jüngling! Ich erwähle dich heute und allezeit zu meinem besonderen Beschützer in der standesmäßigen Reinigkeit und nehme mir fest und unverbrüchlich vor, mein ganzes Leben dich allzeit zu ehren und zu lieben. Ich bitte dich, nimm mich auf zu deinem beständigen Pflegekind; stehe mir bei in all meinem Tun und Lassen, besonders aber in Bewahrung der Reinigkeit des Leibes und der Seele und verlass mich nicht in der Stunde meines Todes. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2763</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2763"/>
		<updated>2009-02-17T13:46:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit soll hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Petrus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Petrus&amp;diff=2762</id>
		<title>Petrus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Petrus&amp;diff=2762"/>
		<updated>2009-02-17T13:46:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; ist in diesem Sinne nicht ein Name, sondern ein [[Amt]]. Das Amt des Ersten Hirten der [[Kirche Jesu]]!  Was dieser fügt hat die Herde zu folgen. Was dieser löst auf Erden, ist gelöst im Himmel! Ebenso wird es sein, was dieser Petrus bindet! Es wird gebunden sein im Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Binden&#039;&#039;&#039;: z.B. die Weihen (&#039;&#039;Priester-; Ordens-; Ehe usw.&#039;&#039;); Ablässe, usw.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lösen&#039;&#039;&#039; : z.B. die Sünden, falsche Versprechen oder falsche Gelöbnisse, etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet auch, dass der [[Papst]] das Recht hat, zu ändern - streichen - hinzuzufügen! Das tut er immer besonnen, in der Ausübung des Lehramtes etc. unfehlbar! Der Papst hört dazu immer eine qualifizierte Mehrheit von Bischöfen an. Und was dieser Petrus euch sagt, das tut!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die sich gegen dieses Amt des Petrus (&#039;&#039;= Papst&#039;&#039;) wenden, wenden sich auch somit gegen den Willen Jesu Christi - gegen Gott!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; ist damit der Stellvertreter Jesu Christi auf Erden. Also der erste Mensch auf Erden, der die Interessen Gottes laut verkündet = das Evangelium und alle Lehrmeinungen und Glaubensausrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;= Papst&#039;&#039;) wird deswegen auch &#039;&#039;&#039;Heiliger Vater&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Seine Heiligkeit&#039;&#039;) genannt. Nicht der Mensch, der das Amt inne hat, sondern das Petrusamt macht ihm zum Heiligen Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der heilige Apostelfürst Petrus. Jahr 65 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 29. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Rom, der Metropole der Christenheit, ziehen am heutigen Tage viele Tausende von frommen Pilgern aus allen Gegenden der Erde, um am Grab eines armen Fischers zu beten und daselbst Gott zu danken für die vielen Wohltaten, die er durch die Hände dieses Fischers der Menschheit verliehen hat. Dieser arme Fischer ist kein anderer als – der heilige Petrus, der Fürst der Apostel, das erste Oberhaupt und der Grundstein der heiligen katholischen Kirche. &lt;br /&gt;
Er wurde zu Betsaida, einem kleinen Flecken am See Genesareth in Galiläa geboren. Sein Vater hieß Jonas, sein Bruder Andreas, er selbst hieß, vor seinem Berufe zum Apostel, Simon. Zuerst trieb er, wie sein Vater, in Betsaida das Fischerhandwerk; dann zog er von da weg nach Kapharnaum, einer Stadt, ebenfalls am See Genesareth und heiratete dort. Sein Bruder Andreas folgte ihm und beide trieben an den Ufern des fischreichen Sees ihr Gewerbe und dienten dabei in aller Einfalt nach dem Gesetz Mosis ihrem Gott und Herrn. Wie alle frommen Juden warteten auch sie mit heißer Sehnsucht auf den Messias und als sie hörten, dass ein mächtiger Prophet am Fluß Jordan sich zeige, nämlich der heilige Johannes, und Buße predigte, ließen sie sich unter seine Jünger aufnehmen. &lt;br /&gt;
Johannes der Täufer hatte aber das Zeugnis abgelegt, dass er der Messias nicht sei und verwies seine Jünger auf Jesus, den er am Fluß Jordan getauft hatte, indem er zu ihnen sprach: „Sehet, dieser ist das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt.“ Kaum hatte Andreas dies gehört, so eilte er voll Verlangen zu Jesus und blieb bei ihm die ganze Nacht. Aus den Unterredungen, welche er mit dem Heiland hielt, überzeugte er sich, dass er Christus, der Erlöser sei und machte sich frühmorgens sogleich auf, seinem Bruder Simon zu sagen, dass er den Messias gefunden habe. Simon, voll Freude hierüber, ging sogleich mit seinem Bruder zu Jesus, um sein heiliges Wort zu hören. Kaum hatte ihn der Heiland erblickt, so nannte er ihn sogleich bei seinem Namen, und veränderte denselben in Kephas, was so viel als „Petrus“, „Fels“ heißt. Beide Brüder blieben nun einige Zeit bei dem Heiland, ließen sich von ihm unterrichten, und kehrten dann wieder mit dem Entschluss, ihn öfters zu besuchen, zu ihrem Gewerbe zurück. &lt;br /&gt;
Eines Tages, da sie gerade nach der Arbeit ihre Netze auswuschen, um sie dann zu trocknen, kam Jesus zu ihnen, begleitet von einer Menge Volkes, das ihn hören wollte. Jesus wollte dem Gedränge ausweichen, stieg in das Schifflein des Petrus und predigte von da aus dem Volke, welches am Ufer stand. Nach der Predigt befahl Jesus dem Petrus, mit dem Schifflein in den See zu fahren und sein Netz nochmal auszuwerfen. Petrus hatte zwar die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber voll Vertrauen auf den Heiland warf er in dessen heiligstem Namen das Netz aus und siehe da, er fing eine solche Menge Fische, dass nicht bloß sein Schifflein, sondern auch das der beiden Gewerbsgenossen Jakobus und Johannes, welche in ihrer Nähe fischten, voll wurden. &lt;br /&gt;
Petrus, ganz bestürzt über dieses Wunder, warf sich in tiefster Demut vor die Füße Jesu und rief aus: „Herr, gehe weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch.“ Er hielt sich nämlich einer so hohen Gnade, die ihm der Heiland erwies, nicht würdig; allein dieser sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fischen“; er wollte nämlich zu ihm sagen: Von nun an wirst du durch Predigten in meinem Namen die Menschen bekehren und sie für das Reich Gottes gewinnen. Jetzt folgten Petrus und Andreas dem Heiland für immer nach. Sie ließen ihre Schiffe und Netze zurück, ja der heilige Petrus verließ auch sein Weib und blieb bei Jesus bis zu dessen Tode. Der Heiland hatte ihn mit der Allgewalt seiner Liebe an sich gezogen: Petrus konnte diesem Zuge nicht widerstehen und so gab er alles, was er besaß, sich selbst dem Heiland hin, um dafür alles, nämlich Gott und den Himmel zu gewinnen. O wenn dich, christliche Seele, der Herr mit seiner Gnade zieht, wenn er dich ruft, wenn er an dein Herz klopft, folge ihm ohne Zaudern; du wirst unbegreifliche Schätze des Trostes, des Friedens, der Seligkeit finden! &lt;br /&gt;
Im Jahre 31 bald nach dem Osterfest zog sich Jesus auf einen Berg zurück und betete dort die ganze Nacht. Früh morgens berief er seine Jünger, deren schon eine große Zahl war, und wählte dann aus ihnen 12, die er Apostel, d.h. Boten, Gesandte, nannte. Der erste, auf welchen seine Wahl fiel, war Simon Petrus. Hieraus und aus noch anderen Stellen der heiligen Schrift geht hervor, dass Petrus von dem Heiland besonders ausgezeichnet und an die Spitze der Apostel gestellt wurde. Daher nennen die heiligen Evangelisten, wenn sie die Apostel aufzählen, immer den heiligen Petrus zuerst, ja der heilige Matthäus nennt ihn ausdrücklich „den Ersten“. Wenn Jesus mit den Aposteln redete, so richtete er gewöhnlich das Wort an Petrus, und Petrus antwortete im Namen aller. Petrus war also schon zur Zeit Jesu das Haupt der Apostel und Jünger des Herrn, wie er nachher das Haupt der ganzen Kirche wurde. &lt;br /&gt;
Warum aber hat der göttliche Heiland den Petrus so ausgezeichnet? Wegen seines Glaubens, seiner Liebe und seines brennenden Eifers für das Heil der Seelen. Petrus hatte ein feuriges Gemüt: er liebte Jesus über alles und wenn es darauf ankam, ihm seine Liebe zu zeigen, war er gewiss der Erste. Als Christus einst in der Wüste bei Betsaida 5000 Mann mit einigen Gerstenbroten und zwei Fischen gespeist hatte, und nun das Volk nicht mehr von ihm weichen wollte, da zog er sich auf einen Berg zurück, seinen Jüngern aber befahl er am Abend über den See Genesareth nach Kapharnaum zu fahren. Die Jünger gehorchten, bestiegen ein Schiff und fuhren ab. Es war bereits Nacht geworden, der Wind war ihnen entgegen und sie konnten nur mit Mühe weiter kommen. Um Mitternacht, da sie eine Stunde weit gekommen waren, kam Jesus auf dem Wasser wandelnd zu ihnen. Als sie ihn sahen, glaubten sie, es sei ein Gespenst und fürchteten sich; aber als er ihnen zurief: „Fürchtet euch nicht, ich bin’s“, da konnte sich Petrus nicht mehr halten; er rief dem Heiland zu: „Herr, wenn du es bist, so heiße mich zu dir kommen auf dem Wasser“. Dem Herrn gefiel diese Liebe und er sprach: „Komm!“ Sogleich verließ Petrus das Schiff und ging auf dem Wasser Jesum entgegen. Da aber der Wind heftig wehte, fürchtete sich Petrus; in diesem Augenblick fing er an zu sinken; Jesus aber ergriff ihn und sprach: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt.“ - &lt;br /&gt;
Petrus hatte eine feurige Liebe zu Jesus, mit dieser Liebe glaubte er alles wagen zu dürfen, aber er vergaß dabei einen sehr wichtigen Punkt, nämlich die Demut. Er dachte nicht an seine Schwäche und gab sich deshalb auch nicht mit vollem, ganzem Vertrauen dem Heiland hin, daher ließ ihn dieser sinken, um ihn zu mahnen, wie wenig der Mensch ohne die Hilfe des Herrn vermag! Christliche Seele, wenn nun der liebentflammte, glaubensstarke Petrus in Furcht geriet und sank, wie wenig darfst du dir trauen, wie sehr hast du Ursache, nie dein Auge von Jesus wegzuwenden! &lt;br /&gt;
Jesus verwies dem Petrus seinen Kleinglauben, bald aber machte dieser den Fehler wieder gut. Als nämlich der Heiland mit den Jüngern über den See gefahren war, ging er morgens in die Synagoge, d.h. Lehrschule, von Kapharnaum. Das Volk war ihm auch dahin nachgefolgt. Hier redete nun Jesus von der Himmelsspeise, welche er den Gläubigen geben werde, und die Speise sei keine andere als sein eigen Fleisch und Blut, das müssten sie genießen, wenn sie das ewige Leben haben wollten. Er redete also hier vom heiligsten Altarssakrament. Wie das die Juden hörten, murrten sie und wollten es nicht glauben, aber Jesus beteuerte es wiederholt und sprach: „Wahrlich, wahrlich sag’ ich euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben.“ Als nun seine Jünger dies hörten, wollten viele von ihnen es auch nicht glauben, gingen weg von Jesus und wandelten nicht mehr mit ihm. Da nun der Heiland dieses sah, wandte er sich zu den Aposteln und fragte sie: „Wollt auch ihr weggehen?“ Sogleich aber erhob der heilige Petrus seine Stimme und sprach: „Herr, zu wem sollen wir dann gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist Christus, der Sohn Gottes.“&lt;br /&gt;
Petrus bezweifelte nicht mehr die Worte und die Macht Christi; er war überzeugt, dass der, welcher auf dem Wasser gewandelt und ihn vom Versinken gerettet hat, auch die Macht hat, sein heiliges Fleisch und Blut zur Speise geben zu können. Noch heller aber glänzte sein Glaube bei einer anderen Gelegenheit und groß war der Lohn, der ihm dafür geworden.&lt;br /&gt;
Bereits waren zum dritten Mal die Ostertage gekommen, seitdem Jesus sein Lehramt angetreten hatte. Er wanderte gerade mit seinen Aposteln durch die Dörfer von Cäsarea Philippi, als er auf dem Wege still stand und seine Apostel also fragte: „Wofür halten wohl die Leute den Menschensohn?“ Sie antworteten: „Einige halten dich für Johannes den Täufer, andere für Elias, wieder andere für Jeremias oder einen aus den Propheten.“ Da fragte Jesus weiter: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Jetzt öffnete wieder Petrus im Namen aller seinen Mund und sprach: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Auf dieses herrliche Bekenntnis hin sprach Jesus die feierlichen Worte zu Petrus. „Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas; denn nicht Fleisch und Blut hat dir dies geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist. Und ich sage dir, du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein; und was du lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gelöset sein.“&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten machte der göttliche Heiland den Petrus, wegen seines herrlichen Bekenntnisses zum Grundstein seiner Kirche, d.h. der sichtbaren Gemeinde aller rechtgläubigen Christen auf Erden mit den Bischöfen und Priestern. Wie auf dem Grunde das Gebäude ruht, so soll auf dem Glauben und dem Bekenntnis des heiligen Petrus und aller seiner Nachfolger die ganze Kirche ruhen. An diesem Felsengrund sollen alle Mächte der Hölle zerschellen; alle Feinde der Kirche sollen ihr nichts anhaben können, weil sie auf einem unerschütterlichen Felsen gebaut ist, nämlich auf Petrus und seine Nachfolger, die Päpste. &lt;br /&gt;
Es haben die Irr- und Ungläubigen aller Zeit dies zwar geleugnet und leugnen es noch; allein die Wahrheit dessen, was Jesus zu Petrus gesagt hat und wie dieselbe von der katholischen Kirche erklärt wird, bestätigt die Geschichte von mehr als 1800 Jahren. Gegen Petrus, den ersten Papst, und alle seine Nachfolger haben Kaiser, Könige und Fürsten, haben Ketzer und Ungläubige sich erhoben, mehr als 30 Päpste wurden sogar ermordet, aber die Feinde alle haben dagegen nichts vermocht; wie Wasserwellen in einem Felsen sind sie zerschellt und verschwunden, der Papst aber leitet noch die Kirche, Petrus lebt noch fort in ihm und die katholische Kirche steht noch immer da in ihrer alten Herrlichkeit!&lt;br /&gt;
O christliche Seele, welch ein Glück ist es für dich, dass auch du zu dieser heiligen katholischen Kirche gehörst, welche auf den Felsen Petrus gegründet ist! O lasse dich nicht irre machen, wenn du über den Papst schmähen hörst, alles Schmähen, alles Wüten hilft den Feinden der Kirche nicht; denn fest stehen die Worte und bleiben werden sie in Ewigkeit!&lt;br /&gt;
So wie aber Jesus den Petrus zum Grundstein, zum Felsen seiner Kirche gesetzt hat, damit durch ihn die ganze Gemeinde der Rechtgläubigen auf Erden in einem, wahren Glauben an Jesus, den Sohn Gottes, zusammengehalten werde; so machte er ihn auch zum Oberhaupt der ganzen Kirche, zu seinem Stellvertreter, indem er zu ihm sagte: „Dir will ich geben die Schlüssel des Himmelreiches“. &lt;br /&gt;
Es werden zwar in der heiligen Schrift auch die übrigen Apostel Säulen und Grundfesten genannt (Off 21,14; Gal 2,9) und auch ihnen wird von Christus die Gewalt gegeben, zu binden und zu lösen (Joh 20,24); allein die Apostel sind nur in dem Sinne Grundsteine, als sie die Gründer des Christentums unter den einzelnen Völkern sind, und Säulen, als sie das ganze Gebäude der Kirche tragen helfen. Petrus allein ist der Fels, auf welchem die ersten Grundsteine, die Apostel und ihre Nachfolger, die Bischöfe, die Gewalt zu binden und zu lösen, die Gläubigen zu leiten, die Sünden zu erlassen oder nicht zu erlassen, zu lehren und zu urteilen, in die Kirche aufzunehmen oder nicht aufzunehmen oder davon auszuschließen usw. ; allein Christus hat ihnen diese Gewalt später und erst dann gegeben, als er zuerst auf feierliche Weise dem Petrus allein und in ihrer Gegenwart diese Gewalt gegeben hatte. Offenbar wollte Christus dadurch den Petrus auszeichnen, ihm einen Vorrang vor den übrigen Aposteln geben, und dieselben anweisen, dass sie nur in Vereinigung mit dem Oberhaupt der Kirche ihre göttliche Gewalt ausüben dürfen. &lt;br /&gt;
So hat also Jesus das feierliche Bekenntnis des hl. Petrus mit der obersten Würde in seiner Kirche belohnt, aber leider kannst du es auch sehen, wie selbst die höchste Stelle den Menschen nicht vor dem Falle schützt, wie auch ein Mann von felsenfestem Glauben Gott untreu werden und wie selbst die höchste Liebe plötzlich erkalten kann!&lt;br /&gt;
In der feierlichen Abschiedsrede, welche der göttliche Heiland beim letzten Abendmahl hielt, sagte er den Aposteln auch vorher, dass er in den Kreuztod gehen werde. Der heilige Petrus, wie immer, so auch hier voll Eifer, sprach zu Jesus: „Ich will mein Leben für dich lassen.“ Allein Jesus antwortete ihm: „Du willst dein Leben für mich geben? Wahrlich, wahrlich, sag ich dir, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“&lt;br /&gt;
Der Heiland blickte dem liebeseifrigen Petrus in das Herz; er sah darin noch viel eitles Selbstvertrauen; darum warnte er ihn; allein dieser wollte es nicht glauben; sein untergeordneter Eifer hatte ihn verblendet; er unterließ zu wachen und zu beten, wie doch der Herr gemahnt hatte, er setzte sich unbesonnen der bösen Gelegenheit aus – und tat einen tiefen Fall! Er verließ den göttlikchen Heiland, dem er doch bis in den Tod folgen wollte und den er wirklich auf dem Ölberg mit dem Schwert zu verteidigen gesucht hatte, und verleugnete ihn sogar dreimal! Eine gemeine Dienstmagd brachte ihn, den Felsenmann, zur Verleugnung seines Herrn und Meisters!&lt;br /&gt;
Wird dir hier, lieber Leser, nicht bange um das Herz? – Wenn ein heiliger Petrus trotz der Warnung doch so tief fallen kann , weil er auf sich selbst vertraut, nicht wacht, nicht betet und der Gelegenheit nicht ausweicht, wie wird es dir ergehen mit deiner Schwäche, wenn die Versuchung naht und du nicht betest, wachest, fliehest und, dir misstrauend, nur auf den Herrn vertraust? Wie wird es dir ergehen, wenn du der Versuchung nicht gleich anfangs widerstehest, und wenn du gefehlt hast, nicht gleich in Reue dich vom Falle erhebest?! Siehe, der heilige Petrus betet nicht, das ist sein erster Fehler; er wacht nicht über sein Herz, er besinnt sich nicht und denkt nicht an seine Schwäche, das ist sein zweiter Fehler; er verlässt Jesum, das ist sein dritter Fehler; er getraut sich, im Vorhof des Palastes unter die Soldaten sich zu mengen, das war der vierte Fehler; nun verleugnet er seinen Heiland zum ersten Mal, er besinnt sich nicht, denkt nicht nach, was er getan, flieht die Gefahr nicht und verleugnet ihn zum zweiten und dritten Mal; ja er schwört sogar und spricht verächtlich: „Ich kenne diesen Menschen gar nicht!“ – Den, welchen er den Sohn Gottes genannt hat, nennt er einen Menschen, welchen er gar nicht kenne! So fiel nun Petrus von einer Sünde in die andere, immer tiefer und tiefer: wird es dir nicht auch so ergehen, wenn du dich nicht fürchtest, nicht wachst, betest, fliehst und auf den Herrn vertraust, wenn du nicht widerstehst, und gefallen, sogleich zu Gott in Reue dich wendest? &lt;br /&gt;
Die Vorhersagung des Heilands hatte sich erfüllt, ehe der Hahn krähte, also vor Anbruch des Tages, hatte er die dreimalige Verleugnung vollbracht. Doch derjenige, sagt der heilige Hieronymus, welchen Jesus, das Licht der Welt, angeschaut, konnte in den Finsternissen der Verleugnung nicht verharren. In dem Augenblick nämlich, wo ein Vetter des Malchus, welchem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sprach: „Hab’ ich dich nicht im Garten gesehen?“, trat Jesus aus dem Saal des Kaiphas, wo er verhört wurde, heraus, wandte sich um auf die Seite, wo Petrus stand, und blickte ihn an. Dieser Blick traf wie der Blitz sein Herz; er erinnerte sich jetzt mit einem Male an das Wort des Herrn: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“; die Augen gingen ihm auf; er erkannte nun seine Untreue und seine Vermessenheit; er flieht jetzt die böse Gesellschaft, lässt sich das Tor öffnen, geht hinaus in die dunkle Nacht, verhüllt sein Angesicht im Mantel und weint bitterlich. Das Dunkel der Nacht konnte seine Scham nicht genug verbergen, er verhüllt auch noch sein Haupt in sein Gewand! Tränen, bittere Tränen der Reue weint er jetzt über seine Sünden, und die Legende erzählt, dass er bis zu seinem Tod nicht aufhörte, seinen Fall zu beweinen, so dass die Tränen zwei wunde Furchen in seine abgehärmten Wangen gruben. So oft er einen Hahn krähen hörte, flossen die Tränen aufs Neue, daher er auch öfters abgebildet wird sitzend auf einem Stein, mit Tränen in den Augen, einen Hahn an seiner Seite. – So große Reue, solch bittere Bußtränen erwarben ihm wieder die Gnade seines Herrn und Meisters. Er hatte nicht gegen den heiligen Geist, sondern nur gegen den Menschensohn, wie sich der Heiland öfters nannte, gesündigt, darum erhielt er auch Vergebung seiner Missetat. Weil er von nun an allen Hochmut fahren ließ, weil er sich auf das Tiefste demütigte, so hob ihn auch Jesus, dessen Auge auf die Demütigen sieht, wieder zu sich empor; ja er nahm ihm die frühere Auszeichnung und Würde nicht, sondern bestätigte dieselbe noch auf eine ganz besondere Weise. Nach der Auferstehung hatte Petrus unter den Aposteln allein das Glück, den Heiland allein zu sehen und mit ihm zu reden, ein Zeichen, dass er ihm vollkommen vergeben habe. Bald darauf kehrte er nach Galiläa in seine Heimat zurück und trieb wieder sein Fischerhandwerk, um sich seinen Lebensunterhalt zu verschaffen; denn bisher hatte der Heiland selbst für ihn gesorgt, ja sogar die Steuer für ihn bezahlt. &lt;br /&gt;
Eines Abends ging er mit dem Apostel Thomas, den beiden Brüdern Johannes und Jakobus und drei anderen Jüngern auf den Fischfang aus, fing aber die ganze Nacht kein Fischlein. Am Morgen stand Jesus am Ufer des Sees; sie aber kannten ihn nicht. Er rief ihnen zu, ob sie nicht zu essen hätten und da sie es verneinten, sprach er zu ihnen: „Werft das Netz zur Rechten aus, so werdet ihr etwas fangen.“ Sie warfen es aus und konnten es nun vor Menge der Fische nicht ziehen. Jetzt erkannte Johannes den Herrn und sprach zu Petrus: „Der Herr ist’s!“ Kaum hatte dies Petrus gehört, so zog er schnell sein Kleid an, schnallte einen Gürtel um, stürzte sich in das Wasser und schwamm an das Ufer. Als sie an’s Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, einen Fisch darauf und Brot. Jesus lud nun alle zum Mahl ein. Als nun das Mahl geendet war, wollte der Heiland dem Petrus eine Prüfung auflegen. Sein Glauben, sein Vertrauen war schon geprüft, jetzt sollte auch seine Liebe geprüft werden. In Gegenwart der Apostel und Jünger, die beim Fischzug waren, fragte ihn Jesus feierlich: „Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese?“ Petrus antwortete in aller Demut: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Jesus erwiderte: „Weide meine Lämmer.“ Wieder fragt ihn der Herr: „Simon, Jonas Sohn, liebst du mich?“ Petrus antwortete: „Ja, Herr, du weißt, wie ich dich lieb habe.“ Da sprach Jesus: „Weide meine Lämmer.“ Zum dritten Mal fragte ihn der Herr: „Simon, Jonas Sohn, liebst du mich?“ Da wurde Petrus traurig, er erinnerte sich seiner dreimaligen Verleugnung und tief gedemütigt erwiderte er: „Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.“ Jesus sprach nun: „So weide meine Schafe.“ Nachdem nun Petrus seinen tiefen Fall durch ebenso tiefe Reue und durch die dreimalige Versicherung der Liebe wieder gut gemacht hatte, hob ihn Jesus wieder empor und verlieh ihm die Gewalt, die Lämmer und Schafe, d.h. Jung und Alt, Hoch und Nieder, die Gläubigen und Vorsteher der Kirche, die Bischöfe, als oberster Hirt zu leiten, zu regieren, mit dem Brot der wahren Lehre zu nähren, vor Feinden zu schützen und in Einigkeit zu erhalten. Damit ja kein Zweifel entstehe, dass Petrus diese Gewalt habe, setzte ihn Jesus dreimal zum Oberhaupt ein. Das erste Mal, als er ihn am Jordan durch seinen Bruder zu sich rief, und seinen Namen „Simon“ in „Petrus“ verwandelte. Das zweite Mal, als Petrus auf der Ebene von Cäsarea Philippi die Gottheit Jesu bekannte und das dritte Mal, als der Heiland zu ihm sprach: „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe.“&lt;br /&gt;
Von nun an steht Petrus immer an der Spitze der Apostel; er ist gleichsam ihr Mund, durch welchen sie sprechen, er ist der Mittelpunkt, um welchen sie sich sammeln und felsenfest im Glauben übt er sein hohes Amt bis zum Tode, ohne je mehr zu wanken. Da könntest hier, lieber Leser, fragen, warum der göttliche Heiland gerade den Petrus, der ihn doch dreimal verleugnete, zum Oberhaupt seiner Kirche gesetzt hat, und nicht den unschuldigen heiligen Johannes, nicht den Andreas oder einen anderen Apostel, die doch nicht so tief gefallen sind? Darauf antworte ich dir: „Dies tat Jesus nicht bloß zum Trost für die wahrhaft reumütigen, bußfertigen Sünder, damit sie erkennen, welch hohen Wert die aufrichtige Buße eines Sünders in den Augen Gottes hat; auch tat es Jesus nicht bloß, weil Petrus einen so großen Feuereifer, so großen Glauben und eine so flammende Liebe hatte, sondern ganz besonders tat er es, um uns im Glauben zu stärken. Denn Jesus sah voraus, dass unter den Nachfolgern des Petrus auf dem päpstlichen Stuhl so manche sich befinden werden, welche dem Petrus in der Sünde nachfolgen und ihrer hohen Würde gemäß nicht leben werden. Deshalb setzte er den Sünder und Büßer Petrus zum ersten Papst, damit die Gläubigen nicht irre und wankend werden im Glauben, wenn sie sehen, dass auch Päpste in Sünden fallen. Vor dem Fall schützt keine Würde und wenn auch der Papst den Namen „heiligster Vater“ hat, so will das nicht sagen, dass er ein vollendeter Heiliger sei und keine Sünde begehen könne, sondern dass seine Würde die heiligste ist und er vor allem nach Heiligkeit streben müsse. – Der Papst ist nur der Stellvertreter Christi auf Erden; er übt nur im Namen des Herrn seine Vollmacht aus; Christus ist es, der durch den Papst die Kirche regiert und sie nie verlässt. Wenn der Papst in eine Sünde fällt, so fällt er dem Gericht Gottes anheim, wie ein anderer Mensch; die Kirche wird davon nicht befleckt, und fällt nicht mit ihm; denn Christus hält und regiert sie durch seinen heiligen Geist. Daher sehen wir, dass die Kirche auch unter sündhaften Päpsten dennoch bestanden und sich ausgebreitet hat und was noch wunderbarer ist, dass auch diese bösen Päpste im Glauben nicht gewankt und geirrt haben, sondern immer dem Bekenntnis des heiligen Petrus treu geblieben sind! – &lt;br /&gt;
Das hohe Amt, welches Christus dem Petrus anvertraut hatte, übte er nun nach dessen Himmelfahrt auch aus. Als die Apostel zu Jerusalem sich versammelten, um statt des Verräters Judas einen anderen Apostel zu wählen, war es Petrus, der den Vorschlag hierzu machte und die Wahl leitete. Er war auch der Erste, der am Pfingstfest, nach Empfang des heiligen Geistes, den zahlreich versammelten Juden öffentlich predigte und 3000 auf einmal bekehrte. Er war auch der Erste, der seine Predigten durch große Wunder bekräftigte. So heilte er einen lahmen Bettler an der Pforte des Tempels auf der Stelle im Namen Jesu; einem Mann, der acht Jahre gichtbrüchig war, gab er die Gesundheit; eine verstorbene, fromme Witwe, mit Namen Tabitha, erweckte er vom Tode, und so groß war die Wunderkraft, welche Gott ihm verlieh, dass die Kranken durch seinen bloßen Schatten gesund wurden. Da seine Predigten, von diesen Wundern begleitet, zahlreiche Bekehrungen bewirkten, so verfolgten ihn deshalb die Juden, verboten ihm das Predigen, und da er darin nicht nachließ, warfen sie ihn in das Gefängnis und geißelten ihn. Allein er ließ sich nicht abhalten, Christum den Gekreuzigten und Auferstandenen zu predigen und war auch der Erste, der den Heiden die Tür zur Kirche öffnete, indem er den heidnischen Hauptmann Kornelius mit seinem ganzen Haus bekehrte und taufte. &lt;br /&gt;
Da auch die übrigen Apostel nicht müßig waren, das Evangelium zu verkünden, so bildeten sich aus Juden und Heiden nach und nach christliche Gemeinden inner- und außerhalb Judäas. Eine der größten Gemeinde befand sich zu Antiochia, der Hauptstadt Syriens, welche damals den ersten Rang im Morgenland behauptete. Hierher begab sich nun der heilige Petrus um das Jahr 36 nach Christi Geburt und schlug daselbst seinen Sitz auf. Durch seine eifervollen Predigten und großen Wunder, die er auch hier wirkte, bekehrten sich eine Menge Heiden und die Gemeinde wurde bald so berühmt, dass die Gläubigen dieser Stadt zuerst Christen genannt wurden. Sieben Jahre lang verweilte Petrus in dieser Stadt, aber nicht die ganze Zeit, sondern er wanderte von da aus in die umliegenden Länder und verkündete dort den Völkern das heilige Evangelium. Auch ging er im Jahr 37 nach Jerusalem, um dort die Christengemeinde zu besuchen und kam da mit dem heiligen Paulus zusammen, der 15 Tage bei ihm verblieb. &lt;br /&gt;
Nachdem der heilige Petrus wie ein fleißiger Sämann überall den Samen des göttlichen Wortes im Morgenland in die Herzen derjenigen, welche guten Willens waren, gestreut und dem Teufel Tausende von Seelen entrissen hatte, unternahm er es, den Geist der Lüge und des Truges in jener Stadt zu bekämpfen, wo dieser seit Jahrhunderten schon seinen Sitz aufgerichtet und die Völker der Erde vergiftet hatte, nämlich in der Stadt Rom. In dieser Stadt war der Mittelpunkt des Götzendienstes. In 450 Götzentempeln wurden dort 30 000 Götter angebetet; aller Gräuel der schändlichsten Laster wurde dort verübt. Dorthin nun, wo der Satan seinen Thron aufgeschlagen hatte und Millionen von Seelen in seinen Schlingen gefangen hielt, wollte Petrus ziehen, um von da aus die Welt mit dem Licht des Glaubens zu erleuchten und das Joch des Satans zu zerbrechen. &lt;br /&gt;
Die nächste Veranlassung zu seinem Zug nach Rom war das gefährliche Treiben Simon des Zauberers. Dieser gottlose Mensch hielt sich zuvor in Samaria auf, wo er Zauberei trieb und das Volk irre führte, indem er sich für Gott ausgab. Der heilige Martyrer Ignatius nennt ihn den Erstgeborenen des Satans, weil er mit Hilfe des Teufels so viel Unheil anstiftete. Als der heilige Diakon Philippus aber nach Samaria kam, dort predigte und große Wunder wirkte, da bekehrte sich eine Menge Männer und Frauen; auch der Zauberer Simon heuchelte Bekehrung und ließ sich taufen, in der Meinung, er würde dadurch die Wundergabe erhalten. Die Gläubigen zu Samaria waren wohl getauft, aber noch nicht gefirmt. Da kamen nun der heilige Petrus und Johannes von Jerusalem nach Samaria und erteilten ihnen die heilige Firmung. Als nun Simon der Zauberer die wundervollen Gaben sah, welche der heilige Geist in den Gefirmten wirkte, bot er Petrus Geld an, damit er ihm auch die Gewalt verleihe, den heiligen Geist mitzuteilen. Petrus aber durchschaute den Gottlosen, verfluchte ihn und sein Geld und mahnte ihn zur Buße und Umkehr zu Gott. – Aber der Diener des Satans blieb verstockt, verließ Samaria und stiftete eine Religion, die der menschlichen Sinnenlust schmeichelte und eine Menge Menschen verführte. Endlich zog er nach Rom, um auch dort sein Gift, besonders unter den Juden, die dort zahlreich waren, zu verbreiten. Ihm nach zog nun der heilige Petrus, um seiner Bosheit Einhalt zu tun. &lt;br /&gt;
Es war das Jahr 42 nach Christus; der Kaiser Klaudius herrschte damals in Rom; im ganzen römischen Reich war Friede. Nachdem der heilige Petrus in der Stadt Antiochia den heiligen Evodius zu seinem Nachfolger eingesetzt hatte, reiste er mit dem heiligen Evangelisten Markus ab und stiftete unter Weges in Pontus und in Bythinien mehrere Christengemeinden. Als er in Rom angekommen war, wandte er sich zuerst an die Juden, predigte in ihren Schulen und Bethäusern und bekehrte eine große Zahl; dann wandte er sich an die Heiden und gewann unter anderem auch den vornehmen Ratsherren Pudentius, bei dem er sieben Jahre wohnte. Im Haus desselben feierte er das heilige Messopfer und weihte die erste Kirche zu Rom, d.h. das erste Haus, wo die Christen sich versammelten. Mittlerweile hatte der Zauberer Simon sich schon zahlreichen Anhang unter den Heiden verschafft; er tat mit Hilfe des Teufels viele Wunderzeichen und brachte es so weit, dass Kaiser Klaudius und der hohe Rat ihm sogar eine Bildsäule setzten mit der Inschrift: „Simon, dem heiligen Gott“. Petrus bekämpfte ihn und besiegte ihn später, wie wir hören werden. &lt;br /&gt;
Im Jahr 44 machte der heilige Petrus eine Reise nach Jerusalem, um dort das Osterfest zu feiern. In dieser Stadt herrschte damals der Fürst Herodes Agrippa, welcher die Christen hasste und verfolgte. Schon hatte der den heiligen Apostel Jakobus, den Bruder des heiligen Johannes, hinrichten lassen; auch der heilige Petrus, das Haupt der Kirche, sollte getötet werden. Er wurde daher gefangen genommen und, mit einer doppelten Kette gefesselt, ins Gefängnis geworfen. Zwei Soldaten wachten an seiner Seite, zwei bewachten die Tür des Gefängnisses. Alle Gläubigen Jerusalems beteten für die Befreiung des heiligen Apostels und Oberhirten. Gott erhörte sie. &lt;br /&gt;
In der Nacht erschien ein Engel im Gefängnis, weckte den Petrus, zerbrach die Ketten, öffnete die Tür und führte ihn an den Wächtern vorbei unversehrt in das Freie. Petrus ging in ein ihm bekanntes Haus und da er sich dort vor den Nachstellungen des Herodes nicht sicher glaubte, begab er sich an einen anderen Ort und kehrte dann nach einiger Zeit nach Rom zurück, von wo aus er seinen ersten Brief an die Gemeinden schrieb, die er gegründet hatte. – Im Jahr 51 machte er wieder eine Reise nach Jerusalem, wo er einer Versammlung der Apostel beiwohnte, und dabei zuerst als das Oberhaupt der Kirche seine Stimme erhob; dann besuchte er Antiochia, wo er früher so viel im Weinberg des Herrn gearbeitet hatte, durchzog predigend mehrere Länder und kehrte dann nach Rom zurück, wo inzwischen der heilige Paulus zu den schon vorhandenen Christen eine große Menge neuer Gläubiger hinzufügte. &lt;br /&gt;
Damals (im Jahr 65) herrschte in Rom der grausame Kaiser Nero, ein unsinniger Verehrer der Zauberei. Simon der Zauberer hatte sich deshalb in seine Gunst eingeschlichen und wurde von ihm sogar göttlich verehrt. Dieser gottlose Mensch, der so viele Seelen schon in sein Garn gelockt hatte, ließ in der Stadt das Gerücht verbreiten, er wolle zum Beweis, dass er ein Gott sei, sich in die Lüfte erheben. An einem Tag der öffentlichen Schauspiele in Gegenwart des Kaisers und des Volkes wollte er dies Wunder vollbringen. Aber in dem Augenblick, als der Betrüger mit Hilfe des Satans sich wirklich in die Luft erhob, da warf sich, sagt der heilige Ambrosius, Petrus auf die Knie, betete zum Herrn und überwand durch sein Gebet den Zauberer. Denn eher drang das Gebet zum Herrn als der Flug des Zauberers geschah, eher kam zu ihm die gerechte Bitte als der Frevel und die Anmaßung vollbracht wurde. Der Betrüger, von den Teufeln verlassen, die ihn erhoben, fiel herab auf die Erde, zerbrach sich die Beine und benetzte mit seinem Blut das Haus, aus dem der Kaiser zusah. Man trug ihn fort; vor Scham und Verdruss stürzte er sich hierauf in einen Abgrund und endete so sein ruchloses Leben. Der Kaiser, über diesen Sieg des heiligen Petrus, noch mehr aber über die immer mehr wachsende Menge der Gläubigen aufgebracht, gab den Befehl, ihn zu ergreifen. Als die Gläubigen dies erfuhren, drangen sie mit Bitten und Tränen in ihren geliebten Oberhirten, aus der Stadt zu fliehen. Nach langem Bitten gab er endlich nach. Zur Nachtzeit nahm er Abschied von den Brüdern und schickte sich an, heimlich die Stadt zu verlassen. Als er durch das Stadttor ging, erzählt der heilige Ambrosius, sah er plötzlich seinen göttlichen Meister mit einem Kreuz auf dem Rücken stehen. Petrus fragte ihn: „Herr, wo gehst du hin?“ Jesus erwiderte: „Ich gehe nach Rom, um mich abermals kreuzigen zu lassen.“ – Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Heilands, der ihm seinen Martertod vorausgesagt hatte und erkannte nun, dass es des Herrn Wille sei, dass er am Kreuze sterbe. Der Heiland war verschwunden, Petrus aber kehrte nach Rom zurück, wo er den Brüdern die Erscheinung entdeckte und zugleich erklärte, dass er fest entschlossen sei, nach dem Willen des Herrn den Tod zu leiden. Noch heute steht eine Kapelle an der Stätte, wo der Heiland dem heiligen Apostel erschien. Bald sollte dies in Erfüllung gehen! Kaiser Nero ließ den heiligen Petrus und mit ihm auch den heiligen Paulus, der sich ebenfalls in Rom befand, ergreifen und in das mamertinische Gefängnis werfen. Dies war ein grauenvoller Ort und bestand aus drei Gewölben, in deren unterstes die beiden heiligen Apostel geworfen und an eine Säule gefesselt wurden. &lt;br /&gt;
Aber auch im Kerker setzten sie ihr Amt, Seelen für Jesus zu gewinnen, fort. Sie bekehrten ihre beiden Wächter und noch 47 andere Personen, und da es an Taufwasser gebrach, bewirkten sie durch ihr Gebet, dass plötzlich aus dem felsenbedeckten Boden eine Quelle hervorsprudelte, mit deren Wasser sie die Bekehrten tauften, welche nachher alle des Martertodes starben. &lt;br /&gt;
Neun Monate blieben die beiden heiligen Apostel im Gefängnis, dann wurden sie zum Tode ausgeführt. Petrus wurde zuvor gegeißelt und auf den Richtplatz zur Kreuzigung geschleppt. Als er auf dem Richtplatz angekommen war, bat er die Henker, ihn mit abwärts gekehrtem Haupt zu kreuzigen. Er hielt sich nämlich, wie der heilige Hieronymus bemerkt, für unwürdig, wie sein Herr und Meister zu sterben. Die Henker erfüllten seine Bitte, er wurde mit zum Boden gekehrtem Haupt gekreuzigt am 29. Juni um das Jahr 65 oder 66. &lt;br /&gt;
Petrus hatte der Kirche 33 Jahre als Oberhaupt vorgestanden, ungefähr 25 Jahre als Bischof zu Rom. Nach dem Zeugnis des heiligen Gregor von Nazianz führte er ein sehr strenges Leben; seine Speise bestand meistens in unschmackhaftem Gemüse. Sein Weib, das er nunmehr als seine Schwester betrachtete, starb ebenfalls des Martertodes. Einen schönen Spruch führt man auch aus seinem Munde an: „Eine Seele in Not ist nahe bei Gott.“&lt;br /&gt;
Sein Leichnam wurde durch den Priester Marzellus vom Kreuz herabgenommen, von zwei heiligen Frauen Basilissa und Anastasia einbalsamiert und dann, wie sehr alte Kalender berichten, auf dem Hügel, wo jetzt die prächtige Peterskirche steht, begraben. Der heilige Papst Anakletus ließ ein kleines Bethäuschen über das Grab des heiligen Apostels bauen, denn er durfte es wegen der Heiden nicht wagen, das Grab mit einer Kirche zu ehren. Als aber das Christentum über das Heidentum gesiegt hatte, ließ der erste christliche Kaiser Konstantin eine prachtvolle Kirche bauen und als diese unter Papst Nikolaus V. baufällig geworden war, beschloss sein Nachfolger, Julius II., an ihre Stelle die herrlichste Kirche der Welt zu setzen. Im Jahr 1506 wurde der Bau begonnen und im Jahr 1626 vom Papst Urban VIII. Feierlich eingeweiht. Die Kirche hat 100 Millionen Gulden gekostet, wozu die ganze damalige Christenheit beisteuerte. &lt;br /&gt;
In diesem überaus prachtvollen Gotteshaus nun, dem größten und herrlichsten unter allen in der Welt, befindet sich unter dem Hochaltar das Grab oder die Konfession des heiligen Petrus. Auf zwei Marmortreppen kann man hinabsteigen; 122 Lampen brennen da Tag und Nacht, um anzudeuten das Licht des Glaubens, welches Petrus in die ganze Welt verbreitet hat. – Kein Monarch der Welt hat ein so herrliches Grab, als der arme Fischer Petrus, aber auch kein Monarch der Erde hat so Großes getan, als dieser arme demütige Fischer und keiner hat eine solche Macht und Würde von Gott erhalten als er. Gerade diesen armen Fischer hat Gott auserwählt, um seinen Namen vor Kaiser und Könige zu tragen und den Juden und Heiden zu verkünden; gerade diesen armen und ungebildeten Fischer hat er auserkoren, um seine heilige Kirche zu regieren und der erste Hirt der Gläubigen zu sein, auf dass alle Welt erkenne, wie die Gründung, die Verbreitung und immerwährende Dauer seiner Kirche nicht eines Menschen Werk, sondern eine Tat seiner Allmacht ist! Vor diesem Fischer, sagt der heilige Augustin, beugt sich das Knie des Kaisers und dort funkeln die Edelsteine der Krone, wo die Wohltaten dieses Fischers strahlen. &lt;br /&gt;
Welche Wohltaten aber durch den heiligen Petrus und seine Nachfolger, die Päpste, der Menschheit zugeflossen sind und noch zufließen, davon wäre ein ganzes Buch zu schreiben. Da nun aber in unserer Zeit von den Feinden der katholischen Kirche gar so sehr geschmäht wird, so will ich dir, lieber Leser, einiges erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von den Wohltaten der Päpste&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass der heilige Apostel Petrus von Christo dem Herrn zum obersten Hirten aller Gläubigen, zum Oberhaupt der Kirche, zum Mittelpunkt der Einheit des wahren katholischen Glaubens erwählt und eingesetzt worden ist, darüber kann kein Zweifel herrschen, wenn man die Worte des Heilands betrachtet, die er zu ihm gesprochen. Dass aber auch die Bischöfe von Rom, wo Petrus gelebt, gelehrt, sein hohes Amt verwaltet hat und gestorben ist, seine rechtmäßigen Nachfolger sind, dass er gleichsam in ihnen fortlebt, darüber kann eben so wenig gezweifelt werden; denn alle heiligen Väter der Kirche schon aus der frühesten Zeit und alle heiligen Konzilien stimmen hierin überein. Ich führe aus der Menge dieser Zeugnisse nur einige an. Auf der Kirchenversammlung zu Ephesus, welche im Jahr 431 gegen die Ketzerei des Nestorius gehalten wurde, waren 200 Bischöfe und Erzbischöfe versammelt. Vor Eröffnung der Versammlung hielt der heilige Bischof Cyrillus eine Rede, in welcher er den Bischof von Rom „Vater“, „Patriarch“ und „Erzbischof“ der ganzen Welt nennt. 20 Jahre später wurde wieder eine Kirchenversammlung zu Chalzedon gegen die Ketzerei des Eutyches gehalten. 520 Bischöfe und Erzbischöfe waren da gegenwärtig und aus dem Mund dieser Bischöf erscholl einstimmig: „Petrus hat durch den Mund des Papstes Leo gesprochen! Petrus lebt noch immer fort auf seinem Stuhl!“ Das 18. Konzil, gehalten zu Florenz 1439, auf welchem 140 morgen- und abendländische Bischöfe samt dem Papst Eugen IV. versammelt waren, erklärte feierlich: „Dass der römische Papst das geistliche Vorsteheramt über die ganze Welt habe, dass er der Erbe des Stuhles des heiligen Petrus, der wahre Statthalter Christi, das Haupt der ganzen Kirche, der Vater und Lehrer aller Christen, und ihm in der Person des heiligen Petrus die vollkommene Macht übergeben worden sei, die allgemeine Kirche zu weiden, zu leiten und zu regieren.“&lt;br /&gt;
Welche Segnungen nun die Nachfolger des heiligen Petrus, die Päpste, als oberste Hirten der Kirche über die Menschen verbreitet haben, davon gibt Zeugnis:&lt;br /&gt;
1.	Die Erhaltung des wahren Glaubens, den Gottes Sohn gelehrt und die Apostel gepredigt haben. Das Bekenntnis des heiligen Petrus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigesn Gottes“, ist die Grundlage des Christentums, ist das Fundament, auf welches der Heiland seine Kirche gebaut. Ist Christus nicht „Gottmensch“, „dann ist er auch nicht Welterlöser, dann ist seine Lehre nicht vom Himmel, dann ist sie nur Menschenerfindung. Deshalb haben denn auch die Irrlehrer von Anbeginn und die Ungläubigen unserer Tage gegen diese Grundlehre der katholischen Kirche, dass nämlich Jesus wahrhaft Gottes Sohn, dass er Mensch geworden, also wahrhaft Gott und Mensch zugleich sei, gekämpft und dieselbe zu leugnen und zu vernichten gesucht. Die Päpste aber sind es gewesen, die den wahren Glauben an Jesus, den Gottmenschen, verteidigt, bewahrt und gegen alle Angriffe sicher gestellt, die die Irrlehre, wo sie immer auftaucht, verworfen, die immer das Bekenntnis Petri: „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes“ feierlich der ganzen Welt verkündet haben. Ohne ihre Wachsamkeit, ohne ihren Eifer für die Reinheit des Glaubens wäre es dem Geist der Lüge schon längst gelungen, den wahren Glauben aus den Herzen der Gläubigen zu tilgen. &lt;br /&gt;
Es ist eine der denkwürdigsten Tatsachen der Kirchengeschichte, dass Rom, welches alle Ketzereien durch seine Päpste besiegt hat, selbst nie auch nur von dem Schatten eines Irrtumes in Glaubenssachen berührt und getrübt worden ist. Eben darum wendeten sich auch in allen Jahrhunderten die Bischöfe, die Gemeinden und die Gläubigen, deren kirchlicher Friede durch Irrlehrer oder durch Eingriffe der weltlichen Gewalt gefährdet worden war, Rat suchend und Schutz und Trost erflehend an die Päpste, die Nachfolger Petri. Und wie herrlich, wie kräftig wussten diese, „ihre Brüder zu stärken“, mit ihnen zu kämpfen, mit ihnen zu leiden bis zum Martyrium. Wenn Rom in seinen Päpsten sprach, erzitterte, trotz all seines Hasses, der Irrtum; beugte sich, trotz all ihres vorgeblichen Stolzes, die Macht der Welt! Der Nachfolger des heiligen Petrus hat den Gewaltigen dieser Erde gegenüber kein Schwert, keine Waffen. In der Wahrheit und in der Geduld gründet die Unüberwindlichkeit der Kirche Christi. Die göttliche Gerechtigkeit hat es übernommen, schließlich den Streit der wehrlosen Braut des Herrn an deren Feinden auszukämpfen und für sie zu siegen. Das ist folgerichtig auch die Stellung des Oberhauptes der Kirche, seine Rüstung, seine Macht, sein Sieg. In dem Bewusstsein dieser Kraft der Wahrheit und der ewigen Gerechtigkeit die Ausführung und Vergeltung überlassend, trat in unseren Tagen der Stellvertreter Christi, Gregor XVI. dem mächtigen Fürsten der Erde, dem russischen Zar Nikolaus gegenüber und führte Angesicht gegen Angesicht Klage über die Bedrängnis, ja über das Martyrium der katholischen Kirche in Russland. Man erzählt, dass aus jener unvergesslichen Audienz (1846) der stolze Autokrat mit tiefer Erschütterung herausgetreten, in dem demütigenden Gefühle, wohl zum ersten Mal in seinem Leben vor einer höheren Autorität, wenn auch wider Willen, sich gebeugt zu haben. &lt;br /&gt;
Aber die Päpste haben nicht bloß gegen Lüge und Irrtum gekämpft, wenn er sich in Wort und Schrift äußerte, sondern sie haben auch mit aller Macht für den Glauben gekämpft, als er mit Feuer und Schwert bedroht war. Die Kreuzzüge, dieser glänzendste Aufschwung des kindlichsten und begeistertsten Glaubens, vermählt mit der Blüte ritterlicher Tapferkeit, sind die Idee und das Werk der Päpste. Wäre die christliche Welt von dieser Idee nicht gewichen, und hätte nicht die Sünde ihrer Großen, der gerechten und heiligen Unternehmung nachmals den Segen Gottes geraubt; Europa hätte nie das Unheil eines Einbruches der Osmanen, nie den Untergang der christlichen Herrschaft im Morgenland erlebt; die Päpste wären die Retter Konstantinopels gewesen, das sie hasste, weil die Trennung von der Einheit mit Petrus auch der Tod der Liebe ist. Als nun wirklich vor 400 Jahren die Türken über das Abendland hereinbrachen und ihre Horden sengend und mordend sich über die Länder Europas ergossen, um das Christentum, welches sie tödlich hassten, gänzlich auszurotten, da waren es wieder die Päpste, welche die Großen und Mächtigen der Erde zum Kampf aufriefen und begeisterten, und so verhinderten, dass der Halbmond statt des Kreuzes auf den Türmen der Kirchen glänzt!&lt;br /&gt;
2.	Die Ausbreitung des christlichen Glaubens&lt;br /&gt;
Schon der heilige Petrus wurde von der göttlichen Vorsehung nach Rom gesendet und musste dort in der Hauptstadt der Welt seinen Sitz aufschlagen, damit von da aus das Christentum seine Strahlen in alle Länder der Erde senden konnte. Von den Tagen des heiligen Petrus an sandten die Päpste unaufhörlich Missionare in alle Länder der Erde, um die verlorenen Schafe einzuführen in den Schafstall Christi. – Wem hat England, Frankreich, Deutschland, Schweden, Russland, Polen das Christentum zu verdanken? Den Päpsten. Wer hat nach Amerika, nach Asien, nach Australien die Missionare gesendet? Die Päpste. Wer sucht selbst im Inneren von Afrika die Fackel des Glaubens anzuzünden? Die Päpste. In ihrem Namen, von ihnen gesegnet, ziehen die Missionare alljährlich aus, um Christum, den Gekreuzigten denen zu predigen, welche noch im Schatten des Todes sitzen! Selbst in Mitte ihrer eigenen äußersten Bedrängnisse haben die Päpste nie diese Sorge vergessen, haben nie diese Pflicht ihrer erhabenen Stellung sich versagt. Es ist nicht nötig, dass wir Beispiele der Vorzeit anführen; sie beginnen mit den Martyrerpäpsten, aber sie enden nicht mit dem durch die Revolution gefangenen heiligmäßigen Pius VI., nicht mit den durch Napoleon schwergeprüften Pius VII. Eben unser heiligster Vater Pius IX. hat, während sein Herz blutete, tief verwundet von den Gräueln der sogenannten römischen Republik, während seiner Verbannung zu Gaeta die großartigsten Anstalten und Fürsorgen getroffen für die Missionen in Asien und Afrika und für das so herrliche Werk der Loskaufung der Negerkinder in Ägypten und Äthiopien. &lt;br /&gt;
3.	Die Erhaltung und Ordnung des Familienlebens und der menschlichen Gesellschaft&lt;br /&gt;
Auf der Heilighaltung des Ehebandes beruht das Wohl und Glück der Familien und der Völker. Sobald das Eheband nicht mehr heilig gehalten wird, ist allen Lastern der Zugang geöffnet und Familie und Volk gehen zugrunde. Die Päpste haben immer für die eheliche Treue geeifert, immer die Unauflösbarkeit des Ehestandes gelehrt und verteidigt; nie zugegeben, dass eine rechtmäßige Ehe getrennt, dass ein Ehegatte sein Weib verlassen oder verstoßen und eine andere Ehe eingehen dürfe. Sie haben sich Kaisern und Königen widersetzt, die so etwas tun wollten. Um die Heiligkeit der Ehe zu wahren, gegen den Übermut der Mächtigen, für die Erhaltung der Rechte derer, welche sich selbst nicht schützen konnten, der Rechte der Frauen, der Kinder, der Waisen und Schwachen setzten Roms Päpste selbst persönlichen Gefahren, Verlusten und Verfolgungen sich aus, bereit, anstatt das Recht zu beugen, eher ganze Reiche von der Kirche scheiden zu lassen. – Die Päpste haben immer durch Wort und Beispiel die Sittlichkeit zu fördern gesucht und mit aller Macht auf die Übung aller christlichen Tugenden gedrungen. Unter den 258 Päpsten, welche auf dem Stuhl des heiligen Petrus saßen, zählt man 77 Heilige und Martyrer und vielleicht nur 5 Päpste sind es, welche für ihre Person ein sündhaftes Leben geführt, aber dabei nie im Glauben gewankt haben. „Selbst die Fehler dieser Päpste“, sagt ein protestantischer Gelehrter, „sind nur darum so auffallend, weil sie Fehler der Päpste waren“. Aber auch die Päpste sind Menschen und ein heiliger Petrus ist gefallen!&lt;br /&gt;
Immer haben die Päpste der Welt verkündet, dass alle Gewalt von Gott sei, dass man der Obrigkeit um Gottes willen gehorchen müsse. Immer haben sich die Päpste jener Empörung widersetzt und die Völker gemahnt, jedweder Obrigkeit Gehorsam, Ehrfurcht und die schuldigen Abgaben zu leisten. Dagegen haben sie aber auch die wahre Freiheit der Völker gegen ungerechte Bedrückung und Unterjochung der Fürsten in Schutz genommen und ihre Rechte verteidigt. Immer haben sie für die Freiheit der Kirche geeifert und nie zugegeben, dass die Fürsten die Rechte der Kirche unterdrücken und ihre freie Bewegung zum Heil des Volkes hemmen. &lt;br /&gt;
Die Päpste waren es, welche zuerst und immer gegen die Sklaverei sich erhoben und sich bemühten, die Leibeigenschaft aufzuheben. Sie haben immer die Rechte beschützt und verteidigt, welche der Mensch von Natur aus besitzt, immer haben sie die schuldlos Verfolgten in Schutz genommen und ihnen eine Zufluchtsstätte gewährt. &lt;br /&gt;
Die Päpste waren von jeher die Friedensstifter unter den Großen der Erde und als im Mittelalter in Frankreich und Deutschland die Streit- und Kampfwut schreckliche Unordnungen anrichtete und ganze Länderstrecken mit Streit, Mord und Brand erfüllt waren, da enstand durch die Bemühung der Geistlichkeit der Gottesfrieden, gemäß welchem unter Strafe des Bannfluches am Donnerstag, am Freitag, Samstag und Sonntag jeder Kampf ruhen musste und die Päpste waren es, welche über die Beobachtung des Gottesfriedens wachten und der Raub- und Kampfgier ein Ziel setzten. &lt;br /&gt;
4.	Die Pflege der Werke der Barmherzigkeit und der christlichen Liebe&lt;br /&gt;
Es gibt kein geistliches und leibliches Elend, welchem die Päpste nicht abzuhelfen suchten. Davon geben die zahlreichen Anstalten der Wohltätigkeit in der Stadt Rom das herrlichste Zeugnis. Wer hat die ersten Krankenhäuser, Findelhäuser, Waisenhäuser, Irrenhäuser errichtet? Die Päpste. Wer hat sich zuerst um die Aussätzigen angenommen? Die Päpste. Wer hat die zahllosen Bruderschaften und Orden bestätigt, und sie mit Privilegien bereichert und unterstützt, welche gestiftet wurden, um dem Menschenelend abzuhelfen? Die Päpste.&lt;br /&gt;
So bezeugt denn die Geschichte aller Jahrhunderte bis zu unserer Zeit, dass die Päpste nicht umsonst den Namen „Papa“, „Vater“ führen. Wie ein Vater seine Kinder um sich versammelt, sie bewacht, beschützt, pflegt und nährt und keine Mühe spart, sie glücklich zu machen, so trägt auch der Papst die Kinder der katholischen Kirche, welche beinahe 200 Millionen ausmachen, wie ein Vater in seinem Herzen, er betet, er wacht, er kämpft für sie, er erhält sie im Glauben an Jesus, den Sohn Gottes und sucht sie dem Himmel zuzuführen. – &lt;br /&gt;
Du bist auch ein Kind dieser Kirche; der Papst ist dein Oberhirt, dein geistlicher Vater! Willst du ihn lieben, ihm gehorchen, ihn ehren, für ihn beten? –&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet der Kirche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme dich deines Dieners, unseres Papstes N., und leite ihn nach deiner Güte auf den Weg des Heiles, damit er mit deiner Gnade das erlange, was dir wohlgefällig ist und es mit ganzer Kraft vollbringe durch Christum, unseren Herrn. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der erste Petrusbrief=&lt;br /&gt;
Zwei Briefe im neutestamentlichen Kanon werden dem hl. Petrus zugeschrieben. Der erste ist von »Babylon« (5,13) geschrieben. Damit ist nach einer auch sonst nachweisbaren symbolischen Bezeichnung die Welthauptstadt Rom gemeint. Der Aufenthalt des hl. Petrus in Rom ist auch durch andere Zeugnisse bewiesen. Empfänger des Briefes, der als Rundschreiben gedacht ist, sind die Christen der in 1,1 genannten kiemasiatischen Gebiete, zu denen Petrus auf Grund seiner Führerstellung in der Kirche, vgl. besonders Matth 16,17-19 Luk 22,32; Joh 21,15-17; Apg 1,15; 2,14; 10,1-11,18, mit voller Autorität spricht. Dabei soll die Möglichkeit nicht verneint sein, daß Petrus vor seinem Brief in persönlicher Beziehung mit den angeredeten Gemeinden gestanden war. Der Brief, der nach 5,12 durch den bekannten Missionsgefährten Silvanus (Silas), vgl. Apg 16,19; 17,4f; 18,5; 2 Kor 1,19; l und 2 Thess 1,1, seine sprachliche Fassung erhielt, dürfte um das Jahr 64 geschrieben sein. Er will die von Leiden heimgesuchten Christen mit Mut und Zuversicht aus christlicher Glaubenshaltung erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der zweite Petrusbrief=&lt;br /&gt;
Der folgende Brief bezeichnet sich im Eingang als von Symeon Petrus stammend, verweist 1,16 bis 18 ausdrücklich auf das Miterleben der Verklärung Jesu, spricht 1,14 von einer persönlich empfangenen Offenbarung über den bevorstehenden Tod des Absenders und bezieht sich 3, 1 auf ein früheres Schreiben, mit dem wohl 1 Petr gemeint sein dürfte. Neben diesen Anzeichen, die eindeutig für den Apostel Petrus sprechen, zeigt der Brief nicht zu übersehende kanongeschichtliche, literarische und inhaltliche Besonderheiten, so daß es nicht an ernsten Stimmen fehlt, die meinen, der Brief könnte erst später unter dem Namen des Apostels verfaßt worden sein. Andere versuchen, die Schwierigkeiten mit Hinweis auf 1Petr 5,12 zu lösen, in der Annahme, daß unser Brief im Auftrag des Apostels durch einen unbekannten Mitarbeiter seine Form erhalten habe. Bei dieser Annahme wäre der Brief mit Rücksicht auf 1,14 in die Zeit kurz vor dem Tod des hl. Petrus zu setzen, vielleicht 66-67, wenn man nicht ein früheres Todesjahr annehmen muß. Als Leser nimmt man auf Grund von 3,1 den gleichen Personenkreis an wie 1 Petr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT:1Petr01]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT:2Petr01]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Petrus&amp;diff=2761</id>
		<title>Petrus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Petrus&amp;diff=2761"/>
		<updated>2009-02-17T13:45:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: /* Ebene 2 Überschrift */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; ist in diesem Sinne nicht ein Name, sondern ein [[Amt]]. Das Amt des Ersten Hirten der [[Kirche Jesu]]!  Was dieser fügt hat die Herde zu folgen. Was dieser löst auf Erden, ist gelöst im Himmel! Ebenso wird es sein, was dieser Petrus bindet! Es wird gebunden sein im Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Binden&#039;&#039;&#039;: z.B. die Weihen (&#039;&#039;Priester-; Ordens-; Ehe usw.&#039;&#039;); Ablässe, usw.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lösen&#039;&#039;&#039; : z.B. die Sünden, falsche Versprechen oder falsche Gelöbnisse, etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet auch, dass der [[Papst]] das Recht hat, zu ändern - streichen - hinzuzufügen! Das tut er immer besonnen, in der Ausübung des Lehramtes etc. unfehlbar! Der Papst hört dazu immer eine qualifizierte Mehrheit von Bischöfen an. Und was dieser Petrus euch sagt, das tut!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die sich gegen dieses Amt des Petrus (&#039;&#039;= Papst&#039;&#039;) wenden, wenden sich auch somit gegen den Willen Jesu Christi - gegen Gott!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; ist damit der stellvertreter Jesu Christi auf Erden. Also der erste Mensch auf Erden, der die Interessen Gottes laut verkündet = das Evangelium und alle Lehrmeinungen und Glaubensausrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;= Papst&#039;&#039;) wird deswegen auch &#039;&#039;&#039;Heiliger Vater&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Seine Heiligkeit&#039;&#039;) genannt. Nicht der Mensch, der das Amt inne hat, sondern das Petrusamt macht ihm zum Heiligen Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der heilige Apostelfürst Petrus. Jahr 65 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 29. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Rom, der Metropole der Christenheit, ziehen am heutigen Tage viele Tausende von frommen Pilgern aus allen Gegenden der Erde, um am Grab eines armen Fischers zu beten und daselbst Gott zu danken für die vielen Wohltaten, die er durch die Hände dieses Fischers der Menschheit verliehen hat. Dieser arme Fischer ist kein anderer als – der heilige Petrus, der Fürst der Apostel, das erste Oberhaupt und der Grundstein der heiligen katholischen Kirche. &lt;br /&gt;
Er wurde zu Betsaida, einem kleinen Flecken am See Genesareth in Galiläa geboren. Sein Vater hieß Jonas, sein Bruder Andreas, er selbst hieß, vor seinem Berufe zum Apostel, Simon. Zuerst trieb er, wie sein Vater, in Betsaida das Fischerhandwerk; dann zog er von da weg nach Kapharnaum, einer Stadt, ebenfalls am See Genesareth und heiratete dort. Sein Bruder Andreas folgte ihm und beide trieben an den Ufern des fischreichen Sees ihr Gewerbe und dienten dabei in aller Einfalt nach dem Gesetz Mosis ihrem Gott und Herrn. Wie alle frommen Juden warteten auch sie mit heißer Sehnsucht auf den Messias und als sie hörten, dass ein mächtiger Prophet am Fluß Jordan sich zeige, nämlich der heilige Johannes, und Buße predigte, ließen sie sich unter seine Jünger aufnehmen. &lt;br /&gt;
Johannes der Täufer hatte aber das Zeugnis abgelegt, dass er der Messias nicht sei und verwies seine Jünger auf Jesus, den er am Fluß Jordan getauft hatte, indem er zu ihnen sprach: „Sehet, dieser ist das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt.“ Kaum hatte Andreas dies gehört, so eilte er voll Verlangen zu Jesus und blieb bei ihm die ganze Nacht. Aus den Unterredungen, welche er mit dem Heiland hielt, überzeugte er sich, dass er Christus, der Erlöser sei und machte sich frühmorgens sogleich auf, seinem Bruder Simon zu sagen, dass er den Messias gefunden habe. Simon, voll Freude hierüber, ging sogleich mit seinem Bruder zu Jesus, um sein heiliges Wort zu hören. Kaum hatte ihn der Heiland erblickt, so nannte er ihn sogleich bei seinem Namen, und veränderte denselben in Kephas, was so viel als „Petrus“, „Fels“ heißt. Beide Brüder blieben nun einige Zeit bei dem Heiland, ließen sich von ihm unterrichten, und kehrten dann wieder mit dem Entschluss, ihn öfters zu besuchen, zu ihrem Gewerbe zurück. &lt;br /&gt;
Eines Tages, da sie gerade nach der Arbeit ihre Netze auswuschen, um sie dann zu trocknen, kam Jesus zu ihnen, begleitet von einer Menge Volkes, das ihn hören wollte. Jesus wollte dem Gedränge ausweichen, stieg in das Schifflein des Petrus und predigte von da aus dem Volke, welches am Ufer stand. Nach der Predigt befahl Jesus dem Petrus, mit dem Schifflein in den See zu fahren und sein Netz nochmal auszuwerfen. Petrus hatte zwar die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber voll Vertrauen auf den Heiland warf er in dessen heiligstem Namen das Netz aus und siehe da, er fing eine solche Menge Fische, dass nicht bloß sein Schifflein, sondern auch das der beiden Gewerbsgenossen Jakobus und Johannes, welche in ihrer Nähe fischten, voll wurden. &lt;br /&gt;
Petrus, ganz bestürzt über dieses Wunder, warf sich in tiefster Demut vor die Füße Jesu und rief aus: „Herr, gehe weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch.“ Er hielt sich nämlich einer so hohen Gnade, die ihm der Heiland erwies, nicht würdig; allein dieser sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fischen“; er wollte nämlich zu ihm sagen: Von nun an wirst du durch Predigten in meinem Namen die Menschen bekehren und sie für das Reich Gottes gewinnen. Jetzt folgten Petrus und Andreas dem Heiland für immer nach. Sie ließen ihre Schiffe und Netze zurück, ja der heilige Petrus verließ auch sein Weib und blieb bei Jesus bis zu dessen Tode. Der Heiland hatte ihn mit der Allgewalt seiner Liebe an sich gezogen: Petrus konnte diesem Zuge nicht widerstehen und so gab er alles, was er besaß, sich selbst dem Heiland hin, um dafür alles, nämlich Gott und den Himmel zu gewinnen. O wenn dich, christliche Seele, der Herr mit seiner Gnade zieht, wenn er dich ruft, wenn er an dein Herz klopft, folge ihm ohne Zaudern; du wirst unbegreifliche Schätze des Trostes, des Friedens, der Seligkeit finden! &lt;br /&gt;
Im Jahre 31 bald nach dem Osterfest zog sich Jesus auf einen Berg zurück und betete dort die ganze Nacht. Früh morgens berief er seine Jünger, deren schon eine große Zahl war, und wählte dann aus ihnen 12, die er Apostel, d.h. Boten, Gesandte, nannte. Der erste, auf welchen seine Wahl fiel, war Simon Petrus. Hieraus und aus noch anderen Stellen der heiligen Schrift geht hervor, dass Petrus von dem Heiland besonders ausgezeichnet und an die Spitze der Apostel gestellt wurde. Daher nennen die heiligen Evangelisten, wenn sie die Apostel aufzählen, immer den heiligen Petrus zuerst, ja der heilige Matthäus nennt ihn ausdrücklich „den Ersten“. Wenn Jesus mit den Aposteln redete, so richtete er gewöhnlich das Wort an Petrus, und Petrus antwortete im Namen aller. Petrus war also schon zur Zeit Jesu das Haupt der Apostel und Jünger des Herrn, wie er nachher das Haupt der ganzen Kirche wurde. &lt;br /&gt;
Warum aber hat der göttliche Heiland den Petrus so ausgezeichnet? Wegen seines Glaubens, seiner Liebe und seines brennenden Eifers für das Heil der Seelen. Petrus hatte ein feuriges Gemüt: er liebte Jesus über alles und wenn es darauf ankam, ihm seine Liebe zu zeigen, war er gewiss der Erste. Als Christus einst in der Wüste bei Betsaida 5000 Mann mit einigen Gerstenbroten und zwei Fischen gespeist hatte, und nun das Volk nicht mehr von ihm weichen wollte, da zog er sich auf einen Berg zurück, seinen Jüngern aber befahl er am Abend über den See Genesareth nach Kapharnaum zu fahren. Die Jünger gehorchten, bestiegen ein Schiff und fuhren ab. Es war bereits Nacht geworden, der Wind war ihnen entgegen und sie konnten nur mit Mühe weiter kommen. Um Mitternacht, da sie eine Stunde weit gekommen waren, kam Jesus auf dem Wasser wandelnd zu ihnen. Als sie ihn sahen, glaubten sie, es sei ein Gespenst und fürchteten sich; aber als er ihnen zurief: „Fürchtet euch nicht, ich bin’s“, da konnte sich Petrus nicht mehr halten; er rief dem Heiland zu: „Herr, wenn du es bist, so heiße mich zu dir kommen auf dem Wasser“. Dem Herrn gefiel diese Liebe und er sprach: „Komm!“ Sogleich verließ Petrus das Schiff und ging auf dem Wasser Jesum entgegen. Da aber der Wind heftig wehte, fürchtete sich Petrus; in diesem Augenblick fing er an zu sinken; Jesus aber ergriff ihn und sprach: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt.“ - &lt;br /&gt;
Petrus hatte eine feurige Liebe zu Jesus, mit dieser Liebe glaubte er alles wagen zu dürfen, aber er vergaß dabei einen sehr wichtigen Punkt, nämlich die Demut. Er dachte nicht an seine Schwäche und gab sich deshalb auch nicht mit vollem, ganzem Vertrauen dem Heiland hin, daher ließ ihn dieser sinken, um ihn zu mahnen, wie wenig der Mensch ohne die Hilfe des Herrn vermag! Christliche Seele, wenn nun der liebentflammte, glaubensstarke Petrus in Furcht geriet und sank, wie wenig darfst du dir trauen, wie sehr hast du Ursache, nie dein Auge von Jesus wegzuwenden! &lt;br /&gt;
Jesus verwies dem Petrus seinen Kleinglauben, bald aber machte dieser den Fehler wieder gut. Als nämlich der Heiland mit den Jüngern über den See gefahren war, ging er morgens in die Synagoge, d.h. Lehrschule, von Kapharnaum. Das Volk war ihm auch dahin nachgefolgt. Hier redete nun Jesus von der Himmelsspeise, welche er den Gläubigen geben werde, und die Speise sei keine andere als sein eigen Fleisch und Blut, das müssten sie genießen, wenn sie das ewige Leben haben wollten. Er redete also hier vom heiligsten Altarssakrament. Wie das die Juden hörten, murrten sie und wollten es nicht glauben, aber Jesus beteuerte es wiederholt und sprach: „Wahrlich, wahrlich sag’ ich euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben.“ Als nun seine Jünger dies hörten, wollten viele von ihnen es auch nicht glauben, gingen weg von Jesus und wandelten nicht mehr mit ihm. Da nun der Heiland dieses sah, wandte er sich zu den Aposteln und fragte sie: „Wollt auch ihr weggehen?“ Sogleich aber erhob der heilige Petrus seine Stimme und sprach: „Herr, zu wem sollen wir dann gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist Christus, der Sohn Gottes.“&lt;br /&gt;
Petrus bezweifelte nicht mehr die Worte und die Macht Christi; er war überzeugt, dass der, welcher auf dem Wasser gewandelt und ihn vom Versinken gerettet hat, auch die Macht hat, sein heiliges Fleisch und Blut zur Speise geben zu können. Noch heller aber glänzte sein Glaube bei einer anderen Gelegenheit und groß war der Lohn, der ihm dafür geworden.&lt;br /&gt;
Bereits waren zum dritten Mal die Ostertage gekommen, seitdem Jesus sein Lehramt angetreten hatte. Er wanderte gerade mit seinen Aposteln durch die Dörfer von Cäsarea Philippi, als er auf dem Wege still stand und seine Apostel also fragte: „Wofür halten wohl die Leute den Menschensohn?“ Sie antworteten: „Einige halten dich für Johannes den Täufer, andere für Elias, wieder andere für Jeremias oder einen aus den Propheten.“ Da fragte Jesus weiter: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Jetzt öffnete wieder Petrus im Namen aller seinen Mund und sprach: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Auf dieses herrliche Bekenntnis hin sprach Jesus die feierlichen Worte zu Petrus. „Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas; denn nicht Fleisch und Blut hat dir dies geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist. Und ich sage dir, du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein; und was du lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gelöset sein.“&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten machte der göttliche Heiland den Petrus, wegen seines herrlichen Bekenntnisses zum Grundstein seiner Kirche, d.h. der sichtbaren Gemeinde aller rechtgläubigen Christen auf Erden mit den Bischöfen und Priestern. Wie auf dem Grunde das Gebäude ruht, so soll auf dem Glauben und dem Bekenntnis des heiligen Petrus und aller seiner Nachfolger die ganze Kirche ruhen. An diesem Felsengrund sollen alle Mächte der Hölle zerschellen; alle Feinde der Kirche sollen ihr nichts anhaben können, weil sie auf einem unerschütterlichen Felsen gebaut ist, nämlich auf Petrus und seine Nachfolger, die Päpste. &lt;br /&gt;
Es haben die Irr- und Ungläubigen aller Zeit dies zwar geleugnet und leugnen es noch; allein die Wahrheit dessen, was Jesus zu Petrus gesagt hat und wie dieselbe von der katholischen Kirche erklärt wird, bestätigt die Geschichte von mehr als 1800 Jahren. Gegen Petrus, den ersten Papst, und alle seine Nachfolger haben Kaiser, Könige und Fürsten, haben Ketzer und Ungläubige sich erhoben, mehr als 30 Päpste wurden sogar ermordet, aber die Feinde alle haben dagegen nichts vermocht; wie Wasserwellen in einem Felsen sind sie zerschellt und verschwunden, der Papst aber leitet noch die Kirche, Petrus lebt noch fort in ihm und die katholische Kirche steht noch immer da in ihrer alten Herrlichkeit!&lt;br /&gt;
O christliche Seele, welch ein Glück ist es für dich, dass auch du zu dieser heiligen katholischen Kirche gehörst, welche auf den Felsen Petrus gegründet ist! O lasse dich nicht irre machen, wenn du über den Papst schmähen hörst, alles Schmähen, alles Wüten hilft den Feinden der Kirche nicht; denn fest stehen die Worte und bleiben werden sie in Ewigkeit!&lt;br /&gt;
So wie aber Jesus den Petrus zum Grundstein, zum Felsen seiner Kirche gesetzt hat, damit durch ihn die ganze Gemeinde der Rechtgläubigen auf Erden in einem, wahren Glauben an Jesus, den Sohn Gottes, zusammengehalten werde; so machte er ihn auch zum Oberhaupt der ganzen Kirche, zu seinem Stellvertreter, indem er zu ihm sagte: „Dir will ich geben die Schlüssel des Himmelreiches“. &lt;br /&gt;
Es werden zwar in der heiligen Schrift auch die übrigen Apostel Säulen und Grundfesten genannt (Off 21,14; Gal 2,9) und auch ihnen wird von Christus die Gewalt gegeben, zu binden und zu lösen (Joh 20,24); allein die Apostel sind nur in dem Sinne Grundsteine, als sie die Gründer des Christentums unter den einzelnen Völkern sind, und Säulen, als sie das ganze Gebäude der Kirche tragen helfen. Petrus allein ist der Fels, auf welchem die ersten Grundsteine, die Apostel und ihre Nachfolger, die Bischöfe, die Gewalt zu binden und zu lösen, die Gläubigen zu leiten, die Sünden zu erlassen oder nicht zu erlassen, zu lehren und zu urteilen, in die Kirche aufzunehmen oder nicht aufzunehmen oder davon auszuschließen usw. ; allein Christus hat ihnen diese Gewalt später und erst dann gegeben, als er zuerst auf feierliche Weise dem Petrus allein und in ihrer Gegenwart diese Gewalt gegeben hatte. Offenbar wollte Christus dadurch den Petrus auszeichnen, ihm einen Vorrang vor den übrigen Aposteln geben, und dieselben anweisen, dass sie nur in Vereinigung mit dem Oberhaupt der Kirche ihre göttliche Gewalt ausüben dürfen. &lt;br /&gt;
So hat also Jesus das feierliche Bekenntnis des hl. Petrus mit der obersten Würde in seiner Kirche belohnt, aber leider kannst du es auch sehen, wie selbst die höchste Stelle den Menschen nicht vor dem Falle schützt, wie auch ein Mann von felsenfestem Glauben Gott untreu werden und wie selbst die höchste Liebe plötzlich erkalten kann!&lt;br /&gt;
In der feierlichen Abschiedsrede, welche der göttliche Heiland beim letzten Abendmahl hielt, sagte er den Aposteln auch vorher, dass er in den Kreuztod gehen werde. Der heilige Petrus, wie immer, so auch hier voll Eifer, sprach zu Jesus: „Ich will mein Leben für dich lassen.“ Allein Jesus antwortete ihm: „Du willst dein Leben für mich geben? Wahrlich, wahrlich, sag ich dir, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“&lt;br /&gt;
Der Heiland blickte dem liebeseifrigen Petrus in das Herz; er sah darin noch viel eitles Selbstvertrauen; darum warnte er ihn; allein dieser wollte es nicht glauben; sein untergeordneter Eifer hatte ihn verblendet; er unterließ zu wachen und zu beten, wie doch der Herr gemahnt hatte, er setzte sich unbesonnen der bösen Gelegenheit aus – und tat einen tiefen Fall! Er verließ den göttlikchen Heiland, dem er doch bis in den Tod folgen wollte und den er wirklich auf dem Ölberg mit dem Schwert zu verteidigen gesucht hatte, und verleugnete ihn sogar dreimal! Eine gemeine Dienstmagd brachte ihn, den Felsenmann, zur Verleugnung seines Herrn und Meisters!&lt;br /&gt;
Wird dir hier, lieber Leser, nicht bange um das Herz? – Wenn ein heiliger Petrus trotz der Warnung doch so tief fallen kann , weil er auf sich selbst vertraut, nicht wacht, nicht betet und der Gelegenheit nicht ausweicht, wie wird es dir ergehen mit deiner Schwäche, wenn die Versuchung naht und du nicht betest, wachest, fliehest und, dir misstrauend, nur auf den Herrn vertraust? Wie wird es dir ergehen, wenn du der Versuchung nicht gleich anfangs widerstehest, und wenn du gefehlt hast, nicht gleich in Reue dich vom Falle erhebest?! Siehe, der heilige Petrus betet nicht, das ist sein erster Fehler; er wacht nicht über sein Herz, er besinnt sich nicht und denkt nicht an seine Schwäche, das ist sein zweiter Fehler; er verlässt Jesum, das ist sein dritter Fehler; er getraut sich, im Vorhof des Palastes unter die Soldaten sich zu mengen, das war der vierte Fehler; nun verleugnet er seinen Heiland zum ersten Mal, er besinnt sich nicht, denkt nicht nach, was er getan, flieht die Gefahr nicht und verleugnet ihn zum zweiten und dritten Mal; ja er schwört sogar und spricht verächtlich: „Ich kenne diesen Menschen gar nicht!“ – Den, welchen er den Sohn Gottes genannt hat, nennt er einen Menschen, welchen er gar nicht kenne! So fiel nun Petrus von einer Sünde in die andere, immer tiefer und tiefer: wird es dir nicht auch so ergehen, wenn du dich nicht fürchtest, nicht wachst, betest, fliehst und auf den Herrn vertraust, wenn du nicht widerstehst, und gefallen, sogleich zu Gott in Reue dich wendest? &lt;br /&gt;
Die Vorhersagung des Heilands hatte sich erfüllt, ehe der Hahn krähte, also vor Anbruch des Tages, hatte er die dreimalige Verleugnung vollbracht. Doch derjenige, sagt der heilige Hieronymus, welchen Jesus, das Licht der Welt, angeschaut, konnte in den Finsternissen der Verleugnung nicht verharren. In dem Augenblick nämlich, wo ein Vetter des Malchus, welchem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sprach: „Hab’ ich dich nicht im Garten gesehen?“, trat Jesus aus dem Saal des Kaiphas, wo er verhört wurde, heraus, wandte sich um auf die Seite, wo Petrus stand, und blickte ihn an. Dieser Blick traf wie der Blitz sein Herz; er erinnerte sich jetzt mit einem Male an das Wort des Herrn: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“; die Augen gingen ihm auf; er erkannte nun seine Untreue und seine Vermessenheit; er flieht jetzt die böse Gesellschaft, lässt sich das Tor öffnen, geht hinaus in die dunkle Nacht, verhüllt sein Angesicht im Mantel und weint bitterlich. Das Dunkel der Nacht konnte seine Scham nicht genug verbergen, er verhüllt auch noch sein Haupt in sein Gewand! Tränen, bittere Tränen der Reue weint er jetzt über seine Sünden, und die Legende erzählt, dass er bis zu seinem Tod nicht aufhörte, seinen Fall zu beweinen, so dass die Tränen zwei wunde Furchen in seine abgehärmten Wangen gruben. So oft er einen Hahn krähen hörte, flossen die Tränen aufs Neue, daher er auch öfters abgebildet wird sitzend auf einem Stein, mit Tränen in den Augen, einen Hahn an seiner Seite. – So große Reue, solch bittere Bußtränen erwarben ihm wieder die Gnade seines Herrn und Meisters. Er hatte nicht gegen den heiligen Geist, sondern nur gegen den Menschensohn, wie sich der Heiland öfters nannte, gesündigt, darum erhielt er auch Vergebung seiner Missetat. Weil er von nun an allen Hochmut fahren ließ, weil er sich auf das Tiefste demütigte, so hob ihn auch Jesus, dessen Auge auf die Demütigen sieht, wieder zu sich empor; ja er nahm ihm die frühere Auszeichnung und Würde nicht, sondern bestätigte dieselbe noch auf eine ganz besondere Weise. Nach der Auferstehung hatte Petrus unter den Aposteln allein das Glück, den Heiland allein zu sehen und mit ihm zu reden, ein Zeichen, dass er ihm vollkommen vergeben habe. Bald darauf kehrte er nach Galiläa in seine Heimat zurück und trieb wieder sein Fischerhandwerk, um sich seinen Lebensunterhalt zu verschaffen; denn bisher hatte der Heiland selbst für ihn gesorgt, ja sogar die Steuer für ihn bezahlt. &lt;br /&gt;
Eines Abends ging er mit dem Apostel Thomas, den beiden Brüdern Johannes und Jakobus und drei anderen Jüngern auf den Fischfang aus, fing aber die ganze Nacht kein Fischlein. Am Morgen stand Jesus am Ufer des Sees; sie aber kannten ihn nicht. Er rief ihnen zu, ob sie nicht zu essen hätten und da sie es verneinten, sprach er zu ihnen: „Werft das Netz zur Rechten aus, so werdet ihr etwas fangen.“ Sie warfen es aus und konnten es nun vor Menge der Fische nicht ziehen. Jetzt erkannte Johannes den Herrn und sprach zu Petrus: „Der Herr ist’s!“ Kaum hatte dies Petrus gehört, so zog er schnell sein Kleid an, schnallte einen Gürtel um, stürzte sich in das Wasser und schwamm an das Ufer. Als sie an’s Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, einen Fisch darauf und Brot. Jesus lud nun alle zum Mahl ein. Als nun das Mahl geendet war, wollte der Heiland dem Petrus eine Prüfung auflegen. Sein Glauben, sein Vertrauen war schon geprüft, jetzt sollte auch seine Liebe geprüft werden. In Gegenwart der Apostel und Jünger, die beim Fischzug waren, fragte ihn Jesus feierlich: „Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese?“ Petrus antwortete in aller Demut: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Jesus erwiderte: „Weide meine Lämmer.“ Wieder fragt ihn der Herr: „Simon, Jonas Sohn, liebst du mich?“ Petrus antwortete: „Ja, Herr, du weißt, wie ich dich lieb habe.“ Da sprach Jesus: „Weide meine Lämmer.“ Zum dritten Mal fragte ihn der Herr: „Simon, Jonas Sohn, liebst du mich?“ Da wurde Petrus traurig, er erinnerte sich seiner dreimaligen Verleugnung und tief gedemütigt erwiderte er: „Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.“ Jesus sprach nun: „So weide meine Schafe.“ Nachdem nun Petrus seinen tiefen Fall durch ebenso tiefe Reue und durch die dreimalige Versicherung der Liebe wieder gut gemacht hatte, hob ihn Jesus wieder empor und verlieh ihm die Gewalt, die Lämmer und Schafe, d.h. Jung und Alt, Hoch und Nieder, die Gläubigen und Vorsteher der Kirche, die Bischöfe, als oberster Hirt zu leiten, zu regieren, mit dem Brot der wahren Lehre zu nähren, vor Feinden zu schützen und in Einigkeit zu erhalten. Damit ja kein Zweifel entstehe, dass Petrus diese Gewalt habe, setzte ihn Jesus dreimal zum Oberhaupt ein. Das erste Mal, als er ihn am Jordan durch seinen Bruder zu sich rief, und seinen Namen „Simon“ in „Petrus“ verwandelte. Das zweite Mal, als Petrus auf der Ebene von Cäsarea Philippi die Gottheit Jesu bekannte und das dritte Mal, als der Heiland zu ihm sprach: „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe.“&lt;br /&gt;
Von nun an steht Petrus immer an der Spitze der Apostel; er ist gleichsam ihr Mund, durch welchen sie sprechen, er ist der Mittelpunkt, um welchen sie sich sammeln und felsenfest im Glauben übt er sein hohes Amt bis zum Tode, ohne je mehr zu wanken. Da könntest hier, lieber Leser, fragen, warum der göttliche Heiland gerade den Petrus, der ihn doch dreimal verleugnete, zum Oberhaupt seiner Kirche gesetzt hat, und nicht den unschuldigen heiligen Johannes, nicht den Andreas oder einen anderen Apostel, die doch nicht so tief gefallen sind? Darauf antworte ich dir: „Dies tat Jesus nicht bloß zum Trost für die wahrhaft reumütigen, bußfertigen Sünder, damit sie erkennen, welch hohen Wert die aufrichtige Buße eines Sünders in den Augen Gottes hat; auch tat es Jesus nicht bloß, weil Petrus einen so großen Feuereifer, so großen Glauben und eine so flammende Liebe hatte, sondern ganz besonders tat er es, um uns im Glauben zu stärken. Denn Jesus sah voraus, dass unter den Nachfolgern des Petrus auf dem päpstlichen Stuhl so manche sich befinden werden, welche dem Petrus in der Sünde nachfolgen und ihrer hohen Würde gemäß nicht leben werden. Deshalb setzte er den Sünder und Büßer Petrus zum ersten Papst, damit die Gläubigen nicht irre und wankend werden im Glauben, wenn sie sehen, dass auch Päpste in Sünden fallen. Vor dem Fall schützt keine Würde und wenn auch der Papst den Namen „heiligster Vater“ hat, so will das nicht sagen, dass er ein vollendeter Heiliger sei und keine Sünde begehen könne, sondern dass seine Würde die heiligste ist und er vor allem nach Heiligkeit streben müsse. – Der Papst ist nur der Stellvertreter Christi auf Erden; er übt nur im Namen des Herrn seine Vollmacht aus; Christus ist es, der durch den Papst die Kirche regiert und sie nie verlässt. Wenn der Papst in eine Sünde fällt, so fällt er dem Gericht Gottes anheim, wie ein anderer Mensch; die Kirche wird davon nicht befleckt, und fällt nicht mit ihm; denn Christus hält und regiert sie durch seinen heiligen Geist. Daher sehen wir, dass die Kirche auch unter sündhaften Päpsten dennoch bestanden und sich ausgebreitet hat und was noch wunderbarer ist, dass auch diese bösen Päpste im Glauben nicht gewankt und geirrt haben, sondern immer dem Bekenntnis des heiligen Petrus treu geblieben sind! – &lt;br /&gt;
Das hohe Amt, welches Christus dem Petrus anvertraut hatte, übte er nun nach dessen Himmelfahrt auch aus. Als die Apostel zu Jerusalem sich versammelten, um statt des Verräters Judas einen anderen Apostel zu wählen, war es Petrus, der den Vorschlag hierzu machte und die Wahl leitete. Er war auch der Erste, der am Pfingstfest, nach Empfang des heiligen Geistes, den zahlreich versammelten Juden öffentlich predigte und 3000 auf einmal bekehrte. Er war auch der Erste, der seine Predigten durch große Wunder bekräftigte. So heilte er einen lahmen Bettler an der Pforte des Tempels auf der Stelle im Namen Jesu; einem Mann, der acht Jahre gichtbrüchig war, gab er die Gesundheit; eine verstorbene, fromme Witwe, mit Namen Tabitha, erweckte er vom Tode, und so groß war die Wunderkraft, welche Gott ihm verlieh, dass die Kranken durch seinen bloßen Schatten gesund wurden. Da seine Predigten, von diesen Wundern begleitet, zahlreiche Bekehrungen bewirkten, so verfolgten ihn deshalb die Juden, verboten ihm das Predigen, und da er darin nicht nachließ, warfen sie ihn in das Gefängnis und geißelten ihn. Allein er ließ sich nicht abhalten, Christum den Gekreuzigten und Auferstandenen zu predigen und war auch der Erste, der den Heiden die Tür zur Kirche öffnete, indem er den heidnischen Hauptmann Kornelius mit seinem ganzen Haus bekehrte und taufte. &lt;br /&gt;
Da auch die übrigen Apostel nicht müßig waren, das Evangelium zu verkünden, so bildeten sich aus Juden und Heiden nach und nach christliche Gemeinden inner- und außerhalb Judäas. Eine der größten Gemeinde befand sich zu Antiochia, der Hauptstadt Syriens, welche damals den ersten Rang im Morgenland behauptete. Hierher begab sich nun der heilige Petrus um das Jahr 36 nach Christi Geburt und schlug daselbst seinen Sitz auf. Durch seine eifervollen Predigten und großen Wunder, die er auch hier wirkte, bekehrten sich eine Menge Heiden und die Gemeinde wurde bald so berühmt, dass die Gläubigen dieser Stadt zuerst Christen genannt wurden. Sieben Jahre lang verweilte Petrus in dieser Stadt, aber nicht die ganze Zeit, sondern er wanderte von da aus in die umliegenden Länder und verkündete dort den Völkern das heilige Evangelium. Auch ging er im Jahr 37 nach Jerusalem, um dort die Christengemeinde zu besuchen und kam da mit dem heiligen Paulus zusammen, der 15 Tage bei ihm verblieb. &lt;br /&gt;
Nachdem der heilige Petrus wie ein fleißiger Sämann überall den Samen des göttlichen Wortes im Morgenland in die Herzen derjenigen, welche guten Willens waren, gestreut und dem Teufel Tausende von Seelen entrissen hatte, unternahm er es, den Geist der Lüge und des Truges in jener Stadt zu bekämpfen, wo dieser seit Jahrhunderten schon seinen Sitz aufgerichtet und die Völker der Erde vergiftet hatte, nämlich in der Stadt Rom. In dieser Stadt war der Mittelpunkt des Götzendienstes. In 450 Götzentempeln wurden dort 30 000 Götter angebetet; aller Gräuel der schändlichsten Laster wurde dort verübt. Dorthin nun, wo der Satan seinen Thron aufgeschlagen hatte und Millionen von Seelen in seinen Schlingen gefangen hielt, wollte Petrus ziehen, um von da aus die Welt mit dem Licht des Glaubens zu erleuchten und das Joch des Satans zu zerbrechen. &lt;br /&gt;
Die nächste Veranlassung zu seinem Zug nach Rom war das gefährliche Treiben Simon des Zauberers. Dieser gottlose Mensch hielt sich zuvor in Samaria auf, wo er Zauberei trieb und das Volk irre führte, indem er sich für Gott ausgab. Der heilige Martyrer Ignatius nennt ihn den Erstgeborenen des Satans, weil er mit Hilfe des Teufels so viel Unheil anstiftete. Als der heilige Diakon Philippus aber nach Samaria kam, dort predigte und große Wunder wirkte, da bekehrte sich eine Menge Männer und Frauen; auch der Zauberer Simon heuchelte Bekehrung und ließ sich taufen, in der Meinung, er würde dadurch die Wundergabe erhalten. Die Gläubigen zu Samaria waren wohl getauft, aber noch nicht gefirmt. Da kamen nun der heilige Petrus und Johannes von Jerusalem nach Samaria und erteilten ihnen die heilige Firmung. Als nun Simon der Zauberer die wundervollen Gaben sah, welche der heilige Geist in den Gefirmten wirkte, bot er Petrus Geld an, damit er ihm auch die Gewalt verleihe, den heiligen Geist mitzuteilen. Petrus aber durchschaute den Gottlosen, verfluchte ihn und sein Geld und mahnte ihn zur Buße und Umkehr zu Gott. – Aber der Diener des Satans blieb verstockt, verließ Samaria und stiftete eine Religion, die der menschlichen Sinnenlust schmeichelte und eine Menge Menschen verführte. Endlich zog er nach Rom, um auch dort sein Gift, besonders unter den Juden, die dort zahlreich waren, zu verbreiten. Ihm nach zog nun der heilige Petrus, um seiner Bosheit Einhalt zu tun. &lt;br /&gt;
Es war das Jahr 42 nach Christus; der Kaiser Klaudius herrschte damals in Rom; im ganzen römischen Reich war Friede. Nachdem der heilige Petrus in der Stadt Antiochia den heiligen Evodius zu seinem Nachfolger eingesetzt hatte, reiste er mit dem heiligen Evangelisten Markus ab und stiftete unter Weges in Pontus und in Bythinien mehrere Christengemeinden. Als er in Rom angekommen war, wandte er sich zuerst an die Juden, predigte in ihren Schulen und Bethäusern und bekehrte eine große Zahl; dann wandte er sich an die Heiden und gewann unter anderem auch den vornehmen Ratsherren Pudentius, bei dem er sieben Jahre wohnte. Im Haus desselben feierte er das heilige Messopfer und weihte die erste Kirche zu Rom, d.h. das erste Haus, wo die Christen sich versammelten. Mittlerweile hatte der Zauberer Simon sich schon zahlreichen Anhang unter den Heiden verschafft; er tat mit Hilfe des Teufels viele Wunderzeichen und brachte es so weit, dass Kaiser Klaudius und der hohe Rat ihm sogar eine Bildsäule setzten mit der Inschrift: „Simon, dem heiligen Gott“. Petrus bekämpfte ihn und besiegte ihn später, wie wir hören werden. &lt;br /&gt;
Im Jahr 44 machte der heilige Petrus eine Reise nach Jerusalem, um dort das Osterfest zu feiern. In dieser Stadt herrschte damals der Fürst Herodes Agrippa, welcher die Christen hasste und verfolgte. Schon hatte der den heiligen Apostel Jakobus, den Bruder des heiligen Johannes, hinrichten lassen; auch der heilige Petrus, das Haupt der Kirche, sollte getötet werden. Er wurde daher gefangen genommen und, mit einer doppelten Kette gefesselt, ins Gefängnis geworfen. Zwei Soldaten wachten an seiner Seite, zwei bewachten die Tür des Gefängnisses. Alle Gläubigen Jerusalems beteten für die Befreiung des heiligen Apostels und Oberhirten. Gott erhörte sie. &lt;br /&gt;
In der Nacht erschien ein Engel im Gefängnis, weckte den Petrus, zerbrach die Ketten, öffnete die Tür und führte ihn an den Wächtern vorbei unversehrt in das Freie. Petrus ging in ein ihm bekanntes Haus und da er sich dort vor den Nachstellungen des Herodes nicht sicher glaubte, begab er sich an einen anderen Ort und kehrte dann nach einiger Zeit nach Rom zurück, von wo aus er seinen ersten Brief an die Gemeinden schrieb, die er gegründet hatte. – Im Jahr 51 machte er wieder eine Reise nach Jerusalem, wo er einer Versammlung der Apostel beiwohnte, und dabei zuerst als das Oberhaupt der Kirche seine Stimme erhob; dann besuchte er Antiochia, wo er früher so viel im Weinberg des Herrn gearbeitet hatte, durchzog predigend mehrere Länder und kehrte dann nach Rom zurück, wo inzwischen der heilige Paulus zu den schon vorhandenen Christen eine große Menge neuer Gläubiger hinzufügte. &lt;br /&gt;
Damals (im Jahr 65) herrschte in Rom der grausame Kaiser Nero, ein unsinniger Verehrer der Zauberei. Simon der Zauberer hatte sich deshalb in seine Gunst eingeschlichen und wurde von ihm sogar göttlich verehrt. Dieser gottlose Mensch, der so viele Seelen schon in sein Garn gelockt hatte, ließ in der Stadt das Gerücht verbreiten, er wolle zum Beweis, dass er ein Gott sei, sich in die Lüfte erheben. An einem Tag der öffentlichen Schauspiele in Gegenwart des Kaisers und des Volkes wollte er dies Wunder vollbringen. Aber in dem Augenblick, als der Betrüger mit Hilfe des Satans sich wirklich in die Luft erhob, da warf sich, sagt der heilige Ambrosius, Petrus auf die Knie, betete zum Herrn und überwand durch sein Gebet den Zauberer. Denn eher drang das Gebet zum Herrn als der Flug des Zauberers geschah, eher kam zu ihm die gerechte Bitte als der Frevel und die Anmaßung vollbracht wurde. Der Betrüger, von den Teufeln verlassen, die ihn erhoben, fiel herab auf die Erde, zerbrach sich die Beine und benetzte mit seinem Blut das Haus, aus dem der Kaiser zusah. Man trug ihn fort; vor Scham und Verdruss stürzte er sich hierauf in einen Abgrund und endete so sein ruchloses Leben. Der Kaiser, über diesen Sieg des heiligen Petrus, noch mehr aber über die immer mehr wachsende Menge der Gläubigen aufgebracht, gab den Befehl, ihn zu ergreifen. Als die Gläubigen dies erfuhren, drangen sie mit Bitten und Tränen in ihren geliebten Oberhirten, aus der Stadt zu fliehen. Nach langem Bitten gab er endlich nach. Zur Nachtzeit nahm er Abschied von den Brüdern und schickte sich an, heimlich die Stadt zu verlassen. Als er durch das Stadttor ging, erzählt der heilige Ambrosius, sah er plötzlich seinen göttlichen Meister mit einem Kreuz auf dem Rücken stehen. Petrus fragte ihn: „Herr, wo gehst du hin?“ Jesus erwiderte: „Ich gehe nach Rom, um mich abermals kreuzigen zu lassen.“ – Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Heilands, der ihm seinen Martertod vorausgesagt hatte und erkannte nun, dass es des Herrn Wille sei, dass er am Kreuze sterbe. Der Heiland war verschwunden, Petrus aber kehrte nach Rom zurück, wo er den Brüdern die Erscheinung entdeckte und zugleich erklärte, dass er fest entschlossen sei, nach dem Willen des Herrn den Tod zu leiden. Noch heute steht eine Kapelle an der Stätte, wo der Heiland dem heiligen Apostel erschien. Bald sollte dies in Erfüllung gehen! Kaiser Nero ließ den heiligen Petrus und mit ihm auch den heiligen Paulus, der sich ebenfalls in Rom befand, ergreifen und in das mamertinische Gefängnis werfen. Dies war ein grauenvoller Ort und bestand aus drei Gewölben, in deren unterstes die beiden heiligen Apostel geworfen und an eine Säule gefesselt wurden. &lt;br /&gt;
Aber auch im Kerker setzten sie ihr Amt, Seelen für Jesus zu gewinnen, fort. Sie bekehrten ihre beiden Wächter und noch 47 andere Personen, und da es an Taufwasser gebrach, bewirkten sie durch ihr Gebet, dass plötzlich aus dem felsenbedeckten Boden eine Quelle hervorsprudelte, mit deren Wasser sie die Bekehrten tauften, welche nachher alle des Martertodes starben. &lt;br /&gt;
Neun Monate blieben die beiden heiligen Apostel im Gefängnis, dann wurden sie zum Tode ausgeführt. Petrus wurde zuvor gegeißelt und auf den Richtplatz zur Kreuzigung geschleppt. Als er auf dem Richtplatz angekommen war, bat er die Henker, ihn mit abwärts gekehrtem Haupt zu kreuzigen. Er hielt sich nämlich, wie der heilige Hieronymus bemerkt, für unwürdig, wie sein Herr und Meister zu sterben. Die Henker erfüllten seine Bitte, er wurde mit zum Boden gekehrtem Haupt gekreuzigt am 29. Juni um das Jahr 65 oder 66. &lt;br /&gt;
Petrus hatte der Kirche 33 Jahre als Oberhaupt vorgestanden, ungefähr 25 Jahre als Bischof zu Rom. Nach dem Zeugnis des heiligen Gregor von Nazianz führte er ein sehr strenges Leben; seine Speise bestand meistens in unschmackhaftem Gemüse. Sein Weib, das er nunmehr als seine Schwester betrachtete, starb ebenfalls des Martertodes. Einen schönen Spruch führt man auch aus seinem Munde an: „Eine Seele in Not ist nahe bei Gott.“&lt;br /&gt;
Sein Leichnam wurde durch den Priester Marzellus vom Kreuz herabgenommen, von zwei heiligen Frauen Basilissa und Anastasia einbalsamiert und dann, wie sehr alte Kalender berichten, auf dem Hügel, wo jetzt die prächtige Peterskirche steht, begraben. Der heilige Papst Anakletus ließ ein kleines Bethäuschen über das Grab des heiligen Apostels bauen, denn er durfte es wegen der Heiden nicht wagen, das Grab mit einer Kirche zu ehren. Als aber das Christentum über das Heidentum gesiegt hatte, ließ der erste christliche Kaiser Konstantin eine prachtvolle Kirche bauen und als diese unter Papst Nikolaus V. baufällig geworden war, beschloss sein Nachfolger, Julius II., an ihre Stelle die herrlichste Kirche der Welt zu setzen. Im Jahr 1506 wurde der Bau begonnen und im Jahr 1626 vom Papst Urban VIII. Feierlich eingeweiht. Die Kirche hat 100 Millionen Gulden gekostet, wozu die ganze damalige Christenheit beisteuerte. &lt;br /&gt;
In diesem überaus prachtvollen Gotteshaus nun, dem größten und herrlichsten unter allen in der Welt, befindet sich unter dem Hochaltar das Grab oder die Konfession des heiligen Petrus. Auf zwei Marmortreppen kann man hinabsteigen; 122 Lampen brennen da Tag und Nacht, um anzudeuten das Licht des Glaubens, welches Petrus in die ganze Welt verbreitet hat. – Kein Monarch der Welt hat ein so herrliches Grab, als der arme Fischer Petrus, aber auch kein Monarch der Erde hat so Großes getan, als dieser arme demütige Fischer und keiner hat eine solche Macht und Würde von Gott erhalten als er. Gerade diesen armen Fischer hat Gott auserwählt, um seinen Namen vor Kaiser und Könige zu tragen und den Juden und Heiden zu verkünden; gerade diesen armen und ungebildeten Fischer hat er auserkoren, um seine heilige Kirche zu regieren und der erste Hirt der Gläubigen zu sein, auf dass alle Welt erkenne, wie die Gründung, die Verbreitung und immerwährende Dauer seiner Kirche nicht eines Menschen Werk, sondern eine Tat seiner Allmacht ist! Vor diesem Fischer, sagt der heilige Augustin, beugt sich das Knie des Kaisers und dort funkeln die Edelsteine der Krone, wo die Wohltaten dieses Fischers strahlen. &lt;br /&gt;
Welche Wohltaten aber durch den heiligen Petrus und seine Nachfolger, die Päpste, der Menschheit zugeflossen sind und noch zufließen, davon wäre ein ganzes Buch zu schreiben. Da nun aber in unserer Zeit von den Feinden der katholischen Kirche gar so sehr geschmäht wird, so will ich dir, lieber Leser, einiges erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von den Wohltaten der Päpste&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass der heilige Apostel Petrus von Christo dem Herrn zum obersten Hirten aller Gläubigen, zum Oberhaupt der Kirche, zum Mittelpunkt der Einheit des wahren katholischen Glaubens erwählt und eingesetzt worden ist, darüber kann kein Zweifel herrschen, wenn man die Worte des Heilands betrachtet, die er zu ihm gesprochen. Dass aber auch die Bischöfe von Rom, wo Petrus gelebt, gelehrt, sein hohes Amt verwaltet hat und gestorben ist, seine rechtmäßigen Nachfolger sind, dass er gleichsam in ihnen fortlebt, darüber kann eben so wenig gezweifelt werden; denn alle heiligen Väter der Kirche schon aus der frühesten Zeit und alle heiligen Konzilien stimmen hierin überein. Ich führe aus der Menge dieser Zeugnisse nur einige an. Auf der Kirchenversammlung zu Ephesus, welche im Jahr 431 gegen die Ketzerei des Nestorius gehalten wurde, waren 200 Bischöfe und Erzbischöfe versammelt. Vor Eröffnung der Versammlung hielt der heilige Bischof Cyrillus eine Rede, in welcher er den Bischof von Rom „Vater“, „Patriarch“ und „Erzbischof“ der ganzen Welt nennt. 20 Jahre später wurde wieder eine Kirchenversammlung zu Chalzedon gegen die Ketzerei des Eutyches gehalten. 520 Bischöfe und Erzbischöfe waren da gegenwärtig und aus dem Mund dieser Bischöf erscholl einstimmig: „Petrus hat durch den Mund des Papstes Leo gesprochen! Petrus lebt noch immer fort auf seinem Stuhl!“ Das 18. Konzil, gehalten zu Florenz 1439, auf welchem 140 morgen- und abendländische Bischöfe samt dem Papst Eugen IV. versammelt waren, erklärte feierlich: „Dass der römische Papst das geistliche Vorsteheramt über die ganze Welt habe, dass er der Erbe des Stuhles des heiligen Petrus, der wahre Statthalter Christi, das Haupt der ganzen Kirche, der Vater und Lehrer aller Christen, und ihm in der Person des heiligen Petrus die vollkommene Macht übergeben worden sei, die allgemeine Kirche zu weiden, zu leiten und zu regieren.“&lt;br /&gt;
Welche Segnungen nun die Nachfolger des heiligen Petrus, die Päpste, als oberste Hirten der Kirche über die Menschen verbreitet haben, davon gibt Zeugnis:&lt;br /&gt;
1.	Die Erhaltung des wahren Glaubens, den Gottes Sohn gelehrt und die Apostel gepredigt haben. Das Bekenntnis des heiligen Petrus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigesn Gottes“, ist die Grundlage des Christentums, ist das Fundament, auf welches der Heiland seine Kirche gebaut. Ist Christus nicht „Gottmensch“, „dann ist er auch nicht Welterlöser, dann ist seine Lehre nicht vom Himmel, dann ist sie nur Menschenerfindung. Deshalb haben denn auch die Irrlehrer von Anbeginn und die Ungläubigen unserer Tage gegen diese Grundlehre der katholischen Kirche, dass nämlich Jesus wahrhaft Gottes Sohn, dass er Mensch geworden, also wahrhaft Gott und Mensch zugleich sei, gekämpft und dieselbe zu leugnen und zu vernichten gesucht. Die Päpste aber sind es gewesen, die den wahren Glauben an Jesus, den Gottmenschen, verteidigt, bewahrt und gegen alle Angriffe sicher gestellt, die die Irrlehre, wo sie immer auftaucht, verworfen, die immer das Bekenntnis Petri: „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes“ feierlich der ganzen Welt verkündet haben. Ohne ihre Wachsamkeit, ohne ihren Eifer für die Reinheit des Glaubens wäre es dem Geist der Lüge schon längst gelungen, den wahren Glauben aus den Herzen der Gläubigen zu tilgen. &lt;br /&gt;
Es ist eine der denkwürdigsten Tatsachen der Kirchengeschichte, dass Rom, welches alle Ketzereien durch seine Päpste besiegt hat, selbst nie auch nur von dem Schatten eines Irrtumes in Glaubenssachen berührt und getrübt worden ist. Eben darum wendeten sich auch in allen Jahrhunderten die Bischöfe, die Gemeinden und die Gläubigen, deren kirchlicher Friede durch Irrlehrer oder durch Eingriffe der weltlichen Gewalt gefährdet worden war, Rat suchend und Schutz und Trost erflehend an die Päpste, die Nachfolger Petri. Und wie herrlich, wie kräftig wussten diese, „ihre Brüder zu stärken“, mit ihnen zu kämpfen, mit ihnen zu leiden bis zum Martyrium. Wenn Rom in seinen Päpsten sprach, erzitterte, trotz all seines Hasses, der Irrtum; beugte sich, trotz all ihres vorgeblichen Stolzes, die Macht der Welt! Der Nachfolger des heiligen Petrus hat den Gewaltigen dieser Erde gegenüber kein Schwert, keine Waffen. In der Wahrheit und in der Geduld gründet die Unüberwindlichkeit der Kirche Christi. Die göttliche Gerechtigkeit hat es übernommen, schließlich den Streit der wehrlosen Braut des Herrn an deren Feinden auszukämpfen und für sie zu siegen. Das ist folgerichtig auch die Stellung des Oberhauptes der Kirche, seine Rüstung, seine Macht, sein Sieg. In dem Bewusstsein dieser Kraft der Wahrheit und der ewigen Gerechtigkeit die Ausführung und Vergeltung überlassend, trat in unseren Tagen der Stellvertreter Christi, Gregor XVI. dem mächtigen Fürsten der Erde, dem russischen Zar Nikolaus gegenüber und führte Angesicht gegen Angesicht Klage über die Bedrängnis, ja über das Martyrium der katholischen Kirche in Russland. Man erzählt, dass aus jener unvergesslichen Audienz (1846) der stolze Autokrat mit tiefer Erschütterung herausgetreten, in dem demütigenden Gefühle, wohl zum ersten Mal in seinem Leben vor einer höheren Autorität, wenn auch wider Willen, sich gebeugt zu haben. &lt;br /&gt;
Aber die Päpste haben nicht bloß gegen Lüge und Irrtum gekämpft, wenn er sich in Wort und Schrift äußerte, sondern sie haben auch mit aller Macht für den Glauben gekämpft, als er mit Feuer und Schwert bedroht war. Die Kreuzzüge, dieser glänzendste Aufschwung des kindlichsten und begeistertsten Glaubens, vermählt mit der Blüte ritterlicher Tapferkeit, sind die Idee und das Werk der Päpste. Wäre die christliche Welt von dieser Idee nicht gewichen, und hätte nicht die Sünde ihrer Großen, der gerechten und heiligen Unternehmung nachmals den Segen Gottes geraubt; Europa hätte nie das Unheil eines Einbruches der Osmanen, nie den Untergang der christlichen Herrschaft im Morgenland erlebt; die Päpste wären die Retter Konstantinopels gewesen, das sie hasste, weil die Trennung von der Einheit mit Petrus auch der Tod der Liebe ist. Als nun wirklich vor 400 Jahren die Türken über das Abendland hereinbrachen und ihre Horden sengend und mordend sich über die Länder Europas ergossen, um das Christentum, welches sie tödlich hassten, gänzlich auszurotten, da waren es wieder die Päpste, welche die Großen und Mächtigen der Erde zum Kampf aufriefen und begeisterten, und so verhinderten, dass der Halbmond statt des Kreuzes auf den Türmen der Kirchen glänzt!&lt;br /&gt;
2.	Die Ausbreitung des christlichen Glaubens&lt;br /&gt;
Schon der heilige Petrus wurde von der göttlichen Vorsehung nach Rom gesendet und musste dort in der Hauptstadt der Welt seinen Sitz aufschlagen, damit von da aus das Christentum seine Strahlen in alle Länder der Erde senden konnte. Von den Tagen des heiligen Petrus an sandten die Päpste unaufhörlich Missionare in alle Länder der Erde, um die verlorenen Schafe einzuführen in den Schafstall Christi. – Wem hat England, Frankreich, Deutschland, Schweden, Russland, Polen das Christentum zu verdanken? Den Päpsten. Wer hat nach Amerika, nach Asien, nach Australien die Missionare gesendet? Die Päpste. Wer sucht selbst im Inneren von Afrika die Fackel des Glaubens anzuzünden? Die Päpste. In ihrem Namen, von ihnen gesegnet, ziehen die Missionare alljährlich aus, um Christum, den Gekreuzigten denen zu predigen, welche noch im Schatten des Todes sitzen! Selbst in Mitte ihrer eigenen äußersten Bedrängnisse haben die Päpste nie diese Sorge vergessen, haben nie diese Pflicht ihrer erhabenen Stellung sich versagt. Es ist nicht nötig, dass wir Beispiele der Vorzeit anführen; sie beginnen mit den Martyrerpäpsten, aber sie enden nicht mit dem durch die Revolution gefangenen heiligmäßigen Pius VI., nicht mit den durch Napoleon schwergeprüften Pius VII. Eben unser heiligster Vater Pius IX. hat, während sein Herz blutete, tief verwundet von den Gräueln der sogenannten römischen Republik, während seiner Verbannung zu Gaeta die großartigsten Anstalten und Fürsorgen getroffen für die Missionen in Asien und Afrika und für das so herrliche Werk der Loskaufung der Negerkinder in Ägypten und Äthiopien. &lt;br /&gt;
3.	Die Erhaltung und Ordnung des Familienlebens und der menschlichen Gesellschaft&lt;br /&gt;
Auf der Heilighaltung des Ehebandes beruht das Wohl und Glück der Familien und der Völker. Sobald das Eheband nicht mehr heilig gehalten wird, ist allen Lastern der Zugang geöffnet und Familie und Volk gehen zugrunde. Die Päpste haben immer für die eheliche Treue geeifert, immer die Unauflösbarkeit des Ehestandes gelehrt und verteidigt; nie zugegeben, dass eine rechtmäßige Ehe getrennt, dass ein Ehegatte sein Weib verlassen oder verstoßen und eine andere Ehe eingehen dürfe. Sie haben sich Kaisern und Königen widersetzt, die so etwas tun wollten. Um die Heiligkeit der Ehe zu wahren, gegen den Übermut der Mächtigen, für die Erhaltung der Rechte derer, welche sich selbst nicht schützen konnten, der Rechte der Frauen, der Kinder, der Waisen und Schwachen setzten Roms Päpste selbst persönlichen Gefahren, Verlusten und Verfolgungen sich aus, bereit, anstatt das Recht zu beugen, eher ganze Reiche von der Kirche scheiden zu lassen. – Die Päpste haben immer durch Wort und Beispiel die Sittlichkeit zu fördern gesucht und mit aller Macht auf die Übung aller christlichen Tugenden gedrungen. Unter den 258 Päpsten, welche auf dem Stuhl des heiligen Petrus saßen, zählt man 77 Heilige und Martyrer und vielleicht nur 5 Päpste sind es, welche für ihre Person ein sündhaftes Leben geführt, aber dabei nie im Glauben gewankt haben. „Selbst die Fehler dieser Päpste“, sagt ein protestantischer Gelehrter, „sind nur darum so auffallend, weil sie Fehler der Päpste waren“. Aber auch die Päpste sind Menschen und ein heiliger Petrus ist gefallen!&lt;br /&gt;
Immer haben die Päpste der Welt verkündet, dass alle Gewalt von Gott sei, dass man der Obrigkeit um Gottes willen gehorchen müsse. Immer haben sich die Päpste jener Empörung widersetzt und die Völker gemahnt, jedweder Obrigkeit Gehorsam, Ehrfurcht und die schuldigen Abgaben zu leisten. Dagegen haben sie aber auch die wahre Freiheit der Völker gegen ungerechte Bedrückung und Unterjochung der Fürsten in Schutz genommen und ihre Rechte verteidigt. Immer haben sie für die Freiheit der Kirche geeifert und nie zugegeben, dass die Fürsten die Rechte der Kirche unterdrücken und ihre freie Bewegung zum Heil des Volkes hemmen. &lt;br /&gt;
Die Päpste waren es, welche zuerst und immer gegen die Sklaverei sich erhoben und sich bemühten, die Leibeigenschaft aufzuheben. Sie haben immer die Rechte beschützt und verteidigt, welche der Mensch von Natur aus besitzt, immer haben sie die schuldlos Verfolgten in Schutz genommen und ihnen eine Zufluchtsstätte gewährt. &lt;br /&gt;
Die Päpste waren von jeher die Friedensstifter unter den Großen der Erde und als im Mittelalter in Frankreich und Deutschland die Streit- und Kampfwut schreckliche Unordnungen anrichtete und ganze Länderstrecken mit Streit, Mord und Brand erfüllt waren, da enstand durch die Bemühung der Geistlichkeit der Gottesfrieden, gemäß welchem unter Strafe des Bannfluches am Donnerstag, am Freitag, Samstag und Sonntag jeder Kampf ruhen musste und die Päpste waren es, welche über die Beobachtung des Gottesfriedens wachten und der Raub- und Kampfgier ein Ziel setzten. &lt;br /&gt;
4.	Die Pflege der Werke der Barmherzigkeit und der christlichen Liebe&lt;br /&gt;
Es gibt kein geistliches und leibliches Elend, welchem die Päpste nicht abzuhelfen suchten. Davon geben die zahlreichen Anstalten der Wohltätigkeit in der Stadt Rom das herrlichste Zeugnis. Wer hat die ersten Krankenhäuser, Findelhäuser, Waisenhäuser, Irrenhäuser errichtet? Die Päpste. Wer hat sich zuerst um die Aussätzigen angenommen? Die Päpste. Wer hat die zahllosen Bruderschaften und Orden bestätigt, und sie mit Privilegien bereichert und unterstützt, welche gestiftet wurden, um dem Menschenelend abzuhelfen? Die Päpste.&lt;br /&gt;
So bezeugt denn die Geschichte aller Jahrhunderte bis zu unserer Zeit, dass die Päpste nicht umsonst den Namen „Papa“, „Vater“ führen. Wie ein Vater seine Kinder um sich versammelt, sie bewacht, beschützt, pflegt und nährt und keine Mühe spart, sie glücklich zu machen, so trägt auch der Papst die Kinder der katholischen Kirche, welche beinahe 200 Millionen ausmachen, wie ein Vater in seinem Herzen, er betet, er wacht, er kämpft für sie, er erhält sie im Glauben an Jesus, den Sohn Gottes und sucht sie dem Himmel zuzuführen. – &lt;br /&gt;
Du bist auch ein Kind dieser Kirche; der Papst ist dein Oberhirt, dein geistlicher Vater! Willst du ihn lieben, ihm gehorchen, ihn ehren, für ihn beten? –&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet der Kirche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme dich deines Dieners, unseres Papstes N., und leite ihn nach deiner Güte auf den Weg des Heiles, damit er mit deiner Gnade das erlange, was dir wohlgefällig ist und es mit ganzer Kraft vollbringe durch Christum, unseren Herrn. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der erste Petrusbrief=&lt;br /&gt;
Zwei Briefe im neutestamentlichen Kanon werden dem hl. Petrus zugeschrieben. Der erste ist von »Babylon« (5,13) geschrieben. Damit ist nach einer auch sonst nachweisbaren symbolischen Bezeichnung die Welthauptstadt Rom gemeint. Der Aufenthalt des hl. Petrus in Rom ist auch durch andere Zeugnisse bewiesen. Empfänger des Briefes, der als Rundschreiben gedacht ist, sind die Christen der in 1,1 genannten kiemasiatischen Gebiete, zu denen Petrus auf Grund seiner Führerstellung in der Kirche, vgl. besonders Matth 16,17-19 Luk 22,32; Joh 21,15-17; Apg 1,15; 2,14; 10,1-11,18, mit voller Autorität spricht. Dabei soll die Möglichkeit nicht verneint sein, daß Petrus vor seinem Brief in persönlicher Beziehung mit den angeredeten Gemeinden gestanden war. Der Brief, der nach 5,12 durch den bekannten Missionsgefährten Silvanus (Silas), vgl. Apg 16,19; 17,4f; 18,5; 2 Kor 1,19; l und 2 Thess 1,1, seine sprachliche Fassung erhielt, dürfte um das Jahr 64 geschrieben sein. Er will die von Leiden heimgesuchten Christen mit Mut und Zuversicht aus christlicher Glaubenshaltung erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der zweite Petrusbrief=&lt;br /&gt;
Der folgende Brief bezeichnet sich im Eingang als von Symeon Petrus stammend, verweist 1,16 bis 18 ausdrücklich auf das Miterleben der Verklärung Jesu, spricht 1,14 von einer persönlich empfangenen Offenbarung über den bevorstehenden Tod des Absenders und bezieht sich 3, 1 auf ein früheres Schreiben, mit dem wohl 1 Petr gemeint sein dürfte. Neben diesen Anzeichen, die eindeutig für den Apostel Petrus sprechen, zeigt der Brief nicht zu übersehende kanongeschichtliche, literarische und inhaltliche Besonderheiten, so daß es nicht an ernsten Stimmen fehlt, die meinen, der Brief könnte erst später unter dem Namen des Apostels verfaßt worden sein. Andere versuchen, die Schwierigkeiten mit Hinweis auf 1Petr 5,12 zu lösen, in der Annahme, daß unser Brief im Auftrag des Apostels durch einen unbekannten Mitarbeiter seine Form erhalten habe. Bei dieser Annahme wäre der Brief mit Rücksicht auf 1,14 in die Zeit kurz vor dem Tod des hl. Petrus zu setzen, vielleicht 66-67, wenn man nicht ein früheres Todesjahr annehmen muß. Als Leser nimmt man auf Grund von 3,1 den gleichen Personenkreis an wie 1 Petr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT:1Petr01]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT:2Petr01]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Petrus&amp;diff=2760</id>
		<title>Petrus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Petrus&amp;diff=2760"/>
		<updated>2009-02-17T13:45:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; ist in diesem Sinne nicht ein Name, sondern ein [[Amt]]. Das Amt des Ersten Hirten der [[Kirche Jesu]]!  Was dieser fügt hat die Herde zu folgen. Was dieser löst auf Erden, ist gelöst im Himmel! Ebenso wird es sein, was dieser Petrus bindet! Es wird gebunden sein im Himmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Binden&#039;&#039;&#039;: z.B. die Weihen (&#039;&#039;Priester-; Ordens-; Ehe usw.&#039;&#039;); Ablässe, usw.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;Lösen&#039;&#039;&#039; : z.B. die Sünden, falsche Versprechen oder falsche Gelöbnisse, etc.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet auch, dass der [[Papst]] das Recht hat, zu ändern - streichen - hinzuzufügen! Das tut er immer besonnen, in der Ausübung des Lehramtes etc. unfehlbar! Der Papst hört dazu immer eine qualifizierte Mehrheit von Bischöfen an. Und was dieser Petrus euch sagt, das tut!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die sich gegen dieses Amt des Petrus (&#039;&#039;= Papst&#039;&#039;) wenden, wenden sich auch somit gegen den Willen Jesu Christi - gegen Gott!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; ist damit der stellvertreter Jesu Christi auf Erden. Also der erste Mensch auf Erden, der die Interessen Gottes laut verkündet = das Evangelium und alle Lehrmeinungen und Glaubensausrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Petrus&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;= Papst&#039;&#039;) wird deswegen auch &#039;&#039;&#039;Heiliger Vater&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Seine Heiligkeit&#039;&#039;) genannt. Nicht der Mensch, der das Amt inne hat, sondern das Petrusamt macht ihm zum Heiligen Vater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ebene 2 Überschrift ==&lt;br /&gt;
Der heilige Apostelfürst Petrus. Jahr 65&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 29. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Rom, der Metropole der Christenheit, ziehen am heutigen Tage viele Tausende von frommen Pilgern aus allen Gegenden der Erde, um am Grab eines armen Fischers zu beten und daselbst Gott zu danken für die vielen Wohltaten, die er durch die Hände dieses Fischers der Menschheit verliehen hat. Dieser arme Fischer ist kein anderer als – der heilige Petrus, der Fürst der Apostel, das erste Oberhaupt und der Grundstein der heiligen katholischen Kirche. &lt;br /&gt;
Er wurde zu Betsaida, einem kleinen Flecken am See Genesareth in Galiläa geboren. Sein Vater hieß Jonas, sein Bruder Andreas, er selbst hieß, vor seinem Berufe zum Apostel, Simon. Zuerst trieb er, wie sein Vater, in Betsaida das Fischerhandwerk; dann zog er von da weg nach Kapharnaum, einer Stadt, ebenfalls am See Genesareth und heiratete dort. Sein Bruder Andreas folgte ihm und beide trieben an den Ufern des fischreichen Sees ihr Gewerbe und dienten dabei in aller Einfalt nach dem Gesetz Mosis ihrem Gott und Herrn. Wie alle frommen Juden warteten auch sie mit heißer Sehnsucht auf den Messias und als sie hörten, dass ein mächtiger Prophet am Fluß Jordan sich zeige, nämlich der heilige Johannes, und Buße predigte, ließen sie sich unter seine Jünger aufnehmen. &lt;br /&gt;
Johannes der Täufer hatte aber das Zeugnis abgelegt, dass er der Messias nicht sei und verwies seine Jünger auf Jesus, den er am Fluß Jordan getauft hatte, indem er zu ihnen sprach: „Sehet, dieser ist das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt hinwegnimmt.“ Kaum hatte Andreas dies gehört, so eilte er voll Verlangen zu Jesus und blieb bei ihm die ganze Nacht. Aus den Unterredungen, welche er mit dem Heiland hielt, überzeugte er sich, dass er Christus, der Erlöser sei und machte sich frühmorgens sogleich auf, seinem Bruder Simon zu sagen, dass er den Messias gefunden habe. Simon, voll Freude hierüber, ging sogleich mit seinem Bruder zu Jesus, um sein heiliges Wort zu hören. Kaum hatte ihn der Heiland erblickt, so nannte er ihn sogleich bei seinem Namen, und veränderte denselben in Kephas, was so viel als „Petrus“, „Fels“ heißt. Beide Brüder blieben nun einige Zeit bei dem Heiland, ließen sich von ihm unterrichten, und kehrten dann wieder mit dem Entschluss, ihn öfters zu besuchen, zu ihrem Gewerbe zurück. &lt;br /&gt;
Eines Tages, da sie gerade nach der Arbeit ihre Netze auswuschen, um sie dann zu trocknen, kam Jesus zu ihnen, begleitet von einer Menge Volkes, das ihn hören wollte. Jesus wollte dem Gedränge ausweichen, stieg in das Schifflein des Petrus und predigte von da aus dem Volke, welches am Ufer stand. Nach der Predigt befahl Jesus dem Petrus, mit dem Schifflein in den See zu fahren und sein Netz nochmal auszuwerfen. Petrus hatte zwar die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber voll Vertrauen auf den Heiland warf er in dessen heiligstem Namen das Netz aus und siehe da, er fing eine solche Menge Fische, dass nicht bloß sein Schifflein, sondern auch das der beiden Gewerbsgenossen Jakobus und Johannes, welche in ihrer Nähe fischten, voll wurden. &lt;br /&gt;
Petrus, ganz bestürzt über dieses Wunder, warf sich in tiefster Demut vor die Füße Jesu und rief aus: „Herr, gehe weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch.“ Er hielt sich nämlich einer so hohen Gnade, die ihm der Heiland erwies, nicht würdig; allein dieser sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fischen“; er wollte nämlich zu ihm sagen: Von nun an wirst du durch Predigten in meinem Namen die Menschen bekehren und sie für das Reich Gottes gewinnen. Jetzt folgten Petrus und Andreas dem Heiland für immer nach. Sie ließen ihre Schiffe und Netze zurück, ja der heilige Petrus verließ auch sein Weib und blieb bei Jesus bis zu dessen Tode. Der Heiland hatte ihn mit der Allgewalt seiner Liebe an sich gezogen: Petrus konnte diesem Zuge nicht widerstehen und so gab er alles, was er besaß, sich selbst dem Heiland hin, um dafür alles, nämlich Gott und den Himmel zu gewinnen. O wenn dich, christliche Seele, der Herr mit seiner Gnade zieht, wenn er dich ruft, wenn er an dein Herz klopft, folge ihm ohne Zaudern; du wirst unbegreifliche Schätze des Trostes, des Friedens, der Seligkeit finden! &lt;br /&gt;
Im Jahre 31 bald nach dem Osterfest zog sich Jesus auf einen Berg zurück und betete dort die ganze Nacht. Früh morgens berief er seine Jünger, deren schon eine große Zahl war, und wählte dann aus ihnen 12, die er Apostel, d.h. Boten, Gesandte, nannte. Der erste, auf welchen seine Wahl fiel, war Simon Petrus. Hieraus und aus noch anderen Stellen der heiligen Schrift geht hervor, dass Petrus von dem Heiland besonders ausgezeichnet und an die Spitze der Apostel gestellt wurde. Daher nennen die heiligen Evangelisten, wenn sie die Apostel aufzählen, immer den heiligen Petrus zuerst, ja der heilige Matthäus nennt ihn ausdrücklich „den Ersten“. Wenn Jesus mit den Aposteln redete, so richtete er gewöhnlich das Wort an Petrus, und Petrus antwortete im Namen aller. Petrus war also schon zur Zeit Jesu das Haupt der Apostel und Jünger des Herrn, wie er nachher das Haupt der ganzen Kirche wurde. &lt;br /&gt;
Warum aber hat der göttliche Heiland den Petrus so ausgezeichnet? Wegen seines Glaubens, seiner Liebe und seines brennenden Eifers für das Heil der Seelen. Petrus hatte ein feuriges Gemüt: er liebte Jesus über alles und wenn es darauf ankam, ihm seine Liebe zu zeigen, war er gewiss der Erste. Als Christus einst in der Wüste bei Betsaida 5000 Mann mit einigen Gerstenbroten und zwei Fischen gespeist hatte, und nun das Volk nicht mehr von ihm weichen wollte, da zog er sich auf einen Berg zurück, seinen Jüngern aber befahl er am Abend über den See Genesareth nach Kapharnaum zu fahren. Die Jünger gehorchten, bestiegen ein Schiff und fuhren ab. Es war bereits Nacht geworden, der Wind war ihnen entgegen und sie konnten nur mit Mühe weiter kommen. Um Mitternacht, da sie eine Stunde weit gekommen waren, kam Jesus auf dem Wasser wandelnd zu ihnen. Als sie ihn sahen, glaubten sie, es sei ein Gespenst und fürchteten sich; aber als er ihnen zurief: „Fürchtet euch nicht, ich bin’s“, da konnte sich Petrus nicht mehr halten; er rief dem Heiland zu: „Herr, wenn du es bist, so heiße mich zu dir kommen auf dem Wasser“. Dem Herrn gefiel diese Liebe und er sprach: „Komm!“ Sogleich verließ Petrus das Schiff und ging auf dem Wasser Jesum entgegen. Da aber der Wind heftig wehte, fürchtete sich Petrus; in diesem Augenblick fing er an zu sinken; Jesus aber ergriff ihn und sprach: „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt.“ - &lt;br /&gt;
Petrus hatte eine feurige Liebe zu Jesus, mit dieser Liebe glaubte er alles wagen zu dürfen, aber er vergaß dabei einen sehr wichtigen Punkt, nämlich die Demut. Er dachte nicht an seine Schwäche und gab sich deshalb auch nicht mit vollem, ganzem Vertrauen dem Heiland hin, daher ließ ihn dieser sinken, um ihn zu mahnen, wie wenig der Mensch ohne die Hilfe des Herrn vermag! Christliche Seele, wenn nun der liebentflammte, glaubensstarke Petrus in Furcht geriet und sank, wie wenig darfst du dir trauen, wie sehr hast du Ursache, nie dein Auge von Jesus wegzuwenden! &lt;br /&gt;
Jesus verwies dem Petrus seinen Kleinglauben, bald aber machte dieser den Fehler wieder gut. Als nämlich der Heiland mit den Jüngern über den See gefahren war, ging er morgens in die Synagoge, d.h. Lehrschule, von Kapharnaum. Das Volk war ihm auch dahin nachgefolgt. Hier redete nun Jesus von der Himmelsspeise, welche er den Gläubigen geben werde, und die Speise sei keine andere als sein eigen Fleisch und Blut, das müssten sie genießen, wenn sie das ewige Leben haben wollten. Er redete also hier vom heiligsten Altarssakrament. Wie das die Juden hörten, murrten sie und wollten es nicht glauben, aber Jesus beteuerte es wiederholt und sprach: „Wahrlich, wahrlich sag’ ich euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet, so werdet ihr das Leben nicht in euch haben.“ Als nun seine Jünger dies hörten, wollten viele von ihnen es auch nicht glauben, gingen weg von Jesus und wandelten nicht mehr mit ihm. Da nun der Heiland dieses sah, wandte er sich zu den Aposteln und fragte sie: „Wollt auch ihr weggehen?“ Sogleich aber erhob der heilige Petrus seine Stimme und sprach: „Herr, zu wem sollen wir dann gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist Christus, der Sohn Gottes.“&lt;br /&gt;
Petrus bezweifelte nicht mehr die Worte und die Macht Christi; er war überzeugt, dass der, welcher auf dem Wasser gewandelt und ihn vom Versinken gerettet hat, auch die Macht hat, sein heiliges Fleisch und Blut zur Speise geben zu können. Noch heller aber glänzte sein Glaube bei einer anderen Gelegenheit und groß war der Lohn, der ihm dafür geworden.&lt;br /&gt;
Bereits waren zum dritten Mal die Ostertage gekommen, seitdem Jesus sein Lehramt angetreten hatte. Er wanderte gerade mit seinen Aposteln durch die Dörfer von Cäsarea Philippi, als er auf dem Wege still stand und seine Apostel also fragte: „Wofür halten wohl die Leute den Menschensohn?“ Sie antworteten: „Einige halten dich für Johannes den Täufer, andere für Elias, wieder andere für Jeremias oder einen aus den Propheten.“ Da fragte Jesus weiter: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Jetzt öffnete wieder Petrus im Namen aller seinen Mund und sprach: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Auf dieses herrliche Bekenntnis hin sprach Jesus die feierlichen Worte zu Petrus. „Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas; denn nicht Fleisch und Blut hat dir dies geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist. Und ich sage dir, du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein; und was du lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gelöset sein.“&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten machte der göttliche Heiland den Petrus, wegen seines herrlichen Bekenntnisses zum Grundstein seiner Kirche, d.h. der sichtbaren Gemeinde aller rechtgläubigen Christen auf Erden mit den Bischöfen und Priestern. Wie auf dem Grunde das Gebäude ruht, so soll auf dem Glauben und dem Bekenntnis des heiligen Petrus und aller seiner Nachfolger die ganze Kirche ruhen. An diesem Felsengrund sollen alle Mächte der Hölle zerschellen; alle Feinde der Kirche sollen ihr nichts anhaben können, weil sie auf einem unerschütterlichen Felsen gebaut ist, nämlich auf Petrus und seine Nachfolger, die Päpste. &lt;br /&gt;
Es haben die Irr- und Ungläubigen aller Zeit dies zwar geleugnet und leugnen es noch; allein die Wahrheit dessen, was Jesus zu Petrus gesagt hat und wie dieselbe von der katholischen Kirche erklärt wird, bestätigt die Geschichte von mehr als 1800 Jahren. Gegen Petrus, den ersten Papst, und alle seine Nachfolger haben Kaiser, Könige und Fürsten, haben Ketzer und Ungläubige sich erhoben, mehr als 30 Päpste wurden sogar ermordet, aber die Feinde alle haben dagegen nichts vermocht; wie Wasserwellen in einem Felsen sind sie zerschellt und verschwunden, der Papst aber leitet noch die Kirche, Petrus lebt noch fort in ihm und die katholische Kirche steht noch immer da in ihrer alten Herrlichkeit!&lt;br /&gt;
O christliche Seele, welch ein Glück ist es für dich, dass auch du zu dieser heiligen katholischen Kirche gehörst, welche auf den Felsen Petrus gegründet ist! O lasse dich nicht irre machen, wenn du über den Papst schmähen hörst, alles Schmähen, alles Wüten hilft den Feinden der Kirche nicht; denn fest stehen die Worte und bleiben werden sie in Ewigkeit!&lt;br /&gt;
So wie aber Jesus den Petrus zum Grundstein, zum Felsen seiner Kirche gesetzt hat, damit durch ihn die ganze Gemeinde der Rechtgläubigen auf Erden in einem, wahren Glauben an Jesus, den Sohn Gottes, zusammengehalten werde; so machte er ihn auch zum Oberhaupt der ganzen Kirche, zu seinem Stellvertreter, indem er zu ihm sagte: „Dir will ich geben die Schlüssel des Himmelreiches“. &lt;br /&gt;
Es werden zwar in der heiligen Schrift auch die übrigen Apostel Säulen und Grundfesten genannt (Off 21,14; Gal 2,9) und auch ihnen wird von Christus die Gewalt gegeben, zu binden und zu lösen (Joh 20,24); allein die Apostel sind nur in dem Sinne Grundsteine, als sie die Gründer des Christentums unter den einzelnen Völkern sind, und Säulen, als sie das ganze Gebäude der Kirche tragen helfen. Petrus allein ist der Fels, auf welchem die ersten Grundsteine, die Apostel und ihre Nachfolger, die Bischöfe, die Gewalt zu binden und zu lösen, die Gläubigen zu leiten, die Sünden zu erlassen oder nicht zu erlassen, zu lehren und zu urteilen, in die Kirche aufzunehmen oder nicht aufzunehmen oder davon auszuschließen usw. ; allein Christus hat ihnen diese Gewalt später und erst dann gegeben, als er zuerst auf feierliche Weise dem Petrus allein und in ihrer Gegenwart diese Gewalt gegeben hatte. Offenbar wollte Christus dadurch den Petrus auszeichnen, ihm einen Vorrang vor den übrigen Aposteln geben, und dieselben anweisen, dass sie nur in Vereinigung mit dem Oberhaupt der Kirche ihre göttliche Gewalt ausüben dürfen. &lt;br /&gt;
So hat also Jesus das feierliche Bekenntnis des hl. Petrus mit der obersten Würde in seiner Kirche belohnt, aber leider kannst du es auch sehen, wie selbst die höchste Stelle den Menschen nicht vor dem Falle schützt, wie auch ein Mann von felsenfestem Glauben Gott untreu werden und wie selbst die höchste Liebe plötzlich erkalten kann!&lt;br /&gt;
In der feierlichen Abschiedsrede, welche der göttliche Heiland beim letzten Abendmahl hielt, sagte er den Aposteln auch vorher, dass er in den Kreuztod gehen werde. Der heilige Petrus, wie immer, so auch hier voll Eifer, sprach zu Jesus: „Ich will mein Leben für dich lassen.“ Allein Jesus antwortete ihm: „Du willst dein Leben für mich geben? Wahrlich, wahrlich, sag ich dir, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“&lt;br /&gt;
Der Heiland blickte dem liebeseifrigen Petrus in das Herz; er sah darin noch viel eitles Selbstvertrauen; darum warnte er ihn; allein dieser wollte es nicht glauben; sein untergeordneter Eifer hatte ihn verblendet; er unterließ zu wachen und zu beten, wie doch der Herr gemahnt hatte, er setzte sich unbesonnen der bösen Gelegenheit aus – und tat einen tiefen Fall! Er verließ den göttlikchen Heiland, dem er doch bis in den Tod folgen wollte und den er wirklich auf dem Ölberg mit dem Schwert zu verteidigen gesucht hatte, und verleugnete ihn sogar dreimal! Eine gemeine Dienstmagd brachte ihn, den Felsenmann, zur Verleugnung seines Herrn und Meisters!&lt;br /&gt;
Wird dir hier, lieber Leser, nicht bange um das Herz? – Wenn ein heiliger Petrus trotz der Warnung doch so tief fallen kann , weil er auf sich selbst vertraut, nicht wacht, nicht betet und der Gelegenheit nicht ausweicht, wie wird es dir ergehen mit deiner Schwäche, wenn die Versuchung naht und du nicht betest, wachest, fliehest und, dir misstrauend, nur auf den Herrn vertraust? Wie wird es dir ergehen, wenn du der Versuchung nicht gleich anfangs widerstehest, und wenn du gefehlt hast, nicht gleich in Reue dich vom Falle erhebest?! Siehe, der heilige Petrus betet nicht, das ist sein erster Fehler; er wacht nicht über sein Herz, er besinnt sich nicht und denkt nicht an seine Schwäche, das ist sein zweiter Fehler; er verlässt Jesum, das ist sein dritter Fehler; er getraut sich, im Vorhof des Palastes unter die Soldaten sich zu mengen, das war der vierte Fehler; nun verleugnet er seinen Heiland zum ersten Mal, er besinnt sich nicht, denkt nicht nach, was er getan, flieht die Gefahr nicht und verleugnet ihn zum zweiten und dritten Mal; ja er schwört sogar und spricht verächtlich: „Ich kenne diesen Menschen gar nicht!“ – Den, welchen er den Sohn Gottes genannt hat, nennt er einen Menschen, welchen er gar nicht kenne! So fiel nun Petrus von einer Sünde in die andere, immer tiefer und tiefer: wird es dir nicht auch so ergehen, wenn du dich nicht fürchtest, nicht wachst, betest, fliehst und auf den Herrn vertraust, wenn du nicht widerstehst, und gefallen, sogleich zu Gott in Reue dich wendest? &lt;br /&gt;
Die Vorhersagung des Heilands hatte sich erfüllt, ehe der Hahn krähte, also vor Anbruch des Tages, hatte er die dreimalige Verleugnung vollbracht. Doch derjenige, sagt der heilige Hieronymus, welchen Jesus, das Licht der Welt, angeschaut, konnte in den Finsternissen der Verleugnung nicht verharren. In dem Augenblick nämlich, wo ein Vetter des Malchus, welchem Petrus das Ohr abgehauen hatte, sprach: „Hab’ ich dich nicht im Garten gesehen?“, trat Jesus aus dem Saal des Kaiphas, wo er verhört wurde, heraus, wandte sich um auf die Seite, wo Petrus stand, und blickte ihn an. Dieser Blick traf wie der Blitz sein Herz; er erinnerte sich jetzt mit einem Male an das Wort des Herrn: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“; die Augen gingen ihm auf; er erkannte nun seine Untreue und seine Vermessenheit; er flieht jetzt die böse Gesellschaft, lässt sich das Tor öffnen, geht hinaus in die dunkle Nacht, verhüllt sein Angesicht im Mantel und weint bitterlich. Das Dunkel der Nacht konnte seine Scham nicht genug verbergen, er verhüllt auch noch sein Haupt in sein Gewand! Tränen, bittere Tränen der Reue weint er jetzt über seine Sünden, und die Legende erzählt, dass er bis zu seinem Tod nicht aufhörte, seinen Fall zu beweinen, so dass die Tränen zwei wunde Furchen in seine abgehärmten Wangen gruben. So oft er einen Hahn krähen hörte, flossen die Tränen aufs Neue, daher er auch öfters abgebildet wird sitzend auf einem Stein, mit Tränen in den Augen, einen Hahn an seiner Seite. – So große Reue, solch bittere Bußtränen erwarben ihm wieder die Gnade seines Herrn und Meisters. Er hatte nicht gegen den heiligen Geist, sondern nur gegen den Menschensohn, wie sich der Heiland öfters nannte, gesündigt, darum erhielt er auch Vergebung seiner Missetat. Weil er von nun an allen Hochmut fahren ließ, weil er sich auf das Tiefste demütigte, so hob ihn auch Jesus, dessen Auge auf die Demütigen sieht, wieder zu sich empor; ja er nahm ihm die frühere Auszeichnung und Würde nicht, sondern bestätigte dieselbe noch auf eine ganz besondere Weise. Nach der Auferstehung hatte Petrus unter den Aposteln allein das Glück, den Heiland allein zu sehen und mit ihm zu reden, ein Zeichen, dass er ihm vollkommen vergeben habe. Bald darauf kehrte er nach Galiläa in seine Heimat zurück und trieb wieder sein Fischerhandwerk, um sich seinen Lebensunterhalt zu verschaffen; denn bisher hatte der Heiland selbst für ihn gesorgt, ja sogar die Steuer für ihn bezahlt. &lt;br /&gt;
Eines Abends ging er mit dem Apostel Thomas, den beiden Brüdern Johannes und Jakobus und drei anderen Jüngern auf den Fischfang aus, fing aber die ganze Nacht kein Fischlein. Am Morgen stand Jesus am Ufer des Sees; sie aber kannten ihn nicht. Er rief ihnen zu, ob sie nicht zu essen hätten und da sie es verneinten, sprach er zu ihnen: „Werft das Netz zur Rechten aus, so werdet ihr etwas fangen.“ Sie warfen es aus und konnten es nun vor Menge der Fische nicht ziehen. Jetzt erkannte Johannes den Herrn und sprach zu Petrus: „Der Herr ist’s!“ Kaum hatte dies Petrus gehört, so zog er schnell sein Kleid an, schnallte einen Gürtel um, stürzte sich in das Wasser und schwamm an das Ufer. Als sie an’s Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer, einen Fisch darauf und Brot. Jesus lud nun alle zum Mahl ein. Als nun das Mahl geendet war, wollte der Heiland dem Petrus eine Prüfung auflegen. Sein Glauben, sein Vertrauen war schon geprüft, jetzt sollte auch seine Liebe geprüft werden. In Gegenwart der Apostel und Jünger, die beim Fischzug waren, fragte ihn Jesus feierlich: „Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese?“ Petrus antwortete in aller Demut: „Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Jesus erwiderte: „Weide meine Lämmer.“ Wieder fragt ihn der Herr: „Simon, Jonas Sohn, liebst du mich?“ Petrus antwortete: „Ja, Herr, du weißt, wie ich dich lieb habe.“ Da sprach Jesus: „Weide meine Lämmer.“ Zum dritten Mal fragte ihn der Herr: „Simon, Jonas Sohn, liebst du mich?“ Da wurde Petrus traurig, er erinnerte sich seiner dreimaligen Verleugnung und tief gedemütigt erwiderte er: „Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich liebe.“ Jesus sprach nun: „So weide meine Schafe.“ Nachdem nun Petrus seinen tiefen Fall durch ebenso tiefe Reue und durch die dreimalige Versicherung der Liebe wieder gut gemacht hatte, hob ihn Jesus wieder empor und verlieh ihm die Gewalt, die Lämmer und Schafe, d.h. Jung und Alt, Hoch und Nieder, die Gläubigen und Vorsteher der Kirche, die Bischöfe, als oberster Hirt zu leiten, zu regieren, mit dem Brot der wahren Lehre zu nähren, vor Feinden zu schützen und in Einigkeit zu erhalten. Damit ja kein Zweifel entstehe, dass Petrus diese Gewalt habe, setzte ihn Jesus dreimal zum Oberhaupt ein. Das erste Mal, als er ihn am Jordan durch seinen Bruder zu sich rief, und seinen Namen „Simon“ in „Petrus“ verwandelte. Das zweite Mal, als Petrus auf der Ebene von Cäsarea Philippi die Gottheit Jesu bekannte und das dritte Mal, als der Heiland zu ihm sprach: „Weide meine Lämmer, weide meine Schafe.“&lt;br /&gt;
Von nun an steht Petrus immer an der Spitze der Apostel; er ist gleichsam ihr Mund, durch welchen sie sprechen, er ist der Mittelpunkt, um welchen sie sich sammeln und felsenfest im Glauben übt er sein hohes Amt bis zum Tode, ohne je mehr zu wanken. Da könntest hier, lieber Leser, fragen, warum der göttliche Heiland gerade den Petrus, der ihn doch dreimal verleugnete, zum Oberhaupt seiner Kirche gesetzt hat, und nicht den unschuldigen heiligen Johannes, nicht den Andreas oder einen anderen Apostel, die doch nicht so tief gefallen sind? Darauf antworte ich dir: „Dies tat Jesus nicht bloß zum Trost für die wahrhaft reumütigen, bußfertigen Sünder, damit sie erkennen, welch hohen Wert die aufrichtige Buße eines Sünders in den Augen Gottes hat; auch tat es Jesus nicht bloß, weil Petrus einen so großen Feuereifer, so großen Glauben und eine so flammende Liebe hatte, sondern ganz besonders tat er es, um uns im Glauben zu stärken. Denn Jesus sah voraus, dass unter den Nachfolgern des Petrus auf dem päpstlichen Stuhl so manche sich befinden werden, welche dem Petrus in der Sünde nachfolgen und ihrer hohen Würde gemäß nicht leben werden. Deshalb setzte er den Sünder und Büßer Petrus zum ersten Papst, damit die Gläubigen nicht irre und wankend werden im Glauben, wenn sie sehen, dass auch Päpste in Sünden fallen. Vor dem Fall schützt keine Würde und wenn auch der Papst den Namen „heiligster Vater“ hat, so will das nicht sagen, dass er ein vollendeter Heiliger sei und keine Sünde begehen könne, sondern dass seine Würde die heiligste ist und er vor allem nach Heiligkeit streben müsse. – Der Papst ist nur der Stellvertreter Christi auf Erden; er übt nur im Namen des Herrn seine Vollmacht aus; Christus ist es, der durch den Papst die Kirche regiert und sie nie verlässt. Wenn der Papst in eine Sünde fällt, so fällt er dem Gericht Gottes anheim, wie ein anderer Mensch; die Kirche wird davon nicht befleckt, und fällt nicht mit ihm; denn Christus hält und regiert sie durch seinen heiligen Geist. Daher sehen wir, dass die Kirche auch unter sündhaften Päpsten dennoch bestanden und sich ausgebreitet hat und was noch wunderbarer ist, dass auch diese bösen Päpste im Glauben nicht gewankt und geirrt haben, sondern immer dem Bekenntnis des heiligen Petrus treu geblieben sind! – &lt;br /&gt;
Das hohe Amt, welches Christus dem Petrus anvertraut hatte, übte er nun nach dessen Himmelfahrt auch aus. Als die Apostel zu Jerusalem sich versammelten, um statt des Verräters Judas einen anderen Apostel zu wählen, war es Petrus, der den Vorschlag hierzu machte und die Wahl leitete. Er war auch der Erste, der am Pfingstfest, nach Empfang des heiligen Geistes, den zahlreich versammelten Juden öffentlich predigte und 3000 auf einmal bekehrte. Er war auch der Erste, der seine Predigten durch große Wunder bekräftigte. So heilte er einen lahmen Bettler an der Pforte des Tempels auf der Stelle im Namen Jesu; einem Mann, der acht Jahre gichtbrüchig war, gab er die Gesundheit; eine verstorbene, fromme Witwe, mit Namen Tabitha, erweckte er vom Tode, und so groß war die Wunderkraft, welche Gott ihm verlieh, dass die Kranken durch seinen bloßen Schatten gesund wurden. Da seine Predigten, von diesen Wundern begleitet, zahlreiche Bekehrungen bewirkten, so verfolgten ihn deshalb die Juden, verboten ihm das Predigen, und da er darin nicht nachließ, warfen sie ihn in das Gefängnis und geißelten ihn. Allein er ließ sich nicht abhalten, Christum den Gekreuzigten und Auferstandenen zu predigen und war auch der Erste, der den Heiden die Tür zur Kirche öffnete, indem er den heidnischen Hauptmann Kornelius mit seinem ganzen Haus bekehrte und taufte. &lt;br /&gt;
Da auch die übrigen Apostel nicht müßig waren, das Evangelium zu verkünden, so bildeten sich aus Juden und Heiden nach und nach christliche Gemeinden inner- und außerhalb Judäas. Eine der größten Gemeinde befand sich zu Antiochia, der Hauptstadt Syriens, welche damals den ersten Rang im Morgenland behauptete. Hierher begab sich nun der heilige Petrus um das Jahr 36 nach Christi Geburt und schlug daselbst seinen Sitz auf. Durch seine eifervollen Predigten und großen Wunder, die er auch hier wirkte, bekehrten sich eine Menge Heiden und die Gemeinde wurde bald so berühmt, dass die Gläubigen dieser Stadt zuerst Christen genannt wurden. Sieben Jahre lang verweilte Petrus in dieser Stadt, aber nicht die ganze Zeit, sondern er wanderte von da aus in die umliegenden Länder und verkündete dort den Völkern das heilige Evangelium. Auch ging er im Jahr 37 nach Jerusalem, um dort die Christengemeinde zu besuchen und kam da mit dem heiligen Paulus zusammen, der 15 Tage bei ihm verblieb. &lt;br /&gt;
Nachdem der heilige Petrus wie ein fleißiger Sämann überall den Samen des göttlichen Wortes im Morgenland in die Herzen derjenigen, welche guten Willens waren, gestreut und dem Teufel Tausende von Seelen entrissen hatte, unternahm er es, den Geist der Lüge und des Truges in jener Stadt zu bekämpfen, wo dieser seit Jahrhunderten schon seinen Sitz aufgerichtet und die Völker der Erde vergiftet hatte, nämlich in der Stadt Rom. In dieser Stadt war der Mittelpunkt des Götzendienstes. In 450 Götzentempeln wurden dort 30 000 Götter angebetet; aller Gräuel der schändlichsten Laster wurde dort verübt. Dorthin nun, wo der Satan seinen Thron aufgeschlagen hatte und Millionen von Seelen in seinen Schlingen gefangen hielt, wollte Petrus ziehen, um von da aus die Welt mit dem Licht des Glaubens zu erleuchten und das Joch des Satans zu zerbrechen. &lt;br /&gt;
Die nächste Veranlassung zu seinem Zug nach Rom war das gefährliche Treiben Simon des Zauberers. Dieser gottlose Mensch hielt sich zuvor in Samaria auf, wo er Zauberei trieb und das Volk irre führte, indem er sich für Gott ausgab. Der heilige Martyrer Ignatius nennt ihn den Erstgeborenen des Satans, weil er mit Hilfe des Teufels so viel Unheil anstiftete. Als der heilige Diakon Philippus aber nach Samaria kam, dort predigte und große Wunder wirkte, da bekehrte sich eine Menge Männer und Frauen; auch der Zauberer Simon heuchelte Bekehrung und ließ sich taufen, in der Meinung, er würde dadurch die Wundergabe erhalten. Die Gläubigen zu Samaria waren wohl getauft, aber noch nicht gefirmt. Da kamen nun der heilige Petrus und Johannes von Jerusalem nach Samaria und erteilten ihnen die heilige Firmung. Als nun Simon der Zauberer die wundervollen Gaben sah, welche der heilige Geist in den Gefirmten wirkte, bot er Petrus Geld an, damit er ihm auch die Gewalt verleihe, den heiligen Geist mitzuteilen. Petrus aber durchschaute den Gottlosen, verfluchte ihn und sein Geld und mahnte ihn zur Buße und Umkehr zu Gott. – Aber der Diener des Satans blieb verstockt, verließ Samaria und stiftete eine Religion, die der menschlichen Sinnenlust schmeichelte und eine Menge Menschen verführte. Endlich zog er nach Rom, um auch dort sein Gift, besonders unter den Juden, die dort zahlreich waren, zu verbreiten. Ihm nach zog nun der heilige Petrus, um seiner Bosheit Einhalt zu tun. &lt;br /&gt;
Es war das Jahr 42 nach Christus; der Kaiser Klaudius herrschte damals in Rom; im ganzen römischen Reich war Friede. Nachdem der heilige Petrus in der Stadt Antiochia den heiligen Evodius zu seinem Nachfolger eingesetzt hatte, reiste er mit dem heiligen Evangelisten Markus ab und stiftete unter Weges in Pontus und in Bythinien mehrere Christengemeinden. Als er in Rom angekommen war, wandte er sich zuerst an die Juden, predigte in ihren Schulen und Bethäusern und bekehrte eine große Zahl; dann wandte er sich an die Heiden und gewann unter anderem auch den vornehmen Ratsherren Pudentius, bei dem er sieben Jahre wohnte. Im Haus desselben feierte er das heilige Messopfer und weihte die erste Kirche zu Rom, d.h. das erste Haus, wo die Christen sich versammelten. Mittlerweile hatte der Zauberer Simon sich schon zahlreichen Anhang unter den Heiden verschafft; er tat mit Hilfe des Teufels viele Wunderzeichen und brachte es so weit, dass Kaiser Klaudius und der hohe Rat ihm sogar eine Bildsäule setzten mit der Inschrift: „Simon, dem heiligen Gott“. Petrus bekämpfte ihn und besiegte ihn später, wie wir hören werden. &lt;br /&gt;
Im Jahr 44 machte der heilige Petrus eine Reise nach Jerusalem, um dort das Osterfest zu feiern. In dieser Stadt herrschte damals der Fürst Herodes Agrippa, welcher die Christen hasste und verfolgte. Schon hatte der den heiligen Apostel Jakobus, den Bruder des heiligen Johannes, hinrichten lassen; auch der heilige Petrus, das Haupt der Kirche, sollte getötet werden. Er wurde daher gefangen genommen und, mit einer doppelten Kette gefesselt, ins Gefängnis geworfen. Zwei Soldaten wachten an seiner Seite, zwei bewachten die Tür des Gefängnisses. Alle Gläubigen Jerusalems beteten für die Befreiung des heiligen Apostels und Oberhirten. Gott erhörte sie. &lt;br /&gt;
In der Nacht erschien ein Engel im Gefängnis, weckte den Petrus, zerbrach die Ketten, öffnete die Tür und führte ihn an den Wächtern vorbei unversehrt in das Freie. Petrus ging in ein ihm bekanntes Haus und da er sich dort vor den Nachstellungen des Herodes nicht sicher glaubte, begab er sich an einen anderen Ort und kehrte dann nach einiger Zeit nach Rom zurück, von wo aus er seinen ersten Brief an die Gemeinden schrieb, die er gegründet hatte. – Im Jahr 51 machte er wieder eine Reise nach Jerusalem, wo er einer Versammlung der Apostel beiwohnte, und dabei zuerst als das Oberhaupt der Kirche seine Stimme erhob; dann besuchte er Antiochia, wo er früher so viel im Weinberg des Herrn gearbeitet hatte, durchzog predigend mehrere Länder und kehrte dann nach Rom zurück, wo inzwischen der heilige Paulus zu den schon vorhandenen Christen eine große Menge neuer Gläubiger hinzufügte. &lt;br /&gt;
Damals (im Jahr 65) herrschte in Rom der grausame Kaiser Nero, ein unsinniger Verehrer der Zauberei. Simon der Zauberer hatte sich deshalb in seine Gunst eingeschlichen und wurde von ihm sogar göttlich verehrt. Dieser gottlose Mensch, der so viele Seelen schon in sein Garn gelockt hatte, ließ in der Stadt das Gerücht verbreiten, er wolle zum Beweis, dass er ein Gott sei, sich in die Lüfte erheben. An einem Tag der öffentlichen Schauspiele in Gegenwart des Kaisers und des Volkes wollte er dies Wunder vollbringen. Aber in dem Augenblick, als der Betrüger mit Hilfe des Satans sich wirklich in die Luft erhob, da warf sich, sagt der heilige Ambrosius, Petrus auf die Knie, betete zum Herrn und überwand durch sein Gebet den Zauberer. Denn eher drang das Gebet zum Herrn als der Flug des Zauberers geschah, eher kam zu ihm die gerechte Bitte als der Frevel und die Anmaßung vollbracht wurde. Der Betrüger, von den Teufeln verlassen, die ihn erhoben, fiel herab auf die Erde, zerbrach sich die Beine und benetzte mit seinem Blut das Haus, aus dem der Kaiser zusah. Man trug ihn fort; vor Scham und Verdruss stürzte er sich hierauf in einen Abgrund und endete so sein ruchloses Leben. Der Kaiser, über diesen Sieg des heiligen Petrus, noch mehr aber über die immer mehr wachsende Menge der Gläubigen aufgebracht, gab den Befehl, ihn zu ergreifen. Als die Gläubigen dies erfuhren, drangen sie mit Bitten und Tränen in ihren geliebten Oberhirten, aus der Stadt zu fliehen. Nach langem Bitten gab er endlich nach. Zur Nachtzeit nahm er Abschied von den Brüdern und schickte sich an, heimlich die Stadt zu verlassen. Als er durch das Stadttor ging, erzählt der heilige Ambrosius, sah er plötzlich seinen göttlichen Meister mit einem Kreuz auf dem Rücken stehen. Petrus fragte ihn: „Herr, wo gehst du hin?“ Jesus erwiderte: „Ich gehe nach Rom, um mich abermals kreuzigen zu lassen.“ – Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Heilands, der ihm seinen Martertod vorausgesagt hatte und erkannte nun, dass es des Herrn Wille sei, dass er am Kreuze sterbe. Der Heiland war verschwunden, Petrus aber kehrte nach Rom zurück, wo er den Brüdern die Erscheinung entdeckte und zugleich erklärte, dass er fest entschlossen sei, nach dem Willen des Herrn den Tod zu leiden. Noch heute steht eine Kapelle an der Stätte, wo der Heiland dem heiligen Apostel erschien. Bald sollte dies in Erfüllung gehen! Kaiser Nero ließ den heiligen Petrus und mit ihm auch den heiligen Paulus, der sich ebenfalls in Rom befand, ergreifen und in das mamertinische Gefängnis werfen. Dies war ein grauenvoller Ort und bestand aus drei Gewölben, in deren unterstes die beiden heiligen Apostel geworfen und an eine Säule gefesselt wurden. &lt;br /&gt;
Aber auch im Kerker setzten sie ihr Amt, Seelen für Jesus zu gewinnen, fort. Sie bekehrten ihre beiden Wächter und noch 47 andere Personen, und da es an Taufwasser gebrach, bewirkten sie durch ihr Gebet, dass plötzlich aus dem felsenbedeckten Boden eine Quelle hervorsprudelte, mit deren Wasser sie die Bekehrten tauften, welche nachher alle des Martertodes starben. &lt;br /&gt;
Neun Monate blieben die beiden heiligen Apostel im Gefängnis, dann wurden sie zum Tode ausgeführt. Petrus wurde zuvor gegeißelt und auf den Richtplatz zur Kreuzigung geschleppt. Als er auf dem Richtplatz angekommen war, bat er die Henker, ihn mit abwärts gekehrtem Haupt zu kreuzigen. Er hielt sich nämlich, wie der heilige Hieronymus bemerkt, für unwürdig, wie sein Herr und Meister zu sterben. Die Henker erfüllten seine Bitte, er wurde mit zum Boden gekehrtem Haupt gekreuzigt am 29. Juni um das Jahr 65 oder 66. &lt;br /&gt;
Petrus hatte der Kirche 33 Jahre als Oberhaupt vorgestanden, ungefähr 25 Jahre als Bischof zu Rom. Nach dem Zeugnis des heiligen Gregor von Nazianz führte er ein sehr strenges Leben; seine Speise bestand meistens in unschmackhaftem Gemüse. Sein Weib, das er nunmehr als seine Schwester betrachtete, starb ebenfalls des Martertodes. Einen schönen Spruch führt man auch aus seinem Munde an: „Eine Seele in Not ist nahe bei Gott.“&lt;br /&gt;
Sein Leichnam wurde durch den Priester Marzellus vom Kreuz herabgenommen, von zwei heiligen Frauen Basilissa und Anastasia einbalsamiert und dann, wie sehr alte Kalender berichten, auf dem Hügel, wo jetzt die prächtige Peterskirche steht, begraben. Der heilige Papst Anakletus ließ ein kleines Bethäuschen über das Grab des heiligen Apostels bauen, denn er durfte es wegen der Heiden nicht wagen, das Grab mit einer Kirche zu ehren. Als aber das Christentum über das Heidentum gesiegt hatte, ließ der erste christliche Kaiser Konstantin eine prachtvolle Kirche bauen und als diese unter Papst Nikolaus V. baufällig geworden war, beschloss sein Nachfolger, Julius II., an ihre Stelle die herrlichste Kirche der Welt zu setzen. Im Jahr 1506 wurde der Bau begonnen und im Jahr 1626 vom Papst Urban VIII. Feierlich eingeweiht. Die Kirche hat 100 Millionen Gulden gekostet, wozu die ganze damalige Christenheit beisteuerte. &lt;br /&gt;
In diesem überaus prachtvollen Gotteshaus nun, dem größten und herrlichsten unter allen in der Welt, befindet sich unter dem Hochaltar das Grab oder die Konfession des heiligen Petrus. Auf zwei Marmortreppen kann man hinabsteigen; 122 Lampen brennen da Tag und Nacht, um anzudeuten das Licht des Glaubens, welches Petrus in die ganze Welt verbreitet hat. – Kein Monarch der Welt hat ein so herrliches Grab, als der arme Fischer Petrus, aber auch kein Monarch der Erde hat so Großes getan, als dieser arme demütige Fischer und keiner hat eine solche Macht und Würde von Gott erhalten als er. Gerade diesen armen Fischer hat Gott auserwählt, um seinen Namen vor Kaiser und Könige zu tragen und den Juden und Heiden zu verkünden; gerade diesen armen und ungebildeten Fischer hat er auserkoren, um seine heilige Kirche zu regieren und der erste Hirt der Gläubigen zu sein, auf dass alle Welt erkenne, wie die Gründung, die Verbreitung und immerwährende Dauer seiner Kirche nicht eines Menschen Werk, sondern eine Tat seiner Allmacht ist! Vor diesem Fischer, sagt der heilige Augustin, beugt sich das Knie des Kaisers und dort funkeln die Edelsteine der Krone, wo die Wohltaten dieses Fischers strahlen. &lt;br /&gt;
Welche Wohltaten aber durch den heiligen Petrus und seine Nachfolger, die Päpste, der Menschheit zugeflossen sind und noch zufließen, davon wäre ein ganzes Buch zu schreiben. Da nun aber in unserer Zeit von den Feinden der katholischen Kirche gar so sehr geschmäht wird, so will ich dir, lieber Leser, einiges erzählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Von den Wohltaten der Päpste&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass der heilige Apostel Petrus von Christo dem Herrn zum obersten Hirten aller Gläubigen, zum Oberhaupt der Kirche, zum Mittelpunkt der Einheit des wahren katholischen Glaubens erwählt und eingesetzt worden ist, darüber kann kein Zweifel herrschen, wenn man die Worte des Heilands betrachtet, die er zu ihm gesprochen. Dass aber auch die Bischöfe von Rom, wo Petrus gelebt, gelehrt, sein hohes Amt verwaltet hat und gestorben ist, seine rechtmäßigen Nachfolger sind, dass er gleichsam in ihnen fortlebt, darüber kann eben so wenig gezweifelt werden; denn alle heiligen Väter der Kirche schon aus der frühesten Zeit und alle heiligen Konzilien stimmen hierin überein. Ich führe aus der Menge dieser Zeugnisse nur einige an. Auf der Kirchenversammlung zu Ephesus, welche im Jahr 431 gegen die Ketzerei des Nestorius gehalten wurde, waren 200 Bischöfe und Erzbischöfe versammelt. Vor Eröffnung der Versammlung hielt der heilige Bischof Cyrillus eine Rede, in welcher er den Bischof von Rom „Vater“, „Patriarch“ und „Erzbischof“ der ganzen Welt nennt. 20 Jahre später wurde wieder eine Kirchenversammlung zu Chalzedon gegen die Ketzerei des Eutyches gehalten. 520 Bischöfe und Erzbischöfe waren da gegenwärtig und aus dem Mund dieser Bischöf erscholl einstimmig: „Petrus hat durch den Mund des Papstes Leo gesprochen! Petrus lebt noch immer fort auf seinem Stuhl!“ Das 18. Konzil, gehalten zu Florenz 1439, auf welchem 140 morgen- und abendländische Bischöfe samt dem Papst Eugen IV. versammelt waren, erklärte feierlich: „Dass der römische Papst das geistliche Vorsteheramt über die ganze Welt habe, dass er der Erbe des Stuhles des heiligen Petrus, der wahre Statthalter Christi, das Haupt der ganzen Kirche, der Vater und Lehrer aller Christen, und ihm in der Person des heiligen Petrus die vollkommene Macht übergeben worden sei, die allgemeine Kirche zu weiden, zu leiten und zu regieren.“&lt;br /&gt;
Welche Segnungen nun die Nachfolger des heiligen Petrus, die Päpste, als oberste Hirten der Kirche über die Menschen verbreitet haben, davon gibt Zeugnis:&lt;br /&gt;
1.	Die Erhaltung des wahren Glaubens, den Gottes Sohn gelehrt und die Apostel gepredigt haben. Das Bekenntnis des heiligen Petrus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigesn Gottes“, ist die Grundlage des Christentums, ist das Fundament, auf welches der Heiland seine Kirche gebaut. Ist Christus nicht „Gottmensch“, „dann ist er auch nicht Welterlöser, dann ist seine Lehre nicht vom Himmel, dann ist sie nur Menschenerfindung. Deshalb haben denn auch die Irrlehrer von Anbeginn und die Ungläubigen unserer Tage gegen diese Grundlehre der katholischen Kirche, dass nämlich Jesus wahrhaft Gottes Sohn, dass er Mensch geworden, also wahrhaft Gott und Mensch zugleich sei, gekämpft und dieselbe zu leugnen und zu vernichten gesucht. Die Päpste aber sind es gewesen, die den wahren Glauben an Jesus, den Gottmenschen, verteidigt, bewahrt und gegen alle Angriffe sicher gestellt, die die Irrlehre, wo sie immer auftaucht, verworfen, die immer das Bekenntnis Petri: „Du bist der Sohn des lebendigen Gottes“ feierlich der ganzen Welt verkündet haben. Ohne ihre Wachsamkeit, ohne ihren Eifer für die Reinheit des Glaubens wäre es dem Geist der Lüge schon längst gelungen, den wahren Glauben aus den Herzen der Gläubigen zu tilgen. &lt;br /&gt;
Es ist eine der denkwürdigsten Tatsachen der Kirchengeschichte, dass Rom, welches alle Ketzereien durch seine Päpste besiegt hat, selbst nie auch nur von dem Schatten eines Irrtumes in Glaubenssachen berührt und getrübt worden ist. Eben darum wendeten sich auch in allen Jahrhunderten die Bischöfe, die Gemeinden und die Gläubigen, deren kirchlicher Friede durch Irrlehrer oder durch Eingriffe der weltlichen Gewalt gefährdet worden war, Rat suchend und Schutz und Trost erflehend an die Päpste, die Nachfolger Petri. Und wie herrlich, wie kräftig wussten diese, „ihre Brüder zu stärken“, mit ihnen zu kämpfen, mit ihnen zu leiden bis zum Martyrium. Wenn Rom in seinen Päpsten sprach, erzitterte, trotz all seines Hasses, der Irrtum; beugte sich, trotz all ihres vorgeblichen Stolzes, die Macht der Welt! Der Nachfolger des heiligen Petrus hat den Gewaltigen dieser Erde gegenüber kein Schwert, keine Waffen. In der Wahrheit und in der Geduld gründet die Unüberwindlichkeit der Kirche Christi. Die göttliche Gerechtigkeit hat es übernommen, schließlich den Streit der wehrlosen Braut des Herrn an deren Feinden auszukämpfen und für sie zu siegen. Das ist folgerichtig auch die Stellung des Oberhauptes der Kirche, seine Rüstung, seine Macht, sein Sieg. In dem Bewusstsein dieser Kraft der Wahrheit und der ewigen Gerechtigkeit die Ausführung und Vergeltung überlassend, trat in unseren Tagen der Stellvertreter Christi, Gregor XVI. dem mächtigen Fürsten der Erde, dem russischen Zar Nikolaus gegenüber und führte Angesicht gegen Angesicht Klage über die Bedrängnis, ja über das Martyrium der katholischen Kirche in Russland. Man erzählt, dass aus jener unvergesslichen Audienz (1846) der stolze Autokrat mit tiefer Erschütterung herausgetreten, in dem demütigenden Gefühle, wohl zum ersten Mal in seinem Leben vor einer höheren Autorität, wenn auch wider Willen, sich gebeugt zu haben. &lt;br /&gt;
Aber die Päpste haben nicht bloß gegen Lüge und Irrtum gekämpft, wenn er sich in Wort und Schrift äußerte, sondern sie haben auch mit aller Macht für den Glauben gekämpft, als er mit Feuer und Schwert bedroht war. Die Kreuzzüge, dieser glänzendste Aufschwung des kindlichsten und begeistertsten Glaubens, vermählt mit der Blüte ritterlicher Tapferkeit, sind die Idee und das Werk der Päpste. Wäre die christliche Welt von dieser Idee nicht gewichen, und hätte nicht die Sünde ihrer Großen, der gerechten und heiligen Unternehmung nachmals den Segen Gottes geraubt; Europa hätte nie das Unheil eines Einbruches der Osmanen, nie den Untergang der christlichen Herrschaft im Morgenland erlebt; die Päpste wären die Retter Konstantinopels gewesen, das sie hasste, weil die Trennung von der Einheit mit Petrus auch der Tod der Liebe ist. Als nun wirklich vor 400 Jahren die Türken über das Abendland hereinbrachen und ihre Horden sengend und mordend sich über die Länder Europas ergossen, um das Christentum, welches sie tödlich hassten, gänzlich auszurotten, da waren es wieder die Päpste, welche die Großen und Mächtigen der Erde zum Kampf aufriefen und begeisterten, und so verhinderten, dass der Halbmond statt des Kreuzes auf den Türmen der Kirchen glänzt!&lt;br /&gt;
2.	Die Ausbreitung des christlichen Glaubens&lt;br /&gt;
Schon der heilige Petrus wurde von der göttlichen Vorsehung nach Rom gesendet und musste dort in der Hauptstadt der Welt seinen Sitz aufschlagen, damit von da aus das Christentum seine Strahlen in alle Länder der Erde senden konnte. Von den Tagen des heiligen Petrus an sandten die Päpste unaufhörlich Missionare in alle Länder der Erde, um die verlorenen Schafe einzuführen in den Schafstall Christi. – Wem hat England, Frankreich, Deutschland, Schweden, Russland, Polen das Christentum zu verdanken? Den Päpsten. Wer hat nach Amerika, nach Asien, nach Australien die Missionare gesendet? Die Päpste. Wer sucht selbst im Inneren von Afrika die Fackel des Glaubens anzuzünden? Die Päpste. In ihrem Namen, von ihnen gesegnet, ziehen die Missionare alljährlich aus, um Christum, den Gekreuzigten denen zu predigen, welche noch im Schatten des Todes sitzen! Selbst in Mitte ihrer eigenen äußersten Bedrängnisse haben die Päpste nie diese Sorge vergessen, haben nie diese Pflicht ihrer erhabenen Stellung sich versagt. Es ist nicht nötig, dass wir Beispiele der Vorzeit anführen; sie beginnen mit den Martyrerpäpsten, aber sie enden nicht mit dem durch die Revolution gefangenen heiligmäßigen Pius VI., nicht mit den durch Napoleon schwergeprüften Pius VII. Eben unser heiligster Vater Pius IX. hat, während sein Herz blutete, tief verwundet von den Gräueln der sogenannten römischen Republik, während seiner Verbannung zu Gaeta die großartigsten Anstalten und Fürsorgen getroffen für die Missionen in Asien und Afrika und für das so herrliche Werk der Loskaufung der Negerkinder in Ägypten und Äthiopien. &lt;br /&gt;
3.	Die Erhaltung und Ordnung des Familienlebens und der menschlichen Gesellschaft&lt;br /&gt;
Auf der Heilighaltung des Ehebandes beruht das Wohl und Glück der Familien und der Völker. Sobald das Eheband nicht mehr heilig gehalten wird, ist allen Lastern der Zugang geöffnet und Familie und Volk gehen zugrunde. Die Päpste haben immer für die eheliche Treue geeifert, immer die Unauflösbarkeit des Ehestandes gelehrt und verteidigt; nie zugegeben, dass eine rechtmäßige Ehe getrennt, dass ein Ehegatte sein Weib verlassen oder verstoßen und eine andere Ehe eingehen dürfe. Sie haben sich Kaisern und Königen widersetzt, die so etwas tun wollten. Um die Heiligkeit der Ehe zu wahren, gegen den Übermut der Mächtigen, für die Erhaltung der Rechte derer, welche sich selbst nicht schützen konnten, der Rechte der Frauen, der Kinder, der Waisen und Schwachen setzten Roms Päpste selbst persönlichen Gefahren, Verlusten und Verfolgungen sich aus, bereit, anstatt das Recht zu beugen, eher ganze Reiche von der Kirche scheiden zu lassen. – Die Päpste haben immer durch Wort und Beispiel die Sittlichkeit zu fördern gesucht und mit aller Macht auf die Übung aller christlichen Tugenden gedrungen. Unter den 258 Päpsten, welche auf dem Stuhl des heiligen Petrus saßen, zählt man 77 Heilige und Martyrer und vielleicht nur 5 Päpste sind es, welche für ihre Person ein sündhaftes Leben geführt, aber dabei nie im Glauben gewankt haben. „Selbst die Fehler dieser Päpste“, sagt ein protestantischer Gelehrter, „sind nur darum so auffallend, weil sie Fehler der Päpste waren“. Aber auch die Päpste sind Menschen und ein heiliger Petrus ist gefallen!&lt;br /&gt;
Immer haben die Päpste der Welt verkündet, dass alle Gewalt von Gott sei, dass man der Obrigkeit um Gottes willen gehorchen müsse. Immer haben sich die Päpste jener Empörung widersetzt und die Völker gemahnt, jedweder Obrigkeit Gehorsam, Ehrfurcht und die schuldigen Abgaben zu leisten. Dagegen haben sie aber auch die wahre Freiheit der Völker gegen ungerechte Bedrückung und Unterjochung der Fürsten in Schutz genommen und ihre Rechte verteidigt. Immer haben sie für die Freiheit der Kirche geeifert und nie zugegeben, dass die Fürsten die Rechte der Kirche unterdrücken und ihre freie Bewegung zum Heil des Volkes hemmen. &lt;br /&gt;
Die Päpste waren es, welche zuerst und immer gegen die Sklaverei sich erhoben und sich bemühten, die Leibeigenschaft aufzuheben. Sie haben immer die Rechte beschützt und verteidigt, welche der Mensch von Natur aus besitzt, immer haben sie die schuldlos Verfolgten in Schutz genommen und ihnen eine Zufluchtsstätte gewährt. &lt;br /&gt;
Die Päpste waren von jeher die Friedensstifter unter den Großen der Erde und als im Mittelalter in Frankreich und Deutschland die Streit- und Kampfwut schreckliche Unordnungen anrichtete und ganze Länderstrecken mit Streit, Mord und Brand erfüllt waren, da enstand durch die Bemühung der Geistlichkeit der Gottesfrieden, gemäß welchem unter Strafe des Bannfluches am Donnerstag, am Freitag, Samstag und Sonntag jeder Kampf ruhen musste und die Päpste waren es, welche über die Beobachtung des Gottesfriedens wachten und der Raub- und Kampfgier ein Ziel setzten. &lt;br /&gt;
4.	Die Pflege der Werke der Barmherzigkeit und der christlichen Liebe&lt;br /&gt;
Es gibt kein geistliches und leibliches Elend, welchem die Päpste nicht abzuhelfen suchten. Davon geben die zahlreichen Anstalten der Wohltätigkeit in der Stadt Rom das herrlichste Zeugnis. Wer hat die ersten Krankenhäuser, Findelhäuser, Waisenhäuser, Irrenhäuser errichtet? Die Päpste. Wer hat sich zuerst um die Aussätzigen angenommen? Die Päpste. Wer hat die zahllosen Bruderschaften und Orden bestätigt, und sie mit Privilegien bereichert und unterstützt, welche gestiftet wurden, um dem Menschenelend abzuhelfen? Die Päpste.&lt;br /&gt;
So bezeugt denn die Geschichte aller Jahrhunderte bis zu unserer Zeit, dass die Päpste nicht umsonst den Namen „Papa“, „Vater“ führen. Wie ein Vater seine Kinder um sich versammelt, sie bewacht, beschützt, pflegt und nährt und keine Mühe spart, sie glücklich zu machen, so trägt auch der Papst die Kinder der katholischen Kirche, welche beinahe 200 Millionen ausmachen, wie ein Vater in seinem Herzen, er betet, er wacht, er kämpft für sie, er erhält sie im Glauben an Jesus, den Sohn Gottes und sucht sie dem Himmel zuzuführen. – &lt;br /&gt;
Du bist auch ein Kind dieser Kirche; der Papst ist dein Oberhirt, dein geistlicher Vater! Willst du ihn lieben, ihm gehorchen, ihn ehren, für ihn beten? –&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet der Kirche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allmächtiger, ewiger Gott, erbarme dich deines Dieners, unseres Papstes N., und leite ihn nach deiner Güte auf den Weg des Heiles, damit er mit deiner Gnade das erlange, was dir wohlgefällig ist und es mit ganzer Kraft vollbringe durch Christum, unseren Herrn. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes. Regensburg 1884)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der erste Petrusbrief=&lt;br /&gt;
Zwei Briefe im neutestamentlichen Kanon werden dem hl. Petrus zugeschrieben. Der erste ist von »Babylon« (5,13) geschrieben. Damit ist nach einer auch sonst nachweisbaren symbolischen Bezeichnung die Welthauptstadt Rom gemeint. Der Aufenthalt des hl. Petrus in Rom ist auch durch andere Zeugnisse bewiesen. Empfänger des Briefes, der als Rundschreiben gedacht ist, sind die Christen der in 1,1 genannten kiemasiatischen Gebiete, zu denen Petrus auf Grund seiner Führerstellung in der Kirche, vgl. besonders Matth 16,17-19 Luk 22,32; Joh 21,15-17; Apg 1,15; 2,14; 10,1-11,18, mit voller Autorität spricht. Dabei soll die Möglichkeit nicht verneint sein, daß Petrus vor seinem Brief in persönlicher Beziehung mit den angeredeten Gemeinden gestanden war. Der Brief, der nach 5,12 durch den bekannten Missionsgefährten Silvanus (Silas), vgl. Apg 16,19; 17,4f; 18,5; 2 Kor 1,19; l und 2 Thess 1,1, seine sprachliche Fassung erhielt, dürfte um das Jahr 64 geschrieben sein. Er will die von Leiden heimgesuchten Christen mit Mut und Zuversicht aus christlicher Glaubenshaltung erfüllen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Der zweite Petrusbrief=&lt;br /&gt;
Der folgende Brief bezeichnet sich im Eingang als von Symeon Petrus stammend, verweist 1,16 bis 18 ausdrücklich auf das Miterleben der Verklärung Jesu, spricht 1,14 von einer persönlich empfangenen Offenbarung über den bevorstehenden Tod des Absenders und bezieht sich 3, 1 auf ein früheres Schreiben, mit dem wohl 1 Petr gemeint sein dürfte. Neben diesen Anzeichen, die eindeutig für den Apostel Petrus sprechen, zeigt der Brief nicht zu übersehende kanongeschichtliche, literarische und inhaltliche Besonderheiten, so daß es nicht an ernsten Stimmen fehlt, die meinen, der Brief könnte erst später unter dem Namen des Apostels verfaßt worden sein. Andere versuchen, die Schwierigkeiten mit Hinweis auf 1Petr 5,12 zu lösen, in der Annahme, daß unser Brief im Auftrag des Apostels durch einen unbekannten Mitarbeiter seine Form erhalten habe. Bei dieser Annahme wäre der Brief mit Rücksicht auf 1,14 in die Zeit kurz vor dem Tod des hl. Petrus zu setzen, vielleicht 66-67, wenn man nicht ein früheres Todesjahr annehmen muß. Als Leser nimmt man auf Grund von 3,1 den gleichen Personenkreis an wie 1 Petr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT:1Petr01]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vulgata:NT:2Petr01]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Paulus&amp;diff=2759</id>
		<title>Paulus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Paulus&amp;diff=2759"/>
		<updated>2009-02-17T13:43:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Der heilige Apostel Paulus. Jahr 65 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 30. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Juden der Stadt Damaskus brachte die Zeit um das Jahr 36 nach Christi Geburt eine gewaltige Aufregung hervor. – Ein Mann aus dem Geschlechte Benjamins, ein Pharisäer, ein großer Eiferer für das Gesetz Mosis, daher auch ein großer Verfolger der Anhänger Jesu, des Gekreuzigten, tritt plötzlich in ihren Schulen und Bethäusern auf und predigt, dass Jesus der Sohn Gottes und der verheißene Messias sei. Sie wissen nicht, was sie sich davon denken sollten, so unerwartet kam ihnen das Ereignis. Anfänglich stritten sie mit ihm und suchten ihn zu widerlegen; da er sie aber durch die Kraft seiner Wort beschämte, fassten sie den Entschluss, ihn zu töten und bewachten daher Tag und Nacht die Tore der Stadt, damit er ihnen ja nicht entrinne. Er aber hatte davon gehört und seine Freunde, Jünger Christi, ließen ihn in einem Korb über die Stadtmauer herab. Dieser Mann, dem die Juden zu Damaskus nach dem Leben strebten, war kein anderer – als der heilige Apostel Paulus, der durch die Gnade Jesu Christi aus einem Verfolger Jesu sein treuester Anhänger, ein Gefäß der Auserwählung geworden ist, um den heiligen Namen Jesus vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen (Apg 9,15).&lt;br /&gt;
Aus der Gewalt seiner Feinde gerettet, begab er sich nach Jerusalem. Dort wollten ihm die meisten Gläubigen nicht recht trauen, weil er früher ein so heftiger Verfolger der Kirche gewesen; als sie aber die Umstände seiner wunderbaren Bekehrung genauer erfahren hatten und der heilige Barnabas ihn zu den heiligen Aposteln Petrus und Johannes führte, welche sich herzlich über seine Bekehrung freuten, so dankten sie Gott und nahmen den neuen Glaubensgenossen liebevoll auf. 15 Tage blieb er bei der heiligen Gemeinde in Jerusalem, während welcher Zeit er sich teils mit dem heiligen Petrus unterredete, teils in den Schul- und Bethäusern der Juden predigte und die Ankunft des Heilands auf Erden unwiderleglich bewies. Allein die Juden verschlossen Ohr und Herz, und da sie ihn nicht widerlegen konnten, suchten sie ihn auch hier aus dem Wege zu räumen. Er musste sich also auch da wieder flüchten und zog in seine Vaterstadt Tarsus. Hier blieb er nicht lange, denn der Apostel Barnabas berief ihn nach Antiochia, wo aus Jerusalem vertriebene Christen eine Gemeinde gegründet hatten. Beide Apostel arbeiteten nun unermüdet in dieser Stadt am Heil der Seelen und hatten bald die Freude, die Gemeinde zum schönsten Wachstum und zur herrlichsten Blüte zu bringen. Im Jahr 44 trat er seine Bekehrungsreisen an. Sein Herz, ganz entflammt von Liebe zu Jesus und zu allen Menschen, für die er zu sterben bereit war, fühlte das innigste Mitleid mit den armen Heiden und den verblendeten Juden. Alle wollte er sie für Jesus gewinnen, alle in den Schafstall der Kirche einführen. Er wanderte zu Fuß, bald allein, bald von Jüngern begleitet, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Er übersetzte Ströme und Flüsse und das Meer, litt Hunger, Durst und Blöße, wurde gehasst, verhöhnt, verfolgt. Fünf Mal wurde er von den Juden gegeißelt, drei Mal litt er Schiffbruch und einen ganzen Tag und eine Nacht lang befand er sich in den Meereswogen, nahe daran, von ihnen verschlungen zu werden. Seine Todfeinde, die Juden, ließen ihm nirgends Ruhe; sie suchten ihn beständig aus dem Weg zu räumen. Selbst die Heiden mussten ihn gegen ihre Wut in Schutz nehmen. Öfters in Gefängnis geworfen und mit Ketten beladen, vor die Gerichte geschleppt, befreite ihn nur seine Weisheit und die Kraft seiner Worte aus den Händen seiner Feinde. Er war daher das vollkommenste Abbild seines göttlichen Heilandes, der vorausgesagt hatte: „Ich will ihm zeigen, was er Alles für meinen Namen leiden werde.“ – 23 Jahre arbeitete er sonder Rast und Ruhe am Heil der Seelen. Keine Gefahr, kein Hindernis schreckte ihn ab. Mit höchstem Freimut und himmlischer Begeisterung predigte er Hohen und Niedern, Juden und Heiden. Wie der Heiland Speise und Trank vergaß, um Seelen zu retten, so auch der heilige Paulus. Jede Gelegenheit benützte er, um in die Herzen einzudringen und sie für Jesus zu gewinnen. Als er einmal mit seinem Begleiter Silas nach Athen zog, wo die heidnische Weisheit ihren Hauptsitz hatte und der Götzendienst im höchsten Schwung war, durchwanderte er die Straßen der Stadt, forschend, ob er nicht eine Gelegenheit fände, seinem Eifer Raum zu geben. Da sah er einen Altar mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott geweiht.“ Die Athener waren nicht mit ihren Göttern zufrieden, sie wollen alle ihnen noch nicht bekannten Götter der Welt verehren und anbeten. Dieser Aberglaube schnitt dem glaubenseifrigen Apostel in das Herz, und er fing an, zuerst in den Bethäusern der Juden und dann auch auf dem öffentlichen Markt den Heiden zu predigen. Viel Volk und darunter auch Gelehrte sammelten sich um ihn, und da sie ihn Jesum verkündigen hörten, wie er gekreuzigt und wieder auferstanden sei, führten sie ihn vor den höchsten Gerichtshof, wo auch öffentliche Verkündigungen an das Volk geschahen, damit er dort sich hören lasse. In Mitte nun der vornehmsten Männer der Stadt erhob Paulus furchtlos seine Stimme und sprach: „Athener! Ich sehe, dass ihr in allen Dingen, ich möchte sagen, übergläubig seid. Denn als ich umherging und eure Götzenbilder sah, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: „Dem unbekannten Gott.“ Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das vekündige ich euch.“ Nach dieser Einleitung verkündigte er mit feurigen Worten den Athenern den wahren Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, und das Gericht, welches am Ende der Welt Jesus, der Auferstandene, halten werde über den ganzen Erdkreis. – Viele, die dies hörten, blieben in ihrem Unglauben, doch mehrere, unter diesen auch Dionysius, ein Mitglied des hohen Rates, glaubten an Christum. &lt;br /&gt;
Es schmerzte wohl den heiligen Apostel dieser Unglaube, allein er ließ sich dadurch nicht irre machen. Unverdrossen streute er überall den Samen des Wortes Gottes aus und hatte auch die Freude, an vielen Orten christliche Gemeinden emporblühen zu sehen, so zu Korinth, zu Ephesus, in Galatien, zu Tessalonich, in Philippi, in Kolossä, in Palästina, welchen Gemeinden er dann würdige Männer als Bischöfe und Seelsorger vorsetzte, unter anderen den heiligen Titus und Timotheus. So lange er lebte, trug er wie ein zärtlicher Vater diese Gemeinden in seinem Herzen, und da er wegen seiner Reisen nicht immer bei ihnen verweilen konnte, so schrieb er die eindringlichsten Briefe an dieselben und an ihre Vorgesetzten, die voll des heiligen Geistes sind. Wir haben noch 14 solcher Briefe, in denen er wie ein Vater mahnt, warnt, belehrt, aufmuntert, tadelt und straft. – So feurig sein Gemüt war, wenn es galt, die Menschen aus dem Schlafe aufzuwecken und ihnen die Decke von den Augen zu ziehen, so voll des Mitleids und des Erbarmens war er auch gegen die armen und notleidenden Christengemeinden. Er selbst nährte sich, wenn es sein Amt zuließ, von seiner Handarbeit; für die Armen sammelte er Almosen und vergaß auch nicht, in seinen Briefen zur Barmherzigkeit gegen die Armen zu mahnen. Besonders lagen ihm die Sünder am Herzen; für sie betete und flehte er zu Gott, für sie tat er Buße und unaufhörlich mahnte er sie zur Bekehrung und Versöhnung mit Gott, ja seine Liebe zu seinen verstockten Glaubensgenossen, den Juden, die sich nicht bekehren wollten, ging so weit, dass er ausrief: „Ich wünschte selbst im Bann zu sein, los von Christo statt meiner Brüder (Röm 9,3).“ Man kann sagen, dass sein Herz immer im Feuer der Liebe brannte; wenn er in seinen Briefen von der wahren Liebe redet, so glaubt man, dieses Feuer brennen zu sehen. &lt;br /&gt;
So sehr ihn Gott begnadigte, so blieb er doch immer demütig. Er wurde bis in den dritten Himmel verzückt, er trug die Wundmale Christi an seinem Leib; er hatte die Gabe der Sprachen; er sah in die Zukunft und weissagte; Christus selbst, Engel und Heilige erschienen ihm; er erweckte Tote zum Leben, heilte Kranke und Presshafte und trieb Teufel aus; durch Berührung seiner Schweißtücher wurden Kranke gesund – ja so groß war seine Wundergabe, dass man ihn sogar für einen Gott hilet und ihm opfern wollte – und dennoch verachtete er sich dabei so sehr, dass er sich den Geringsten der Apostel, eine Fehlgeburt, den ersten unter den Sündern nannte und seinen Leib fort und fort züchtigte, damit er, wie er sagte, nicht verworfen werde. – Durch beständiges Fasten ertötete er die Gelüste seines Fleisches; niemals trank er Wein und bei allen seinen geistigen und körperlichen Leiden war er doch immer voll des Trostes, so dass er ausrief: „Ich gehe über vor Freude bei all meiner Trübsal.“ Eine der schönsten Tugenden, die sein Herz schmückten, war die Reinigkeit. Er lebte bis zu seinem Tod unverheiratet und gibt über die jungfräuliche Reinigkeit die trefflichsten Lehren. Sein Leben, sein Alles war Jesus Christus. Der Name Jesus lag immer auf seinen Lippen; er war Honig in seinem Mund, süße Musik seinen Ohren, Preis und Jubel seinem Herzen. Nur im Kreuz Jesu rühmte er sich, nur leben wollte er in Christus und mit Christus. Seine einzige Sehnsucht war, aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein und diese Sehnsucht wurde endlich nach langem Harren und vieler Trübsal erfüllt. &lt;br /&gt;
Im Jahre 58 nach Christus kam er nach Jerusalem, um dort den Armen gesammeltes Almosen zu bringen und auszuteilen. Vergeblich hatte ihn ein Prophet vor dieser Reise gewarnt, vergeblich hatten ihn die Gläubigen davon abgemahnt, er antwortete ihnen: „Ich bin bereit, nicht nur in Jerusalem mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben um des Namens Jesu willen.“ Er reiste also nach Jerusalem, aber kaum hatte er sich dort einige Tage aufgehalten, als ein Aufruhr unter den Juden entsatnd, weil sie meinten, er hätte durch einen Heiden, mit dem sie ihn gehen sahen, den Tempel entweiht. Sie ergriffen ihn, schleppten ihn fort, um ihn zu morden. Es wäre dies auch geschehen, wenn nicht ein Hauptmann mit Soldaten herbeigeeilt wäre, und ihn ihren Händen entrissen hätte. Dieser schickte ihn nun gefangen zu dem Landpfleger Felix, wohin auch die Juden, seine Feinde, gingen, um ihn dort zu verklagen. Paulus verteidigte sich siegreich, musste aber doch zwei Jahre bei dem Landpfleger im Gefängnis bleiben. Felix war ein schlechter Mensch. Er wollte einerseits den Juden sich gefällig zeigen, andererseits vom heiligen Paulus sich Geld erpressen; dieser aber willfahrte ihm nicht, sondern suchte vielmehr sein Herz auf bessere Wege zu bringen. Allein Felix, auf den die Worte des heiligen Apostels oft großen Eindruck machten, wollte sich von seinen sündhaften Gewohnheiten nicht los machen und blieb verstockt. Nach zwei Jahren wurde er abgesetzt und da nun ein anderer Landpfleger an seine Stelle kam, verlangte der heilige Apostel vor den Kaiser nach Rom geführt zu werden. Er wurde nun auf ein Schiff geschleppt und nach Rom abgeführt. Groß waren die Mühsale und Gefahren, weilche er auf der langen Reise auszustehen hatte. Doch Gott rettete ihn und wegen seiner auch seine Gefährten und so kam er denn glücklich im Jahre 61 in Rom an, wo er sogleich in das Gefängnis geworfen wurde. Er wurde aber sehr milde behandelt und durfte sogar allen, welche ihn besuchten, frei das Evangelium verkündigen. Da sich keine Ankläger gegen ihn stellten, wurde er nach zwei Jahren freigelassen. Nun machte er seine letzte Reise in das Morgenland, predigte in verschiedenen Ländern und Gegenden, erduldete noch Kerker, Foltern und Misshandlungen aller Art, begründete überall den Glauben und kehrte dann wieder nach Rom um das Jahr 64 zurück, wo bereits der heilige Petrus sein Amt als Oberhaupt der Kirche ausübte und seinen großen Kampf gegen das Heidentum kämpfte. Paulus vereinigte sich mit ihm und beide heiligen Apostel arbeiteten nun mit vereinten Kräften an der Verbreitung des Reiches Gottes. Paulus hatte das Glück, eine Beischläferin des Kaisers Nero zu bekehren, an welcher das ganze Herz dieses grausamen Wüterichs hing. Das lasterhafte Weib ging auf die Worte des Apostels in sich, verließ den kaiserlichen Hof und ergab sich dem Dienst Gottes. Der Kaiser hierüber wütend, ließ den heiligen Apostel in das Gefängnis werfen, in welchem bereits der heilige Petrus gefangen lag. Neun Monate musste er hier von allem entblößt in Banden liegen, aber die Tröstungen, welche ihm Gott zuschickte, und der Umgang des heiligen Petrus erfüllten sein Herz mit Freude, und mit heißer Inbrunst erwartete er seine Todesstunde, um bei Christus zu sein.&lt;br /&gt;
Als der Tag des Martertums endlich nahte, wurden die beiden heiligen Apostel aus ihrem Gefängnis gezogen und durch das Tor Ostia an den Ort, „Gesundwasser“ genannt, geführt. Der heilige Apostel Petrus wurde gekreuzigt. Der heilige Paulus aber als römischer Bürger enthauptet am 29. Juni 65 oder 67 n.Chr. An dem Platz, wo er enthauptet worden war, steht jetzt die prachtvolle Kirche St. Paul, die im Jahre 1823 abgebrannt, nun aber fast ganz wieder hergestellt ist. Die Hälfte der Gebeine des heiligen Apostels ruhen in der St. Peterskirche bei den Gebeinen des heiligen Petrus. &lt;br /&gt;
O möchtest du doch, christliche Seele, auch mit dem heiligen Paulus am Ende deiner Laufbahn ausrufen können: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt!“ Damit du aber dieses sagen kannst, musst du dich auch entschließen, in die Fußstapfen dieses heiligen Apostels zu treten. Erkenne dich, wie er, als einen armen Sünder und demütige dich immer; liebe wie er mit allen Fasern deines Herzens Jesum den Gekreuzigten; verachte die Welt und all ihren Tand; kreuzige dein Fleisch wie er; liebe die Brüder und sei barmherzig; lebe enthaltsam und keusch und tue alles zur größeren Ehre Gottes, o dann wird auch dir die Krone zu Teil, welche dir geben wird der gerechte Richter an jenem Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gebet der Kirche&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O Gott, der du durch die Predigten des heiligen Apostels Paulus die Menge der Heiden bekehrt hast, verleihe uns, wir bitten dich, dass wir, feiernd seinen Tag der Geburt, immer empfinden seinen mächtigen Schutz durch Christum, unseren Herrn. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Paulus&amp;diff=2758</id>
		<title>Paulus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Paulus&amp;diff=2758"/>
		<updated>2009-02-17T13:43:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Der heilige Apostel Paulus. Jahr 65 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 30. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Juden der Stadt Damaskus brachte die Zeit um das Jahr 36 nach Christi Geburt eine gewaltige Aufregung hervor. – Ein Mann aus dem Geschlechte Benjamins, ein Pharisäer, ein großer Eiferer für das Gesetz Mosis, daher auch ein großer Verfolger der Anhänger Jesu, des Gekreuzigten, tritt plötzlich in ihren Schulen und Bethäusern auf und predigt, dass Jesus der Sohn Gottes und der verheißene Messias sei. Sie wissen nicht, was sie sich davon denken sollten, so unerwartet kam ihnen das Ereignis. Anfänglich stritten sie mit ihm und suchten ihn zu widerlegen; da er sie aber durch die Kraft seiner Wort beschämte, fassten sie den Entschluss, ihn zu töten und bewachten daher Tag und Nacht die Tore der Stadt, damit er ihnen ja nicht entrinne. Er aber hatte davon gehört und seine Freunde, Jünger Christi, ließen ihn in einem Korb über die Stadtmauer herab. Dieser Mann, dem die Juden zu Damaskus nach dem Leben strebten, war kein anderer – als der heilige Apostel Paulus, der durch die Gnade Jesu Christi aus einem Verfolger Jesu sein treuester Anhänger, ein Gefäß der Auserwählung geworden ist, um den heiligen Namen Jesus vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen (Apg 9,15).&lt;br /&gt;
Aus der Gewalt seiner Feinde gerettet, begab er sich nach Jerusalem. Dort wollten ihm die meisten Gläubigen nicht recht trauen, weil er früher ein so heftiger Verfolger der Kirche gewesen; als sie aber die Umstände seiner wunderbaren Bekehrung genauer erfahren hatten und der heilige Barnabas ihn zu den heiligen Aposteln Petrus und Johannes führte, welche sich herzlich über seine Bekehrung freuten, so dankten sie Gott und nahmen den neuen Glaubensgenossen liebevoll auf. 15 Tage blieb er bei der heiligen Gemeinde in Jerusalem, während welcher Zeit er sich teils mit dem heiligen Petrus unterredete, teils in den Schul- und Bethäusern der Juden predigte und die Ankunft des Heilands auf Erden unwiderleglich bewies. Allein die Juden verschlossen Ohr und Herz, und da sie ihn nicht widerlegen konnten, suchten sie ihn auch hier aus dem Wege zu räumen. Er musste sich also auch da wieder flüchten und zog in seine Vaterstadt Tarsus. Hier blieb er nicht lange, denn der Apostel Barnabas berief ihn nach Antiochia, wo aus Jerusalem vertriebene Christen eine Gemeinde gegründet hatten. Beide Apostel arbeiteten nun unermüdet in dieser Stadt am Heil der Seelen und hatten bald die Freude, die Gemeinde zum schönsten Wachstum und zur herrlichsten Blüte zu bringen. Im Jahr 44 trat er seine Bekehrungsreisen an. Sein Herz, ganz entflammt von Liebe zu Jesus und zu allen Menschen, für die er zu sterben bereit war, fühlte das innigste Mitleid mit den armen Heiden und den verblendeten Juden. Alle wollte er sie für Jesus gewinnen, alle in den Schafstall der Kirche einführen. Er wanderte zu Fuß, bald allein, bald von Jüngern begleitet, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Er übersetzte Ströme und Flüsse und das Meer, litt Hunger, Durst und Blöße, wurde gehasst, verhöhnt, verfolgt. Fünf Mal wurde er von den Juden gegeißelt, drei Mal litt er Schiffbruch und einen ganzen Tag und eine Nacht lang befand er sich in den Meereswogen, nahe daran, von ihnen verschlungen zu werden. Seine Todfeinde, die Juden, ließen ihm nirgends Ruhe; sie suchten ihn beständig aus dem Weg zu räumen. Selbst die Heiden mussten ihn gegen ihre Wut in Schutz nehmen. Öfters in Gefängnis geworfen und mit Ketten beladen, vor die Gerichte geschleppt, befreite ihn nur seine Weisheit und die Kraft seiner Worte aus den Händen seiner Feinde. Er war daher das vollkommenste Abbild seines göttlichen Heilandes, der vorausgesagt hatte: „Ich will ihm zeigen, was er Alles für meinen Namen leiden werde.“ – 23 Jahre arbeitete er sonder Rast und Ruhe am Heil der Seelen. Keine Gefahr, kein Hindernis schreckte ihn ab. Mit höchstem Freimut und himmlischer Begeisterung predigte er Hohen und Niedern, Juden und Heiden. Wie der Heiland Speise und Trank vergaß, um Seelen zu retten, so auch der heilige Paulus. Jede Gelegenheit benützte er, um in die Herzen einzudringen und sie für Jesus zu gewinnen. Als er einmal mit seinem Begleiter Silas nach Athen zog, wo die heidnische Weisheit ihren Hauptsitz hatte und der Götzendienst im höchsten Schwung war, durchwanderte er die Straßen der Stadt, forschend, ob er nicht eine Gelegenheit fände, seinem Eifer Raum zu geben. Da sah er einen Altar mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott geweiht.“ Die Athener waren nicht mit ihren Göttern zufrieden, sie wollen alle ihnen noch nicht bekannten Götter der Welt verehren und anbeten. Dieser Aberglaube schnitt dem glaubenseifrigen Apostel in das Herz, und er fing an, zuerst in den Bethäusern der Juden und dann auch auf dem öffentlichen Markt den Heiden zu predigen. Viel Volk und darunter auch Gelehrte sammelten sich um ihn, und da sie ihn Jesum verkündigen hörten, wie er gekreuzigt und wieder auferstanden sei, führten sie ihn vor den höchsten Gerichtshof, wo auch öffentliche Verkündigungen an das Volk geschahen, damit er dort sich hören lasse. In Mitte nun der vornehmsten Männer der Stadt erhob Paulus furchtlos seine Stimme und sprach: „Athener! Ich sehe, dass ihr in allen Dingen, ich möchte sagen, übergläubig seid. Denn als ich umherging und eure Götzenbilder sah, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: „Dem unbekannten Gott.“ Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das vekündige ich euch.“ Nach dieser Einleitung verkündigte er mit feurigen Worten den Athenern den wahren Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, und das Gericht, welches am Ende der Welt Jesus, der Auferstandene, halten werde über den ganzen Erdkreis. – Viele, die dies hörten, blieben in ihrem Unglauben, doch mehrere, unter diesen auch Dionysius, ein Mitglied des hohen Rates, glaubten an Christum. &lt;br /&gt;
Es schmerzte wohl den heiligen Apostel dieser Unglaube, allein er ließ sich dadurch nicht irre machen. Unverdrossen streute er überall den Samen des Wortes Gottes aus und hatte auch die Freude, an vielen Orten christliche Gemeinden emporblühen zu sehen, so zu Korinth, zu Ephesus, in Galatien, zu Tessalonich, in Philippi, in Kolossä, in Palästina, welchen Gemeinden er dann würdige Männer als Bischöfe und Seelsorger vorsetzte, unter anderen den heiligen Titus und Timotheus. So lange er lebte, trug er wie ein zärtlicher Vater diese Gemeinden in seinem Herzen, und da er wegen seiner Reisen nicht immer bei ihnen verweilen konnte, so schrieb er die eindringlichsten Briefe an dieselben und an ihre Vorgesetzten, die voll des heiligen Geistes sind. Wir haben noch 14 solcher Briefe, in denen er wie ein Vater mahnt, warnt, belehrt, aufmuntert, tadelt und straft. – So feurig sein Gemüt war, wenn es galt, die Menschen aus dem Schlafe aufzuwecken und ihnen die Decke von den Augen zu ziehen, so voll des Mitleids und des Erbarmens war er auch gegen die armen und notleidenden Christengemeinden. Er selbst nährte sich, wenn es sein Amt zuließ, von seiner Handarbeit; für die Armen sammelte er Almosen und vergaß auch nicht, in seinen Briefen zur Barmherzigkeit gegen die Armen zu mahnen. Besonders lagen ihm die Sünder am Herzen; für sie betete und flehte er zu Gott, für sie tat er Buße und unaufhörlich mahnte er sie zur Bekehrung und Versöhnung mit Gott, ja seine Liebe zu seinen verstockten Glaubensgenossen, den Juden, die sich nicht bekehren wollten, ging so weit, dass er ausrief: „Ich wünschte selbst im Bann zu sein, los von Christo statt meiner Brüder (Röm 9,3).“ Man kann sagen, dass sein Herz immer im Feuer der Liebe brannte; wenn er in seinen Briefen von der wahren Liebe redet, so glaubt man, dieses Feuer brennen zu sehen. &lt;br /&gt;
So sehr ihn Gott begnadigte, so blieb er doch immer demütig. Er wurde bis in den dritten Himmel verzückt, er trug die Wundmale Christi an seinem Leib; er hatte die Gabe der Sprachen; er sah in die Zukunft und weissagte; Christus selbst, Engel und Heilige erschienen ihm; er erweckte Tote zum Leben, heilte Kranke und Presshafte und trieb Teufel aus; durch Berührung seiner Schweißtücher wurden Kranke gesund – ja so groß war seine Wundergabe, dass man ihn sogar für einen Gott hilet und ihm opfern wollte – und dennoch verachtete er sich dabei so sehr, dass er sich den Geringsten der Apostel, eine Fehlgeburt, den ersten unter den Sündern nannte und seinen Leib fort und fort züchtigte, damit er, wie er sagte, nicht verworfen werde. – Durch beständiges Fasten ertötete er die Gelüste seines Fleisches; niemals trank er Wein und bei allen seinen geistigen und körperlichen Leiden war er doch immer voll des Trostes, so dass er ausrief: „Ich gehe über vor Freude bei all meiner Trübsal.“ Eine der schönsten Tugenden, die sein Herz schmückten, war die Reinigkeit. Er lebte bis zu seinem Tod unverheiratet und gibt über die jungfräuliche Reinigkeit die trefflichsten Lehren. Sein Leben, sein Alles war Jesus Christus. Der Name Jesus lag immer auf seinen Lippen; er war Honig in seinem Mund, süße Musik seinen Ohren, Preis und Jubel seinem Herzen. Nur im Kreuz Jesu rühmte er sich, nur leben wollte er in Christus und mit Christus. Seine einzige Sehnsucht war, aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein und diese Sehnsucht wurde endlich nach langem Harren und vieler Trübsal erfüllt. &lt;br /&gt;
Im Jahre 58 nach Christus kam er nach Jerusalem, um dort den Armen gesammeltes Almosen zu bringen und auszuteilen. Vergeblich hatte ihn ein Prophet vor dieser Reise gewarnt, vergeblich hatten ihn die Gläubigen davon abgemahnt, er antwortete ihnen: „Ich bin bereit, nicht nur in Jerusalem mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben um des Namens Jesu willen.“ Er reiste also nach Jerusalem, aber kaum hatte er sich dort einige Tage aufgehalten, als ein Aufruhr unter den Juden entsatnd, weil sie meinten, er hätte durch einen Heiden, mit dem sie ihn gehen sahen, den Tempel entweiht. Sie ergriffen ihn, schleppten ihn fort, um ihn zu morden. Es wäre dies auch geschehen, wenn nicht ein Hauptmann mit Soldaten herbeigeeilt wäre, und ihn ihren Händen entrissen hätte. Dieser schickte ihn nun gefangen zu dem Landpfleger Felix, wohin auch die Juden, seine Feinde, gingen, um ihn dort zu verklagen. Paulus verteidigte sich siegreich, musste aber doch zwei Jahre bei dem Landpfleger im Gefängnis bleiben. Felix war ein schlechter Mensch. Er wollte einerseits den Juden sich gefällig zeigen, andererseits vom heiligen Paulus sich Geld erpressen; dieser aber willfahrte ihm nicht, sondern suchte vielmehr sein Herz auf bessere Wege zu bringen. Allein Felix, auf den die Worte des heiligen Apostels oft großen Eindruck machten, wollte sich von seinen sündhaften Gewohnheiten nicht los machen und blieb verstockt. Nach zwei Jahren wurde er abgesetzt und da nun ein anderer Landpfleger an seine Stelle kam, verlangte der heilige Apostel vor den Kaiser nach Rom geführt zu werden. Er wurde nun auf ein Schiff geschleppt und nach Rom abgeführt. Groß waren die Mühsale und Gefahren, weilche er auf der langen Reise auszustehen hatte. Doch Gott rettete ihn und wegen seiner auch seine Gefährten und so kam er denn glücklich im Jahre 61 in Rom an, wo er sogleich in das Gefängnis geworfen wurde. Er wurde aber sehr milde behandelt und durfte sogar allen, welche ihn besuchten, frei das Evangelium verkündigen. Da sich keine Ankläger gegen ihn stellten, wurde er nach zwei Jahren freigelassen. Nun machte er seine letzte Reise in das Morgenland, predigte in verschiedenen Ländern und Gegenden, erduldete noch Kerker, Foltern und Misshandlungen aller Art, begründete überall den Glauben und kehrte dann wieder nach Rom um das Jahr 64 zurück, wo bereits der heilige Petrus sein Amt als Oberhaupt der Kirche ausübte und seinen großen Kampf gegen das Heidentum kämpfte. Paulus vereinigte sich mit ihm und beide heiligen Apostel arbeiteten nun mit vereinten Kräften an der Verbreitung des Reiches Gottes. Paulus hatte das Glück, eine Beischläferin des Kaisers Nero zu bekehren, an welcher das ganze Herz dieses grausamen Wüterichs hing. Das lasterhafte Weib ging auf die Worte des Apostels in sich, verließ den kaiserlichen Hof und ergab sich dem Dienst Gottes. Der Kaiser hierüber wütend, ließ den heiligen Apostel in das Gefängnis werfen, in welchem bereits der heilige Petrus gefangen lag. Neun Monate musste er hier von allem entblößt in Banden liegen, aber die Tröstungen, welche ihm Gott zuschickte, und der Umgang des heiligen Petrus erfüllten sein Herz mit Freude, und mit heißer Inbrunst erwartete er seine Todesstunde, um bei Christus zu sein.&lt;br /&gt;
Als der Tag des Martertums endlich nahte, wurden die beiden heiligen Apostel aus ihrem Gefängnis gezogen und durch das Tor Ostia an den Ort, „Gesundwasser“ genannt, geführt. Der heilige Apostel Petrus wurde gekreuzigt. Der heilige Paulus aber als römischer Bürger enthauptet am 29. Juni 65 oder 67 n.Chr. An dem Platz, wo er enthauptet worden war, steht jetzt die prachtvolle Kirche St. Paul, die im Jahre 1823 abgebrannt, nun aber fast ganz wieder hergestellt ist. Die Hälfte der Gebeine des heiligen Apostels ruhen in der St. Peterskirche bei den Gebeinen des heiligen Petrus. &lt;br /&gt;
O möchtest du doch, christliche Seele, auch mit dem heiligen Paulus am Ende deiner Laufbahn ausrufen können: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt!“ Damit du aber dieses sagen kannst, musst du dich auch entschließen, in die Fußstapfen dieses heiligen Apostels zu treten. Erkenne dich, wie er, als einen armen Sünder und demütige dich immer; liebe wie er mit allen Fasern deines Herzens Jesum den Gekreuzigten; verachte die Welt und all ihren Tand; kreuzige dein Fleisch wie er; liebe die Brüder und sei barmherzig; lebe enthaltsam und keusch und tue alles zur größeren Ehre Gottes, o dann wird auch dir die Krone zu Teil, welche dir geben wird der gerechte Richter an jenem Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet der Kirche&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
O Gott, der du durch die Predigten des heiligen Apostels Paulus die Menge der Heiden bekehrt hast, verleihe uns, wir bitten dich, dass wir, feiernd seinen Tag der Geburt, immer empfinden seinen mächtigen Schutz durch Christum, unseren Herrn. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2757</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2757"/>
		<updated>2009-02-17T13:42:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit soll hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Paulus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Paulus&amp;diff=2756</id>
		<title>Paulus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Paulus&amp;diff=2756"/>
		<updated>2009-02-17T13:42:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Apostel Paulus. Jahr 65 ==   Fest: 30. Juni  Für die Juden der Stadt Damaskus brachte die Zeit um das Jahr 36 nach Christi Geburt eine gewaltige Aufreg...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Apostel Paulus. Jahr 65 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 30. Juni&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Juden der Stadt Damaskus brachte die Zeit um das Jahr 36 nach Christi Geburt eine gewaltige Aufregung hervor. – Ein Mann aus dem Geschlechte Benjamins, ein Pharisäer, ein großer Eiferer für das Gesetz Mosis, daher auch ein großer Verfolger der Anhänger Jesu, des Gekreuzigten, tritt plötzlich in ihren Schulen und Bethäusern auf und predigt, dass Jesus der Sohn Gottes und der verheißene Messias sei. Sie wissen nicht, was sie sich davon denken sollten, so unerwartet kam ihnen das Ereignis. Anfänglich stritten sie mit ihm und suchten ihn zu widerlegen; da er sie aber durch die Kraft seiner Wort beschämte, fassten sie den Entschluss, ihn zu töten und bewachten daher Tag und Nacht die Tore der Stadt, damit er ihnen ja nicht entrinne. Er aber hatte davon gehört und seine Freunde, Jünger Christi, ließen ihn in einem Korb über die Stadtmauer herab. Dieser Mann, dem die Juden zu Damaskus nach dem Leben strebten, war kein anderer – als der heilige Apostel Paulus, der durch die Gnade Jesu Christi aus einem Verfolger Jesu sein treuester Anhänger, ein Gefäß der Auserwählung geworden ist, um den heiligen Namen Jesus vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen (Apg 9,15).&lt;br /&gt;
Aus der Gewalt seiner Feinde gerettet, begab er sich nach Jerusalem. Dort wollten ihm die meisten Gläubigen nicht recht trauen, weil er früher ein so heftiger Verfolger der Kirche gewesen; als sie aber die Umstände seiner wunderbaren Bekehrung genauer erfahren hatten und der heilige Barnabas ihn zu den heiligen Aposteln Petrus und Johannes führte, welche sich herzlich über seine Bekehrung freuten, so dankten sie Gott und nahmen den neuen Glaubensgenossen liebevoll auf. 15 Tage blieb er bei der heiligen Gemeinde in Jerusalem, während welcher Zeit er sich teils mit dem heiligen Petrus unterredete, teils in den Schul- und Bethäusern der Juden predigte und die Ankunft des Heilands auf Erden unwiderleglich bewies. Allein die Juden verschlossen Ohr und Herz, und da sie ihn nicht widerlegen konnten, suchten sie ihn auch hier aus dem Wege zu räumen. Er musste sich also auch da wieder flüchten und zog in seine Vaterstadt Tarsus. Hier blieb er nicht lange, denn der Apostel Barnabas berief ihn nach Antiochia, wo aus Jerusalem vertriebene Christen eine Gemeinde gegründet hatten. Beide Apostel arbeiteten nun unermüdet in dieser Stadt am Heil der Seelen und hatten bald die Freude, die Gemeinde zum schönsten Wachstum und zur herrlichsten Blüte zu bringen. Im Jahr 44 trat er seine Bekehrungsreisen an. Sein Herz, ganz entflammt von Liebe zu Jesus und zu allen Menschen, für die er zu sterben bereit war, fühlte das innigste Mitleid mit den armen Heiden und den verblendeten Juden. Alle wollte er sie für Jesus gewinnen, alle in den Schafstall der Kirche einführen. Er wanderte zu Fuß, bald allein, bald von Jüngern begleitet, von Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Er übersetzte Ströme und Flüsse und das Meer, litt Hunger, Durst und Blöße, wurde gehasst, verhöhnt, verfolgt. Fünf Mal wurde er von den Juden gegeißelt, drei Mal litt er Schiffbruch und einen ganzen Tag und eine Nacht lang befand er sich in den Meereswogen, nahe daran, von ihnen verschlungen zu werden. Seine Todfeinde, die Juden, ließen ihm nirgends Ruhe; sie suchten ihn beständig aus dem Weg zu räumen. Selbst die Heiden mussten ihn gegen ihre Wut in Schutz nehmen. Öfters in Gefängnis geworfen und mit Ketten beladen, vor die Gerichte geschleppt, befreite ihn nur seine Weisheit und die Kraft seiner Worte aus den Händen seiner Feinde. Er war daher das vollkommenste Abbild seines göttlichen Heilandes, der vorausgesagt hatte: „Ich will ihm zeigen, was er Alles für meinen Namen leiden werde.“ – 23 Jahre arbeitete er sonder Rast und Ruhe am Heil der Seelen. Keine Gefahr, kein Hindernis schreckte ihn ab. Mit höchstem Freimut und himmlischer Begeisterung predigte er Hohen und Niedern, Juden und Heiden. Wie der Heiland Speise und Trank vergaß, um Seelen zu retten, so auch der heilige Paulus. Jede Gelegenheit benützte er, um in die Herzen einzudringen und sie für Jesus zu gewinnen. Als er einmal mit seinem Begleiter Silas nach Athen zog, wo die heidnische Weisheit ihren Hauptsitz hatte und der Götzendienst im höchsten Schwung war, durchwanderte er die Straßen der Stadt, forschend, ob er nicht eine Gelegenheit fände, seinem Eifer Raum zu geben. Da sah er einen Altar mit der Aufschrift: „Dem unbekannten Gott geweiht.“ Die Athener waren nicht mit ihren Göttern zufrieden, sie wollen alle ihnen noch nicht bekannten Götter der Welt verehren und anbeten. Dieser Aberglaube schnitt dem glaubenseifrigen Apostel in das Herz, und er fing an, zuerst in den Bethäusern der Juden und dann auch auf dem öffentlichen Markt den Heiden zu predigen. Viel Volk und darunter auch Gelehrte sammelten sich um ihn, und da sie ihn Jesum verkündigen hörten, wie er gekreuzigt und wieder auferstanden sei, führten sie ihn vor den höchsten Gerichtshof, wo auch öffentliche Verkündigungen an das Volk geschahen, damit er dort sich hören lasse. In Mitte nun der vornehmsten Männer der Stadt erhob Paulus furchtlos seine Stimme und sprach: „Athener! Ich sehe, dass ihr in allen Dingen, ich möchte sagen, übergläubig seid. Denn als ich umherging und eure Götzenbilder sah, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: „Dem unbekannten Gott.“ Was ihr nun, ohne es zu kennen, verehrt, das vekündige ich euch.“ Nach dieser Einleitung verkündigte er mit feurigen Worten den Athenern den wahren Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, und das Gericht, welches am Ende der Welt Jesus, der Auferstandene, halten werde über den ganzen Erdkreis. – Viele, die dies hörten, blieben in ihrem Unglauben, doch mehrere, unter diesen auch Dionysius, ein Mitglied des hohen Rates, glaubten an Christum. &lt;br /&gt;
Es schmerzte wohl den heiligen Apostel dieser Unglaube, allein er ließ sich dadurch nicht irre machen. Unverdrossen streute er überall den Samen des Wortes Gottes aus und hatte auch die Freude, an vielen Orten christliche Gemeinden emporblühen zu sehen, so zu Korinth, zu Ephesus, in Galatien, zu Tessalonich, in Philippi, in Kolossä, in Palästina, welchen Gemeinden er dann würdige Männer als Bischöfe und Seelsorger vorsetzte, unter anderen den heiligen Titus und Timotheus. So lange er lebte, trug er wie ein zärtlicher Vater diese Gemeinden in seinem Herzen, und da er wegen seiner Reisen nicht immer bei ihnen verweilen konnte, so schrieb er die eindringlichsten Briefe an dieselben und an ihre Vorgesetzten, die voll des heiligen Geistes sind. Wir haben noch 14 solcher Briefe, in denen er wie ein Vater mahnt, warnt, belehrt, aufmuntert, tadelt und straft. – So feurig sein Gemüt war, wenn es galt, die Menschen aus dem Schlafe aufzuwecken und ihnen die Decke von den Augen zu ziehen, so voll des Mitleids und des Erbarmens war er auch gegen die armen und notleidenden Christengemeinden. Er selbst nährte sich, wenn es sein Amt zuließ, von seiner Handarbeit; für die Armen sammelte er Almosen und vergaß auch nicht, in seinen Briefen zur Barmherzigkeit gegen die Armen zu mahnen. Besonders lagen ihm die Sünder am Herzen; für sie betete und flehte er zu Gott, für sie tat er Buße und unaufhörlich mahnte er sie zur Bekehrung und Versöhnung mit Gott, ja seine Liebe zu seinen verstockten Glaubensgenossen, den Juden, die sich nicht bekehren wollten, ging so weit, dass er ausrief: „Ich wünschte selbst im Bann zu sein, los von Christo statt meiner Brüder (Röm 9,3).“ Man kann sagen, dass sein Herz immer im Feuer der Liebe brannte; wenn er in seinen Briefen von der wahren Liebe redet, so glaubt man, dieses Feuer brennen zu sehen. &lt;br /&gt;
So sehr ihn Gott begnadigte, so blieb er doch immer demütig. Er wurde bis in den dritten Himmel verzückt, er trug die Wundmale Christi an seinem Leib; er hatte die Gabe der Sprachen; er sah in die Zukunft und weissagte; Christus selbst, Engel und Heilige erschienen ihm; er erweckte Tote zum Leben, heilte Kranke und Presshafte und trieb Teufel aus; durch Berührung seiner Schweißtücher wurden Kranke gesund – ja so groß war seine Wundergabe, dass man ihn sogar für einen Gott hilet und ihm opfern wollte – und dennoch verachtete er sich dabei so sehr, dass er sich den Geringsten der Apostel, eine Fehlgeburt, den ersten unter den Sündern nannte und seinen Leib fort und fort züchtigte, damit er, wie er sagte, nicht verworfen werde. – Durch beständiges Fasten ertötete er die Gelüste seines Fleisches; niemals trank er Wein und bei allen seinen geistigen und körperlichen Leiden war er doch immer voll des Trostes, so dass er ausrief: „Ich gehe über vor Freude bei all meiner Trübsal.“ Eine der schönsten Tugenden, die sein Herz schmückten, war die Reinigkeit. Er lebte bis zu seinem Tod unverheiratet und gibt über die jungfräuliche Reinigkeit die trefflichsten Lehren. Sein Leben, sein Alles war Jesus Christus. Der Name Jesus lag immer auf seinen Lippen; er war Honig in seinem Mund, süße Musik seinen Ohren, Preis und Jubel seinem Herzen. Nur im Kreuz Jesu rühmte er sich, nur leben wollte er in Christus und mit Christus. Seine einzige Sehnsucht war, aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein und diese Sehnsucht wurde endlich nach langem Harren und vieler Trübsal erfüllt. &lt;br /&gt;
Im Jahre 58 nach Christus kam er nach Jerusalem, um dort den Armen gesammeltes Almosen zu bringen und auszuteilen. Vergeblich hatte ihn ein Prophet vor dieser Reise gewarnt, vergeblich hatten ihn die Gläubigen davon abgemahnt, er antwortete ihnen: „Ich bin bereit, nicht nur in Jerusalem mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben um des Namens Jesu willen.“ Er reiste also nach Jerusalem, aber kaum hatte er sich dort einige Tage aufgehalten, als ein Aufruhr unter den Juden entsatnd, weil sie meinten, er hätte durch einen Heiden, mit dem sie ihn gehen sahen, den Tempel entweiht. Sie ergriffen ihn, schleppten ihn fort, um ihn zu morden. Es wäre dies auch geschehen, wenn nicht ein Hauptmann mit Soldaten herbeigeeilt wäre, und ihn ihren Händen entrissen hätte. Dieser schickte ihn nun gefangen zu dem Landpfleger Felix, wohin auch die Juden, seine Feinde, gingen, um ihn dort zu verklagen. Paulus verteidigte sich siegreich, musste aber doch zwei Jahre bei dem Landpfleger im Gefängnis bleiben. Felix war ein schlechter Mensch. Er wollte einerseits den Juden sich gefällig zeigen, andererseits vom heiligen Paulus sich Geld erpressen; dieser aber willfahrte ihm nicht, sondern suchte vielmehr sein Herz auf bessere Wege zu bringen. Allein Felix, auf den die Worte des heiligen Apostels oft großen Eindruck machten, wollte sich von seinen sündhaften Gewohnheiten nicht los machen und blieb verstockt. Nach zwei Jahren wurde er abgesetzt und da nun ein anderer Landpfleger an seine Stelle kam, verlangte der heilige Apostel vor den Kaiser nach Rom geführt zu werden. Er wurde nun auf ein Schiff geschleppt und nach Rom abgeführt. Groß waren die Mühsale und Gefahren, weilche er auf der langen Reise auszustehen hatte. Doch Gott rettete ihn und wegen seiner auch seine Gefährten und so kam er denn glücklich im Jahre 61 in Rom an, wo er sogleich in das Gefängnis geworfen wurde. Er wurde aber sehr milde behandelt und durfte sogar allen, welche ihn besuchten, frei das Evangelium verkündigen. Da sich keine Ankläger gegen ihn stellten, wurde er nach zwei Jahren freigelassen. Nun machte er seine letzte Reise in das Morgenland, predigte in verschiedenen Ländern und Gegenden, erduldete noch Kerker, Foltern und Misshandlungen aller Art, begründete überall den Glauben und kehrte dann wieder nach Rom um das Jahr 64 zurück, wo bereits der heilige Petrus sein Amt als Oberhaupt der Kirche ausübte und seinen großen Kampf gegen das Heidentum kämpfte. Paulus vereinigte sich mit ihm und beide heiligen Apostel arbeiteten nun mit vereinten Kräften an der Verbreitung des Reiches Gottes. Paulus hatte das Glück, eine Beischläferin des Kaisers Nero zu bekehren, an welcher das ganze Herz dieses grausamen Wüterichs hing. Das lasterhafte Weib ging auf die Worte des Apostels in sich, verließ den kaiserlichen Hof und ergab sich dem Dienst Gottes. Der Kaiser hierüber wütend, ließ den heiligen Apostel in das Gefängnis werfen, in welchem bereits der heilige Petrus gefangen lag. Neun Monate musste er hier von allem entblößt in Banden liegen, aber die Tröstungen, welche ihm Gott zuschickte, und der Umgang des heiligen Petrus erfüllten sein Herz mit Freude, und mit heißer Inbrunst erwartete er seine Todesstunde, um bei Christus zu sein.&lt;br /&gt;
Als der Tag des Martertums endlich nahte, wurden die beiden heiligen Apostel aus ihrem Gefängnis gezogen und durch das Tor Ostia an den Ort, „Gesundwasser“ genannt, geführt. Der heilige Apostel Petrus wurde gekreuzigt. Der heilige Paulus aber als römischer Bürger enthauptet am 29. Juni 65 oder 67 n.Chr. An dem Platz, wo er enthauptet worden war, steht jetzt die prachtvolle Kirche St. Paul, die im Jahre 1823 abgebrannt, nun aber fast ganz wieder hergestellt ist. Die Hälfte der Gebeine des heiligen Apostels ruhen in der St. Peterskirche bei den Gebeinen des heiligen Petrus. &lt;br /&gt;
O möchtest du doch, christliche Seele, auch mit dem heiligen Paulus am Ende deiner Laufbahn ausrufen können: „Ich habe einen guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt!“ Damit du aber dieses sagen kannst, musst du dich auch entschließen, in die Fußstapfen dieses heiligen Apostels zu treten. Erkenne dich, wie er, als einen armen Sünder und demütige dich immer; liebe wie er mit allen Fasern deines Herzens Jesum den Gekreuzigten; verachte die Welt und all ihren Tand; kreuzige dein Fleisch wie er; liebe die Brüder und sei barmherzig; lebe enthaltsam und keusch und tue alles zur größeren Ehre Gottes, o dann wird auch dir die Krone zu Teil, welche dir geben wird der gerechte Richter an jenem Tage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet der Kirche&lt;br /&gt;
O Gott, der du durch die Predigten des heiligen Apostels Paulus die Menge der Heiden bekehrt hast, verleihe uns, wir bitten dich, dass wir, feiernd seinen Tag der Geburt, immer empfinden seinen mächtigen Schutz durch Christum, unseren Herrn. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2755</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2755"/>
		<updated>2009-02-17T13:41:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit soll hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Kamillus]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Kamillus&amp;diff=2754</id>
		<title>Kamillus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Kamillus&amp;diff=2754"/>
		<updated>2009-02-17T13:40:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Kamillus von Lellis, Stifter der Versammlung der Krankendiener oder Väter vom guten Tode ==   Fest: 13. Juli  Wo die Wahrheit ist, da ist auch die Lieb...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Kamillus von Lellis, Stifter der Versammlung der Krankendiener oder Väter vom guten Tode ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 13. Juli&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo die Wahrheit ist, da ist auch die Liebe und die Liebe ist immer die fruchtbare Mutter der guten Werke, besonders der Werke der Barmherzigkeit. Schon daraus, dass die heilige katholische Kirche so zahlreiche, bewunderungswürdige Stiftungen zu Hilf und Trost der leidenden Menschheit aufzuweisen hat, zeigt sie, dass sie die volle Wahrheit besitzt, weil in ihr solche Liebe waltet. Der Irrtum und die Lüge sind unfruchtbar, ihnen fehlt es an der Liebe, daher findet man denn auch bei den Irrgläubigen so wenig Aufoperung, so wenig Hingabe für die leidenden Brüder. Die barmherzigen Schwestern und Brüder, die Schulbrüder und Schulschwestern, der Orden zur Erlösung der Gefangenen, zur Erziehung verwahrloster Kinder, zur Rettung gefallener Mädchen, zur Besserung von Verbrechen und so auch der Orden der Krankendiener oder Väter vom guten Tode sind Früchte der Liebe, welche nur in der katholischen Kirche gewachsen sind und gedeihen.&lt;br /&gt;
Der Stifter der Väter vom guten Tod ist der heilige Kamillus von Lellis. Er wurde im Jahr 1550 im Königreich Neapel einem Kriegsmann von einer schon hochbetagten Mutter geboren. Als ihn diese noch unter dem Herzen trug, schien es ihr einst im Schlafe, als bringe sie einen Knaben zur Welt, der auf der Brust ein rotes Kreuz trage und noch andere mit eben einem solchen Kreuze bezeichnete Knaben führe. Dieses Gesicht ging in Erfüllung, als Kamillus später den Orden stiftete, dessen Brüder nach dem Willen des Papstes an ihrem Kleid ein rotes Kreuz auf der rechten Seite der Brust tragen.&lt;br /&gt;
Sein Vater vernachlässigte seine Erziehung; er wurde in die Schule geschickt, lernte aber nur notdürftig lesen und schreiben, dafür aber wurde er mit Karten- und Würfelspiel bekannt und trieb sie leidenschaftlich. Im 18. Jahr trat er in Kriegsdienste und zog mit seinem Vater gegen die Türken, wurde aber krank und bald darauf starb sein Vater, der ihm nichts hinterließ, als was er auf dem Leib hatte. Zu noch größerem Unglück bekam er Geschwüre an beiden Füßen, Er verdingte sich nun als Krankenwärter in das Spital der Unheilbaren zu Rom, um da geheilt zu werden. Allein er entsagte dem Spiele nicht und wurde davongejagt. Er nahm jetzt wieder Kriegsdienste gegen die Türken, wurde aber nach dem Frieden ohne Lohn entlassen. In der größten Not leistete er nun Handlangerdienste bei einem Bau der Kapuziner, wo er abermals dem Spiel sich hingab und einmal bis aufs Hemd alles verlor. Der Winter war streng, seine Not war groß, doch Gott verließ ihn nicht ganz. Einst hörte er wider Willen eine Predigt, die ihn beunruhigte und zum Nachdenken bracht und als ihm eines Tages der Kapuziner-Guardian eine rührende Ermahnung gab, da gingen ihm die Augen auf; er erkannte nun, wie gottvergeessen er bisher gelebt, beweinte bitterlich seine Sünden, beichtete sie alle aufrichtig einem frommen Priester und bekehrte sich vollständig. &lt;br /&gt;
Er fasste nun den Entschluss, ganz der Welt zu entsagen und suchte zuerst bei den Kapuzinern und dann bei den Franziskanern um Aufnahme nach, allein wegen seiner kranken Füße wurde er abgewiesen. Nun trat er in das Spital St. Jakob zu Rom, wo er vier Jahre den Kranken und Presshaften diente und ganz besonders gerne den Sterbenden beistand, denen er vorbetete, den Schweiß trocknete, das Lager bereitete und vor allem Ergebung in Gottes Willen einzuflößen trachtete. Während des beschwerlichen Krankendienstes und beständigen Leidens an seinen Füßen, übte er die strengsten Bußwerke und betete ununterbrochen. Wegen seines liebevollen Eifers im Dienst der Kranken wurde er zum Vorsteher des Spitals erhoben.&lt;br /&gt;
In diesem Amt hatte er oft Gelegenheit zu bemerken, mit welcher Härte und Gefühllosigkeit die Krankenwärter, welche um Lohn gedungen waren, die armen Kranken behandelten. Dieser Anblick durchschnitt ihm das Herz, und es kam ihm der Gedanke, eine Gesellschaft frommer Personen zu stiften, welche aus Liebe zu Jesus und um Gotteslohn die Kranken pflegen sollten. Als er seinen Plan äußerte, fand er bald zu seiner Freude gleichgesinnte Herzen, die sich ihm anschlossen. Die Personen, welche mit ihm nun den Krankendienst verrichteten, waren aber noch Weltleute, nur ein paar Priester hatten sich beigesellt. Da gab ihm sein Beichtvater, der heilige Philippus Neri, den Rat, sich zum Priester weihen zu lassen. Allein er konnte nur notdürftig lesen und schreiben, doch verlor er den Mut nicht. Mit unausgesetztem Fleiß studierte er jetzt und brachte es mit der Hilfe des Herrn bald dahin, dass er, mit den nötigen Kenntnissen versehen, die heilige Priesterweihe empfangen konnte. Er war jetzt 32 Jahre alt und wurde bei der Kirche unserer lieben Frau von den Wundern als Seelsorger angestellt.  Er vergaß aber seine lieben Kranken nicht, sondern stiftete jetzt in einem Kloster bei der genannten Kirche den Orden der Väter vom guten Tod und erhielt auch vom Papst Sixtus V. Die Bestätigung der Regel und die Erlaubnis, auf der Brust ein rotes Kreuz zu tragen. Die Brüder dieses Ordens musste nebst den drei gewöhnlichen Gelübden auch noch ein viertes ablegen, „den Kranken bis zum Tode beizustehen“. Es war nämlich dem heiligen Kamillus nicht genug, die Kranken, selbst die Pestkranken, zu pflegen, sondern er wollte auch ihre Seelen retten, und daher verpflichtete er sich und die Brüder, die Kranken und Sterbenden bis zum letzten Hauche nicht zu verlassen und ihnen durch Gebet, durch Empfang der heiligen Sakramente, durch heilsame Ermahnungen und Zurufe beizustehen, damit sie eines guten Todes stürben. &lt;br /&gt;
Anfangs hatte auch sein Orden, wie alles Gute in der Welt, heftige Widersprüche zu erdulden; allein im Vertrauen auf Gott besiegte er alle und erhielt nun nach einigen Jahren ein bequemes Haus für seine Genossen. Diese wollte er zu wahrhaft liebevollen Krankendienern heranbilden, er selbst ging ihnen mit dem besten Beispiel voran. Er lehrte sie kurze Seufzer, die man Schlussgebetlein nennt, den Sterbenden vorbeten und übte sie besonders in der Betrachtung des Leidens Jesu, um die Kranken damit zu trösten. Auch mussten die Brüder die Sterbenden in den Häusern besuchen und ihnen im Tod bestehen; selbst auf die Schiffe eilten sie, um die an der Pest darniederliegenden Sterbenden zu trösten und zum letzten Kampf zu stärken. Vor allem aber glühte das Herz des heiligen Kamillus vom brennenden Eifer für die Kranken und Sterbenden. Er hatte nur das einzige Verlangen, sie alle für den Himmel lzu gewinnen. Wie ein Engel erschien er am Krankenbett und gar viele Augenzeugen, unter denen der heilige Philipp Neri selbst, sahen auch Engel an der Heiligen und seiner Brüder Seite. In der Bulle der Heiligsprechung steht von ihm geschrieben, dass die zärtlichste Mutter mit ihrem einzigen, kranken Kind nicht besser umgehen könnte, wie Kamillus mit den Kranken. Er reichte ihnen Speise und Arznei, reinigte ihre Betten und Zimmer, verband ihre Wunden, tröstete, ermunterte sie und sann auf alle Mittel, um ihnen Erleichterung zu verschaffen. – Sein Herz floss aber von Liebe und Erbarmen über, wenn er Kranke pflegte, die eckelhafte Wunden hatten oder wegen üblen Geruchs und scheußlicher Geschwüre Widerwillen erregten. Ganze Nächte verließ er sie nicht, obwohl er selbst sehr große Schmerzen an seinen Füßen litt und mehrmals wegen Kraftlosigkeit und Schwäche ohnmächtig hinweggetragen werden musste. &lt;br /&gt;
Zur Zeit der Pest, welche damals in Rom und anderen Städten wütete, wirkte er wahrhafte Wunder der Liebe. Er eilte durch die Gassen und drang mit den Seinigen in die Häuser, während alles floh, und kam den Notleidenden zu Hilfe. Fand er auf der Straße von der Pest ergriffene Menschen, so nahm er sie auf seine Schultern und trug sie in das Spital, wo er sie liebevoll pflegte, ohne den Tod zu fürchten. Von Rom aus eilte er nach Mailand und Nola, um dort den Pestkranken Hilfe zu leisten. &lt;br /&gt;
Während er diese wunderbaren Werke der Liebe ausübte, vergaß er auf sich selbst nicht. Täglich beweinte er die Sünden seiner Jugend und hielt sich nicht für würdig, unter den Menschen zu leben. Wollte man ihn betrüben, so durfte man ihn nur loben, denn alle Ehre war ihm verhasst. Niemals ließ er sich einen Ordensstifter nennen und obwohl er 27 Jahre das Amt eines Obern bekleidete, ruhte er doch nicht eher, als bis er von diesem Amt befreit war und als einfacher Bruder im Kloster dienen und gehorchen konnte. Obwohl schon im hohen Alter und fortwährend mit den Kranken und Sterbenden beschäftigt, hörte er doch nicht auf, seinen Leib zu züchtigen, zu wachen und zu fasten. Als er kaum mehr gehen konnte, schleppte er sich doch noch von Bett zu Bett, um nachzusehen, ob seinen lieben Kranken nichts fehle und ihnen heilsame Zusprüche zu erteilen. Oft hörte man ihn die Worte des heiligen Franziskus ausrufen: „Die Glückseligkeit, die ich hoffe, ist so groß, dass alle Mühen und alle Leiden für mich ein Gegenstand der Freude sind.“ &lt;br /&gt;
Ein Jahr vor seinem Tod besuchte er die Ordenshäuser, welche er in verschiedenen Städten gegründet hatte. Zu Genua wurde er krank, aber kaum gesund, betrat er wieder die Spitäler, denn von seinen Kranken wollte er sich nicht trennen. Jetzt aber ergiff ihn die Krankheit aufs Neue und sein Tod nahte heran. Als man ihm dies ankündigte, rief er freudig aus: „Ich freue mich, dass man mir gesagt hat: wir werden gehen in das Haus des Herrn“. Er ließ sich die heiligen Sakramente reichen und als man ihm den hochheiligen Leib des Herrn zeigte, rief er mit Tränen in den Augen aus: „Ich erkenne, o Herr, dass ich der größte Sünder und der Gnade, die du mir verleihen willst, nicht würdig bin; erlöse mich durch deine unendliche Barmherzigkeit. Ich setze mein ganzes Vertrauen auf die Verdienste deines kostbaren Blutes.“ Und doch hatte er ein so heiliges Leben geführt und täglich mit der innigsten Zerknirschung und Andacht gebeichtet. Wie er vorhergesagt, starb er am 14. Juli 1614. Seine letzten Worte waren : Jesus, Maria!&lt;br /&gt;
Er wird abgebildet im schwarzen Ordenskleid und Mantel, ein rotes Kreuz auf der Brust, einen Engel an der Seite. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum und wie man den Sterbenden beistehen soll&lt;br /&gt;
Der jedes Herz ergreifende Anblick eines Sterbenden und die Besorgnis um das Heil der Seele desselben war es, was den heiligen Kamillus auf den Gedanken führte, die Brüder seines Ordens insbesondere zu verpflichten, jedem Kranken, der das Zeitliche ssegnete, bis zum letzten Hauch seines Lebens beizustehen. Das Sterben ist an und für sich schon ein harter Kampf, denn Sterben heißt: diese Welt verlassen, alles verlassen, was man zu besitzen meinte, alles verlassen, was man bisher geliebt, was bisher das Herz erfreut hat; Sterben ist Trennung der Seele vom Leib, ist gänzliche Auflösung des Leibes; Sterben heißt Hinabsinken in das kalte, dunkle Grab, wo der Leib eine Speise der Würmer wird und auch seine Gebeine vermodern; Sterben heißt: wandern in die dunkle Ewigkeit, von wo keine Rückkehr mehr ist. Schon dieser Gedanke ängstigte den Sterbenden und macht ihm den Tod so bitter, aber noch mehr der Gedanke: wohin kommt meine Seele? Wie wird sie bestehen vor Gottes Gericht, welch Urteil wird sie vernehmen? Und wenn dann der Sterbende sein ganzes Leben überschaut, all die Zeit, die er durchlebte, und er nun sieht die Menge seiner Sünden und die geringe Zahl seiner guten Werke, wenn er betrachtet die Gnaden Gottes, und wie wenig er sie benützte, ach da wird wahr, was geschrieben steht: „Schrecken über Schrecken wird über dich kommen.“ Wenn der heilige Kamillus, dieser so treue Diener des Herrn, auf dem Todbett gezittert hat und nur im Blut Christi Hoffnung und Vertrauen suchte, wie wird es dann dem armen Sünder ergehen, der so lau und nachlässig hingelebt hat! Was aber die Angst des Sterbenden aufs Höchste mehrt, das sind die Angriffe des bösen Feindes, der, wie der heilige Alphonsus sagt, „alle Gewalt anwendet, um die Seele, die im Begriff steht, die Welt zu verlassen, ins ewige Verderben zu stürzen; denn er weiß, dass ihm nur wenig Zeit noch übrig bleibt, um dieselbe zu gewinnen, und dass, wenn sie jetzt für ihn verloren geht, er dieselbe für immer verloren hat.“ Dieser ewige Widersacher Gottes und Feind des Menschen wird es versuchen, der Seele den Glauben und das Vertrauen auf den göttlichen Heiland zu rauben und sie in Verzweiflung zu stürzen. – Verlassen nun von aller Welt, selbst kraftlos und an Geist und Leib ermattet, liegt der Sterbende da, vor sich die Ewigkeit und das Gericht, hinter sich ein nicht heilig zugebrachtes Leben, neben sich den bösen Feind; o wie bedarf da derselbe so dringend des Beistands guter Freunde, die ihn trösten, ermutigen und mit und für ihn bitten um Erbarmen! Jesus Christus will, dass alle seine Jünger ihren Mitmenschen in jeder Not beispringen und nach ihren Kräften helfen sollten, und hat überaus großen Lohn dafür verheißen. Niemand aber befindet sich in größerer Not als der Sterbende; sollst du daher nicht, christliche Seele, das Beispiel des heiligen Kamillus nachahmen und den Kranken zu einem guten Tod verhelfen?&lt;br /&gt;
Wie sollst du dich aber dabei benehmen? Es ist nicht genug, dass du am Bett des Kranken stehst und etwa jammernd zuschaust, wie er in Schmerzen und Ängsten daliegt, du sollst vor allem recht innig und herzlich für den Kranken und Sterbenden beten und soviel du kannst ihm Erleichterung verschaffen; sein Bett zurechtrichten, ihm den Schweiß abtrocknen, seinen Durst stillen usw. Dann sollst du ihm mit recht sanften, herzlichen Worten zureden, dass er, wenn er es etwa noch nicht getan hat, die heiligen Sakramente empfange, sich mit Gott versöhne, und dann auch sein Zeitliches in Ordnung bringe. – Der Kranke, welcher den Tod vor Augen sieht, bedarf besonders des Trostes, der Ermunterung und der Ergebung in Gottes Willen. Daher sollst du ihm, so herzlich du es vermagst und langsam kurze Gebet oder Seufzer zurufen, die seine Seele zur Liebe Jesu entflammen, zum Vertrauen auf ihn ermuntern und zru Ergebung aneifern können. Diese Gebete sollen aber kurz sein, und nicht laut und ungestüm, sondern mit sanfter Stimme und in kurzen Zwischenräumem dem Sterbenden vorgesagt werden. Eine gute Übung ist, ihm das Cruxifix vorzuhalten, ihn einladen es zu küssen und ihn dabei zur Reue über die Sünden und das VERtrauen auf die heiligen Namen Jesus und Maria zu bewegen. Die beste Hilfe aber für den Sterbenden ist immer das Gebet. Der heilige Kamillus verfasste deshalb eigene Gebet, welche für die, so in den letzten Zügen lagen, verrichtet werden sollten. Daher wirf dich in diesem Augenblicke, wo der Sterbende seinen letzten Kampf kämpft, auf die Knie und flehe recht vertrauensvoll zu Jesus und Maria um Gnade und Erbarmen für ihn. Auf solche Weise wirst du eines der verdienstlichen Werke der Nächstenliebe verrichten und gewiss auch den Trost haben, wenn dein letztes Stündlein kommt, nicht verlassen und hilflos den letzten schweren Gang in die Ewigkeit anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet&lt;br /&gt;
O Jesus, der du am Kreuz im Todeskampf gerufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“, verlasse um der Verdienste deines Todes willen meine arme Seele nicht in der letzten Stunde dieses irdischen Lebens und verleihe mir und allen Sterbenden die Gnade, vollkommen ergeben in den Willen deines himmlischen Vaters und im Vertrauen auf dich in die Ewigkeit einzugehen. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Pantaleon&amp;diff=2753</id>
		<title>Pantaleon</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Pantaleon&amp;diff=2753"/>
		<updated>2009-02-17T13:37:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Der heilige Pantaleon, Arzt und Martyrer, Jahr 303 ==   Fest: 27. Juli  Der heilige Pantaleon, dessen Name soviel als: „stark wie ein Löwe“ bedeutet, hat seine...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Der heilige Pantaleon, Arzt und Martyrer, Jahr 303 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 27. Juli&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heilige Pantaleon, dessen Name soviel als: „stark wie ein Löwe“ bedeutet, hat seinem Namen durch seinen Glaubensmut und seine unerschütterliche Treue gegen Jesus auch Ehre gemacht. Er war zu Nikomedia geboren. Sein Vater war ein eingefleischter Götzendiener, seine Mutter dagegen eine treue Christin, welche ihrem Kind auch frühzeitig die Kenntnis des wahren Gottes und Liebe zu Jesus einflößte. Leider aber starb sie, ehedenn ihre guten Lehren in dem Herzen Pantaleons Wurzel fassen konnten. – Er wurde von seinem Vater heidnischen Lehrern anvertraut und als er zum Jüngling herangereift war, widmete er sich der Arzneikunde. Hierin machte er bald die größten Fortschritte und brachte es so weit, dass er vom Kaiser Galerius Maximilian an seinen Hof gezogen und zu seinem Leibarzt ernannt wurde. &lt;br /&gt;
Pantaleon gedachte noch oft der weisen Lehren seiner frommen Mutter und verabscheute den Götzendienst; aber die Pracht und Lust am kaiserlichen Hof, das böse Beispiel der Hofleute und die Unterlassung des Gebetes machten ihn nach und nah lau und gleichgültig, so dass er schon daran war, den Glauben ganz zu verlieren. Schon verehrte er auch, wie alle heidnischen Ärzte, den Götzen Äskulap und hoffte von ihm Segen für die Ausübung seiner Kunst.&lt;br /&gt;
Da geschah es, dass Gott, gewiss auf die Fürbitte seiner verstorbenen seligen Mutter, sich Pantaleons erbarmte und ihm die Augen öffnete. Hermolaus, ein katholischer Priester und ehrwüridiger Greis, sah ihn, gewann den hoffnungsvollen jungen Mann lieb und suchte Gelegenheit, mit ihm zusammenzukommen. Es gelang ihm eines Tages, mit Pantaleon allein zu sprechen; er machte ihn aufmerksam, wie unvernünftig der heidnische Aberglaube und wie töricht es sei, wenn er von einem leblosen Götzen Hilfe erwarte, welche nur allein der wahre Gott gewähren könne. Jesus Christus, den die Gläubigen verehren, habe unheilbare Krankheiten geheilt und sogar Tote erweckt und wer an ihn glaube, werde ebenfalls im Namen Jesu große Dinge tun und zugleich seine eigene Seele retten.&lt;br /&gt;
Bei diesen Worten des frommen Priesters stellte sich das Bild seiner frommen Mutter vor die Augen Pantaleons; er beweinte seinen Leichtsinn, bereute seine Fehltritte und ging öfters zu Hermolaus, um aus seinem Mund die tröstlichen Worte des Evangeliums zu hören. Obwohl alles, was er von Christus hörte, einen großen Eindruck auf sein Herz machte, so war er doch nicht entschlossen, den heidnischen Aberglauben ganz zu verlassen und Christo dem Herrn nachzufolgen. Da trat Gott selbst in das Mittel.&lt;br /&gt;
Eines Tages traf er auf einem abgelegenen Wege ein Kind auf dem Boden ohne ein Lebenszeichen liegen und daneben eine giftige Schlange, welche dem Kind den tödlichen Biss beigebracht hatte. Er erschrickt, weicht einige Schritte zurück, und – plötzlich kommt ihm der Gedanke, an diesem toten Kind zu erproben, ob der Priester Hermelaus die Wahrheit gesprochen. „Wird auf mein Gebet, sprach er zu sich selbst, das ich an Jesus Christus richte, das tote Kind aufleben, die Schlange aber sterben, dann will ich glauben.“ Er betet inbrünstig, und siehe da, das Kind öffnet die Augen, atmet und lebt, die Schlange aber ist tot. – Jetzt ward es licht in seiner Seele, er erkennt die Macht Jesu Christi, glaubt an ihn und eilt freudig bewegt zu dem Priester Hermelaus, um die heilige Taufe zu empfangen. – Sieben Tage brachte er bei diesem gottseligen Greise zu, der ihm vollständigen Unterricht erteilte und ihn dann durch die heilige Taufe in die Gemeinschaft der heiligen katholischen Kirche aufnahm. &lt;br /&gt;
Pantaleon war nun glücklich und süßer Frieden herrschte in seinem Herzen; er hatte nur den einzigen Wunsch, auch seinen Vater an seinem Glück teilnehmen zu sehen. Er stellte ihm mit den beredtesten Worten die beseligende Lehre des Heilandes und die Hässlichkeit und Torheit des Heidentums vor Augen, und suchte sein Herz davon abwendig zu machen. Allein zu sehr hing sein Vater an dem heidnischen Wahn und fürchtete die Rache der Götter, wenn er sie verließe. Jedoch Pantaleon hörte nicht auf, mit den liebvollsten Worten in ihn zu dringen und Gott zu bitten, die Augen seines Vaters zu öffnen. Einmal wollte er im heiligen Eifer alle Götzen seines Vaters zertrümmern; doch er besann sich eines anderen und gab sich dem Vertrauen hin, Gott werde sein Gebet gewiss erhören. Es geschah auch.&lt;br /&gt;
Einmal war Pantaleon gerade wieder bei seinem Vater und unterredete sich mit ihm über die anbetungswürdige Allmacht Jesu, des Sohnes Gottes, als einige Menschen einen Blinden herbeiführten und Pantaleon baten, ihm mit seiner Kunst zu helfen und das Augenlicht zu verschaffen. Der arme Blinde erzählte, dass er bereits die berühmtesten Ärzte beraten und beinahe sein ganzes Vermögen verwendet habe, um das Licht wieder zu erhalten. „Was wirst du mir geben“, fragte Pantaleon den Blinden, „wenn ich dir helfe?“ „Den letzten Heller“, antwortete der Blinde, „der mir noch übrig bleibt.“ Pantaleon aber sprach: „Du wirst das Augenlicht vom Vater des Lichtes erhalten, dafür aber wirst du, was du mir versprichst, den Armen geben.“ Als der Vater Pantaleons dies hörte und glaubte, sein Sohn wolle es wirklich versuchen, den Blinden zu heilen, sprach er: „Lass ab, mein Sohn, das Unmögliche zu versuchen, damit du nicht verachtet werdest.“ Allein Pantaleon sagte voll Zuversicht: „Ich habe einen anderen Lehrmeister als jene, welche es versucht haben, diesen Menschen zu heilen.“ Dann trat er zu dem Blinden, rief mit zum Himmel erhobenen Augen den  Namen Jesus an und plötzlich – waren des Blinden Augen geöffnet, aber auch dem noch blinden Vater Pantaleons waren die Augen über dieses Wunder aufgegangen; er glaubte von ganzem Herzen an Jesum Christum und auch der Blinde bekannte Jesum Christum.&lt;br /&gt;
Bald darauf starb Pantaleons Vater ruhig im Herrn, der ihn noch in der eilften Stunde augenommen hatte. Pantaleon war nun der einzige Erbe eines großen Vermögens, welches er mit Freuden auf die Unterstützung der Notleidenden verwendete. Seine Kenntnisse in der Arzneikunde widmete er den armen Kranken; es war ihm aber dabei nicht genug; die Kranken am Körper zu heilen, sondern er suchte auch diejenigen, welche schon glaubten, zu trösten, zu ermuntern und zu stärken, die Ungläubigen aber Christo, dem Herrn, zu gewinnen. Seinen guten Willen, seinen Eifer belohnte auch Gott durch vielfältige Wunder. Sein Gebet bewirkte mehr als seine Arzneien; viele Kranke wurden plötzlich gesund, der Zulauf wurde so groß, dass die Ärzte der Stadt eifersüchtig wurden, und als sie vernahmen, dass Pantaleon ein Christ sei und durch sein Gebet einem Blinden das Augenlicht erhielt, da brach ihre geheime Erbitterung in offenen Hass aus. Sie gingen zum Kaiser Maximian, stellten dort arglistig ihre Klage und sprachen also: „Wenn du, o großer Kaiser, den Arzt Pantaleon nicht unschädlich machest, so wird unser Gott Äskulap bald verachtet werden, da Pantaleon den Gott der Christen anruft und seine Heilungen demselben zugeschrieben werden.“ Nach diesen Worten stellten sie dem Kaiser den geheilten Blinden vor. Der Kaiser fragte denselben aus, und da dieser auf keine Weise dahingebracht werden konnte, dem heidnischen Götzen seine Heilung beizumessen, sondern standhaft dabei blieb, dass ihn nur Jesus Christus, der Gott der Christen, sehend gemacht habe, und dass er deshalb auch an ihn glaube, ließ ihn der Kaiser ohne Weiteres enthaupten, um, wie er meinte, das Aufsehen, welches die Heilung dieses Blinden verursachte, zu beseitigen. Pantaleon aber kaufte den Leichnam des Martyrers und verschaffte ihm ein ehrenvolles Begräbnis.&lt;br /&gt;
Bald aber wurde auch er vor den Kaiser gerufen, der ihm bisher sehr zugetan war. Er empfing auch den Heiligen sehr gütig und tat, als glaube er nicht, dass sein Leibarzt ein Christ sei. „Opfere“, sprach er zu Pantaleon freundlich, „opfere den Göttern und mache dadurch die boshafte Anklage deiner Feinde zu Schanden.“ Pantaleon aber gab unerschrocken zur Antwort: „Wo Taten vorliegen, müssen Worte und Meinungen verstummen. Die Wahrheit geht über alles. Der Gott, den ich verehre, hat Himmel und Erde erschaffen, er hat Tote zum Leben erweckt, Blinde sehend gemacht, Aussätzige gereinigt, Gichtbrüchige geheilt und zwar durch ein einziges Wort seiner Allmacht. Die Götter, welche ihr verehrt, haben nie solche Dinge getan und können sie auch nicht tun. Lasse einmal, o Kaiser, einen unheilbaren Kranken hierher bringen, lasse auch deine Götzenpriester hierher kommen, damit dieselben ihre Götter anrufen, - ich aber will rufen zum einzig wahren Gott, und du wirst dann selbst sehen die Ohnmacht seiner Götter und die Allmacht des Gottes der Christen.“&lt;br /&gt;
Der Kaiser nahm den Vorschlag an. Ein Gichtbrüchiger wurde herbeigetragen und die Götzenpriester kamen, die aber vergeblich all ihre Götter nach der Reihe anriefen. Endlich nahte sich auch Pantaleon dem Kranken, betete vor ihm knieend inbrünstig zu Christus, nahm dann die Hand des Kranken und rief voll Zuversicht laut aus: „Im Namen Jesu Christi stehe auf und sei gesund!“ Da erhob sich plötzlich der Kranke und stand gesund auf den Füßen. Staunen ergriff den Kaiser, Schrecken die Götzendiener; Pantaleon aber dankte Gott, dass er sein Gebet erhört und seinen heiligen Namen verherrlicht habe.&lt;br /&gt;
Die verblendeten Priester erholten sich bald von ihrem Schrecken, und statt dem wahren Gott die Ehre zu geben, gerieten sie in die größte Wut gegen Pantaleon, der sie so tief beschämte. Sie traten zum Kaiser und riefen wie aus einem Munde: „Wenn du diesen nicht wegräumst, so wird bald die Religion unserer Väter zum Spotte werden, die Opfer nehmen ein Ende, die Ehre der Götter wird bald vernichtet.“&lt;br /&gt;
Maximian, auf seine Würde als Kaiser und oberster Priester eifersüchtig gemacht, ließ sich von den Priestern verleiten und suchte anfangs durch freundliches Zureden und dann durch Drohungen Pantaleon zu bewegen, den Götzen zu opfern. Allein da der fromme Arzt unerschütterlich blieb und jede Drohung verachtete, da ergriff den Kaiser teuflische Wut und die Marter des Heiligen begann. Zuerst wurde Pantaleon an einen Palmbaum gebunden, mit eisernen Kämmen zerfleischt und mit Fackeln gebrannt, darauf von dem Pfahl abgenommen und in einen .... (fehlt) Blei gefüllten Kessel gestellt. Pantaleon bebte nicht, er ertrug alle Pein mit freudigem Mut unter lauten Lobpreisungen Gottes. Da der Kaiser vernommen, dass der Priester Hermolaus es gewesen, der Pantaleon für Christus gewonnen, so wurde auch dieser ehrwürdige Greis mit noch zwei christlichen Bekennern, Hermippus und Hermikrates, herbeigeschleppt und nach grausamer Marter enthauptet. &lt;br /&gt;
Pantaleon lebte noch, aber des Kaisers Wut hatte kein Ende; er ließ den heiligen zu neuen Martern aufbewahren. Dieser aber, „stark wie ein Löwe“ im Glauben und in der Liebe zu seinem Heildn, wankte nicht; Jesus, für den er litt, verließ ihn nicht. Der Tyrann ließ ihn nun, da er ihn nicht abtrünnig machen konnte, in das Meer werfen; allein die Wellen trugen ihn unversehrt ans Land. Nun wurde er ergriffen und den Zähnen der wilden Tiere preisgegeben, jedoch diese taten ihm kein Leid; zuletzt wurde er auf ein  Rad gebunden und über einen steilen Berg hinabgerollt; da aber auch jetzt der Heilige unverletzt blieb, wurde er enthauptet. Er hatte die Krone errungen, nach der seine Seele verlangte, um das Jahr 303. &lt;br /&gt;
Pantaleon wird abgebildet an einen Palmbaum gebunden, ein Schwert in der Hand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum gibt es keine Wunder mehr? &lt;br /&gt;
Als der heilige Pantaleon die Wahrheit seines heiligen Glaubens dem Kaiser und dessen Götzenpriestern dartun wollte, berief er sich auf die Wunder, welche Jesus gewirkt hatte, und heilte dann selbst vor den Augen des Kaisers durch die Anrufung des Namens Jesus einen unheilbaren Gichtbrüchigen. Auf dieses offenbare Wunder hin glaubten viele Heiden an Jesum Christum. Diese Gabe, Wunder zu wirken, hatte Gott nicht bloß den Aposteln, sondern auch vielen Heiligen verliehen, und in den ersten Zeiten der katholischen Kirche war es allgemein bekannt, dass die Christen durch das Kreuzzeichen, durch Auflegung der Hände, durch gläubiges Anrufen des heiligsten Namens Jesus die erstaunlichsten Taten verrichteten. Diese zahlreichen Wunder waren Ursache, dass Juden und Heiden die Allmacht des Christengottes erkannten, glaubten und anbeteten. Ebendeswegen hatte auch Gott die Apostel und ihre Nachfolger, sowie viele Christen in den ersten drei Jahrhunderten mit der Gabe der Wunder ausgerüstet, um dadurch den heiligen Glauben zu verbreiten, die Welt zu bekehren und die christliche Religion fest zu gründen. Wie der heilige Pantaleon, so wiesen auch die Verkündiger des heiligen Evangeliums auf diese Wunder hin mit den Worten: „Wo Taten sprechen, müssen Worte schweigen“, das heißt: Gott selbst zeigt durch die Wunder, dass die christliche Religion die wahre sein müsse. Ohne solche Wunder hätte es den Aposteln und anderen Verkündern des heiligen Glaubens kaum geglückt, Juden und Heiden, Gelehrte und Ungelehrte, Vornehme und Geringe zum Glauben an Jesus, den Gekreuzigten, zu vermögen. &lt;br /&gt;
So lange also das Heidentum, welches die ganze Welt beherrschte, nicht besiegt war, so lange das Christentum nicht zur allgemeinen Anerkennung gebracht war, so lange waren auch Wunder notwendig, und Gottes  Finger hat sie auch zahllos gewirkt und wirkt sie noch, aber nicht mehr so häufig als in früherer Zeit. – &lt;br /&gt;
Wenn also böswillige Menschen oder sogenannten Aufgeklärte sagen: „Warum gibt es jetzt keine Wunder mehr?“, so antworte ihnen, die Wunder haben nicht aufgehört in der katholischen Kirche, denn Jesus ist heute und gestern immer derselbe allmächtige Gott und ist und lebt in seiner heiligen Kirche, und noch immer geschehen in seinem Namen Wunder, wenn sie auch nicht mehr so allgemein bekannt sind wie früher. Warum aber jetzt nicht mehr so viele Wunder geschehen, kommt daher, weil sie nicht mehr so notwendig sind. Die Macht des Heidentums ist wenigstens in Europa vernichtet, das Kreuz Christi triumphiert überall, die heilige katholische Kirche ist gegründet, stehet fest und breitet sich immer mehr aus. Die Verkündiger des Evangeliums brauchen keine solche Beweise mehr für ihre göttliche Sendung wie die Apostel und deren Nachfolger, denn sie dürfen nur auf die Gründung und Ausbreitung der Kirche hinweisen, welches das größte Wunder ist. Die Heiden und Juden mussten wundervolle Taten sehen, um an die Gottheit des armen und gekreuzigten Jesus zu glauben; jetzt darf man zu dem, der nicht glauben will, nur sagen: „Siehe, wie das Kreuz in der ganzen Welt triumphiert, seieh, wie die heilige Kirche Jesu schon mehr als 1800 Jahre steht; siehe, wie der Stuhl des heiligen Petrus noch immer fest gegründet ist und keine feindliche Macht ihn stürzen konnte; siehe, wie das Christentum in alle Teile der Welt sich ausbreitet; siehe, wie alles in Erfüllung gegangen ist, was Christus vorausgesagt hat, und noch immer in Erfüllung geht: Jerusalem ist zerstört, die Juden sind in alle Welt zerstreut, die katholische Kirche wird verfolgt und doch steht sie immer fest, triumphiert täglich über ihre Feinde und breitet sich immer mehr aus!“ Kannst du wohl diese wunderbaren Tatsachen leugnen? Die katholische Kirche also, ihre Gründung, ihre Ausbreitung, ihre Dauer ist das größte, allen Augen sichtbare Wunder und deshalb sind besondere Wunder nicht mehr so notwendig als wie früher, wo die Kirche nur einem kleinen Senfkörnlein gleich war und von Juden und Heiden verachtet, gehasst und verfolgt wurde.&lt;br /&gt;
Doch wie gesagt, noch immer geschehen Wunder in der katholischen Kirche. Der heilige  Franz Xaver wirkte die erstaunlichsten Wunder; der heilige Alphonsus Liguori, der erst im Jahre 1839 heilig gesprochen wurde, verrichtete die wunderbarsten Taten, und die Missionare, welche in fernen Weltgegenden den Wilden den Namen Jesus verkünden, bezeugen, wie Gottes Allmacht noch immer wirksam ist. Oder ist das nicht ein Wunder, wenn die wildesten, grausamsten Menschen, welche nur nach Blut lechzten und sogar Menschenfleisch verzehrten, durch die einfachen Predigten der katholischen Missionare in fromme, tugendhafte Christen, in sanfte Lämmer umgewandelt werden? Und das geschieht noch immer! Und wenn du die Lebensbeschreibungen der Heiligen liesest, so wirst du finden, dass die Gabe der Wunder niemals in der katholischen Kirche aufgehört hat; und nur Ungläubige, die ihre Augen mit Fleiß der Wahrheit verschließen, nur böswillige Menschen, die die Welt und ihre sündhaften Lüste mehr lieben als Jesus und seine Kirche, können fragen: Warum gibt es keine Wunder mehr?&lt;br /&gt;
Jesus Christus am Kreuze und seine heilige Kirche, das sind die Wunder aller Wunder, wer an diese nicht glaubt, der wird nicht glauben, wenn auch ein Toter vor seinem Auge erweckt würde. Deshalb, christliche Seele, sprich mit mir: „Herr Jesus, Sohn des lebendigen Gottes, ich glaube, wenn ich auch kein Wunder sehe, denn du sagst ja: „Selig, die nicht sehen und dennoch glauben!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2752</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2752"/>
		<updated>2009-02-17T13:36:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit soll hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Pantaleon]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martha&amp;diff=2750</id>
		<title>Martha</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martha&amp;diff=2750"/>
		<updated>2009-02-17T13:34:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Die heilige Martha, Jungfrau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 29. Juli&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der ersten Früchte der Predigten des göttlichen Heilandes war die Belehrung der beiden Geschwister Lazarus und Martha, welche zu Bethanien, unweit der Stadt Jerusalem, ein Haus besaßen und vornehmen und reichen Standes waren. Martha war wirklich das, was ihr Name bedeutet, nämlich „Gebieterin des Hauses, Haushälterin“. Sie führte das Hauswesen, wachte über die Dienstboten, besorgte die Küche, nahm die Gäste auf und pflegte sie. Sie war hierin sehr eifrig und genau und eine ihrer schönsten Eigenschaften glänzte dabei hervor, nämlich ihre Gastfreundschaft. Ihr Haus stand jedem Wanderer offen und mit emsiger Liebe pflegte sie die Aufgenommenen. Als sie Jesum Christum kennen gelernt hatte, da wurde ihre Liebe reiner und feuriger. So oft Jesus einkehrte, und er tat dies öfter, weil die beiden Geschwister gottselig lebten, war dies ein Freudentag für sie. Nur eines tat ihr weh, dass nämlich ihre Schwester Maria Magdalena den Heiland noch nicht liebte. Doch bald sollte ihr Gebet erhört werden; Magdalena folgte dem Rufe der Gnade, entsagte der sündhaften Lust und gab sich ganz dem Heiland hin. Von nun an war das Haus der drei Geschwister wie ein Tempel Gottes; himmlischer Friede wohnte darin und Jesus belohnte den Eifer seiner drei Freunde oft mit seiner Gegenwart.&lt;br /&gt;
Einst, als Jesus wieder einkehrte und zu Mittag speisen wollte, da gab sich Martha alle erdenkliche Mühe, den geliebten Heiland aufs Beste zu bewirten. Magdalena aber dachte nur an den Herrn, setzte sich zu seinen Füßen und hörte aufmerksam seinen Worten zu. Hierüber aber wurde die geschäftige Martha ungehalten, sie hätte gerne gesehen, wenn ihre Schwester ihr beigestanden wäre, und sie beklagte sich deshalb beim Herrn und sprach: „Fragst du nichts danach, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sag’ ihr doch, dass sie mir helfe!“ Aus diesen Worten der guten Martha geht hervor, dass sie den Herrn nicht bloß als Gast, sondern als den Herrn des Hauses betrachtete; und dass sein Wille die Richtschnur ihrer Handlungen war. Jesus kannte das gutmütige Herz der frommen Martha; er wollte sie gerne auf den Weg der Vollkommenheiten leiten und besorgt um ihr Heil sprach er zu ihr: „Martha, Martha, du machst dir Sorge und bekümmerst dich um sehr viele Dinge. Eines nur ist notwendig. Maria hat den besten Teil erwählt, der ihr nicht wird genommen werden.“ Mit diesen Worten tadelte Jesus nicht den emsigen Fleiß der guten Martha, womit sie ihn bedienen wollte; er wollte sie und alle, die ein tätiges, arbeitsames Leben führen, nur darauf aufmerksam machen, dass sie nämlich das eine Notwendige – sich zu heiligen und dadurch selig zu werden – nicht außer Acht lassen sollten. Auch bei der Arbeit soll der Christ nicht vergessen, dass er alles tun soll zur Verherrlichung Gottes, und dass die Geschäfte nicht das Ziel unseres Strebens sein dürfen, was uns unruhig machen und von Gott nun abziehen würde, sondern dass unser einziges Ziel, dem alles untergewordnet sein muss, Gottes Ehre und unser Heil sein müsse.&lt;br /&gt;
Wer dieses einzige Ziel nicht aus den Augen lässt, der wird auch seine anderen Standespflichten zu erfüllen nicht unterlassen; der wird sich vertrauensvoll Gott hingeben und alle überflüssige Sorge fahren lassen.&lt;br /&gt;
Martha liebte den Heiland herzinniglich; ihre Liebe war eben die Ursache, dass sie nur darauf dachte, wie sie ein recht gutes Mahl herstellen könne, aber vor lauter kümmerlicher Geschäftigkeit vergaß sie, die Gegenwart des Herrn und sein heiliges Wort zu genießen; ihre Liebe war noch nicht rein, das Hauswesen lag ihr zu sehr am Herzen und deshalb mahnte sie der Heiland, an das eine Notwendige zu denken: denn alle Arbeiten, alle Geschäfte hören einmal auf und sind dann vergeblich gewesen, wenn wir sie nicht in Gott und für Gott getan und unsere Seele und Seligkeit vergessen hätten. –&lt;br /&gt;
Martha nahm die Worte des Heilandes mit Demut an und gab sich zufrieden. Als sie das Mahl bereitet hatte, bediente sie den Herrn mit zärtlicher Liebe und setzte sich dann auch zu seinen Füßen, um seine himmlischen Worte zu vernehmen. Liebreich antwortete der Herr auf ihre Fragen und jedes seiner Worte verschloss sie in ihrem Herzen, um es Frucht bringen zu lassen. Wie wirksam aber das Wort des Herrn bei der heiligen Martha gewesen, zeigte sich bei dem Tode und der Auferweckung ihres Bruders Lazarus. Dieser war kurze Zeit vor dem Leiden Christi gefährlich krank geworden. Sogleich sendeten Martha und ihre Schwester einen Boten an den Herrn ab und ließen ihm nur sagen: „Derjenige, den du lieb hast, der ist krank.“ Sie glaubten, dem Heiland nur die Krankheit ihres Bruders anzuzeigen und erhofften von seiner Güte, dass er ihm gewiss helfen werde. Allein wider ihr Erwarten kam ihnen Jesus nicht gleich zu Hilfe. Er wollte durch die Auferweckung des Lazarus, den die vornehmen Juden, die Schriftgelehrten und Priester gar gut kannten, noch vor seinem Tod einen feierlichen Beweis seiner göttlichen Macht ablegen. Lazarus musste also sterben und wurde nach Art der Juden in reine Leichentüchter gewickelt, unter allgemeiner Trauer in die Familiengruft gesenkt. Groß war der Schmerz der beiden Geschwister; viele der vornehmen Juden kamen von der Stadt Jerusalem, um sie zu trösten und an ihrer Trauer Teil zu nehmen; Jesus aber erschien nicht. Endlich nach vier Tagen brachte man der betrübten Martha die Nachricht, dass der Heiland mit seinen Jüngern komme. Sogleich eilte Martha ihm entgegen und sprach zu ihm: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich, dass alles, was du von Gott begehrst, Gott dir geben wird.“ Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Martha verstand den Herrn nicht und erwiderte: „Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage.“ Jesus aber entgegnete: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch schon gestorben ist. Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du es?“ Mit kindlichem Vertrauen und in Gegenwart der Juden, die ihr gefolgt waren, sprach sie: „Ja, Herr, ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in diese Welt gekommen ist.“ Eine geheime Ahnung sagte ihr, dass Jesus etwas Besonderes vorhabe, und ihrer Schwester gedenkend, die in tiefe Trauer um den geliebten Bruder versenkt im Hause saß, eilte sie innerlich bewegt zu ihr und sagte ihr leise in das Ohr: „Der Meister ist da und ruft dich.“ Kaum hatte dies Wort Magdalena vernommen, als sie sich eilends erhob und zu Jesus eilte, der noch an der Stelle stand, wo Martha ihn verlassen hatte und nicht weit vom Grab des Lazarus entfernt war. Sie warf sich zu seinen Füßen und sprach wie ihre Schwester: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Als nun Jesus die beiden Schwestern und die sie umgebenden Juden weinen sah, weinte auch Er und ging tief bewegt zur Grabeshöhle, wo der Leichnam des Lazarus sich befand. Vor der Höhle lag ein großer Stein. Der Heiland befahl, ihn hinwegzunehmen. Da rief Martha besorgt aus: „Herr, er riecht schon, denn er liegt schon vier Tage im Grabe.“ Jesus aber sprach zu ihr: „Habe ich nicht gesagt, wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen!“ Sie hoben also den Stein hinweg. Jesus aber richtete seine Augen empor und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mir erhört hast. Ich weiß wohl, dass du mich allezeit erhörst; aber ich sage es um des Volkes willen, das umhersteht, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ Und nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm hervor!“ Sogleich kam der Tote heraus, an Händen und Füßen mit Tüchern umwunden und sein Angesicht mit einem Schweißtuch verhüllt. Und Jesus sprach: „Löset ihn ab und entledigt ihn, dass er gehen kann.“ Lazarus war damals dreißig Jahre alt, als ihn Jesus von den Toten erweckte. Die Freude der beiden Schwestern, den Dank des erweckten Bruders kann ich nicht beschreiben; hatten früher schon die drei Geschwister Jesum geliebt, so weihten sie sich jetzt ganz seinem Dienste. Drei Tage vor seinem Leiden wohnte Jesus bei dieser gottseligen Familie, indem er bei Tags nach Jerusalem in den Tempel ging, abends wieder zurückkehrte, um zu übernachten, weil ihm die Juden, besonders wegen der Erweckung des Lazarus, nach dem Leben strebten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heilige Schrift erwähnt von der heiligen Martha nichts Weiteres. Unzweifelhaft ist es aber, dass auch sie den innigsten Anteil an den Leiden und dem Tode ihres geliebten Heilands genommen hat. Die heilige Überlieferung erzählt uns aber, dass sie mit ihrem Bruder Lazarus und ihrer Schwester Magdalena von den Juden verfolgt, auf ein altes, gebrechliches Fahrzeug gebracht und den Wellen des Meeres preisgegeben wurde. Aber Gottes Hand leitete das Schifflein gefahrlos über das Meer nach Marseille in Frankreich; dort begab sich Magdalena in die Einöde und führte dreißig Jahre lang ein bußfertiges Leben. Lazarus verkündete Christum den Gekreuzigten und wurde später zum Bischof erhoben, die heilige Martha aber suchte mit ihrer Magd Marcella die ledigen Frauenspersonen Christo zu gewinnen. Es gelang ihr, durch liebreichen Unterricht viele Jungfrauen nicht nur zur Annahme des heiligen Glaubens, sondern auch zur Liebe der jungfräulichen Reinigkeit zu bewegen. Sie wählte sich einen abgelegenen Ort, woselbst sie eine Wohnung baute und da mit gottseligen Jungfrauen ein von der Welt abgeschiedenes, frommes Leben führte. &lt;br /&gt;
Dreißig Jahre brachte sie in dieser Wohnung zu; sie fastete beständig und enthielt sich gänzlich vom Genuss des Fleisches und Weines. Das Gebet war ihr die süßeste Freude, denn da konnte sie sich im Geiste mit ihrem geliebten Heiland unterhalten. Sein Leben, sein Leiden und sein Tod war der Gegenstand ihrer fortwährenden Betrachtung, und sie hatte nur mehr den einen Wunsch, auf ewig mit Jesus vereinigt zu werden. Ein Jahr vor ihrem Tod wurde ihr auch der Tag ihres Hinscheidens offenbart; dies war eine Freudenbotschaft für sie. Ein Fieber befiel sie, welches das ganze Jahr fortdauerte und nach und nach alle ihre Lebenskräfte verzehrte. Je mehr aber die Hülle ihres jungfräulichen Leibes abzehrte, desto mehr erschwang sich ihr Geist zu Gott dem Herrn. Die Schmerzen der Krankheit achtete sie für nichts; immer heitern Antlitzes lag sie auf dem harten Bett; Jesus, der Gekreuzigte, versüßte ihr alle Leiden. Acht Tage vor ihrem seligen Ende vernahm ihr Ohr eine himmlische Musik; Engel sangen ihrer Schwester Magdalena das Sterbelied und begleiteten ihre Seele in die glänzende Wohnung des Himmels. Martha sah sie mit heiligem Entzücken, umgeben von Engeln, in den Himmel ziehen. O wie gerne wäre auch sie diesen Weg gegangen! Doch bald sollte ihr Verlangen erfüllt werden. Christus, der Herr, selbst würdigte sich, ihr zu erscheinen und sprach also zu ihr: „Komm, meine Vielgeliebte! Du hast mich auf Erden in dein Haus aufgenommen, nun will ich dich aufnehmen in meine ewige, himmlische Wohnung.“ Die heilige Dienerin des Herrn gehörte jetzt nicht mehr der Welt an; auf der mit Asche bestreuten Erde liegend, mit zum Himmel gewendeten Augen, freudestrahlenden Angesichtes rief sie aus: „In deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist“, und verschied dann sanft wie eine Schlafende, ohne die Angst des Todes zu fühlen.&lt;br /&gt;
Ihr heiliger Leichnam ruht gegenwärtig in einer schönen unterirdischen Kapelle zu Taraskon. Ihr Haupt wird in einer prachtvollen Büste von vergoldetem Silber aufbewahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Pflicht des katholischen Christen, Werke der Barmherzigkeit zu üben&lt;br /&gt;
Das, was die heilige Martha an Jesus getan, indem sie ihn in ihr Haus aufgenommen und mit aller Sorgfalt bewirtet hat, das kannst auch du, christliche Seele, tun und musst es tun, wenn du anders ein Christ und einst ein Bewohner des Himmels sein willst. Die Armen, die Notleidenden, die Presshaften sind Glieder Christi, der spricht: „Wer eines dieser Kleinen aufnimmt, der nimmt mich auf“, und „was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“. Am Tage des Gerichtes wird der Herr Jesus alle diejenigen von sich weisen und mit ewiger Verwerfung im Pfuhle der Hölle bestrafen, welche Hand und Herz der Barmherzigkeit gegen die leidenden Mitmenschen verschlossen haben. Willst auch du dieses schreckliche Wort aus dem Munde des Weltenrichters vernehmen: „Hinweg von mir, Vermaledeiter, ins ewige Feuer!“ Gewiss nicht! Nun so versäume nicht, Werke der Barmherzigkeit zu üben nach deinen Kräften! Du kennst die Werke der geistlichen und leiblichen Barmherzigkeit, und wer du auch immer seiest, arm oder reich, hoch oder nieder, einige dieser Werke kannst und musst du üben. Kannst du nicht Hungrige speisen, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Gefangene erledigen, weil du selbst vermögenslos bist, so kannst du doch Kranke besuchen, trösten, liebevoll pflegen, kannst die Leichen der Verstorbenen zu Grabe begleiten, kannst für die Ruhe ihrer Seele beten! Kannst du nicht Unwissende lehren, den Zweifelnden raten, die Sünder strafen, weil du Kenntnis und Gelegenheit nicht dazu hast, so kannst du doch für die Lebendigen und Verstorbenen Gott bitten, das Unrecht geduldig leiden, deinen Beleidigern vom Herzen verzeihen! O, an Gelegenheit, Gutes zu tun, fehlt es dir nie, in welchem Stande du auch sein magst! Wenn du den Herrn Jesus von Herzen liebst, so wirst du sogar Gelegenheit suchen, ihm wohlzugefallen und aus Liebe zu ihm Barmherzigkeit zu üben an deinen Mitmenschen. O, es tut besonders in jetziger Zeit Not, dass die heilige Nächstenliebe wieder entbrenne in allen Christenherzen: Wie viele Tränen gäbe es zu trocknen, wie viele Not zu lindern, wie viel Übeln abzuhelfen, und wie viel Zeit und Gelegenheit gebe es daher auch, sich gute Werke zu sammeln auf den Tag der Rechenschaft und der Vergeltung! Wie viele katholische Christen glauben, sie hätten genug getan, wenn sie ihre täglichen Gebete verrichten, die heiligen Sakramente empfangen, an Sonn- und Feiertagen dem Gottesdienste beiwohnen, öfters eine Andacht verrichten und sich hüten, schwere Sünden zu begehen! Gott fordert mehr von dir! „Barmherzigkeit will ich, und nicht Opfer“, rief er den Juden zu, und das gilt auch von den Christen. Wenn ein selbstsüchtiger, habsüchtiger, eigennütziger, liebloser Mensch täglich dem heiligen Opfer beiwohnt, viel und oft betet, so verwirft Gott dies alles, weil die Liebe, die barmherzige Liebe mangelt. O lieber Leser, bedenke dies wohl und verliere keine Zeit, versäume keine Gelegenheit, Barmherzigkeit zu üben, wenn du einst am Tage des Gerichtes Barmherzigkeit erlangen willst. Siehe, wie schnell die Zeit vergeht, das Leben dahinschwindet, das Ende deines Lebens naht; wehe dir, wenn deine Hände leer gefunden werden von guten Werken; wehe dir, wenn du nur auf deinen zeitlichen Nutzen und Vorteil geschaut und das eine Notwendige vergessen hast! Welche Mühe gibst du dir nicht, um einen zeitlichen Gewinn zu machen, wie sehr verlangt dein Herz reich zu werden und zu sein, und du weißt doch, dass dich am Tage des Todes Geld, Hab und Gut nicht trösten, ja die Bitterkeit des Todes noch vermehren wird!&lt;br /&gt;
Siehe, wie freudig die heilige Martha gestorben ist, und welche tröstliche Worte sie aus dem Munde Jesu gehört hat, weil sie ihn so freudig aufgenommen, für ihn alles hingegeben hat! Möchtest du denn nicht auch so sterben? Ja, du wirst so sterben, wenn du aus Liebe zu Jesus Barmherzigkeit übst. So entschließe dich, entschließe dich jetzt gleich, aus Liebe zum göttlichen Heiland irgendein gutes Werk zu üben. Weißt du keinen Kranken, den du besuchen oder pflegen könntest? Kennst du keinen Armen, dem du ein Almosen reichen, weißt du keinen Sünder, für den du beten, hast du keine Verstorbene, für deren Ruhe du flehen, weißt du keinen Betrübten, den du trösten, hast du keinen Feinde, dem du von Herzen verzeihen könntest? – &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet und Vorsatz&lt;br /&gt;
Heilige Jungfrau Martha, du treue Dienerin Jesu, erbitte mir auch eine so innige Liebe zu Gott und den Nächsten, wie du getragen hast; siehe, ich habe mich entschlossen, Barmherzigkeit an meinen Mitmenschen zu üben, aber ohne Liebe  vermag ich es nicht. Erbitte mir also die hohe Gabe der Liebe, damit ich reich an guten Werken vor dem Heiland erscheine und von ihm in seine himmlische Wohnung aufgenommen werde. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2749</id>
		<title>Heiligen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Heiligen&amp;diff=2749"/>
		<updated>2009-02-17T13:33:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Einige der &#039;&#039;&#039;Heiligen&#039;&#039;&#039; und ihr Weg zur Heiligkeit soll hier beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Täufer [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Taeufer_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Nährvater Jesu: [[Josef]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Andreas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [http://ecclesiaeveritas.net/index.php/Evangelist_Johannes Johannes]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Matthaeus]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Thomas]]&lt;br /&gt;
* Apostel [[Markus]]&lt;br /&gt;
* Kirchenlehrer [[Thomas]] von Aquin&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Franz]]&lt;br /&gt;
* Ordensgründer [[Don Bosco]]&lt;br /&gt;
* Abt [[Walerich]]&lt;br /&gt;
* Mystiker [[Hermann Josef]]&lt;br /&gt;
* Mystikerin [[Mechthild]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Leo]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius V.]]&lt;br /&gt;
* Papst [[Pius X.]]&lt;br /&gt;
* P. [[Maximilian Maria Kolbe]]&lt;br /&gt;
* P. [[Pio]]&lt;br /&gt;
* Jüngling [[Kasimir]]&lt;br /&gt;
* Jungfrau [[Martha]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Albert]]&lt;br /&gt;
* Märtyrer [[Sabas]]&lt;br /&gt;
* Märtyrin [[Enkratia]]&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Mehr in Kürze, [http://www.br-thomas-apostolat.de/gebete/grolita.htm unsere Große Litanei] und mehr!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martha&amp;diff=2748</id>
		<title>Martha</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://ecclesiaeveritas.net/index.php?title=Martha&amp;diff=2748"/>
		<updated>2009-02-17T13:32:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Doris franziska: Die Seite wurde neu angelegt:  == Die heilige Martha, Jungfrau ==   Fest: 29. Juli  Eine der ersten Früchte der Predigten des göttlichen Heilandes war die Belehrung der beiden Geschwister Lazarus ...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die heilige Martha, Jungfrau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fest: 29. Juli&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der ersten Früchte der Predigten des göttlichen Heilandes war die Belehrung der beiden Geschwister Lazarus und Martha, welche zu Bethanien, unweit der Stadt Jerusalem, ein Haus besaßen und vornehmen und reichen Standes waren. Martha war wirklich das, was ihr Name bedeutet, nämlich „Gebieterin des Hauses, Haushälterin“. Sie führte das Hauswesen, wachte über die Dienstboten, besorgte die Küche, nahm die Gäste auf und pflegte sie. Sie war hierin sehr eifrig und genau und eine ihrer schönsten Eigenschaften glänzte dabei hervor, nämlich ihre Gastfreundschaft. Ihr Haus stand jedem Wanderer offen und mit emsiger Liebe pflegte sie die Aufgenommenen. Als sie Jesum Christum kennen gelernt hatte, da wurde ihre Liebe reiner und feuriger. So oft Jesus einkehrte, und er tat dies öfter, weil die beiden Geschwister gottselig lebten, war dies ein Freudentag für sie. Nur eines tat ihr weh, dass nämlich ihre Schwester Maria Magdalena den Heiland noch nicht liebte. Doch bald sollte ihr Gebet erhört werden; Magdalena folgte dem Rufe der Gnade, entsagte der sündhaften Lust und gab sich ganz dem Heiland hin. Von nun an war das Haus der drei Geschwister wie ein Tempel Gottes; himmlischer Friede wohnte darin und Jesus belohnte den Eifer seiner drei Freunde oft mit seiner Gegenwart.&lt;br /&gt;
Einst, als Jesus wieder einkehrte und zu Mittag speisen wollte, da gab sich Martha alle erdenkliche Mühe, den geliebten Heiland aufs Beste zu bewirten. Magdalena aber dachte nur an den Herrn, setzte sich zu seinen Füßen und hörte aufmerksam seinen Worten zu. Hierüber aber wurde die geschäftige Martha ungehalten, sie hätte gerne gesehen, wenn ihre Schwester ihr beigestanden wäre, und sie beklagte sich deshalb beim Herrn und sprach: „Fragst du nichts danach, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sag’ ihr doch, dass sie mir helfe!“ Aus diesen Worten der guten Martha geht hervor, dass sie den Herrn nicht bloß als Gast, sondern als den Herrn des Hauses betrachtete; und dass sein Wille die Richtschnur ihrer Handlungen war. Jesus kannte das gutmütige Herz der frommen Martha; er wollte sie gerne auf den Weg der Vollkommenheiten leiten und besorgt um ihr Heil sprach er zu ihr: „Martha, Martha, du machst dir Sorge und bekümmerst dich um sehr viele Dinge. Eines nur ist notwendig. Maria hat den besten Teil erwählt, der ihr nicht wird genommen werden.“ Mit diesen Worten tadelte Jesus nicht den emsigen Fleiß der guten Martha, womit sie ihn bedienen wollte; er wollte sie und alle, die ein tätiges, arbeitsames Leben führen, nur darauf aufmerksam machen, dass sie nämlich das eine Notwendige – sich zu heiligen und dadurch selig zu werden – nicht außer Acht lassen sollten. Auch bei der Arbeit soll der Christ nicht vergessen, dass er alles tun soll zur Verherrlichung Gottes, und dass die Geschäfte nicht das Ziel unseres Strebens sein dürfen, was uns unruhig machen und von Gott nun abziehen würde, sondern dass unser einziges Ziel, dem alles untergewordnet sein muss, Gottes Ehre und unser Heil sein müsse.&lt;br /&gt;
Wer dieses einzige Ziel nicht aus den Augen lässt, der wird auch seine anderen Standespflichten zu erfüllen nicht unterlassen; der wird sich vertrauensvoll Gott hingeben und alle überflüssige Sorge fahren lassen.&lt;br /&gt;
Martha liebte den Heiland herzinniglich; ihre Liebe war eben die Ursache, dass sie nur darauf dachte, wie sie ein recht gutes Mahl herstellen könne, aber vor lauter kümmerlicher Geschäftigkeit vergaß sie, die Gegenwart des Herrn und sein heiliges Wort zu genießen; ihre Liebe war noch nicht rein, das Hauswesen lag ihr zu sehr am Herzen und deshalb mahnte sie der Heiland, an das eine Notwendige zu denken: denn alle Arbeiten, alle Geschäfte hören einmal auf und sind dann vergeblich gewesen, wenn wir sie nicht in Gott und für Gott getan und unsere Seele und Seligkeit vergessen hätten. –&lt;br /&gt;
Martha nahm die Worte des Heilandes mit Demut an und gab sich zufrieden. Als sie das Mahl bereitet hatte, bediente sie den Herrn mit zärtlicher Liebe und setzte sich dann auch zu seinen Füßen, um seine himmlischen Worte zu vernehmen. Liebreich antwortete der Herr auf ihre Fragen und jedes seiner Worte verschloss sie in ihrem Herzen, um es Frucht bringen zu lassen. Wie wirksam aber das Wort des Herrn bei der heiligen Martha gewesen, zeigte sich bei dem Tode und der Auferweckung ihres Bruders Lazarus. Dieser war kurze Zeit vor dem Leiden Christi gefährlich krank geworden. Sogleich sendeten Martha und ihre Schwester einen Boten an den Herrn ab und ließen ihm nur sagen: „Derjenige, den du lieb hast, der ist krank.“ Sie glaubten, dem Heiland nur die Krankheit ihres Bruders anzuzeigen und erhofften von seiner Güte, dass er ihm gewiss helfen werde. Allein wider ihr Erwarten kam ihnen Jesus nicht gleich zu Hilfe. Er wollte durch die Auferweckung des Lazarus, den die vornehmen Juden, die Schriftgelehrten und Priester gar gut kannten, noch vor seinem Tod einen feierlichen Beweis seiner göttlichen Macht ablegen. Lazarus musste also sterben und wurde nach Art der Juden in reine Leichentüchter gewickelt, unter allgemeiner Trauer in die Familiengruft gesenkt. Groß war der Schmerz der beiden Geschwister; viele der vornehmen Juden kamen von der Stadt Jerusalem, um sie zu trösten und an ihrer Trauer Teil zu nehmen; Jesus aber erschien nicht. Endlich nach vier Tagen brachte man der betrübten Martha die Nachricht, dass der Heiland mit seinen Jüngern komme. Sogleich eilte Martha ihm entgegen und sprach zu ihm: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich, dass alles, was du von Gott begehrst, Gott dir geben wird.“ Jesus sprach zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Martha verstand den Herrn nicht und erwiderte: „Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am jüngsten Tage.“ Jesus aber entgegnete: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, wenn er auch schon gestorben ist. Und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du es?“ Mit kindlichem Vertrauen und in Gegenwart der Juden, die ihr gefolgt waren, sprach sie: „Ja, Herr, ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes, der in diese Welt gekommen ist.“ Eine geheime Ahnung sagte ihr, dass Jesus etwas Besonderes vorhabe, und ihrer Schwester gedenkend, die in tiefe Trauer um den geliebten Bruder versenkt im Hause saß, eilte sie innerlich bewegt zu ihr und sagte ihr leise in das Ohr: „Der Meister ist da und ruft dich.“ Kaum hatte dies Wort Magdalena vernommen, als sie sich eilends erhob und zu Jesus eilte, der noch an der Stelle stand, wo Martha ihn verlassen hatte und nicht weit vom Grab des Lazarus entfernt war. Sie warf sich zu seinen Füßen und sprach wie ihre Schwester: „Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben.“ Als nun Jesus die beiden Schwestern und die sie umgebenden Juden weinen sah, weinte auch Er und ging tief bewegt zur Grabeshöhle, wo der Leichnam des Lazarus sich befand. Vor der Höhle lag ein großer Stein. Der Heiland befahl, ihn hinwegzunehmen. Da rief Martha besorgt aus: „Herr, er riecht schon, denn er liegt schon vier Tage im Grabe.“ Jesus aber sprach zu ihr: „Habe ich nicht gesagt, wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen!“ Sie hoben also den Stein hinweg. Jesus aber richtete seine Augen empor und sprach: „Vater, ich danke dir, dass du mir erhört hast. Ich weiß wohl, dass du mich allezeit erhörst; aber ich sage es um des Volkes willen, das umhersteht, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“ Und nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: „Lazarus, komm hervor!“ Sogleich kam der Tote heraus, an Händen und Füßen mit Tüchern umwunden und sein Angesicht mit einem Schweißtuch verhüllt. Und Jesus sprach: „Löset ihn ab und entledigt ihn, dass er gehen kann.“ Lazarus war damals dreißig Jahre alt, als ihn Jesus von den Toten erweckte. Die Freude der beiden Schwestern, den Dank des erweckten Bruders kann ich nicht beschreiben; hatten früher schon die drei Geschwister Jesum geliebt, so weihten sie sich jetzt ganz seinem Dienste. Drei Tage vor seinem Leiden wohnte Jesus bei dieser gottseligen Familie, indem er bei Tags nach Jerusalem in den Tempel ging, abends wieder zurückkehrte, um zu übernachten, weil ihm die Juden, besonders wegen der Erweckung des Lazarus, nach dem Leben strebten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heilige Schrift erwähnt von der heiligen Martha nichts Weiteres. Unzweifelhaft ist es aber, dass auch sie den innigsten Anteil an den Leiden und dem Tode ihres geliebten Heilands genommen hat. Die heilige Überlieferung erzählt uns aber, dass sie mit ihrem Bruder Lazarus und ihrer Schwester Magdalena von den Juden verfolgt, auf ein altes, gebrechliches Fahrzeug gebracht und den Wellen des Meeres preisgegeben wurde. Aber Gottes Hand leitete das Schifflein gefahrlos über das Meer nach Marseille in Frankreich; dort begab sich Magdalena in die Einöde und führte dreißig Jahre lang ein bußfertiges Leben. Lazarus verkündete Christum den Gekreuzigten und wurde später zum Bischof erhoben, die heilige Martha aber suchte mit ihrer Magd Marcella die ledigen Frauenspersonen Christo zu gewinnen. Es gelang ihr, durch liebreichen Unterricht viele Jungfrauen nicht nur zur Annahme des heiligen Glaubens, sondern auch zur Liebe der jungfräulichen Reinigkeit zu bewegen. Sie wählte sich einen abgelegenen Ort, woselbst sie eine Wohnung baute und da mit gottseligen Jungfrauen ein von der Welt abgeschiedenes, frommes Leben führte. &lt;br /&gt;
Dreißig Jahre brachte sie in dieser Wohnung zu; sie fastete beständig und enthielt sich gänzlich vom Genuss des Fleisches und Weines. Das Gebet war ihr die süßeste Freude, denn da konnte sie sich im Geiste mit ihrem geliebten Heiland unterhalten. Sein Leben, sein Leiden und sein Tod war der Gegenstand ihrer fortwährenden Betrachtung, und sie hatte nur mehr den einen Wunsch, auf ewig mit Jesus vereinigt zu werden. Ein Jahr vor ihrem Tod wurde ihr auch der Tag ihres Hinscheidens offenbart; dies war eine Freudenbotschaft für sie. Ein Fieber befiel sie, welches das ganze Jahr fortdauerte und nach und nach alle ihre Lebenskräfte verzehrte. Je mehr aber die Hülle ihres jungfräulichen Leibes abzehrte, desto mehr erschwang sich ihr Geist zu Gott dem Herrn. Die Schmerzen der Krankheit achtete sie für nichts; immer heitern Antlitzes lag sie auf dem harten Bett; Jesus, der Gekreuzigte, versüßte ihr alle Leiden. Acht Tage vor ihrem seligen Ende vernahm ihr Ohr eine himmlische Musik; Engel sangen ihrer Schwester Magdalena das Sterbelied und begleiteten ihre Seele in die glänzende Wohnung des Himmels. Martha sah sie mit heiligem Entzücken, umgeben von Engeln, in den Himmel ziehen. O wie gerne wäre auch sie diesen Weg gegangen! Doch bald sollte ihr Verlangen erfüllt werden. Christus, der Herr, selbst würdigte sich, ihr zu erscheinen und sprach also zu ihr: „Komm, meine Vielgeliebte! Du hast mich auf Erden in dein Haus aufgenommen, nun will ich dich aufnehmen in meine ewige, himmlische Wohnung.“ Die heilige Dienerin des Herrn gehörte jetzt nicht mehr der Welt an; auf der mit Asche bestreuten Erde liegend, mit zum Himmel gewendeten Augen, freudestrahlenden Angesichtes rief sie aus: „In deine Hände, o Herr, empfehle ich meinen Geist“, und verschied dann sanft wie eine Schlafende, ohne die Angst des Todes zu fühlen.&lt;br /&gt;
Ihr heiliger Leichnam ruht gegenwärtig in einer schönen unterirdischen Kapelle zu Taraskon. Ihr Haupt wird in einer prachtvollen Büste von vergoldetem Silber aufbewahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Pflicht des katholischen Christen, Werke der Barmherzigkeit zu üben&lt;br /&gt;
Das, was die heilige Martha an Jesus getan, indem sie ihn in ihr Haus aufgenommen und mit aller Sorgfalt bewirtet hat, das kannst auch du, christliche Seele, tun und musst es tun, wenn du anders ein Christ und einst ein Bewohner des Himmels sein willst. Die Armen, die Notleidenden, die Presshaften sind Glieder Christi, der spricht: „Wer eines dieser Kleinen aufnimmt, der nimmt mich auf“, und „was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“. Am Tage des Gerichtes wird der Herr Jesus alle diejenigen von sich weisen und mit ewiger Verwerfung im Pfuhle der Hölle bestrafen, welche Hand und Herz der Barmherzigkeit gegen die leidenden Mitmenschen verschlossen haben. Willst auch du dieses schreckliche Wort aus dem Munde des Weltenrichters vernehmen: „Hinweg von mir, Vermaledeiter, ins ewige Feuer!“ Gewiss nicht! Nun so versäume nicht, Werke der Barmherzigkeit zu üben nach deinen Kräften! Du kennst die Werke der geistlichen und leiblichen Barmherzigkeit, und wer du auch immer seiest, arm oder reich, hoch oder nieder, einige dieser Werke kannst und musst du üben. Kannst du nicht Hungrige speisen, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Gefangene erledigen, weil du selbst vermögenslos bist, so kannst du doch Kranke besuchen, trösten, liebevoll pflegen, kannst die Leichen der Verstorbenen zu Grabe begleiten, kannst für die Ruhe ihrer Seele beten! Kannst du nicht Unwissende lehren, den Zweifelnden raten, die Sünder strafen, weil du Kenntnis und Gelegenheit nicht dazu hast, so kannst du doch für die Lebendigen und Verstorbenen Gott bitten, das Unrecht geduldig leiden, deinen Beleidigern vom Herzen verzeihen! O, an Gelegenheit, Gutes zu tun, fehlt es dir nie, in welchem Stande du auch sein magst! Wenn du den Herrn Jesus von Herzen liebst, so wirst du sogar Gelegenheit suchen, ihm wohlzugefallen und aus Liebe zu ihm Barmherzigkeit zu üben an deinen Mitmenschen. O, es tut besonders in jetziger Zeit Not, dass die heilige Nächstenliebe wieder entbrenne in allen Christenherzen: Wie viele Tränen gäbe es zu trocknen, wie viele Not zu lindern, wie viel Übeln abzuhelfen, und wie viel Zeit und Gelegenheit gebe es daher auch, sich gute Werke zu sammeln auf den Tag der Rechenschaft und der Vergeltung! Wie viele katholische Christen glauben, sie hätten genug getan, wenn sie ihre täglichen Gebete verrichten, die heiligen Sakramente empfangen, an Sonn- und Feiertagen dem Gottesdienste beiwohnen, öfters eine Andacht verrichten und sich hüten, schwere Sünden zu begehen! Gott fordert mehr von dir! „Barmherzigkeit will ich, und nicht Opfer“, rief er den Juden zu, und das gilt auch von den Christen. Wenn ein selbstsüchtiger, habsüchtiger, eigennütziger, liebloser Mensch täglich dem heiligen Opfer beiwohnt, viel und oft betet, so verwirft Gott dies alles, weil die Liebe, die barmherzige Liebe mangelt. O lieber Leser, bedenke dies wohl und verliere keine Zeit, versäume keine Gelegenheit, Barmherzigkeit zu üben, wenn du einst am Tage des Gerichtes Barmherzigkeit erlangen willst. Siehe, wie schnell die Zeit vergeht, das Leben dahinschwindet, das Ende deines Lebens naht; wehe dir, wenn deine Hände leer gefunden werden von guten Werken; wehe dir, wenn du nur auf deinen zeitlichen Nutzen und Vorteil geschaut und das eine Notwendige vergessen hast! Welche Mühe gibst du dir nicht, um einen zeitlichen Gewinn zu machen, wie sehr verlangt dein Herz reich zu werden und zu sein, und du weißt doch, dass dich am Tage des Todes Geld, Hab und Gut nicht trösten, ja die Bitterkeit des Todes noch vermehren wird!&lt;br /&gt;
Siehe, wie freudig die heilige Martha gestorben ist, und welche tröstliche Worte sie aus dem Munde Jesu gehört hat, weil sie ihn so freudig aufgenommen, für ihn alles hingegeben hat! Möchtest du denn nicht auch so sterben? Ja, du wirst so sterben, wenn du aus Liebe zu Jesus Barmherzigkeit übst. So entschließe dich, entschließe dich jetzt gleich, aus Liebe zum göttlichen Heiland irgendein gutes Werk zu üben. Weißt du keinen Kranken, den du besuchen oder pflegen könntest? Kennst du keinen Armen, dem du ein Almosen reichen, weißt du keinen Sünder, für den du beten, hast du keine Verstorbene, für deren Ruhe du flehen, weißt du keinen Betrübten, den du trösten, hast du keinen Feinde, dem du von Herzen verzeihen könntest? – &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gebet und Vorsatz&lt;br /&gt;
Heilige Jungfrau Martha, du treue Dienerin Jesu, erbitte mir auch eine so innige Liebe zu Gott und den Nächsten, wie du getragen hast; siehe, ich habe mich entschlossen, Barmherzigkeit an meinen Mitmenschen zu üben, aber ohne Liebe  vermag ich es nicht. Erbitte mir also die hohe Gabe der Liebe, damit ich reich an guten Werken vor dem Heiland erscheine und von ihm in seine himmlische Wohnung aufgenommen werde. Amen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Quelle: Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes, Regensburg 1884)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Doris franziska</name></author>
	</entry>
</feed>